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Rote Bete vor dem Lauf – wer hat echte Erfahrungen und wer redet nur nach?

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Die Frage von mk_1981 ist eigentlich die interessanteste im ganzen Thread. Realistisch betrachtet: ja, du protokollierst vermutlich überwiegend Rauschen wenn du die orale Flora nicht kontrollierst. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen dass das nicht mal das einzige unkontrollierte Einflussfenster ist. Magenentleerungsrate, Hydrationsstatus, ob man vorher Antibiotika genommen hat, das alles beeinflusst wie viel Nitrat überhaupt systemisch ankommt. Ich sag das nicht um die ganze Sache schlechtzureden, der Mechanismus ist real. Aber wer "systematisches Testen" im Hobbybereich betreibt, sollte wissen dass er bestenfalls einen groben Fingerzeig kriegt.


Was markus_hh88 sagt ist im Kern richtig, aber ich frag mich ob man daraus nicht auch den pragmatischen Schluss ziehen sollte, dass Selbstversuche mit Rote Bete für den typischen Hobbyläufer schlicht das falsche Werkzeug für die falsche Frage sind. Nicht weil der Mechanismus nicht existiert, sondern weil die Effektgröße in der Realität vermutlich so klein ist, dass sie im Rauschen aus Schlafqualität, Tagesform und Wetterbedingungen komplett untergeht. Ich hab damals meine Zeiten über mehrere Wochen protokolliert und die Streuung zwischen vergleichbaren Läufen war größer als jeder Effekt den Nitrat realistischerweise liefern kann. Vielleicht ist die ehrlichere Frage nicht "funktioniert Rote Bete" sondern "ist mein Messsetup überhaupt fein genug um das zu sehen".

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Wer keine Quelle hat, hat keine Aussage.

Zitat von rote_socke_77

ein Gemüse Wunder bewirkt

Das tut es nicht, und ich glaube mk_1981 trifft es gut: die ehrlichere Frage ist ob das Messsetup überhaupt taugt. Ich seh das in der Praxis ständig, Leute kommen mit irgendwelchen Protokollen und sind überzeugt sie hätten einen Effekt nachgewiesen, aber die Streuung in ihrer Alltagsperformance ist einfach zu groß für so kleine Effekte. Was mich bei dem ganzen Thread aber noch beschäftigt: keiner hat bisher erwähnt dass die meisten positiven Studien Nitratmengen verwendet haben, die deutlich über dem liegen was man mit einem normalen Glas Saft erreicht. Ob das mit echtem Gemüse oder günstigem Saft realistisch erreichbar ist, da hab ich ehrlich gesagt meine Zweifel.


Naja, ich bin ja jetzt nicht der Typ der sich mit Mitochondrien und oraler Flora auseinandersetzt, aber @mk_1981 hat recht dass die ganze Messerei für normale Läufer wahrscheinlich sinnlos ist. Ich mach das einfach pragmatisch: ich koche mir ne Rote Bete, ess die zwei drei Stunden vorher, und lauf dann. Ob das was bringt oder nur Kopfsache ist mir ehrlich schnuppe. Aber was mich nervt ist dass überall behauptet wird man braucht jetzt diese teuren Konzentrate dafür. Das echte Gemüse kostet 50 Cent und schmeckt besser, punkt. Wenn es nix bringt hab ich wenigstens noch ne Rote Bete gegessen statt vier Euro in den Müll zu werfen.


Was rolfhh sagt, ist eigentlich der pragmatischste Beitrag in diesem ganzen Thread. Wobei ich die Dosierungsfrage von andrea.h interessanter finde als sie hier wegkommt. Aus meiner Erfahrung mit den gängigen Studienprotokollen: die arbeiten mit 400-500mg Nitrat als Zielwert, und das ist mit normaler Rote Bete tatsächlich erreichbar, man braucht halt eher 200-300g und nicht einen kleinen Salat als Beilage. Das echte Problem mit den Konzentraten ist nicht der Preis allein, sondern dass die Nitratzusammensetzung zwischen Chargen und Herstellern stark schwankt und selten auf der Packung steht. Beim frischen Gemüse ist die Variabilität auch da, aber zumindest isst man nebenbei noch Ballaststoffe statt Marketingtext.

Zitat von anna_grf

die Stickstoffmonoxid-Wirkung entfaltet sich da anders, effizienter

okay aber das klingt für mich als Hobbyläuferin ehrlich gesagt mega entmutigend 😅 ich mein wenn ich das richtig verstehe bringt mir das Zeug solange kaum was bis ich quasi schon fit genug bin um keinen großen Unterschied mehr zu merken? das ist doch irgendwie paradox. ich probiers trotzdem weiter aus, allein schon weil ich wissen will ob ich nach nem Jahr mehr merke als jetzt.


jenni_1997, das ist gar nicht so paradox wie es klingt. Ich würde es eher so sehen: bei Einsteigern passiert so viel gleichzeitig im Körper, dass der Nitrateffekt nicht verschwindet, sondern einfach in einem Rauschen aus Anpassungsprozessen untergeht. Dein Vergleichspunkt in einem Jahr wird tatsächlich aussagekräftiger sein, allein weil die anderen Variablen dann stabiler sind. Das wäre eigentlich ein sinnvoller Selbstversuch: nicht jetzt messen, sondern in zwölf Monaten dieselbe Strecke, gleiche Bedingungen, mit und ohne. Mehr Sinn ergibt das eh nicht.

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