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Rote Beete Saft vor dem Training – spürt ihr wirklich was oder redet ihr euch das ein?

ich stell die Frage mal so direkt weil ich grad selbst nicht weiß was ich davon halten soll. Seit etwa sechs Wochen trink ich vor langen Ausfahrten einen Shot Betanio PLUS manchmal auch einfach Rote Beete Saft aus dem Tetrapack vom Rewe. Und ich bilde mir ein, dass ich bei höherem Tempo länger sauber atmen kann. Nicht dramatisch, aber irgendwas. Jetzt ist das Problem: ich weiß natürlich nicht ob das der Saft ist, ob ich generell fitter werde oder ob ich einfach will dass es was tut weil ichs mir eingeredet hab. Blutdruck hab ich letzte Woche mal gemessen, morgens nüchtern, und der war mit 118/74 eigentlich ok. Vor ein paar Monaten lag er öfter bei 128-130 systolisch. Ob das am Saft liegt, am mehr Radfahren oder daran dass ich weniger Schichten am Stück mache im Moment - keine Ahnung. Zu viele Variablen. Was mich interessiert: hat hier jemand das mal halbwegs systematisch angegangen? Also wirklich paar Wochen aufgeschrieben, wann was getrunken, wie die Einheit lief. Ich bin kein Wissenschaftler und ich werd das auch nicht werden aber irgendeinen Anhaltspunkt brauch ich. Weil ich find den Unterschied zwischen "ich fühle mich besser" und "da hat sich was verändert" ziemlich wichtig. Mein Kollege der mich auf das Zeug gebracht hat schwört drauf, aber der hat auch schon auf Bachblüten geschworen. Ich sag das ohne Häme - ich will einfach wissen ob das hier mehr Substanz hat. Und ja, der Preis für Betanio ist eine Frechheit. Das nur am Rande.

@rote_socke_83 das mit den Variablen kenn ich - das ist halt das nervige an sowas, du kannst nie sauber trennen was jetzt was macht. Aber ich frag mich ob das überhaupt so wichtig ist wie du's angehst. Ich mein das net abwertend.

Zitat von rote_socke_83

den Unterschied zwischen "ich fühle mich besser" und "da hat sich was verändert" ziemlich wichtig

ja das find ich auch wichtig, aber du hast ja beides - du hast nen gefühlten Unterschied beim Atmen und du hast konkrete Zahlen beim Blutdruck die sich verändert haben. Das ist mehr als die meisten hier vorweisen können wenn sie über irgendwas schreiben. Das Problem ist eher dass du net weißt welche Variable dafür verantwortlich ist, aber das ist doch eigentlich egal solange du keinen Grund hast irgendwas davon wieder zurückzunehmen. Draußen ist es grad wieder unangenehm schwül, hab vorhin die Werkzeuge eingepackt und war froh nicht mehr auf dem Rad gewesen zu sein. Was mich bei deinem Post wirklich interessiert - hast du die Blutdruck-Messungen zu ähnlichen Tageszeiten gemacht früher und jetzt? Weil das macht schon nen Unterschied, morgens nüchtern gegen abends nach Arbeit kann locker 10-15 Punkte auseinander liegen. Wenn deine alten 128-130 abends gemessen waren und die 118/74 jetzt morgens, dann ist der Vergleich halt net ganz sauber.

@rennradhorst das ist ein guter Punkt und ich muss ehrlich zugeben - ich weiß es nicht mehr genau. Die alten Werte die ich so im Kopf hab, die waren meistens abends. Entweder nach der Frühschicht wenn ich heimkam oder mal zwischendurch wenn meine Frau ihr Gerät rausgeholt hat. Die 118/74 letzte Woche war definitiv morgens nüchtern, vor dem Frühstück. Das ist also kein sauberer Vergleich, du hast recht. Ich find das irgendwie unbefriedigend aber auch irgendwie typisch. Man fängt an sowas zu beobachten und merkt dann nachträglich dass man die Baseline schon versaut hat weil man vorher nicht systematisch gedacht hat. Was ich jetzt machen könnte: gleiche Uhrzeit, gleiche Bedingungen, paar Wochen aufschreiben. Morgens vor dem Kaffee. Aber dann hab ich immer noch das Problem mit den anderen Variablen - Schichtplan, Stress, wie lang die Ausfahrt am Wochenende war.

Zitat von rennradhorst

das ist doch eigentlich egal solange du keinen Grund hast irgendwas davon wieder zurückzunehmen

Das klingt pragmatisch und ich versteh die Logik. Aber ich bin halt so einer der das nicht so stehen lassen kann. Nicht aus Prinzip - ich will einfach wissen ob ich das Geld für Betanio sinnvoll ausgebe oder ob der Rewe-Saft für 1,49 dasselbe tut. Das ist am Ende auch ne Frage.

Zitat von rote_socke_83

ob ich das Geld für Betanio sinnvoll ausgebe oder ob der Rewe-Saft für 1,49 dasselbe tut

das ist eigentlich die einzige Frage bei der ich dir ne klare Antwort geben kann: Rewe-Saft. Schau mal auf die Nitrat-Werte hinten drauf wenn du's nächstes Mal in der Hand hast da steht nix weil die das net angeben müssen, aber der Saft ist halt Rote Beete Saft. Betanio PLUS ist konzentriert und hat halt mehr pro Milliliter, aber du zahlst locker das Dreifache für denselben Effekt wenn du einfach mehr vom günstigen trinkst. Meine Hausarztin hat mich letztes Jahr auch nur angeschaut als ich das angesprochen hab, so von wegen "machen Sie ruhig" - mehr kam da net. Aber sie hat's zumindest net abgetan. Was ich dir noch mitgeben würd: mach dir net zu viel Stress mit der Systematik. Du hast jetzt erkannt dass deine Baseline versaut ist - ok, neu anfangen ab morgen früh, gleiche Uhrzeit, fertig. Alles andere kriegst du nie sauber kontrolliert, das geht keinem von uns anders. Ich hab das mal drei Monate lang aufgeschrieben, irgendwann hab ich aufgehört weil ein langer Arbeitstag alles über den Haufen wirft und ich dann frustriert war über meine eigenen Aufzeichnungen.

Zitat von rennradhorst

irgendwann hab ich aufgehört weil ein langer Arbeitstag alles über den Haufen wirft

das kenn ich. Und ich glaub das ist der Punkt wo ich realistisch sein muss - ich fahr Schicht ich hab keine gleichförmigen Tage. Montag Frühschicht, Mittwoch Spät, Freitag wieder früh. Das zerreißt jede Systematik bevor sie anfängt. Was mich aber bei deiner Antwort wirklich beschäftigt ist der Nitrat-Hinweis. Dass auf dem Rewe-Saft nix draufsteht - stimmt, hab ich noch nie drauf geachtet. Ich frag mich ob das eigentlich reguliert ist oder ob jeder Hersteller da machen kann was er will. Weil wenn Betanio einfach konzentrierter ist aber die Konzentration nicht mal angeben muss, dann ist der ganze Preisunterschied eigentlich Marketingarbeit. Das wäre dann konsequent ärgerlich. Ich hab das Betanio noch von letztens, ich werd den nächsten Monat einfach beides abwechseln - nicht um irgendwas zu beweisen, aber um zu schauen ob ich subjektiv einen Unterschied merke. Ehrlich gesagt bin ich da skeptisch. Ich glaub mein Körper ist kein präzises Messinstrument für sowas. @rennradhorst deine Hausärztin mit dem "machen Sie ruhig" - das ist interessant. Meine hätte vermutlich ähnlich reagiert. Ist halt die typische Antwort wenn was harmlos ist aber kein echter Wirkungsnachweis da ist.

Zitat von rote_socke_83

ob das eigentlich reguliert ist oder ob jeder Hersteller da machen kann was er will

das hab ich mich auch schon gefragt und soweit ich das kenn - es gibt keine Pflicht den Nitratgehalt auszuweisen bei Lebensmitteln, solange man keine Gesundheitsversprechen draufschreibt. Sobald Betanio anfängt zu schreiben "verbessert die Ausdauer" oder sowas müssen die mehr belegen, aber "Rote Beete Konzentrat" als Zutat ist halt einfach ein Lebensmittel. Das ist das Schlupfloch und das ärgert mich ehrlich gesagt schon. Du zahlst für eine Konzentration die du nicht nachprüfen kannst. Und das mit dem abwechseln finde ich eigentlich gar net so blöd, auch wenn du's net als Experiment verstehst. Wenn du nach nem Monat sagst "ich merk nix Unterschied" dann ist die Frage halt beantwortet. Mehr brauchts da net. Mein Körper ist auch kein Messinstrument - aber bei manchen Sachen merkt man halt doch was, und bei manchen eben net. Das find ich ehrlicher als jede Aufzeichnung. Was mich bei deiner Schicht-Sache noch beschäftigt: du sagst Montag Früh, Mittwoch Spät - misst du dann trotzdem immer morgens oder läuft das dann auch durcheinander? Weil nach einer Spätschicht schläfst du anders und der Morgenwert ist dann halt net derselbe

Zitat von rennradhorst

nach einer Spätschicht schläfst du anders und der Morgenwert ist dann halt net derselbe

ja, und das ist eigentlich der Punkt der mich gerade am meisten beschäftigt. Weil ich hab das noch nie so gedacht. Ich dachte immer "morgens nüchtern" ist morgens nüchtern - aber du hast recht, nach ner Spätschicht leg ich mich um halb eins hin und bin um acht wieder wach weil die Kinder Lärm machen. Das sind sechs Stunden Schlaf gegen acht an freien Tagen. Das ist kein vergleichbarer Ausgangszustand. Ich glaub ich hab das Problem nicht mit den Variablen Saft vs. kein Saft. Ich hab das Problem dass "Morgen" bei mir kein fester Zustand ist. Das klingt simpel wenn man's so sagt aber ich hab da echt nicht dran gedacht. Was ich mich jetzt frage - und das ist ne echte Frage, keine rhetorische - ob man da irgendwie einen Anker setzen kann der vom Schichtplan unabhängig ist. Irgendwas das immer gleich ist. Puls vielleicht den mess ich manchmal beim Aufwachen schon automatisch wegen dem Garmin. Der liegt meistens zwischen 48 und 55, je nach Woche. Ob da auch sowas wie ein Muster drin steckt wenn ich ehrlich bin - keine Ahnung. @rennradhorst die drei Monate die du aufgeschrieben hast, hat sich da irgendwas abgezeichnet bevor du aufgehört hast? Oder war das von Anfang an zu chaotisch um was rauszulesen.

Zitat von rote_socke_83

hat sich da irgendwas abgezeichnet bevor du aufgehört hast

ja, ehrlich gesagt schon - aber net so wie ich's erhofft hatte. Ich hab damals gemerkt dass meine Werte am Wochenende nach langen Ausfahrten am nächsten Morgen tendenziell besser waren als nach Bürotagen ohne Bewegung. Das hat mich aber mehr über Bewegung gesagt als über Rote Beete. Den Saft hab ich in dem Zeitraum auch getrunken, also hätt ich's eh net trennen können. Was mich bei deiner Garmin-Idee interessiert - der Ruhepuls ist vielleicht wirklich der bessere Anker als der Blutdruck. Den misst das Ding ja automatisch, ohne dass du was tun musst, und du hast den Verlauf über Wochen ohne extra Aufwand. Schlafqualität und Erholung bildet der auch irgendwie ab. Ich würd das mal parallel laufen lassen, einfach schauen ob die Puls-Kurve mit deinem Saft-Rhythmus irgendwie korreliert, ohne dass du groß was aufschreiben musst. Ich mein, das ist immer noch kein sauberes Experiment - aber du hast dann zumindest Daten die automatisch entstehen, ohne dass du dich jeden Morgen zwingen musst. Und wenn der Ruhepuls über Wochen stabil bleibt oder leicht runtergeht, sagt das zumindest was über deinen allgemeinen Zustand. Was hast du für nen Garmin überhaupt? Weil die älteren Modelle sind da teilweise net so zuverlässig bei der Pulsmessung im Schlaf, das wär dann wieder ne neue Variable.

Zitat von rennradhorst

die älteren Modelle sind da teilweise net so zuverlässig bei der Pulsmessung im Schlaf

Forerunner 255, also nicht ganz neu aber auch net uralt. Ehrlich gesagt hab ich dem Schlafpuls bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt - ich schau morgens kurz drauf und dann vergess ich's wieder. Aber du bringst mich grad auf was: ich hab die Daten ja schon. Die letzten Monate sind alle in der Garmin Connect App ich müsste die nie eigens erfassen. Ich hab bloß nie draufgeschaut mit dem Gedanken "da steckt vielleicht was drin". Das ist irgendwie typisch für mich gerade. Ich fang an systematisch zu denken und merke dann dass die Daten schon da sind, ich sie nur nie so gelesen hab. Was mich trotzdem etwas zögern lässt: der Ruhepuls beim Garmin wird ja aus dem Schlaf berechnet und der ist halt auch abhängig davon wie lange und wie tief ich geschlafen hab. Nach der Spätschicht liegt der bei mir meistens höher, so 52-55, nach ner entspannten Nacht eher 48 oder drunter. Das ist dann wieder dasselbe Problem in anderem Gewand. Ich glaub ich muss das einfach mal aufmachen und schauen ob ich da irgendwas sehe das mit meinem Saft-Rhythmus zusammenhängt. Nicht mit wissenschaftlichem Anspruch - einfach mal gucken. Was ich aber auch sagen muss: wenn ich da gar nix erkenne, ist das für mich auch eine Information. Dann ist die Wirkung jedenfalls nicht groß genug um sich im Puls abzubilden. @rennradhorst du hast damals drei Monate aufgeschrieben - hast du die Daten noch irgendwo oder alles gelöscht?

Zitat von rote_socke_83

hast du die Daten noch irgendwo oder alles gelöscht

alles weg ich hab das damals in ein Notizbuch geschrieben weil ich kein Tool dafür wollte - und das Notizbuch ist irgendwann im Werkzeugkram verschwunden. Klassisch. Aber bei dir ist das ja anders, du hast die Garmin-Daten einfach drin, die laufen ja automatisch mit. Das ist eigentlich der Vorteil den ich damals net hatte. Was mich bei deinem letzten Post aber mehr beschäftigt: du sagst "wenn ich da gar nix erkenne ist das auch eine Information" - das klingt vernünftig, aber ich wär da vorsichtig. Weil der Ruhepuls reagiert auf so viele Sachen gleichzeitig dass du ein echtes Signal vom Saft da wahrscheinlich net rausliest, selbst wenn es eins gäb. Das ist halt zu viel Rauschen. Ich sag net dass du's lassen sollst - schau rein, warum net. Aber erwart da net zu viel. @rote_socke_83 was mich grad eher interessiert: du hast geschrieben dass du subjektiv beim Atmen bei höherem Tempo was merkst. Ist das bei jeder Ausfahrt so oder nur wenn du auch getrunken hast vorher? Weil wenn du's auch an Tagen merkst wo du nix hattest, dann ist das halt einfach Fitness. Das wär die einfachste Erklärung und die würd ich zuerst ausschließen wollen bevor ich was anderem den Kredit geb.