Absetzen und nix gemerkt – macht euch das auch stutzig?
Zitat von rote_socke_83 am Juni 19, 2026, 07:12 Uhrhab grad an einem Freitagabend nach der Spätschicht etwas Zeit und denk nochmal drüber nach. Ich nehm das Betanio PLUS jetzt seit ein paar Monaten, und der Preis ist wie immer eine Frechheit - das ist bekannt. Aber mich beschäftigt grad was anderes. Ein Kumpel aus dem Verein hat mir erzählt, er hat aufgehört mit seinem Rote-Beete-Zeug, zwei Wochen nix gemerkt, und das hat ihn zum Nachdenken gebracht. Ich versteh den Punkt. Nur bin ich mir nicht sicher ob "nix merken beim Absetzen" wirklich bedeutet dass es vorher nix gebracht hat. Oder ob man es halt nur bemerkt wenn man es hat, weil der Körper irgendwas effizienter macht ohne dass man das bewusst wahrnimmt. Ich sag dir, das klingt vielleicht schon nach Rationalisierung. Ich weiß das selber. Aber bei mir war das so: erste paar Wochen Betanio hab ich auf langen Ausfahrten das Gefühl gehabt, dass ich gleichmäßiger in die Belastung reingehe. Ob das Einbildung ist? Kann ich so nicht unterschreiben, aber beweisen kann ichs auch nicht. Das nervt mich. Ich bin kein Mensch der sich gerne was einredet. Im Job muss ich klare Aussagen treffen, da kann ich nicht mit Gefühlen argumentieren. Aber beim Sport ist das eben anders - da hast du keine Kontrollgruppe, keinen Vergleichslauf unter identischen Bedingungen. Was ich wirklich wissen will: hat hier jemand mal bewusst abgesetzt und danach wieder angefangen, und hat dabei einen echten Unterschied gespürt? Nicht Placebo-Diskussion in der Theorie, sondern konkret aus eigenem Erleben. Und wie lang habt ihr gewartet bevor ihr euch ein Urteil erlaubt habt?
hab grad an einem Freitagabend nach der Spätschicht etwas Zeit und denk nochmal drüber nach. Ich nehm das Betanio PLUS jetzt seit ein paar Monaten, und der Preis ist wie immer eine Frechheit - das ist bekannt. Aber mich beschäftigt grad was anderes. Ein Kumpel aus dem Verein hat mir erzählt, er hat aufgehört mit seinem Rote-Beete-Zeug, zwei Wochen nix gemerkt, und das hat ihn zum Nachdenken gebracht. Ich versteh den Punkt. Nur bin ich mir nicht sicher ob "nix merken beim Absetzen" wirklich bedeutet dass es vorher nix gebracht hat. Oder ob man es halt nur bemerkt wenn man es hat, weil der Körper irgendwas effizienter macht ohne dass man das bewusst wahrnimmt. Ich sag dir, das klingt vielleicht schon nach Rationalisierung. Ich weiß das selber. Aber bei mir war das so: erste paar Wochen Betanio hab ich auf langen Ausfahrten das Gefühl gehabt, dass ich gleichmäßiger in die Belastung reingehe. Ob das Einbildung ist? Kann ich so nicht unterschreiben, aber beweisen kann ichs auch nicht. Das nervt mich. Ich bin kein Mensch der sich gerne was einredet. Im Job muss ich klare Aussagen treffen, da kann ich nicht mit Gefühlen argumentieren. Aber beim Sport ist das eben anders - da hast du keine Kontrollgruppe, keinen Vergleichslauf unter identischen Bedingungen. Was ich wirklich wissen will: hat hier jemand mal bewusst abgesetzt und danach wieder angefangen, und hat dabei einen echten Unterschied gespürt? Nicht Placebo-Diskussion in der Theorie, sondern konkret aus eigenem Erleben. Und wie lang habt ihr gewartet bevor ihr euch ein Urteil erlaubt habt?
Zitat von markus_b82 am Juni 19, 2026, 12:15 Uhr@rote_socke_83 die Frage ist gut, aber ich glaube du stellst sie ein bisschen falsch. Das Problem beim Absetzen ist nicht unbedingt "merke ich was oder nicht" - das ist zu grob. Nitrat wirkt ja über den NO-Stoffwechsel, und da gibt es tatsächlich Hinweise (u.a. aus der Gruppe um Andy Jones an der Uni Exeter, hab da mal einen Review-Artikel quergelesen), dass der Effekt trainingszustandsabhängig ist. Heißt: je besser trainiert, desto kleiner der messbare Vorteil. Wenn dein Kumpel also in guter Form war als er abgesetzt hat, kann es sein, dass der Unterschied schlicht unter der Wahrnehmungsschwelle lag.
Zitat von rote_socke_83hat hier jemand mal bewusst abgesetzt und danach wieder angefangen
Ich hab das selbst getestet, allerdings ohne Betanio, mit einem anderen Rote-Beete-Konzentrat. Drei Wochen raus, drei Wochen wieder rein. Ich hab keinen Unterschied gespürt - aber ich hab auch keine Laktatmessung gemacht oder irgendwas Messbares protokolliert. Insofern ist meine "Erfahrung" da genauso wenig belastbar wie die deines Kumpels. Was mich bei der ganzen Diskussion eigentlich mehr beschäftigt: Wie sieht die Dosierung bei Betanio PLUS konkret aus? Hast du da mal auf die Nitratmenge in mg pro Portion geschaut? Weil viele Produkte liegen unter dem, was in den Studien als wirksam gilt (da geht's meist um 300-400 mg anorganisches Nitrat), und dann ist die Frage ob man etwas merkt oder nicht schon vorab beantwortet.
@rote_socke_83 die Frage ist gut, aber ich glaube du stellst sie ein bisschen falsch. Das Problem beim Absetzen ist nicht unbedingt "merke ich was oder nicht" - das ist zu grob. Nitrat wirkt ja über den NO-Stoffwechsel, und da gibt es tatsächlich Hinweise (u.a. aus der Gruppe um Andy Jones an der Uni Exeter, hab da mal einen Review-Artikel quergelesen), dass der Effekt trainingszustandsabhängig ist. Heißt: je besser trainiert, desto kleiner der messbare Vorteil. Wenn dein Kumpel also in guter Form war als er abgesetzt hat, kann es sein, dass der Unterschied schlicht unter der Wahrnehmungsschwelle lag.
Zitat von rote_socke_83hat hier jemand mal bewusst abgesetzt und danach wieder angefangen
Ich hab das selbst getestet, allerdings ohne Betanio, mit einem anderen Rote-Beete-Konzentrat. Drei Wochen raus, drei Wochen wieder rein. Ich hab keinen Unterschied gespürt - aber ich hab auch keine Laktatmessung gemacht oder irgendwas Messbares protokolliert. Insofern ist meine "Erfahrung" da genauso wenig belastbar wie die deines Kumpels. Was mich bei der ganzen Diskussion eigentlich mehr beschäftigt: Wie sieht die Dosierung bei Betanio PLUS konkret aus? Hast du da mal auf die Nitratmenge in mg pro Portion geschaut? Weil viele Produkte liegen unter dem, was in den Studien als wirksam gilt (da geht's meist um 300-400 mg anorganisches Nitrat), und dann ist die Frage ob man etwas merkt oder nicht schon vorab beantwortet.
Zitat von markus_hh88 am Juni 19, 2026, 12:25 UhrZitat von markus_b82Wie sieht die Dosierung bei Betanio PLUS konkret aus?
Das ist der Punkt, der mich hier am meisten interessiert, und ich bin froh dass du ihn aufmachst. Aus meiner Erfahrung - beruflich wie privat - ist das bei Fertigprodukten fast immer das Problem. Die werben mit "hochdosiert" oder "Profi-Formel" und dann steht auf dem Etikett irgendwas wie 150 mg Nitrat pro Portion, manchmal noch weniger. @rote_socke_83 kannst du da mal kurz schauen? Die Exeter-Studien, die markus_b82 anspricht, arbeiten häufig mit Beet-It-Shots die auf 300-400 mg standardisiert sind - das ist kein Zufall, das war bewusst so designed. Wenn Betanio PLUS da drunter liegt, dann ist die Absetzdiskussion im Grunde müßig, weil der Ausgangswert schon fraglich ist. Was mich dabei noch beschäftigt: @rote_socke_83 du sagst du hast das Gefühl gehabt, gleichmäßiger in die Belastung reinzugehen. Das klingt für mich weniger nach einem akuten Nitrat-Effekt und mehr nach RPE - also gefühlter Anstrengung bei gleicher Leistung. Das wäre physiologisch tatsächlich plausibel, weil der Sauerstoffverbrauch bei submaximaler Belastung leicht sinkt. Aber das merkt man eben auch nicht beim Absetzen wenn man nicht gezielt drauf achtet. Freitagabend-Subjektivgefühl ist da leider keine Messgröße.
Zitat von markus_b82Wie sieht die Dosierung bei Betanio PLUS konkret aus?
Das ist der Punkt, der mich hier am meisten interessiert, und ich bin froh dass du ihn aufmachst. Aus meiner Erfahrung - beruflich wie privat - ist das bei Fertigprodukten fast immer das Problem. Die werben mit "hochdosiert" oder "Profi-Formel" und dann steht auf dem Etikett irgendwas wie 150 mg Nitrat pro Portion, manchmal noch weniger. @rote_socke_83 kannst du da mal kurz schauen? Die Exeter-Studien, die markus_b82 anspricht, arbeiten häufig mit Beet-It-Shots die auf 300-400 mg standardisiert sind - das ist kein Zufall, das war bewusst so designed. Wenn Betanio PLUS da drunter liegt, dann ist die Absetzdiskussion im Grunde müßig, weil der Ausgangswert schon fraglich ist. Was mich dabei noch beschäftigt: @rote_socke_83 du sagst du hast das Gefühl gehabt, gleichmäßiger in die Belastung reinzugehen. Das klingt für mich weniger nach einem akuten Nitrat-Effekt und mehr nach RPE - also gefühlter Anstrengung bei gleicher Leistung. Das wäre physiologisch tatsächlich plausibel, weil der Sauerstoffverbrauch bei submaximaler Belastung leicht sinkt. Aber das merkt man eben auch nicht beim Absetzen wenn man nicht gezielt drauf achtet. Freitagabend-Subjektivgefühl ist da leider keine Messgröße.
Zitat von markus_b82 am Juni 19, 2026, 12:36 UhrZitat von markus_hh88Das klingt für mich weniger nach einem akuten Nitrat-Effekt und mehr nach RPE
Ja, das ist eigentlich der entscheidende Punkt, den ich in meinem letzten Beitrag nicht sauber getrennt hab. Der RPE-Effekt ist in den Exeter-Daten auch der robustere Befund - also nicht Spitzenleistung, sondern Effizienz bei submaximaler Belastung. Und genau da ist das Absetzen so tückisch als Testmethode: wenn der Effekt primär über gefühlte Anstrengung läuft, dann bemerkst du den Wegfall nur, wenn du dich explizit auf eine bestimmte Pace setzt und schaust ob sich was an der RPE ändert. Nicht "fühl ich mich heute gut", sondern Herzfrequenz plus gefühlte Anstrengung bei definiertem Tempo. Das macht kaum jemand. @rote_socke_83 wäre trotzdem interessant zu wissen was auf der Packung steht. Nicht wegen der Dosierungsdiskussion, die haben wir ja schon - sondern weil mich interessiert ob die Nitratmenge überhaupt deklariert ist oder ob da nur "Rote-Beete-Extrakt 500 mg" steht ohne Angabe des Nitratgehalts. Das wäre ein ziemlich deutliches Zeichen dafür, wie ernst das Produkt die Transparenz nimmt. Ich frag mich auch ob Betanio PLUS standardisiert ist oder nicht - das steht und fällt damit.
Zitat von markus_hh88Das klingt für mich weniger nach einem akuten Nitrat-Effekt und mehr nach RPE
Ja, das ist eigentlich der entscheidende Punkt, den ich in meinem letzten Beitrag nicht sauber getrennt hab. Der RPE-Effekt ist in den Exeter-Daten auch der robustere Befund - also nicht Spitzenleistung, sondern Effizienz bei submaximaler Belastung. Und genau da ist das Absetzen so tückisch als Testmethode: wenn der Effekt primär über gefühlte Anstrengung läuft, dann bemerkst du den Wegfall nur, wenn du dich explizit auf eine bestimmte Pace setzt und schaust ob sich was an der RPE ändert. Nicht "fühl ich mich heute gut", sondern Herzfrequenz plus gefühlte Anstrengung bei definiertem Tempo. Das macht kaum jemand. @rote_socke_83 wäre trotzdem interessant zu wissen was auf der Packung steht. Nicht wegen der Dosierungsdiskussion, die haben wir ja schon - sondern weil mich interessiert ob die Nitratmenge überhaupt deklariert ist oder ob da nur "Rote-Beete-Extrakt 500 mg" steht ohne Angabe des Nitratgehalts. Das wäre ein ziemlich deutliches Zeichen dafür, wie ernst das Produkt die Transparenz nimmt. Ich frag mich auch ob Betanio PLUS standardisiert ist oder nicht - das steht und fällt damit.
Zitat von markus_hh88 am Juni 19, 2026, 12:40 UhrZitat von markus_b82ob die Nitratmenge überhaupt deklariert ist oder ob da nur "Rote-Beete-Extrakt 500 mg" steht
Das ist leider der Normalfall bei solchen Produkten. Ich sehe das beruflich regelmäßig, Patienten bringen mir die Packungen mit und fragen was drin ist - und dann steht da eben "Extrakt" ohne Standardisierung, kein Wort über den tatsächlichen Nitratgehalt. Das ist kein Versehen, das ist Kalkül. Wer deklariert, muss auch liefern. @rote_socke_83 schau mal ob auf der Packung "standardized to X% nitrate" oder ähnliches steht. Wenn nicht, kann man den Nitratgehalt pro Charge nicht einschätzen - der schwankt dann je nach Ernte, Verarbeitung, Lagerung. Rote Beete ist da notorisch variabel, das ist auch in der Literatur bekannt, ich glaub das kam u.a. bei Muggeridge et al. zur Sprache, bin aber nicht mehr sicher welche Arbeit genau. Was mich bei diesem ganzen Thread gerade beschäftigt: wir reden die ganze Zeit über Absetzen und Wahrnehmung, aber eigentlich ist die vorgelagerte Frage ob das Produkt überhaupt jemals im wirksamen Bereich war. Wenn die Antwort nein ist, dann ist das Absetzerlebnis deines Kumpels kein Beleg für Placebo - sondern möglicherweise einfach ein Beleg dafür, dass die Dosis nie gestimmt hat.
Zitat von markus_b82ob die Nitratmenge überhaupt deklariert ist oder ob da nur "Rote-Beete-Extrakt 500 mg" steht
Das ist leider der Normalfall bei solchen Produkten. Ich sehe das beruflich regelmäßig, Patienten bringen mir die Packungen mit und fragen was drin ist - und dann steht da eben "Extrakt" ohne Standardisierung, kein Wort über den tatsächlichen Nitratgehalt. Das ist kein Versehen, das ist Kalkül. Wer deklariert, muss auch liefern. @rote_socke_83 schau mal ob auf der Packung "standardized to X% nitrate" oder ähnliches steht. Wenn nicht, kann man den Nitratgehalt pro Charge nicht einschätzen - der schwankt dann je nach Ernte, Verarbeitung, Lagerung. Rote Beete ist da notorisch variabel, das ist auch in der Literatur bekannt, ich glaub das kam u.a. bei Muggeridge et al. zur Sprache, bin aber nicht mehr sicher welche Arbeit genau. Was mich bei diesem ganzen Thread gerade beschäftigt: wir reden die ganze Zeit über Absetzen und Wahrnehmung, aber eigentlich ist die vorgelagerte Frage ob das Produkt überhaupt jemals im wirksamen Bereich war. Wenn die Antwort nein ist, dann ist das Absetzerlebnis deines Kumpels kein Beleg für Placebo - sondern möglicherweise einfach ein Beleg dafür, dass die Dosis nie gestimmt hat.
Zitat von markus_b82 am Juni 19, 2026, 12:45 UhrZitat von markus_hh88wir reden die ganze Zeit über Absetzen und Wahrnehmung, aber eigentlich ist die vorgelagerte Frage ob das Produkt überhaupt jemals im wirksamen Bereich war
Das ist eigentlich der Knackpunkt, den ich so noch nicht explizit gedacht hatte - danke dafür. Das verschiebt die ganze Absetzdebatte in ein anderes Licht. Weil wenn die Ausgangsdosis schon unter der Wirksamkeitsschwelle lag, dann ist das "nix gemerkt beim Absetzen" kein Ergebnis, sondern ein Artefakt. Was mich jetzt beschäftigt: Es gibt ja auch die Frage, ob man Rote-Beete-Produkte überhaupt sinnvoll vergleichen kann ohne Standardisierung. Ich hab letztens in einem Podcast (ich glaub das war "Sigma Nutrition Radio", Folge irgendwas mit Danny Lennon) gehört, dass selbst zwischen zwei Chargen desselben Herstellers der Nitratgehalt um den Faktor 2 schwanken kann. Das wäre bei einem pharmazeutischen Produkt undenkbar, aber bei Nahrungsergänzung ist das offenbar normal und legal. @rote_socke_83 ich frag mich ehrlich gesagt ob du überhaupt jemals einen Basiswert hattest, gegen den du das Absetzen vergleichen könntest. Wenn du nie gemessen hast was in dem Produkt drin ist, und nie deinen NO-Status oder auch nur deine Ruhe-HF systematisch protokolliert hast, dann ist das ganze Experiment methodisch gar nicht auswertbar - und das meine ich nicht als Kritik, ich hab das selbst nie gemacht.
Zitat von markus_hh88wir reden die ganze Zeit über Absetzen und Wahrnehmung, aber eigentlich ist die vorgelagerte Frage ob das Produkt überhaupt jemals im wirksamen Bereich war
Das ist eigentlich der Knackpunkt, den ich so noch nicht explizit gedacht hatte - danke dafür. Das verschiebt die ganze Absetzdebatte in ein anderes Licht. Weil wenn die Ausgangsdosis schon unter der Wirksamkeitsschwelle lag, dann ist das "nix gemerkt beim Absetzen" kein Ergebnis, sondern ein Artefakt. Was mich jetzt beschäftigt: Es gibt ja auch die Frage, ob man Rote-Beete-Produkte überhaupt sinnvoll vergleichen kann ohne Standardisierung. Ich hab letztens in einem Podcast (ich glaub das war "Sigma Nutrition Radio", Folge irgendwas mit Danny Lennon) gehört, dass selbst zwischen zwei Chargen desselben Herstellers der Nitratgehalt um den Faktor 2 schwanken kann. Das wäre bei einem pharmazeutischen Produkt undenkbar, aber bei Nahrungsergänzung ist das offenbar normal und legal. @rote_socke_83 ich frag mich ehrlich gesagt ob du überhaupt jemals einen Basiswert hattest, gegen den du das Absetzen vergleichen könntest. Wenn du nie gemessen hast was in dem Produkt drin ist, und nie deinen NO-Status oder auch nur deine Ruhe-HF systematisch protokolliert hast, dann ist das ganze Experiment methodisch gar nicht auswertbar - und das meine ich nicht als Kritik, ich hab das selbst nie gemacht.
Zitat von markus_hh88 am Juni 19, 2026, 12:51 UhrZitat von markus_b82selbst zwischen zwei Chargen desselben Herstellers der Nitratgehalt um den Faktor 2 schwanken kann
Das ist korrekt, und das ist eigentlich das, was die ganze Selbstexperiment-Methodik bei Rote-Beete-Produkten so schwierig macht. Ich ergänze da noch einen Punkt der bisher nicht kam: der Nitratgehalt schwankt nicht nur zwischen Chargen, sondern auch abhängig davon wie das Produkt gelagert wird. Wärme und Licht bauen Nitrat ab, das ist chemisch banal aber in der Praxis kaum kontrollierbar. Wer seine Kapseln drei Monate offen auf dem Küchenfenster stehen hat, nimmt möglicherweise am Ende weniger als die Hälfte von dem was auf der Packung steht - vorausgesetzt da steht überhaupt was. @rote_socke_83 das ist jetzt nicht als weitere Hürde gemeint, aber ich frag mich konkret: wie hast du das Produkt gelagert, und hast du bemerkt ob es Charge-zu-Charge Unterschiede in Farbe oder Geruch gab? Das wäre ein grober Indikator. Was mich an markus_b82's Punkt mit dem "methodisch nicht auswertbaren Experiment" noch beschäftigt: das gilt ehrlich gesagt für 95% aller Selbstversuche im Ausdauerbereich, nicht nur für Rote Beete. Trainingszustand, Schlaf, Ernährung, Stress - das sind alles unkontrollierte Variablen. Das heißt nicht dass Selbstbeobachtung wertlos ist, aber man sollte den Erkenntnisgewinn nicht überschätzen.
Zitat von markus_b82selbst zwischen zwei Chargen desselben Herstellers der Nitratgehalt um den Faktor 2 schwanken kann
Das ist korrekt, und das ist eigentlich das, was die ganze Selbstexperiment-Methodik bei Rote-Beete-Produkten so schwierig macht. Ich ergänze da noch einen Punkt der bisher nicht kam: der Nitratgehalt schwankt nicht nur zwischen Chargen, sondern auch abhängig davon wie das Produkt gelagert wird. Wärme und Licht bauen Nitrat ab, das ist chemisch banal aber in der Praxis kaum kontrollierbar. Wer seine Kapseln drei Monate offen auf dem Küchenfenster stehen hat, nimmt möglicherweise am Ende weniger als die Hälfte von dem was auf der Packung steht - vorausgesetzt da steht überhaupt was. @rote_socke_83 das ist jetzt nicht als weitere Hürde gemeint, aber ich frag mich konkret: wie hast du das Produkt gelagert, und hast du bemerkt ob es Charge-zu-Charge Unterschiede in Farbe oder Geruch gab? Das wäre ein grober Indikator. Was mich an markus_b82's Punkt mit dem "methodisch nicht auswertbaren Experiment" noch beschäftigt: das gilt ehrlich gesagt für 95% aller Selbstversuche im Ausdauerbereich, nicht nur für Rote Beete. Trainingszustand, Schlaf, Ernährung, Stress - das sind alles unkontrollierte Variablen. Das heißt nicht dass Selbstbeobachtung wertlos ist, aber man sollte den Erkenntnisgewinn nicht überschätzen.
Zitat von markus_b82 am Juni 19, 2026, 12:56 UhrZitat von markus_hh88das gilt ehrlich gesagt für 95% aller Selbstversuche im Ausdauerbereich
Ja, das stimmt - aber ich würd da noch eine Abstufung machen. Es gibt Selbstversuche, bei denen du wenigstens eine objektive Außenmessung hast, z.B. Pace und HF über GPS, die du hinterher vergleichen kannst. Und es gibt welche, bei denen alles subjektiv bleibt. Rote Beete fällt meistens in die zweite Kategorie, weil der Effekt halt primär bei submaximaler Belastung liegt und da ist die Streuung im Alltag so groß, dass du ohne Laborbedingungen kaum was rausliest. Was ich bisher noch nicht angesprochen hab: es wäre eigentlich interessant zu wissen, ob jemand mal versucht hat, den Plasmanitrat-Spiegel selbst zu messen. Es gibt Streifen für Speichel-Nitrat, die im Sport-Kontext manchmal empfohlen werden - ich hab das nie gemacht, aber theoretisch könnte man damit zumindest prüfen, ob das Produkt überhaupt zu einem messbaren Anstieg führt, unabhängig von Leistungsgefühl. Ob diese Streifen zuverlässig genug sind, weiß ich ehrlich nicht. @markus_hh88 du hast da beruflich vermutlich mehr Einblick - ist Speichel-Nitrat als Surrogatmarker überhaupt valide, oder ist das wieder Halbwissen das im Internet kursiert? @rote_socke_83 ich warte übrigens immer noch auf die Angabe was auf deiner Packung steht.
Zitat von markus_hh88das gilt ehrlich gesagt für 95% aller Selbstversuche im Ausdauerbereich
Ja, das stimmt - aber ich würd da noch eine Abstufung machen. Es gibt Selbstversuche, bei denen du wenigstens eine objektive Außenmessung hast, z.B. Pace und HF über GPS, die du hinterher vergleichen kannst. Und es gibt welche, bei denen alles subjektiv bleibt. Rote Beete fällt meistens in die zweite Kategorie, weil der Effekt halt primär bei submaximaler Belastung liegt und da ist die Streuung im Alltag so groß, dass du ohne Laborbedingungen kaum was rausliest. Was ich bisher noch nicht angesprochen hab: es wäre eigentlich interessant zu wissen, ob jemand mal versucht hat, den Plasmanitrat-Spiegel selbst zu messen. Es gibt Streifen für Speichel-Nitrat, die im Sport-Kontext manchmal empfohlen werden - ich hab das nie gemacht, aber theoretisch könnte man damit zumindest prüfen, ob das Produkt überhaupt zu einem messbaren Anstieg führt, unabhängig von Leistungsgefühl. Ob diese Streifen zuverlässig genug sind, weiß ich ehrlich nicht. @markus_hh88 du hast da beruflich vermutlich mehr Einblick - ist Speichel-Nitrat als Surrogatmarker überhaupt valide, oder ist das wieder Halbwissen das im Internet kursiert? @rote_socke_83 ich warte übrigens immer noch auf die Angabe was auf deiner Packung steht.
Zitat von markus_hh88 am Juni 19, 2026, 13:18 UhrZitat von markus_b82ist Speichel-Nitrat als Surrogatmarker überhaupt valide
Kurze Antwort: bedingt. Die Streifen, die du meinst, sind eigentlich für die Diagnose von Mundtrockenheit oder Zahngesundheit entwickelt worden, nicht für Sportkontext. Der Speichel-Nitrat-Spiegel korreliert grob mit dem Plasmaspiegel, aber "grob" ist hier das entscheidende Wort. Mundspülung, Zahnpasta mit Antibakterienzusatz, sogar Mundatmen während des Sports - alles beeinflusst das Ergebnis, weil die Nitrat-zu-Nitrit-Umwandlung im Mund durch Bakterien läuft. Wer kurz vor dem Test Listerine benutzt hat, misst praktisch nichts mehr. Ich hab das bei einem Patienten mal kurz angesprochen, der sehr auf Eigenmessung steht und sich so Streifen besorgt hatte. Die Werte haben von Tag zu Tag so stark geschwankt, dass er damit nicht viel anfangen konnte. Was er damit festgestellt hat: nach dem Rote-Beete-Shot stieg der Wert sichtbar an. Das ist immerhin ein Beleg dafür, dass das Produkt überhaupt resorptiv wirksam war. Mehr nicht. Für die Frage, ob Betanio PLUS bei @rote_socke_83 jemals gewirkt hat, wäre das tatsächlich der einzig halbwegs pragmatische Heimtest. Aber ich würd da nicht mehr reininterpretieren als: "kommt was an, ja oder nein". Quantitativ ist das ohne Laborbedingungen witzlos.
Zitat von markus_b82ist Speichel-Nitrat als Surrogatmarker überhaupt valide
Kurze Antwort: bedingt. Die Streifen, die du meinst, sind eigentlich für die Diagnose von Mundtrockenheit oder Zahngesundheit entwickelt worden, nicht für Sportkontext. Der Speichel-Nitrat-Spiegel korreliert grob mit dem Plasmaspiegel, aber "grob" ist hier das entscheidende Wort. Mundspülung, Zahnpasta mit Antibakterienzusatz, sogar Mundatmen während des Sports - alles beeinflusst das Ergebnis, weil die Nitrat-zu-Nitrit-Umwandlung im Mund durch Bakterien läuft. Wer kurz vor dem Test Listerine benutzt hat, misst praktisch nichts mehr. Ich hab das bei einem Patienten mal kurz angesprochen, der sehr auf Eigenmessung steht und sich so Streifen besorgt hatte. Die Werte haben von Tag zu Tag so stark geschwankt, dass er damit nicht viel anfangen konnte. Was er damit festgestellt hat: nach dem Rote-Beete-Shot stieg der Wert sichtbar an. Das ist immerhin ein Beleg dafür, dass das Produkt überhaupt resorptiv wirksam war. Mehr nicht. Für die Frage, ob Betanio PLUS bei @rote_socke_83 jemals gewirkt hat, wäre das tatsächlich der einzig halbwegs pragmatische Heimtest. Aber ich würd da nicht mehr reininterpretieren als: "kommt was an, ja oder nein". Quantitativ ist das ohne Laborbedingungen witzlos.
Zitat von rote_socke_83 am Juni 19, 2026, 13:33 Uhrok, ich schau gerade auf die Packung. Steht da: "Rote-Beete-Extrakt 600 mg" - kein Wort über Nitratgehalt, keine Standardisierung, nix. Ich hab da vorher nie drauf geachtet, ehrlich gesagt. Das ist mir jetzt gerade ein bisschen unangenehm.
Zitat von markus_hh88kommt was an, ja oder nein
Das ist eigentlich die nüchternste Zusammenfassung der ganzen Diskussion. Ich hab mit dem Listerine-Ding nicht gerechnet, das hätte ich nämlich morgens immer kurz davor benutzt. Wenn das die Bakterien killt die für die Umwandlung zuständig sind, dann hätte ich mit so einem Streifen sowieso Mist gemessen. Was mich jetzt aber wirklich beschäftigt und das ist noch nicht vorgekommen hier: ich hab das Betanio immer morgens vor der Frühschicht genommen, nicht vor dem Training. Weil's praktischer war. Timing-mäßig war das also meistens 8-10 Stunden vor der Ausfahrt. Ich hab gelesen - irgendwo auf einer Seite vom Ausdauerblog, nicht mehr genau wo - dass das Nitrat-Peak im Blut so nach 2-3 Stunden kommt. Wenn das stimmt, hab ich das Fenster meistens komplett verpasst. Das wäre dann eine ganz andere Erklärung für alles. Das nervt mich mehr als die Dosierungsfrage.
ok, ich schau gerade auf die Packung. Steht da: "Rote-Beete-Extrakt 600 mg" - kein Wort über Nitratgehalt, keine Standardisierung, nix. Ich hab da vorher nie drauf geachtet, ehrlich gesagt. Das ist mir jetzt gerade ein bisschen unangenehm.
Zitat von markus_hh88kommt was an, ja oder nein
Das ist eigentlich die nüchternste Zusammenfassung der ganzen Diskussion. Ich hab mit dem Listerine-Ding nicht gerechnet, das hätte ich nämlich morgens immer kurz davor benutzt. Wenn das die Bakterien killt die für die Umwandlung zuständig sind, dann hätte ich mit so einem Streifen sowieso Mist gemessen. Was mich jetzt aber wirklich beschäftigt und das ist noch nicht vorgekommen hier: ich hab das Betanio immer morgens vor der Frühschicht genommen, nicht vor dem Training. Weil's praktischer war. Timing-mäßig war das also meistens 8-10 Stunden vor der Ausfahrt. Ich hab gelesen - irgendwo auf einer Seite vom Ausdauerblog, nicht mehr genau wo - dass das Nitrat-Peak im Blut so nach 2-3 Stunden kommt. Wenn das stimmt, hab ich das Fenster meistens komplett verpasst. Das wäre dann eine ganz andere Erklärung für alles. Das nervt mich mehr als die Dosierungsfrage.