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Fermentiert vs. eingelegt – macht der Unterschied im Alltag wirklich was aus?

Ich stehe gerade an dem Punkt, wo ich mich frage, ob ich meinen Ansatz nochmal überdenken sollte. Das klassische Einlegen mit Essigmarinade ist reproduzierbar, schnell, und das Ergebnis ist berechenbar. Fermentation dagegen ist - zumindest was ich bisher gelesen habe - ein anderes Spiel komplett. Was mich konkret beschäftigt: der Geschmack. Fermentierte Rote Beete soll säuerlicher sein, aber anders als Essig-sauer, eher runder und komplexer, wenn ich die Beschreibungen richtig interpretiere. Das klingt plausibel, weil Milchsäure eben nicht dasselbe ist wie Apfelessig. Aber ich hab noch keinen direkten Vergleich gemacht und vertraue Eigenberichten im Netz inzwischen nur bedingt. Die zweite Frage ist Zeit. Einlegen geht bei mir an einem Nachmittag. Fermentation braucht was - drei, fünf, sieben Tage je nach Temperatur, Salzgehalt, Raumklima. Im August ist das hier in Hamburg eine eigene Herausforderung, weil es in der Küche momentan deutlich wärmer ist als der Richtwert, den die meisten Anleitungen angeben. Ich hab auch gelesen, dass die Salzkonzentration der entscheidende Hebel ist, irgendwo zwischen zwei und drei Prozent. Drunter riskiert man unerwünschte Bakterien, drüber blockiert man die Lacto-Fermentation zu stark. Das klingt nach einem Prozess, den man ein paarmal verhunzen muss bevor er sitzt. Meine Frage an die, die das schon länger machen: benutzt ihr eine Waage und rechnet das durch, oder geht ihr nach Gefühl? Und was macht ihr wenn die Küche zu warm ist - einfach kürzere Fermentationszeit, oder läuft das dann grundsätzlich anders?