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Frische Rote Beete vs. Saft vs. Konzentrat - macht das überhaupt einen Unterschied?

ich frag mich das schon eine Weile. Im Supermarkt liegt die gekochte Rote Beete im Vakuum, daneben gibt's den Saft und dann findest du online diese Konzentrate für teils 30, 40 Euro die Flasche. Alle versprechen dasselbe. Aber ist das wirklich alles gleich? Ich hab angefangen mit der vakuumverpackten, weil meine Frau die eh ab und zu kauft. Einfach mit etwas Essig und Öl, fertig. Kostet kaum was. Dann hab ich mal einen Saft probiert, so ein Liter aus dem Bioladen um die Ecke, knapp vier Euro. Ok, geschmacklich gewöhnungsbedürftig aber geht. Und jetzt sehe ich überall diese Konzentrat-Fläschchen, auf jeder zweiten Sportler-Seite beworben. Für mich ist das schon ein Warnsignal, mal ehrlich. Wenn Leistungssportler das in die Kamera halten, dann ist da Marketing im Spiel, das bringt nix für meine Bewertung. Hab letztens in irgendeinem Ernährungsforum gelesen, dass die Nitratmenge bei frischer oder milchsauer eingelegter Rote Beete eigentlich vergleichbar ist mit dem Saft wenn man die gleiche Menge isst. Ob das stimmt weiß ich nicht genau. Aber wenn das so ist, warum dann überhaupt das teure Konzentrat? Ich will das nicht zum Hobby machen. Ich will wissen ob das bei meinem Blutdruck irgendwas tut, ohne dass ich dafür ein Vermögen ausgebe oder jede Woche neue Produkte teste. Die vakuumverpackte aus dem Rewe für 89 Cent - reicht die oder brauch ich wirklich das Konzentrat? Hat da jemand echte Erfahrungen gemacht, nicht nur was er irgendwo gelesen hat?

@rainer_w64 die Frage ist eig ganz pragmatisch: Misst du deinen Blutdruck überhaupt regelmäßig? Weil ohne Messwerte ist das alles Kaffeesatzleserei. Ich kenne Leute die kaufen sich das teure Zeug, nehmen es zwei Wochen, messen nichts, und denken dann es hilft. Dabei könnten sie einfach die 89-Cent-Variante nehmen und zwei Wochen lang jeden Morgen die gleiche Zeit messen. Dann sieht man ob sich was tut oder nicht. Bei mir war es damals so: Ich hab einfach angefangen regelmäßig Rote Beete zu essen - nicht weil ich dachte es hilft, sondern weil es schmeckt und gesund sein soll. Die vakuumverpackte halt. Nach ein paar Wochen hab ich gemerkt dass meine Werte runter gingen. Aber ehrlich, ich hab in der gleichen Zeit auch angefangen weniger Stress bei der Arbeit zu haben und besser zu schlafen. Keine Ahnung was davon wie viel gebracht hat. Das Konzentrat für 40 Euro ist trotzdem Unsinn wenn die gleiche Menge Nitrat in der billigen Variante steckt. Der Hype darum ist einfach weil es kleine Fläschchen sind die man "optimal dosiert" mitnehmen kann - das ist Lifestyle, nicht Wissenschaft. Probier die Rewe-Variante erst mal konsequent, mach dir nen Messwert-Plan und dann siehst du ob sich was bewegt.

Zitat von rainer_w64

Wenn Leistungssportler das in die Kamera halten, dann ist da Marketing im Spiel

Ja, das stimmt, aber ich sag dir auch: ich bin trotzdem drauf reingefallen. Oder halb drauf. Betanio PLUS hab ich mir geholt weil mein Kollege damit rumgeprahlt hat - der fährt auch Rad und hat mehr Ahnung als er zugibt. Ehrlich gesagt hab ich tatsächlich was gespürt beim Training, aber ob das das Konzentrat war oder einfach der Placebo-Effekt oder dass ich in der Phase besser geschlafen hab, keine Ahnung. Kann ich so nicht isolieren. Was mich bei @fk_1988 stört ist der Punkt mit dem Messwert-Plan. Klingt gut in der Theorie. Aber die Messung selbst ist schon ein Problem. Ich hab daheim so ein Handgelenk-Ding, meine Hausarztin hat mir einmal erklärt dass die unzuverlässiger sind als Oberarm-Geräte. Dann kommt noch dazu: wann misst du? Direkt nach der Schicht? Nach dem Kaffee? Nach dem Rad fahren? Die Werte schwanken so stark dass ich bei mir selbst nie weiß was ich da eigentlich ablese. Vielleicht ist die Frage von @rainer_w64 gar nicht das Hauptproblem. Die 89-Cent-Rote-Beete reicht wahrscheinlich, da bin ich bei ihm. Aber wenn die Messung schon wackelt, bringt der schönste Vergleich zwischen billig und teuer nichts.

Zitat von rote_socke_83

Wann misst du? Direkt nach der Schicht? Nach dem Kaffee?

Das ist der Punkt. Aber das ist kein Grund die Sache komplett zu lassen. Bei mir in der Lagerlogistik ist es ähnlich - nach ner zehnstündigen Schicht ist der Blutdruck natürlich anders als am nächsten Morgen. Ich messe immer zur gleichen Tageszeit, direkt nach dem Aufwachen, bevor ich Kaffee trinke. Dauert zwei Minuten und dann hab ich einen Baseline-Wert der vergleichbar ist. Schwankungen wird's immer geben klar. Aber wenn ich über vier Wochen hinweg immer um die gleiche Zeit messe, sehe ich trotzdem Trends. Das ist nicht wissenschaftlich perfekt, aber es reicht um zu sehen ob sich was bewegt oder nicht. Das mit dem Handgelenk-Ding - ja, stimmt, Oberarm ist zuverlässiger. Ich hab mir dann einfach ein Omron-Ding für knapp 50 Euro geholt, nicht das teuerste aber auch nicht die Billig-Version. Das Ding ist konsistent mit sich selbst, und das ist das wichtigste. Nicht ob es absolut exakt ist, sondern ob die Messungen untereinander vergleichbar sind. @rote_socke_83 die Frage wäre für dich vielleicht: Willst du wissen ob das Konzentrat bei dir persönlich was bringt oder nur theoretisch wissen wie es funktioniert. Weil für das erste brauchst du einen Plan, für das zweite kannst du auch einfach Artikel lesen.

@fk_1988 die Frage am Ende trifft schon was. Ehrlich gesagt weiß ich selbst nicht genau was ich will. Ich glaub ich bin irgendwo dazwischen - ich will nicht einfach Artikel lesen, aber einen richtigen Plan durchziehen ist auch nicht so mein Ding gerade. Schicht, Kinder, abends noch kurz auf dem Rad, dann ist der Tag eigentlich durch. Was mich bei deinem Punkt mit der Konsistenz aber wirklich beschäftigt: du sagst das Gerät muss konsistent mit sich selbst sein, nicht absolut korrekt. Das klingt vernünftig. Aber dann bedeutet das doch auch, dass ich nie weiß ob mein Ausgangswert überhaupt in einem normalen Bereich liegt - ich sehe nur ob er steigt oder fällt. Für jemanden der einfach schauen will ob Rote Beete was tut ist das vielleicht ok. Aber wenn der Basiswert schon zu hoch ist und ich das nicht merke weil mein Handgelenk-Ding systematisch zu niedrig anzeigt, dann ist das kein Trend-Problem mehr sondern ein echtes Problem. Ich red das nicht schön. Meine Hausarztin hatte mich mal drauf angesprochen, vor zwei Jahren, dass ich die Werte im Auge behalten soll. Hab ich dann ne Weile gemacht und dann wieder gelassen. Ist vielleicht das, was ich wirklich ändern müsste, bevor ich mich über Konzentrat vs. Vakuum-Rote-Beete unterhalte. Edit: Nur um das klarzustellen - ich bin nicht gegen die Rote Beete oder so, mir geht's eher um die Grundfrage ob ich das überhaupt richtig messe. Vielleicht sollte ich erst mal nen Monat mit ner richtigen Manschette parallel tracken, nur um zu sehen ob das Ding wenigstens konsistent ist.

@rote_socke_83 du sprichst da was an das mir auch schon aufgefallen ist. Du hast recht - wenn das Handgelenk-Gerät systematisch falsch misst siehst du vielleicht Trends aber kannst nicht einordnen ob du überhaupt in nem kritischen Bereich bist. Das ist dann tatsächlich ein anderes Problem als nur "ist der Wert gestern höher als heute". Aber hier würde ich dir was ganz Simples vorschlagen: Geh einfach zur nächsten Routineuntersuchung bei deiner Hausärztin und frag ob sie dich einmal richtig misst. Oberarm, unter kontrollierten Bedingungen. Dann weißt du deinen aktuellen Baseline-Wert und kannst danach mit deinem Handgelenk-Ding tracken ob es rauf oder runter geht. Du brauchst ja nicht jede Woche hin, einmal im Quartal reicht um zu sehen ob dein Gerät noch konsistent läuft oder ob du es wegwerfen kannst. Das mit den Kindern und der Schicht - ja verstanden. Dann ist halt realistisch: kein perfekter Plan. Aber "einmal morgens vor dem Kaffee messen" ist nicht mehr Aufwand als die Zahnbürste zu nehmen. Wenn das für dich passt, machst du es. Wenn nicht, dann nicht. Rote Beete essen kannst du auch ohne irgendwas zu messen, das ist ja nicht verboten. Was mich aber neugierig macht: Hat deine Hausärztin dir damals gesagt dass es kritisch ist oder eher so ein "sollten wir im Blick behalten"?

@fk_1988 um ehrlich zu sein: sie hat damals "im Auge behalten" gesagt nicht "das ist kritisch". Aber ich weiß noch genau wie sie es formuliert hat - "für dein Alter und dein Gewicht würde ich das nicht ignorieren". Das ist jetzt zwei Jahre her und ich hab seitdem zwei Kilo abgenommen, also vielleicht hat sich da was getan, vielleicht auch nicht.

Zitat von fk_1988

einmal morgens vor dem Kaffee messen ist nicht mehr Aufwand als die Zahnbürste zu nehmen

Das stimmt im Prinzip. Aber ich fahr mittwochs und samstags früh raus, dann bin ich um halb sechs schon auf dem Rad. Messen davor? Vergess ich. Danach? Bringt nix weil der Wert dann eh durch die Decke geht vom Training. An den anderen Tagen komm ich aus der Nachtschicht und schlaf erstmal. Kein geregelter Morgen irgendwie. Was ich mir jetzt eigentlich denke: vielleicht wäre der sinnvolle nächste Schritt wirklich der Arzttermin und nicht irgendwelche Vergleiche zwischen Konzentrat und Vakuum-Rübe. Die Frage die ihr hier diskutiert ist eigentlich interessant, ich bin nur grad nicht in der Position wo ich sauber messen kann - und ohne das ist das alles bisschen sinnlos für mich persönlich. Das Betanio PLUS steht jedenfalls noch im Küchenschrank.

@rote_socke_83 fair point mit den Nachtschichten und den frühen Radtouren. Das ist wirklich ein anderes Szenario als mein regelmäßiger Morgen im Lager. Aber mir ist gerade was eingefallen - und das ist vielleicht der echte Punkt bei dir. Du fragst dich ob Rote Beete was taugt, aber eigentlich weißt du gar nicht in welchem Bereich du startest. Das ist wie wenn du beim Laufen fragst ob neue Schuhe schneller machen, aber du misst deine Zeiten nicht. Erst recht nicht wenn dein bisheriger "Messstab" möglicherweise unbrauchbar ist. Deswegen: Vergiss das Betanio PLUS im Küchenschrank erst mal. Geh zum Arzt, lass dich einmal ordentlich messen - und sag ihr auch dass du wissen willst ob das überhaupt noch relevant ist nach den zwei Kilo die du abgenommen hast. Vielleicht ist das Problem ja sowieso durch. Und wenn nicht, dann weißt du wenigstens wo du wirklich stehst. Danach kannst du immer noch entscheiden ob du die 89-Cent-Rübe regelmäßig isst oder nicht. Aber die Entscheidung auf Basis von "keine Ahnung welcher mein Ausgangswert ist" zu treffen ist halt verlorene Zeit. Du hast ja selbst gemerkt dass das nicht sinnvoll ist.

Zitat von fk_1988

die Entscheidung auf Basis von "keine Ahnung welcher mein Ausgangswert ist" zu treffen ist halt verlorene Zeit

Ja, das ist eigentlich das einzige was ich dir nicht widersprechen kann. Ärger mich ein bisschen dass du recht hast. Was mich aber gerade noch beschäftigt, und das ist ein anderer Winkel: meine Hausärztin hat damals einmal kurz gemessen, einmal, und dann war das der Wert auf dem die ganze Empfehlung basierte. Einmalig im Sprechzimmer ich war gerade von der Arbeit gekommen, hatte Stress weil ich wegen dem Termin früher Schluss machen musste. Ob das ein guter Baseline-Wert war, bezweifle ich. Ich mein - das Praxispersonal misst auch nicht immer nach Protokoll. Zweimal, mit Pause dazwischen, in Ruhe. Sowas hab ich da noch nie erlebt. Das heißt nicht dass ich den Arzttermin umgehen will, im Gegenteil. Aber ich frag mich ob ich diesmal aktiv drum bitten muss dass die das ordentlich machen. Zweifach messen, sitzen lassen, fünf Minuten warten. Muss man sowas einfordern oder läuft das automatisch? Ist mir zu... naja, mir ist das unangenehm wenn ich der Praxis sagen muss wie sie ihren Job machen soll. Aber wenn der Wert dann eh wieder auf einer einzigen Messung basiert ist das kaum besser als mein Handgelenk-Ding.