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Rote Bete vor dem Sport – bringt das wirklich was oder rede ich mir das ein?

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Zitat von renate_b63

Selbstgemacht schlägt Gekauft

das stimmt im Prinzip schon, aber @mh_82 hat da nen echten Punkt. das ist ein Motto, kein Beweis. was mich bei dem ganzen Bluttest-Vorschlag von mh_82 kurz hat aufhorchen lassen: der ist ja völlig unrealistisch für normale Menschen. wer lässt sich bitte vor und nach nem Sonntagslauf Blut abnehmen. das kostet, das muss organisiert werden, und dein Hausarzt schaut dich an als wärst du bescheuert wenn du damit ankommst. meine Hausärztin jedenfalls. und da ist für mich das eigentliche Problem mit dieser ganzen Diskussion. ihr redet jetzt schon eine Weile über Methoden die im Labor Sinn machen aber im echten Leben niemand umsetzt. @jenni_1997 du sagst du hast das nie wirklich systematisch verglichen - ich behaupte das hat hier niemand gemacht. und wenn doch dann hat irgendwas nicht gestimmt mit Schlaf oder Wetter oder Schuhen wie mh_82 selbst sagt. am Ende weiß renates Mann nicht ob die Bete was bringt. jenni weiß nicht ob ihr Shot nach Kilometer 10 noch wirkt. und mein Schwager kauft weiter seine Kapseln. frisches Gemüse aus dem Garten ist trotzdem die einzig sinnvolle Variante hier. nicht weil ichs beweisen kann sondern weil es nix kostet und nicht schadet. alles andere ist Geld rausschmeißen für ein Gefühl das man genauso gut umsonst haben kann.

Zitat von ms_77

frisches Gemüse aus dem Garten ist trotzdem die einzig sinnvolle Variante hier. nicht weil ichs beweisen kann sondern weil es nix kostet und nicht schadet

Das ist im Kern eine pragmatische Aussage, der ich nicht widerspreche. Aber ich finde den Schluss aus dem Argument leicht schief. "Kostet nichts und schadet nicht" gilt für sehr viele Dinge, die man vor dem Sport machen kann. Das macht daraus noch keine Strategie. Was mich bei ms_77s Formulierung eigentlich stört: der Sprung von "mein Schwager kauft Kapseln" zu "frisches Gemüse ist die einzig sinnvolle Variante" ist zu groß. Die Ablehnung des Supplements ist berechtigt. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass die Gemüse-Variante den behaupteten Effekt liefert. Das sind zwei getrennte Fragen. @jenni_1997 dein Punkt, dass du als Halbmarathon-Läuferin ein echtes Interesse an der Timing-Frage hast, finde ich ehrlicher als vieles was hier sonst gesagt wurde. Konkret gesagt: wenn du das wirklich austesten willst, wäre ein einfaches Trainings-Protokoll über vier, fünf Wochen wahrscheinlich informativer als die gesamte Diskussion hier. Gleiche Strecke freitags, abwechselnd mit und ohne, Zeiten aufschreiben. Nicht sauber im wissenschaftlichen Sinne, aber zumindest persönlich auswertbar. Die Datenlage aus dem Labor hilft dir für deinen spezifischen Körper und dein Tempo sowieso nur begrenzt weiter. Ich hab das selbst nie so gemacht, muss ich sagen. Meine Läufe sind zu unregelmäßig für sowas.

@n.feld

Zitat von n.feld

"Kostet nichts und schadet nicht" gilt für sehr viele Dinge

ja okay das ist ein fairer Punkt. aber du machst jetzt einen Fehler den ich hier öfter seh. du zerlegst mein Argument auf Philosophie-Ebene und verlierst dabei was ich eigentlich sag. ich hab nie behauptet dass frische Bete den Effekt garantiert liefert. ich sag nur: wenn du sowieso Gemüse essen willst, dann iss das. kauf keinen Kapsel-Kram dazu. was mich an deinem Protokoll-Vorschlag für @jenni_1997 aber ehrlich gesagt kurz hat innehalten lassen - das ist eigentlich das einzige was in diesem ganzen Thread praktisch verwertbar ist. freitags gleiche Strecke, mal mit mal ohne, Zeiten aufschreiben. das klingt simpel genug dass mans wirklich machen könnte. ich würd das meinem Schwager sogar empfehlen bevor er wieder Geld ausgibt. teste deine Kapseln einfach selbst aus, vier Wochen, und hör auf irgendwelchen Supplement-Seiten zu vertrauen. was ich mich dabei aber frag: wenn jenni das macht und ihre Zeiten schwanken um 2-3 Minuten auf 21 km - wie will sie da rauslesen ob die Bete was gemacht hat oder ob sie an dem Tag einfach besser drauf war. das ist das Problem bei Selbstversuchen. nicht die Methode ist schlecht, sondern das Signal ist zu schwach für den Lärm drumrum. mein Schwager hat mir letztens erzählt seine letzte Einheit war "deutlich besser" nach den Kapseln. ich hab gefragt ob er vorher gut geschlafen hat. kurze Pause. "ja eigentlich schon." da muss ich lachen.

Zitat von ms_77

das ist eigentlich das einzige was in diesem ganzen Thread praktisch verwertbar ist

Das stimmt, und ich freu mich dass du das so siehst. Aber ich glaube das eigentliche Problem ist noch einen Schritt früher: jenni müsste erst mal wissen was sie überhaupt messen will. Zeit auf 21 km ist ein schlechter Indikator, da hast du recht. Puls bei gleichem Tempo wäre vielleicht sauberer, weil der weniger von Tagesform abhängt als die Gesamtzeit. Rate of Perceived Exertion auch, aber die ist noch subjektiver. Was mich an deinem Schwager-Beispiel aber konkret beschäftigt: der hat nicht nur Kapseln gekauft, der hat sich auch eine Erwartung gekauft. Das ist das eigentliche Confounding hier, nicht der Schlaf. Wenn du weißt dass du das Ding geschluckt hast, erwartest du eine Wirkung. Das verändert wie du eine Einheit wahrnimmst, nachweislich. Das ist keine Schwäche des Schwagers, das ist schlicht Neurologie. Ich hab das bei mir selbst mal beobachtet, nicht mit Rote Bete, sondern mit Koffein. Einmal bewusst Kaffee vor dem Lauf, einmal nicht. Das Gefühl war unterschiedlich, ob es die Leistung war, weiß ich nicht. Ich hab keine Zeiten aufgeschrieben. @jenni_1997 wenn du das wirklich angehen willst, verblindet dir das Protocol soweit es geht. Nicht den Tag vorher schon wissen was du nimmst.

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