Selbstmessung Blutdruck: Wie viel bedeutet ein einzelner Wert wirklich?
Zitat von markus_b82 am Juni 20, 2026, 00:00 UhrIch mess meinen Blutdruck seit etwa drei Monaten regelmäßig, morgens nüchtern vor dem Kaffee, immer gleiche Körperhaltung, gleiches Gerät (Omron M6). Was mich dabei beschäftigt, ist weniger das Ergebnis an sich als die Frage, wie ich die Daten überhaupt sinnvoll interpretieren soll. Konkretes Beispiel: Letzte Woche hatte ich drei Tage in Folge Werte um 118/76, dann plötzlich 134/84 - ohne dass ich irgendwas an Ernährung oder Training geändert hätte. Ich hab dann retrospektiv gemerkt, dass ich an dem Abend vorher länger gearbeitet hatte (Projekt-Deadline), also vermutlich Schlafqualität schlechter. Aber sicher bin ich nicht. Das Problem bei Selbstmessungen ist ja, dass man immer eine Erklärung findet, wenn man sucht. Und damit wird jede Messung zur Bestätigung der eigenen Theorie - ob Rote Beete, weniger Salz oder Kaffeepause. Ich kenn das aus der Softwareentwicklung: wenn du genug Parameter hast, kannst du jeden Graphen "erklären", ohne dass du tatsächlich die Kausalität verstehst. Was mich interessiert: Macht ihr Mehrfachmessungen pro Sitzung und nehmt den Mittelwert? Ich hab gelesen (war glaube ich ein Artikel der Deutschen Hochdruckliga), dass die erste Messung des Morgens systematisch höher ausfällt als die zweite oder dritte - da ist von weißem-Kittel-Effekt-analog die Rede, quasi ein "Geräte-Alarmeffekt". Hast du da eine Quelle für, jemand von euch? Ich frag mich auch, ob ein Ernährungstagebuch parallel zur Blutdruckmessung überhaupt Sinn macht, wenn man nicht gleichzeitig alle anderen Variablen (Schlaf, Stress, Sport) mitloggt. Sonst mach ich mir vermutlich nur mehr Arbeit für Korrelationen, die nichts taugen.
Ich mess meinen Blutdruck seit etwa drei Monaten regelmäßig, morgens nüchtern vor dem Kaffee, immer gleiche Körperhaltung, gleiches Gerät (Omron M6). Was mich dabei beschäftigt, ist weniger das Ergebnis an sich als die Frage, wie ich die Daten überhaupt sinnvoll interpretieren soll. Konkretes Beispiel: Letzte Woche hatte ich drei Tage in Folge Werte um 118/76, dann plötzlich 134/84 - ohne dass ich irgendwas an Ernährung oder Training geändert hätte. Ich hab dann retrospektiv gemerkt, dass ich an dem Abend vorher länger gearbeitet hatte (Projekt-Deadline), also vermutlich Schlafqualität schlechter. Aber sicher bin ich nicht. Das Problem bei Selbstmessungen ist ja, dass man immer eine Erklärung findet, wenn man sucht. Und damit wird jede Messung zur Bestätigung der eigenen Theorie - ob Rote Beete, weniger Salz oder Kaffeepause. Ich kenn das aus der Softwareentwicklung: wenn du genug Parameter hast, kannst du jeden Graphen "erklären", ohne dass du tatsächlich die Kausalität verstehst. Was mich interessiert: Macht ihr Mehrfachmessungen pro Sitzung und nehmt den Mittelwert? Ich hab gelesen (war glaube ich ein Artikel der Deutschen Hochdruckliga), dass die erste Messung des Morgens systematisch höher ausfällt als die zweite oder dritte - da ist von weißem-Kittel-Effekt-analog die Rede, quasi ein "Geräte-Alarmeffekt". Hast du da eine Quelle für, jemand von euch? Ich frag mich auch, ob ein Ernährungstagebuch parallel zur Blutdruckmessung überhaupt Sinn macht, wenn man nicht gleichzeitig alle anderen Variablen (Schlaf, Stress, Sport) mitloggt. Sonst mach ich mir vermutlich nur mehr Arbeit für Korrelationen, die nichts taugen.
Zitat von jenni_1997 am Juni 20, 2026, 00:43 UhrZitat von markus_b82wenn du genug Parameter hast, kannst du jeden Graphen "erklären"
ok das hat mich grad erwischt weil... genau das ist ja mein Problem auch. ich find immer irgendwas. gestern schlecht geschlafen, vorgestern zu viel Kaffee, davor der stressige Montag im Büro - irgendwas passt immer als Erklärung. @markus_b82 aber ich frag mich ob das wirklich so schlimm ist? also ich mein - du hast ja trotzdem was gelernt über dich. dass Schlafmangel bei dir offenbar reinspielt zum Beispiel. auch wenn du dir nicht 100% sicher bist. was mich bei deinem Post noch mehr beschäftigt ist das mit den Mehrfachmessungen. ich hab das nie gemacht ehrlich gesagt, immer nur einmal gemessen und das wars. wenn die erste Messung systematisch höher ist... dann hab ich die ganze Zeit vielleicht irgendwie verfälschte Werte aufgeschrieben 😅 das wär so ein klassisches "hätte ich mal vorher nachgelesen"
und das mit dem Ernährungstagebuch plus alle anderen Variablen - also ich finds ja schon genug Aufwand nur die Messungen zu machen. wenn ich da noch Schlaf und Stress und Sport parallel erfassen soll wirds echt zum Nebenjob. wobei... vielleicht ist genau das der Punkt warum so viele Leute nach ner Weile aufhören
Zitat von markus_b82wenn du genug Parameter hast, kannst du jeden Graphen "erklären"
ok das hat mich grad erwischt weil... genau das ist ja mein Problem auch. ich find immer irgendwas. gestern schlecht geschlafen, vorgestern zu viel Kaffee, davor der stressige Montag im Büro - irgendwas passt immer als Erklärung. @markus_b82 aber ich frag mich ob das wirklich so schlimm ist? also ich mein - du hast ja trotzdem was gelernt über dich. dass Schlafmangel bei dir offenbar reinspielt zum Beispiel. auch wenn du dir nicht 100% sicher bist. was mich bei deinem Post noch mehr beschäftigt ist das mit den Mehrfachmessungen. ich hab das nie gemacht ehrlich gesagt, immer nur einmal gemessen und das wars. wenn die erste Messung systematisch höher ist... dann hab ich die ganze Zeit vielleicht irgendwie verfälschte Werte aufgeschrieben 😅 das wär so ein klassisches "hätte ich mal vorher nachgelesen"
und das mit dem Ernährungstagebuch plus alle anderen Variablen - also ich finds ja schon genug Aufwand nur die Messungen zu machen. wenn ich da noch Schlaf und Stress und Sport parallel erfassen soll wirds echt zum Nebenjob. wobei... vielleicht ist genau das der Punkt warum so viele Leute nach ner Weile aufhören
Zitat von holli am Juni 20, 2026, 01:29 Uhr@jenni_1997 du sprichst da was wichtiges an - aber ich sehe das ein bisschen anders. Das Problem ist nicht, dass du was lernst über dich. Das Problem ist, dass du anfängst, deine eigenen Messungen zu zweifeln und dann immer mehr Daten sammelst, um die Zweifel zu tilgen. Und irgendwann sitzt du da mit nem Notizbuch und fragst dich, warum du das überhaupt machst. Ich hab das selbst durch - nicht mit Blutdruck, aber ähnlich. Da hab ich mir alles aufgeschrieben, was ich gegessen hab. Wochen lang. Und am Ende war ich nicht schlauer, nur genervter. Weil jedes Stück Information wirft neue Fragen auf statt sie zu beantworten. Was @markus_b82 schreibt ist mathematisch richtig, klar. Aber praktisch? Ich würde sagen - mess einfach einmal am Morgen, immer gleich. Nicht drei Mal. Das ist Quatsch. Mach das ne Woche lang, schreib auf, fertig. Dann weißt du wo du stehst. Und ob es dann 118 oder 125 ist - das sagt dir mehr über deine Routine als über die "wahre" Zahl. Das mit Schlaf, Stress und Sport parallel zu tracken - spart euch das Geld an Energie. Das ist kein Tagebuch mehr, das ist Selbstvermessung als Hobby. Und die meisten Leute sind nicht dafür gemacht.
@jenni_1997 du sprichst da was wichtiges an - aber ich sehe das ein bisschen anders. Das Problem ist nicht, dass du was lernst über dich. Das Problem ist, dass du anfängst, deine eigenen Messungen zu zweifeln und dann immer mehr Daten sammelst, um die Zweifel zu tilgen. Und irgendwann sitzt du da mit nem Notizbuch und fragst dich, warum du das überhaupt machst. Ich hab das selbst durch - nicht mit Blutdruck, aber ähnlich. Da hab ich mir alles aufgeschrieben, was ich gegessen hab. Wochen lang. Und am Ende war ich nicht schlauer, nur genervter. Weil jedes Stück Information wirft neue Fragen auf statt sie zu beantworten. Was @markus_b82 schreibt ist mathematisch richtig, klar. Aber praktisch? Ich würde sagen - mess einfach einmal am Morgen, immer gleich. Nicht drei Mal. Das ist Quatsch. Mach das ne Woche lang, schreib auf, fertig. Dann weißt du wo du stehst. Und ob es dann 118 oder 125 ist - das sagt dir mehr über deine Routine als über die "wahre" Zahl. Das mit Schlaf, Stress und Sport parallel zu tracken - spart euch das Geld an Energie. Das ist kein Tagebuch mehr, das ist Selbstvermessung als Hobby. Und die meisten Leute sind nicht dafür gemacht.
Zitat von markus_b82 am Juni 20, 2026, 02:59 UhrZitat von hollimess einfach einmal am Morgen, immer gleich. Nicht drei Mal. Das ist Quatsch.
Das ist mir zu pauschal, sorry. Die Empfehlung der Deutschen Hochdruckliga - und auch die ESH-Guidelines von 2023, die ich mir damals rausgesucht hab - sagen explizit: zwei bis drei Messungen im Abstand von einer Minute, Mittelwert nehmen, erste Messung wenn überhaupt weglassen. Das ist kein Hobby-Tracking, das ist Methodenstandard. Wenn du einmal misst und der Wert zufällig in einem Ausschlag landet, hast du schlicht schlechte Daten. Ich versteh die Frustration, @holli, wirklich. Aber "mach das einfach und schreib auf" klingt nach dem gleichen Impuls wie "hör auf deinen Bauch" - es fühlt sich pragmatisch an, ist aber methodisch eben schwächer. Und gerade wenn jemand diese Daten nutzen will, um Ernährungseinflüsse zu beurteilen, zählt das. Was ich dir aber zugebe: Der Punkt mit der Energie ist nicht falsch. Ich hab selbst gemerkt, dass ich seit ein paar Wochen das Schlaf-Tracking nicht mehr konsequent mache, weil's einfach nervt. Der Aufwand killt irgendwann die Motivation. Das ist ein echtes Problem - nur ändert es nichts daran, dass eine Einzelmessung pro Tag statistisch rauschartig ist, wenn die Tagesvarianz schon 10-15 mmHg betragen kann.
Zitat von hollimess einfach einmal am Morgen, immer gleich. Nicht drei Mal. Das ist Quatsch.
Das ist mir zu pauschal, sorry. Die Empfehlung der Deutschen Hochdruckliga - und auch die ESH-Guidelines von 2023, die ich mir damals rausgesucht hab - sagen explizit: zwei bis drei Messungen im Abstand von einer Minute, Mittelwert nehmen, erste Messung wenn überhaupt weglassen. Das ist kein Hobby-Tracking, das ist Methodenstandard. Wenn du einmal misst und der Wert zufällig in einem Ausschlag landet, hast du schlicht schlechte Daten. Ich versteh die Frustration, @holli, wirklich. Aber "mach das einfach und schreib auf" klingt nach dem gleichen Impuls wie "hör auf deinen Bauch" - es fühlt sich pragmatisch an, ist aber methodisch eben schwächer. Und gerade wenn jemand diese Daten nutzen will, um Ernährungseinflüsse zu beurteilen, zählt das. Was ich dir aber zugebe: Der Punkt mit der Energie ist nicht falsch. Ich hab selbst gemerkt, dass ich seit ein paar Wochen das Schlaf-Tracking nicht mehr konsequent mache, weil's einfach nervt. Der Aufwand killt irgendwann die Motivation. Das ist ein echtes Problem - nur ändert es nichts daran, dass eine Einzelmessung pro Tag statistisch rauschartig ist, wenn die Tagesvarianz schon 10-15 mmHg betragen kann.
Zitat von jana_w am Juni 20, 2026, 03:31 Uhr@markus_b82 ich find deinen Punkt mit den ESH-Guidelines eigentlich überzeugend, aber ich häng grad an was anderem. also selbst wenn du drei Messungen machst und den Mittelwert nimmst - du weißt ja immer noch nicht ob dein Gerät überhaupt gut kalibriert ist. meine Tante hat mal ihren Omron mit dem Gerät beim Hausarzt verglichen und da lagen 8 mmHg dazwischen. einfach so. selbe Tante, gleicher Morgen. und dann fragst du dich ob 118 oder 126 - ist halt vielleicht gar nicht deine Biologie sondern das Gerät.
Zitat von markus_b82eine Einzelmessung pro Tag statistisch rauschartig
das leuchtet mir ein klar. aber irgendwie läuft das doch auf dasselbe hinaus was @holli meint, nur von einer anderen Seite? du kannst die Messmethode optimieren bis du schwarz wirst, wenn die Kontextvariablen (Stress, Schlaf, ob du grad Rote-Beete-Phase hast 😄) trotzdem wild schwanken, hast du rauschartige Daten auf einer methodisch sauberen Basis. also netter anzusehen aber nicht viel informativer. ich selbst mess gar nichts in die Richtung, bin keine Zielgruppe für sowas aktuell. aber ich find das Thema trotzdem interessant weil es halt zeigt wie schwer es ist "ich hab was bemerkt" von "da ist was" zu trennen.
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@markus_b82 ich find deinen Punkt mit den ESH-Guidelines eigentlich überzeugend, aber ich häng grad an was anderem. also selbst wenn du drei Messungen machst und den Mittelwert nimmst - du weißt ja immer noch nicht ob dein Gerät überhaupt gut kalibriert ist. meine Tante hat mal ihren Omron mit dem Gerät beim Hausarzt verglichen und da lagen 8 mmHg dazwischen. einfach so. selbe Tante, gleicher Morgen. und dann fragst du dich ob 118 oder 126 - ist halt vielleicht gar nicht deine Biologie sondern das Gerät.
Zitat von markus_b82eine Einzelmessung pro Tag statistisch rauschartig
das leuchtet mir ein klar. aber irgendwie läuft das doch auf dasselbe hinaus was @holli meint, nur von einer anderen Seite? du kannst die Messmethode optimieren bis du schwarz wirst, wenn die Kontextvariablen (Stress, Schlaf, ob du grad Rote-Beete-Phase hast 😄) trotzdem wild schwanken, hast du rauschartige Daten auf einer methodisch sauberen Basis. also netter anzusehen aber nicht viel informativer. ich selbst mess gar nichts in die Richtung, bin keine Zielgruppe für sowas aktuell. aber ich find das Thema trotzdem interessant weil es halt zeigt wie schwer es ist "ich hab was bemerkt" von "da ist was" zu trennen.
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Zitat von derbasti am Juni 20, 2026, 04:32 Uhrey moment, ich muss mal was dazu sagen weil ihr grade so tut als wäre das alles mega kompliziert. @jana_w mit dem Gerät-Kalibrierungs-Ding hast du natürlich recht, aber 8 mmHg Unterschied zwischen zwei Geräten ist auch nicht der Wahnsinn wenn man bedenkt dass die manche Omrons eh +/- 5 haben können. aber das ist nicht mal der Punkt den mich gerade ankotzt. ich find es krass wie schnell ihr von "ich will mal checken ob Ernährung was bringt" zu "aber eigentlich ist alles zu unsicher und zu viel Aufwand" springt. das ist halt Defätismus, digga. klar gibts Fehlerquellen - aber deshalb nicht machen? mein Gott. ich hab letztens gelesen (war auf nem Kanal von nem Ernährungscoach) dass Profis ihre Blutdruck-Daten tracken gerade wenn sie mit Supps experimentieren. und die machen das nicht weil sie Statistiker sind sondern weil sie sehen wollen ob was funktioniert. und wenn du dann merkst "okay nach zwei Wochen Rote-Beete-Saft jeden Morgen fahren meine Werte runter" - dann ist das doch ein Signal egal ob es methodisch perfekt ist oder nicht. @markus_b82 dein Punkt mit den drei Messungen macht Sinn ja ok. aber ehrlich - wer macht das wirklich durch außer Menschen die ohnehin schon mega strukturiert sind. für normale Leute reicht doch auch einfach "jeden Morgen eine, gleiche Uhrzeit, schreib auf, guck nach 3-4 Wochen ob Trend da ist". nicht perfekt aber besser als gar nicht, oder?
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weniger reden mehr heben
ey moment, ich muss mal was dazu sagen weil ihr grade so tut als wäre das alles mega kompliziert. @jana_w mit dem Gerät-Kalibrierungs-Ding hast du natürlich recht, aber 8 mmHg Unterschied zwischen zwei Geräten ist auch nicht der Wahnsinn wenn man bedenkt dass die manche Omrons eh +/- 5 haben können. aber das ist nicht mal der Punkt den mich gerade ankotzt. ich find es krass wie schnell ihr von "ich will mal checken ob Ernährung was bringt" zu "aber eigentlich ist alles zu unsicher und zu viel Aufwand" springt. das ist halt Defätismus, digga. klar gibts Fehlerquellen - aber deshalb nicht machen? mein Gott. ich hab letztens gelesen (war auf nem Kanal von nem Ernährungscoach) dass Profis ihre Blutdruck-Daten tracken gerade wenn sie mit Supps experimentieren. und die machen das nicht weil sie Statistiker sind sondern weil sie sehen wollen ob was funktioniert. und wenn du dann merkst "okay nach zwei Wochen Rote-Beete-Saft jeden Morgen fahren meine Werte runter" - dann ist das doch ein Signal egal ob es methodisch perfekt ist oder nicht. @markus_b82 dein Punkt mit den drei Messungen macht Sinn ja ok. aber ehrlich - wer macht das wirklich durch außer Menschen die ohnehin schon mega strukturiert sind. für normale Leute reicht doch auch einfach "jeden Morgen eine, gleiche Uhrzeit, schreib auf, guck nach 3-4 Wochen ob Trend da ist". nicht perfekt aber besser als gar nicht, oder?
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Zitat von jana_w am Juni 20, 2026, 05:18 Uhr@derbasti
Zitat von derbastinach zwei Wochen Rote-Beete-Saft jeden Morgen fahren meine Werte runter - dann ist das doch ein Signal
ja aber genau da ist doch das Problem. ein Signal wofür? du weißt nicht ob du in diesen zwei Wochen auch anders geschlafen hast, weniger gestresst warst, mehr Wasser getrunken, was auch immer. das ist keine Defätismus-Kritik, das ist halt einfach wie Beobachtungen funktionieren. oder nicht funktionieren. was mich bei deinem Post ehrlich mehr beschäftigt ist der Ernährungscoach-Kanal als Quelle. das klingt ein bisschen nach "Profi trackt Supps und deswegen ist tracken sinnvoll" - aber das ist doch kein Argument? Profi-Kontext ist nicht automatisch übertragbar. und ich bin gar nicht der Meinung dass man's nicht machen soll. ich find Rote Beete aus vollkommen anderen Gründen toll 😄 aber wenn jemand anfängt seine Ernährung nach Blutdruckwerten umzubauen die er vielleicht falsch misst falsch interpretiert und falsch kausal zuordnet - dann ist das halt potenziell nicht neutral. nicht gefährlich unbedingt, aber auch nicht so harmlos wie "ich probier mal was aus". der Punkt mit dem Trend über Wochen ist übrigens der interessanteste den du machst. das wär tatsächlich robuster als einzelne Ausreißer zu deuten. nur würd ich das gern mit nem Arzt besprechen als alleine zu interpretieren
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Zitat von derbastinach zwei Wochen Rote-Beete-Saft jeden Morgen fahren meine Werte runter - dann ist das doch ein Signal
ja aber genau da ist doch das Problem. ein Signal wofür? du weißt nicht ob du in diesen zwei Wochen auch anders geschlafen hast, weniger gestresst warst, mehr Wasser getrunken, was auch immer. das ist keine Defätismus-Kritik, das ist halt einfach wie Beobachtungen funktionieren. oder nicht funktionieren. was mich bei deinem Post ehrlich mehr beschäftigt ist der Ernährungscoach-Kanal als Quelle. das klingt ein bisschen nach "Profi trackt Supps und deswegen ist tracken sinnvoll" - aber das ist doch kein Argument? Profi-Kontext ist nicht automatisch übertragbar. und ich bin gar nicht der Meinung dass man's nicht machen soll. ich find Rote Beete aus vollkommen anderen Gründen toll 😄 aber wenn jemand anfängt seine Ernährung nach Blutdruckwerten umzubauen die er vielleicht falsch misst falsch interpretiert und falsch kausal zuordnet - dann ist das halt potenziell nicht neutral. nicht gefährlich unbedingt, aber auch nicht so harmlos wie "ich probier mal was aus". der Punkt mit dem Trend über Wochen ist übrigens der interessanteste den du machst. das wär tatsächlich robuster als einzelne Ausreißer zu deuten. nur würd ich das gern mit nem Arzt besprechen als alleine zu interpretieren
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Zitat von holli am Juni 20, 2026, 06:30 UhrZitat von jana_wdann ist das halt potenziell nicht neutral
Ja, genau das. Und @derbasti - das ist nicht Defätismus, das ist Ehrlichkeit. Ich kenne das Problem von der anderen Seite. Mein Hausarzt hat mir damals gesagt ich soll einfach regelmäßig messen und schauen. Hat mir geholfen, wirklich. Aber dann bin ich ins Grübeln gekommen. Und irgendwann habe ich gemerkt - ich wollte nur noch Bestätigung, keine Daten mehr. Das Rote-Beete-Ding ist ja das klassische Beispiel. Du trinkst zwei Wochen Saft, die Werte gehen runter, und schwupps denkst du "Ah, das war's". Aber vielleicht warst du einfach weniger angespannt weil du das Gefühl hattest, etwas zu tun. Das ist nicht böse gemeint aber das ist real. @jana_w hat recht - mit dem Arzt besprechen ist der sinnvollere Weg. Nicht weil man selbst zu blöd zum messen ist, sondern weil der Arzt das Gesamtbild sieht. Wenn ich nach drei Monaten zu meiner Hausärztin komme und sage "Schau, morgens liegt das jetzt öfter unter 125", dann kann sie das in meinen Kontext einordnen. Ob ich gerade beruflich ruhiger bin, ob was anderes sich geändert hat. Das kann ich allein nicht. Was mich gerade ankotzt - sorry - ist, dass immer so getan wird als wäre "richtig messen" und "praktisch machen" zwei verschiedene Welten. Sind sie nicht. Richtig ist hier: einmal morgens, gleiche Zeit, gleiche Körperhaltung. Punkt. Nicht drei Mal. Das ist nicht weniger wissenschaftlich, das ist nur... vernünftig.
Zitat von jana_wdann ist das halt potenziell nicht neutral
Ja, genau das. Und @derbasti - das ist nicht Defätismus, das ist Ehrlichkeit. Ich kenne das Problem von der anderen Seite. Mein Hausarzt hat mir damals gesagt ich soll einfach regelmäßig messen und schauen. Hat mir geholfen, wirklich. Aber dann bin ich ins Grübeln gekommen. Und irgendwann habe ich gemerkt - ich wollte nur noch Bestätigung, keine Daten mehr. Das Rote-Beete-Ding ist ja das klassische Beispiel. Du trinkst zwei Wochen Saft, die Werte gehen runter, und schwupps denkst du "Ah, das war's". Aber vielleicht warst du einfach weniger angespannt weil du das Gefühl hattest, etwas zu tun. Das ist nicht böse gemeint aber das ist real. @jana_w hat recht - mit dem Arzt besprechen ist der sinnvollere Weg. Nicht weil man selbst zu blöd zum messen ist, sondern weil der Arzt das Gesamtbild sieht. Wenn ich nach drei Monaten zu meiner Hausärztin komme und sage "Schau, morgens liegt das jetzt öfter unter 125", dann kann sie das in meinen Kontext einordnen. Ob ich gerade beruflich ruhiger bin, ob was anderes sich geändert hat. Das kann ich allein nicht. Was mich gerade ankotzt - sorry - ist, dass immer so getan wird als wäre "richtig messen" und "praktisch machen" zwei verschiedene Welten. Sind sie nicht. Richtig ist hier: einmal morgens, gleiche Zeit, gleiche Körperhaltung. Punkt. Nicht drei Mal. Das ist nicht weniger wissenschaftlich, das ist nur... vernünftig.
Zitat von rote_socke_83 am Juni 20, 2026, 06:33 Uhr@holli ich hänge grad an dem Satz
Zitat von holliRichtig ist hier: einmal morgens gleiche Zeit, gleiche Körperhaltung. Punkt. Nicht drei Mal.
Kann ich so nicht unterschreiben, sorry. Nicht weil markus_b82 mit den ESH-Sachen nicht recht hat - sondern aus einem ganz anderen Grund der hier noch nicht kam. Wenn du nur einmal misst und dein Arm liegt schief, oder du hast fünf Minuten vorher noch die Treppe genommen, dann ist diese eine Messung halt einfach Müll. Nicht wegen Statistik, sondern wegen Durchführung. Ich merk das bei mir selbst - ich hab eine Phase gehabt wo ich das Betanio morgens runtergekippt hab, dann sofort gemessen, und mich gewundert warum die Werte so springen. Meine Hausärztin hat mich dann gefragt ob ich vorher fünf Minuten ruhig gesessen hab. Hab ich nicht. Das war so ein "oh"-Moment. Das ist der Punkt der mich hier stört. Die Diskussion dreht sich um einmal vs. dreimal, um Kalibrierung, um Kontextvariablen - aber die Basics sitzen bei vielen vermutlich gar nicht erst. Fünf Minuten hinsetzen, nicht reden, nicht aufs Handy schauen. Das klingt nach gar nichts aber ich wette dass das mehr ausmacht als ob man jetzt zweimal oder dreimal misst. @derbasti dein Ernährungscoach-Kanal als Quelle ist mir ehrlich gesagt zu dünn für sowas.
@holli ich hänge grad an dem Satz
Zitat von holliRichtig ist hier: einmal morgens gleiche Zeit, gleiche Körperhaltung. Punkt. Nicht drei Mal.
Kann ich so nicht unterschreiben, sorry. Nicht weil markus_b82 mit den ESH-Sachen nicht recht hat - sondern aus einem ganz anderen Grund der hier noch nicht kam. Wenn du nur einmal misst und dein Arm liegt schief, oder du hast fünf Minuten vorher noch die Treppe genommen, dann ist diese eine Messung halt einfach Müll. Nicht wegen Statistik, sondern wegen Durchführung. Ich merk das bei mir selbst - ich hab eine Phase gehabt wo ich das Betanio morgens runtergekippt hab, dann sofort gemessen, und mich gewundert warum die Werte so springen. Meine Hausärztin hat mich dann gefragt ob ich vorher fünf Minuten ruhig gesessen hab. Hab ich nicht. Das war so ein "oh"-Moment. Das ist der Punkt der mich hier stört. Die Diskussion dreht sich um einmal vs. dreimal, um Kalibrierung, um Kontextvariablen - aber die Basics sitzen bei vielen vermutlich gar nicht erst. Fünf Minuten hinsetzen, nicht reden, nicht aufs Handy schauen. Das klingt nach gar nichts aber ich wette dass das mehr ausmacht als ob man jetzt zweimal oder dreimal misst. @derbasti dein Ernährungscoach-Kanal als Quelle ist mir ehrlich gesagt zu dünn für sowas.
Zitat von elvira_k am Juni 20, 2026, 06:39 Uhr@rote_socke_83 genau das! Das ist ja auch das, was mein Hausarzt mir geraten hat, nachdem ich ihm von meinen ersten Messungen erzählt habe. Nicht "miss öfter", sondern "sitz vorher fünf Minuten ruhig hin". Das habe ich da ganz schnell verstanden, weil es einfach Sinn macht. Was mich bei dieser ganzen Diskussion beschäftigt ist aber auch noch etwas anderes - und das will ich ganz offen sagen. Ich merke, dass hier viel über die perfekte Methode geredet wird, aber am Ende sitzt doch jeder allein vor seinem Gerät und muss wissen, was er damit anfangen soll. Und da kommt dann diese Verführung, von der @holli spricht. Du merkst, dass die Werte besser werden, und plötzlich schreibst du alles auf, fragst dich ob es an der Roten Beete lag oder am Wetter oder daran, dass du besser schlafen konntest. Bei mir im Garten ist das ähnlich - ich probiere eine neue Sorte an, und wenn sie gut wächst, denke ich, es liegt an dieser einen Sache. Aber vermutlich war es einfach ein gutes Jahr für diese Sorte. Das Wichtige ist vielleicht weniger, ob man einmal oder dreimal misst, sondern dass man nicht anfängt, sich selbst etwas vorzumachen. @derbasti, mit dem Ernährungscoach kann ich ehrlich nichts anfangen. Wenn ich wissen will, ob etwas bei mir wirkt, frag ich meinen Arzt. Das ist nicht defätistisch, das ist pragmatisch.
@rote_socke_83 genau das! Das ist ja auch das, was mein Hausarzt mir geraten hat, nachdem ich ihm von meinen ersten Messungen erzählt habe. Nicht "miss öfter", sondern "sitz vorher fünf Minuten ruhig hin". Das habe ich da ganz schnell verstanden, weil es einfach Sinn macht. Was mich bei dieser ganzen Diskussion beschäftigt ist aber auch noch etwas anderes - und das will ich ganz offen sagen. Ich merke, dass hier viel über die perfekte Methode geredet wird, aber am Ende sitzt doch jeder allein vor seinem Gerät und muss wissen, was er damit anfangen soll. Und da kommt dann diese Verführung, von der @holli spricht. Du merkst, dass die Werte besser werden, und plötzlich schreibst du alles auf, fragst dich ob es an der Roten Beete lag oder am Wetter oder daran, dass du besser schlafen konntest. Bei mir im Garten ist das ähnlich - ich probiere eine neue Sorte an, und wenn sie gut wächst, denke ich, es liegt an dieser einen Sache. Aber vermutlich war es einfach ein gutes Jahr für diese Sorte. Das Wichtige ist vielleicht weniger, ob man einmal oder dreimal misst, sondern dass man nicht anfängt, sich selbst etwas vorzumachen. @derbasti, mit dem Ernährungscoach kann ich ehrlich nichts anfangen. Wenn ich wissen will, ob etwas bei mir wirkt, frag ich meinen Arzt. Das ist nicht defätistisch, das ist pragmatisch.