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Rote Bete vor dem Training – wann essen, wie viel, macht das überhaupt was?

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Ich stell das hier mal rein weil ich gerade echt nicht weiterkomme. Ich train freitags meistens abends nach der Schicht so gegen 19 Uhr. Und ich überleg schon seit Wochen wann ich die Rote Bete da sinnvoll reinkriege. Das Problem: wenn ich sie direkt vorher esse lieg ich auf dem Rad wie ein Stein. Zu viel im Bauch. Also hab ich angefangen sie mittags zu essen - das ist dann vier, fünf Stunden vor dem Training. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht ob das dann noch irgendwas bringt oder ob der Effekt da längst verpufft ist. Ich hab das Betanio PLUS eine Weile genommen weil das mit dem Timing einfacher war. Aber der Preis ist auf Dauer eine Frechheit und ich will eigentlich wissen ob ich das auch über normale Ernährung hinkriege. Meine Hausärztin meinte letztens so halb beiläufig, der Körper braucht ein paar Stunden bis das Nitrat wirklich ankommt. Aber wie viele Stunden genau - da war sie auch nicht sicher. Und ich trau keiner pauschalen Aussage ohne konkreten Kontext. Was mich außerdem interessiert: macht die Menge einen Unterschied den man tatsächlich merkt? Ich hab mal eine halbe Knolle gegessen, mal eine ganze. Subjektiv war der Unterschied nicht riesig aber ich weiß auch dass ich schlecht darin bin sowas neutral zu beurteilen wenn ich gleichzeitig trainiere. Hat hier irgendjemand ein Timing gefunden das für ihn funktioniert? Nicht theoretisch, sondern wirklich im Alltag, mit Job und allem drum rum. Ich fahr im September meine erste Granfondo und will das bis dahin irgendwie verlässlich hinkriegen.

@rote_socke_83 ehrlich gesagt würde ich das ganz praktisch angehen. Vier, fünf Stunden sind nicht ideal aber auch nicht sinnlos - das ist irgendwo dazwischen und ob das für deine Granfondo reicht, merkst du nur durchs Testen. Was mich interessiert: wie merkst du denn überhaupt dass es funktioniert? Bei mir ist das das echte Problem. Ich lauf freitags auch gerne und wenn ich vorher Rote Bete gegessen hab, bilde ich mir dann gerne ein dass ich besser drauf bin. Aber ob das wirklich an der Bete liegt oder ob ich einfach ne gute Woche hatte - keine Ahnung. Du sagst du merkst beim halben oder ganzen Stück keinen großen Unterschied, aber vielleicht merkst du gar nichts weil die fünf Stunden einfach zu lange her sind. Meine Idee: vergiss das Timing für die nächsten zwei drei Wochen und iss die Bete einfach wann sie dir passt - mittags wenn das die einzige Option ist. Und notier dir danach wie deine Trainings waren. Nicht wissenschaftlich, nur so für dich selbst. Dann machst du ne Woche Pause ohne Bete und guckst ob sich was anfühlt. Das ist zwar nicht blind und kontrolliert aber wenigstens real. Das Betanio Zeug - ja, der Preis ist hart. Aber wenn das Timing damit einfacher war und du merkst dass du damit anders läufst, dann ist die Frage echt ob du das für deine Granfondo zwei, drei Wochen lang nehmen willst oder ob du lieber vorher mit der frischen Knolle rausfindest ob's überhaupt was bringt.

Zitat von fk_1988

bilde ich mir dann gerne ein dass ich besser drauf bin

Ja, das ist genau das Problem. Man trainiert, ist heiß drauf, und dann sieht man sowieso alles durch die rosarote Brille. Das macht eine ehrliche Selbstbeobachtung echt schwierig. Deine Idee mit der Pause-Woche find ich aber eigentlich gar nicht schlecht. Das ist so ein Ansatz den ich bei mir selbst noch nicht konsequent durchgezogen hab. Ich hab immer ein paar Tage ausgelassen aber nie wirklich bewusst. Der Unterschied ist vielleicht gering aber wenn man ihn nicht mal strukturiert sucht, findet man ihn garantiert nicht. Was mich an deiner Logik aber stört: eine Woche ohne Bete und dann sagst du "merke ich was?" - aber was misst du da eigentlich? Mein Training variiert von Woche zu Woche schon allein wegen der Schicht. Freitag nach fünf ruhigen Bürotagen ist was anderes als nach einer Woche mit Nachtschichten und drei Stunden weniger Schlaf. Da kommt mir das Ergebnis dann irgendwie zu zufällig vor. Ich überleg ob man da nicht irgendwie versuchen müsste, möglichst ähnliche Wochen zu erwischen für den Vergleich. Was natürlich praktisch kaum funktioniert. Ich weiß auch nicht. Was ich noch nicht probiert hab: die Knolle wirklich täglich essen nicht nur an Trainingstagen. Ob das was ändert oder ob das einfach egal ist weil der Körper eh nicht speichert.

@rote_socke_83 haha ja, das ist halt das Ding - du wirst nie die perfekte Kontrollgruppe haben. Aber ich glaub das ist auch okay. Du brauchst ja nicht wissenschaftlich wasserdicht zu sein, sondern nur für dich selbst rauskriegen ob es Sinn macht. Das mit täglich essen - das könnte tatsächlich interessant sein. Nicht weil der Körper das speichert wie eine Batterie, sondern weil sich vielleicht dein ganzer Baseline-Zustand verschiebt wenn du das regelmäßig machst. Keine Ahnung ob das was bringt aber ich hab letztens irgendwo gelesen dass regelmäßiger Nitrat-Konsum anders wirkt als einmalig. Aber ob das auch für normale Knollen gilt oder nur für die Saft-Geschichte - keine Ahnung. Ehrlich gesagt frag ich mich eher: vergiss mal für einen Moment ob die Bete was bringt. Kannst du denn überhaupt merken wenn dein Training besser läuft? Also nicht nur "heute war ich schneller" sondern sowas wie - die Beine fühlen sich anders an, weniger schwer, oder du brauchst weniger Zeit bis du in den Rhythmus kommst. Wenn du das selbst nicht unterscheiden kannst, dann bringt dir auch die beste Rote Bete nichts weil du nie weißt wann es funktioniert. Bei mir war das am Anfang echt das echte Problem. Ich dacht immer "ja super heute war ich schneller" aber das war einfach manchmal Zufall oder gutes Wetter oder weniger Stress bei der Arbeit.

Zitat von fk_1988

kannst du denn überhaupt merken wenn dein Training besser läuft

Das ist eigentlich die Frage die mich grad am meisten trifft. Weil ich mir da nicht sicher bin. Ich merke wenn ich schlecht drauf bin - das ist eindeutig. Schwere Beine, kein Rhythmus, nach 20 Minuten schon genervt. Aber "besser als normal"? Das ist schwieriger. Normal ist bei mir keine feste Größe. Was ich vielleicht wirklich mal machen sollte: Herzfrequenz aufschreiben. Ich hab ne Uhr die das trackt aber ich guck da meistens erst danach drauf. Wenn ich bei gleicher Leistung weniger Puls hab - das wäre zumindest ein Anhaltspunkt der nicht so vom Gefühl abhängt. Ob das dann wirklich an der Bete liegt oder am Schlaf oder daran dass meine Frau die Kids abends beschäftigt und ich ohne Stress losfahren konnte - das bleibt trotzdem offen. @fk_1988 aber du hast irgendwie recht dass ich da erstmal grundsätzlich was lernen muss über mein eigenes Training, bevor ich anfange einzelne Faktoren rauszuziehen. Ich glaub ich hab das bisher immer umgekehrt gemacht.

@rote_socke_83 die Herzfrequenz-Idee ist gut aber pass auf - das wird schnell zur neuen Obsession. Ich kenne das von mir selbst, irgendwann checkst du nach jedem Training deine Werte und versuchst Muster zu erkennen die gar nicht da sind. Aber ehrlich, was mich gerade interessiert: du sagst "normal ist bei mir keine feste Größe" - und das ist eigentlich schon die Antwort auf deine ganze ursprüngliche Frage. Wenn du nicht weißt wie dein Training normalerweise läuft, dann kannst du auch gar nicht sehen ob Rote Bete was ändert. Das ist wie wenn du fragst ob eine neue Laufschuhe schneller sind, aber du wechselst jede Woche deine Route weil dir danach ist. Vielleicht solltest du erst mal drei, vier Wochen einfach tracken ohne irgendwas zu ändern. Gleiche Route freitags, gleiche Zeit, notier wie du dich fühlst. Nicht für die Wissenschaft, nur um selbst zu wissen - okay, das ist mein Normal. Dann weißt du auch wann was wirklich anders ist. Das mit der Rote Bete - das kann dann danach immer noch kommen. Jetzt alles gleichzeitig zu testen bringt dir nix. Und die Granfondo im September - da würd ich ehrlich nicht zu viel in zwei Monaten experimentieren. Lieber was nehmen das du kennst, auch wenns teuer ist.

Zitat von fk_1988

lieber was nehmen das du kennst, auch wenns teuer ist

Das ist der Satz der mich gerade wirklich beschäftigt. Weil da ist was dran, aber gleichzeitig will ich nicht in eine Situation laufen wo ich einfach auf Autopilot weitermache und nie rausfinde ob die frische Knolle funktioniert. Das ist mir zu bequem gedacht. Was ich aber wirklich mitnehme: dieses "erstmal baseline aufbauen". Das hab ich bisher komplett ignoriert. Ich bin direkt ins Experimentiern gegangen ohne zu wissen wo ich überhaupt stehe. Logistisch würde ich das nie so machen, da brauch ich immer erstmal Ist-Stand bevor ich irgendwas optimiere. Irgendwie hab ich das beim Training ausgeblendet. @fk_1988 deine Warnung mit der Herzfrequenz-Obsession trifft schon. Ich kenn das von meiner Frau, die hat angefangen Schritte zu zählen und jetzt dreht sie abends noch Runden im Wohnzimmer wenn sie auf ihre 10.000 fehlt. Das wird dann so ein Selbstzweck. Das will ich nicht. Aber mal anders gefragt: du sagst drei, vier Wochen nur tracken. Ich hab bis September grob acht Wochen. Die ersten vier für baseline, dann vier zum testen - das klingt logisch, aber dann steh ich an der Granfondo-Linie mit einem Ansatz den ich gerade mal einen Monat kenne. Das fühlt sich zu knapp an.

Zitat von rote_socke_83

dann steh ich an der Granfondo-Linie mit einem Ansatz den ich gerade mal einen Monat kenne

Das ist eigentlich das klarste Argument im ganzen Thread. Einen Monat vor einem Event mit etwas Neuem live zu gehen ist - sportlich gesprochen - keine Optimierung mehr, das ist Roulette. Ich hab das selbst so gemacht, vor meinem letzten Halbmarathon im April. Hab drei Wochen vorher angefangen, die Ernährung umzustellen, weil ich irgendwo einen Artikel zu Nitrat-Loading gelesen hatte. Ergebnis: ich wusste am Starttag nicht mehr, was mein "Normal" überhaupt ist. Nicht empfehlenswert. Was mich aber an der ganzen Diskussion hier stört: ihr redet die ganze Zeit über Timing und Baseline, aber die Ausgangsfrage von @rote_socke_83 war eigentlich eine Dosierungs- und Absorptionsfrage. Hast du da eine Quelle für, @fk_1988, dass vier bis fünf Stunden "irgendwo dazwischen" sind? Weil die Zahlen die ich kenne - aus einem Review von Lansley et al., den ich mal quergelesen habe - deuten eher auf ein Peak-Fenster von zwei bis drei Stunden hin, aber das war mit Saft, nicht mit der ganzen Knolle. Ob das 1:1 übertragbar ist, weiß ich nicht. Das ist nämlich der Punkt, der mich bei frischen Knollen grundsätzlich skeptisch macht: die Nitratmenge variiert je nach Boden, Lagerung, Zubereitungsart erheblich. Mit dem Saft-Konzentrat weißt du wenigstens grob was drin ist. Das macht die Selbstbeobachtung noch unzuverlässiger als sie ohnehin ist.

Zitat von markus_b82

die Nitratmenge variiert je nach Boden, Lagerung, Zubereitungsart erheblich

Das ist der Punkt der mich gerade ehrlich gesagt am meisten trifft. Weil das bedeutet ja im Grunde: ich kann das gar nicht wirklich steuern. Ich kauf die Knolle beim Rewe, keine Ahnung woher die kommt, wie lange die schon liegt, unter welchen Bedingungen die gewachsen ist. Das ist dann kein Lebensmittel mehr das ich einsetze - das ist Hoffnung mit Gemüse. @markus_b82 den Lansley-Review kenn ich nicht aber das mit dem Peak-Fenster von zwei bis drei Stunden - wenn das für Saft gilt, dann ist mein Mittags-Essen-Abend-Training-Abstand echt zu groß. Das wäre dann eigentlich schon fast beantwortet. Was mich aber bei deiner Logik stört: du sagst mit dem Konzentrat weißt du wenigstens grob was drin ist. Stimmt. Aber ich hab das Betanio PLUS eine Weile genommen und hatte trotzdem keine verlässlichere Selbstwahrnehmung. Die Dosierung war standardisiert das Ergebnis trotzdem diffus. Also löst das standardisierte Produkt mein eigentliches Problem nicht wirklich. Draußen ist es gerade noch warm für Juli, hab das Fenster auf - irgendwie passt das zur Debatte, man kann nicht alles kontrollieren. Was mich noch keiner gefragt hat: spielt die Zubereitungsart wirklich so eine Rolle wie du andeutest? Also roh vs. gekocht vs. geröstet - hat da jemand konkret was bemerkt oder ist das auch nur Theorie?

@rote_socke_83 zur Zubereitungsfrage: ja, das ist nicht nur Theorie, aber der Effekt wird meistens überschätzt. Kochen reduziert Nitrat tatsächlich, weil ein Teil ins Kochwasser übergeht - wie viel genau hängt davon ab wie lange und wie viel Wasser. Rösten ist da vermutlich günstiger weil nichts ausgelaugt wird. Roh ist theoretisch das Vollständigste, aber roh kriegen viele die Menge nicht runter die überhaupt relevant wäre. Das eigentliche Problem hast du selbst benannt:

Zitat von rote_socke_83

ich kann das gar nicht wirklich steuern

Genau. Und das gilt für die Knolle genauso wie für das Betanio-Zeug, nur auf anderem Niveau. Beim Konzentrat weißt du was draufsteht, aber ob das auch drin ist und wie dein Körper an dem Tag drauf reagiert - das ist trotzdem variabel. Der Unterschied ist, dass du bei standardisiertem Produkt wenigstens eine Variable weniger hast. Das macht es nicht gut, nur kontrollierbarer. Was mich bei deiner Frage aber eigentlich interessiert: du hast die frische Knolle, du hast das Konzentrat ausprobiert - hast du mal Saft aus frischer Bete verwendet? Nicht das abgepackte Zeug, sondern wirklich frisch gepresst oder zumindest aus dem Kühlregal ohne Hitzbehandlung. Weil da ist die Variabilität zwar auch da, aber du umgehst zumindest die Kochverluste und kriegst eine schnellere Absorption hin. Ob das für deinen Freitags-Slot praktisch umsetzbar ist mit Job und allem - keine Ahnung.

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