Rote-Bete-Saft vor der Ausfahrt – Konzentrat oder einfach Supermarkt-Saft?
Zitat von jana_w am Juli 10, 2026, 21:06 Uhr@markus_b82 das mit der Frustration versteh ich, ehrlich gesagt - aber ich find es auch irgendwie befreiend? Also nicht im großen Sinn, sondern: wenn ich eh keine saubere Baseline hab und nie haben werde, dann kann ich aufhören so zu tun als wäre mein subjektives Gefühl ein Messergebnis. Das klingt banal aber ich hab das vorher nie so klar formuliert.
Zitat von markus_b82wir haben alle keine Baseline, weil wir nie eine angelegt haben
Das ist der Punkt der mich gerade eigentlich mehr beschäftigt als Konzentrat vs. Saft. Ich erzähl ja auch anderen Leuten "ich schwöre auf Betanio PLUS" - und das stimmt, ich hab das Gefühl dass es bei mir funktioniert. Aber was ich eigentlich sagen müsste ist: ich hab unter meinen normalen Alltagsbedingungen ein gutes Gefühl dabei, und das reicht mir. Nicht mehr. Was mich dabei noch interessiert, und das ist ein Gedanke den wir noch nicht hatten: gibt es eigentlich einen Punkt wo man sagt, der Aufwand für "saubereres Testen" lohnt sich nicht weil der potenzielle Effekt sowieso so klein ist? Ich mein, wir reden ja nicht über einen Wirkstoff der den Unterschied zwischen Finish und Abbruch macht. Wenn ich 30 Sekunden auf 10km gewinne oder eben nicht - ändert das für mich als Hobbyläuferin mit Halbmarathon-Ambitionen überhaupt was? Für @derbär mit seinen 100km-Ausfahrten vielleicht anders, da summiert sich das. ich weiß nicht ob ich das Mundwasser dauerhaft weglassen will, ich mag das Gefühl danach. Das ist so eine echte Alltagspriorität die nichts mit Nitrat zu tun hat.
@markus_b82 das mit der Frustration versteh ich, ehrlich gesagt - aber ich find es auch irgendwie befreiend? Also nicht im großen Sinn, sondern: wenn ich eh keine saubere Baseline hab und nie haben werde, dann kann ich aufhören so zu tun als wäre mein subjektives Gefühl ein Messergebnis. Das klingt banal aber ich hab das vorher nie so klar formuliert.
Zitat von markus_b82wir haben alle keine Baseline, weil wir nie eine angelegt haben
Das ist der Punkt der mich gerade eigentlich mehr beschäftigt als Konzentrat vs. Saft. Ich erzähl ja auch anderen Leuten "ich schwöre auf Betanio PLUS" - und das stimmt, ich hab das Gefühl dass es bei mir funktioniert. Aber was ich eigentlich sagen müsste ist: ich hab unter meinen normalen Alltagsbedingungen ein gutes Gefühl dabei, und das reicht mir. Nicht mehr. Was mich dabei noch interessiert, und das ist ein Gedanke den wir noch nicht hatten: gibt es eigentlich einen Punkt wo man sagt, der Aufwand für "saubereres Testen" lohnt sich nicht weil der potenzielle Effekt sowieso so klein ist? Ich mein, wir reden ja nicht über einen Wirkstoff der den Unterschied zwischen Finish und Abbruch macht. Wenn ich 30 Sekunden auf 10km gewinne oder eben nicht - ändert das für mich als Hobbyläuferin mit Halbmarathon-Ambitionen überhaupt was? Für @derbär mit seinen 100km-Ausfahrten vielleicht anders, da summiert sich das. ich weiß nicht ob ich das Mundwasser dauerhaft weglassen will, ich mag das Gefühl danach. Das ist so eine echte Alltagspriorität die nichts mit Nitrat zu tun hat.
Zitat von markus_b82 am Juli 10, 2026, 21:09 Uhr@jana_w
Zitat von jana_wgibt es eigentlich einen Punkt wo man sagt, der Aufwand lohnt sich nicht weil der potenzielle Effekt sowieso so klein ist
Das ist eigentlich die ehrlichste Frage im ganzen Thread. Und ich glaube die Antwort hängt daran, was du dir versprichst. Für jemanden der kompetitiv läuft und auf Platzierungen aus ist - ja, da könnte es sich lohnen, wirklich sauber zu testen. Für uns hier im Thread? Wahrscheinlich nicht. Was mich bei deinem letzten Satz aber mehr beschäftigt als der Methodikpunkt: du sagst "ich mag das Gefühl nach dem Mundwasser" und das ist eigentlich ein völlig legitimer Grund, es beizubehalten. Das ist kein Versagen im Selbsttest, das ist eine Priorisierung. Ich find's interessant, dass wir die ganze Diskussion über Confounder führen und am Ende kommt ein Argument das überhaupt nichts mit Nitrat zu tun hat - und das ist das stärkste im ganzen Thread. Was ich mir dabei frage: ob der Effekt von Rote Bete für Hobbyathleten vielleicht überhaupt weniger über Nitrat läuft als über alles andere drumherum. Also die Routine selbst, das bewusste Vorbereiten, das Gefühl "ich hab was getan". In der Sportpsychologie gibt's da Konzepte - ich glaub das läuft unter pre-performance routine - und die zeigen messbaren Einfluss auf Ausdauerleistung, unabhängig vom physiologischen Substrat. Hast du da eine Quelle für? Ich hab das mal irgendwo gelesen, finde den Artikel gerade nicht mehr.
Zitat von jana_wgibt es eigentlich einen Punkt wo man sagt, der Aufwand lohnt sich nicht weil der potenzielle Effekt sowieso so klein ist
Das ist eigentlich die ehrlichste Frage im ganzen Thread. Und ich glaube die Antwort hängt daran, was du dir versprichst. Für jemanden der kompetitiv läuft und auf Platzierungen aus ist - ja, da könnte es sich lohnen, wirklich sauber zu testen. Für uns hier im Thread? Wahrscheinlich nicht. Was mich bei deinem letzten Satz aber mehr beschäftigt als der Methodikpunkt: du sagst "ich mag das Gefühl nach dem Mundwasser" und das ist eigentlich ein völlig legitimer Grund, es beizubehalten. Das ist kein Versagen im Selbsttest, das ist eine Priorisierung. Ich find's interessant, dass wir die ganze Diskussion über Confounder führen und am Ende kommt ein Argument das überhaupt nichts mit Nitrat zu tun hat - und das ist das stärkste im ganzen Thread. Was ich mir dabei frage: ob der Effekt von Rote Bete für Hobbyathleten vielleicht überhaupt weniger über Nitrat läuft als über alles andere drumherum. Also die Routine selbst, das bewusste Vorbereiten, das Gefühl "ich hab was getan". In der Sportpsychologie gibt's da Konzepte - ich glaub das läuft unter pre-performance routine - und die zeigen messbaren Einfluss auf Ausdauerleistung, unabhängig vom physiologischen Substrat. Hast du da eine Quelle für? Ich hab das mal irgendwo gelesen, finde den Artikel gerade nicht mehr.
Zitat von jana_w am Juli 10, 2026, 21:17 Uhr@markus_b82 die pre-performance routine - das ist tatsächlich ein Punkt der mich gerade mehr beschäftigt als ich erwartet hätte. Ich hab keine Quelle für dich, ehrlich gesagt, aber das Konzept kenn ich aus einem Podcast den ich vor einer Weile gehört hab, da ging es um Wettkampfvorbereitung und mentale Anker. Der Typ der das erklärt hat war Sportpsychologe, Name hab ich vergessen.
Zitat von markus_b82ob der Effekt von Rote Bete für Hobbyathleten vielleicht überhaupt weniger über Nitrat läuft
ich glaub da ist was dran, und das ist fast ein bisschen unbequem zu denken. Weil ich mein morgendliches Konzentrat-Ritual inzwischen wirklich als "jetzt geht's los"-Signal benutze. Das ist ein Trigger. Ich mach das, ich stell das Glas hin, und dann bin ich mental im Training-Modus. Ob da Nitrat im Spiel ist oder nicht - das Ritual selbst hat einen Wert, den ich vorher nie so benannt hätte. Was mich dabei stört: das klingt jetzt fast so als wäre mir egal ob das Zeug physiologisch was tut. Ist es aber nicht. Ich will beides - das Ritual und den echten Effekt. Nur kann ich die halt nicht voneinander trennen und das ist vielleicht okay so. was ich mich frag: hast du das Ritual bei dir selbst auch? Also nicht nur Rote Bete, sondern irgendwas wo du weißt dass du es auch aus anderen Gründen machst als dem, den du offiziell angibst.
@markus_b82 die pre-performance routine - das ist tatsächlich ein Punkt der mich gerade mehr beschäftigt als ich erwartet hätte. Ich hab keine Quelle für dich, ehrlich gesagt, aber das Konzept kenn ich aus einem Podcast den ich vor einer Weile gehört hab, da ging es um Wettkampfvorbereitung und mentale Anker. Der Typ der das erklärt hat war Sportpsychologe, Name hab ich vergessen.
Zitat von markus_b82ob der Effekt von Rote Bete für Hobbyathleten vielleicht überhaupt weniger über Nitrat läuft
ich glaub da ist was dran, und das ist fast ein bisschen unbequem zu denken. Weil ich mein morgendliches Konzentrat-Ritual inzwischen wirklich als "jetzt geht's los"-Signal benutze. Das ist ein Trigger. Ich mach das, ich stell das Glas hin, und dann bin ich mental im Training-Modus. Ob da Nitrat im Spiel ist oder nicht - das Ritual selbst hat einen Wert, den ich vorher nie so benannt hätte. Was mich dabei stört: das klingt jetzt fast so als wäre mir egal ob das Zeug physiologisch was tut. Ist es aber nicht. Ich will beides - das Ritual und den echten Effekt. Nur kann ich die halt nicht voneinander trennen und das ist vielleicht okay so. was ich mich frag: hast du das Ritual bei dir selbst auch? Also nicht nur Rote Bete, sondern irgendwas wo du weißt dass du es auch aus anderen Gründen machst als dem, den du offiziell angibst.
Zitat von markus_b82 am Juli 10, 2026, 21:29 Uhr@jana_w
Zitat von jana_whast du das Ritual bei dir selbst auch?
Ja, ehrlich gesagt schon. Bei mir ist es der Kaffee vor dem Lauf - nicht wegen Koffein, obwohl das natürlich auch eine Wirkung hat, sondern weil ich seit Jahren genau das mache: aufstehen, Kaffee, Schuhe anziehen, raus. Wenn das wegfällt, läuft irgendwas nicht rund, auch wenn ich das rational nicht begründen kann. Aber deine Frage geht tiefer, glaube ich. "Offiziell angibst" - das ist der Punkt der mich beschäftigt. Ich hab das Betanio damals nicht nur wegen der Nitratforschung getestet, sondern weil mich das Thema interessiert hat, weil ich was ausprobieren wollte, weil es sich nach Kontrolle angefühlt hat. Das physiologische Argument kam danach, als Legitimation. Das ist eigentlich ziemlich ehrlich zu sich selbst, wenn man's so formuliert. Was mich dabei stört: das wird in Selbstoptimierungs-Diskussionen fast nie gesagt. Alle reden über Wirkstoffkonzentrationen und Timing-Fenster und kein Mensch sagt "ich mach das auch weil's sich gut anfühlt, eine Entscheidung zu treffen". Ob das problematisch ist - keine Ahnung. Ich würde sagen: solange man nicht anfängt, Effekte zu erfinden die nicht da sind, ist das okay. Der Punkt wäre, wo man anfängt sich selbst zu belügen um das Ritual zu schützen. Und ich glaube das passiert öfter als man denkt, gerade bei Hobbysportlern die viel in ihre Vorbereitung investieren.
Zitat von jana_whast du das Ritual bei dir selbst auch?
Ja, ehrlich gesagt schon. Bei mir ist es der Kaffee vor dem Lauf - nicht wegen Koffein, obwohl das natürlich auch eine Wirkung hat, sondern weil ich seit Jahren genau das mache: aufstehen, Kaffee, Schuhe anziehen, raus. Wenn das wegfällt, läuft irgendwas nicht rund, auch wenn ich das rational nicht begründen kann. Aber deine Frage geht tiefer, glaube ich. "Offiziell angibst" - das ist der Punkt der mich beschäftigt. Ich hab das Betanio damals nicht nur wegen der Nitratforschung getestet, sondern weil mich das Thema interessiert hat, weil ich was ausprobieren wollte, weil es sich nach Kontrolle angefühlt hat. Das physiologische Argument kam danach, als Legitimation. Das ist eigentlich ziemlich ehrlich zu sich selbst, wenn man's so formuliert. Was mich dabei stört: das wird in Selbstoptimierungs-Diskussionen fast nie gesagt. Alle reden über Wirkstoffkonzentrationen und Timing-Fenster und kein Mensch sagt "ich mach das auch weil's sich gut anfühlt, eine Entscheidung zu treffen". Ob das problematisch ist - keine Ahnung. Ich würde sagen: solange man nicht anfängt, Effekte zu erfinden die nicht da sind, ist das okay. Der Punkt wäre, wo man anfängt sich selbst zu belügen um das Ritual zu schützen. Und ich glaube das passiert öfter als man denkt, gerade bei Hobbysportlern die viel in ihre Vorbereitung investieren.