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Rote Bete roh vs. Saft - spürt ihr da wirklich einen Unterschied?

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Ich frag mich das gerade weil ich heute morgen beim Frühstück saß und überlegt hab, ob ich einfach mal wieder auf die frische Knolle umsteige statt immer den Konzentrat zu nehmen. Ich mach das seit gut einem Jahr mit dem Rote-Bete-Konzentrat (Betanio PLUS) und bin ehrlich gesagt nie auf die Idee gekommen systematisch zu vergleichen. Jetzt hab ich letztens auf dem Markt hier in Leipzig frische Knollen mitgenommen, einfach so - und dann hab ich die roh geraspelt über den Salat. Geschmacklich ganz anders, irgendwie erdiger und ein bisschen schärfer als ich erwartet hätte. Ich mein, ich weiß dass Verarbeitung den Nitratgehalt verändern kann, aber ob das am Ende wirklich was ausmacht - keine Ahnung. Was mich interessiert: hat jemand von euch das mal wirklich verglichen? Also nicht wissenschaftlich, aber zumindest so halbwegs bewusst? Ich merke beim Sport manchmal Unterschiede in meinem Körpergefühl, aber ich weiß selbst dass ich das nicht sauber zuordnen kann. Zu viele Variablen, schlechter Schlaf, Stress durch Kundenprojekte - das überlagert sich alles. Und noch was: rohe Rote Bete und der Magen. Ich hatte nach der geraspelten Variante gestern abend leicht Bauchgrummeln, nicht schlimm, aber spürbar. Ist das normal beim Einstieg oder hat das jemand auch dauerhaft? Mit dem Saft hatte ich das nie. ich bin grad echt neugierig ob das eher individuell ist oder ob es da eine klare Tendenz gibt bei Leuten die das regelmäßig essen.

@jana_w

Zitat von jana_w

leicht Bauchgrummeln nicht schlimm, aber spürbar

ich hab da mal meine Hausärztin drauf angesprochen - nicht wegen Rote Bete speziell, aber wegen rohem Gemüse allgemein vor dem Training. Sie meinte, rohe Ballaststoffe in größerer Menge belasten den Darm einfach mehr als gegartes oder gepresstes, das ist keine große Erkenntnis aber zumindest mal eine echte Quelle statt irgendein Fitness-Blog. Was mich aber eigentlich bei deinem Post beschäftigt: du sagst "geraspelt über den Salat". Wie viel war das ungefähr? Eine halbe Knolle, eine ganze? Ich frag weil ich vermute dass viele Leute beim ersten Mal mit roh einfach zu viel nehmen - der Konzentrat dosiert sich quasi von selbst, du nimmst einen Schuss und gut ist. Bei der frischen Knolle raspelt man halt weiter bis der Salat schön aussieht und hat am Ende doppelt so viel drin. Kann ich mir vorstellen dass das Grummeln da einfach eine Mengenfrage ist und kein grundsätzliches Problem. Bei mir jedenfalls ist der Unterschied Saft vs. roh weniger ein Körpergefühl-Thema - da merk ich nichts signifikantes - sondern wirklich nur Geschmack und Praktikabilität. Und Betanio PLUS ist halt praktisch, der Preis ist trotzdem eine Frechheit, daran ändert sich nix.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

du nimmst einen Schuss und gut ist

Das ist eigentlich der Punkt, den ich bei Konzentraten oft unterschätzt finde - die Dosierbarkeit ist tatsächlich ein echter Vorteil, und das mein ich nicht ironisch. Ich hab das früher auch nicht so gesehen. Was mich bei dem Mengenpunkt aber beschäftigt: bei Betanio PLUS steht auf der Flasche eine Empfehlung, die auf Nitratgehalt pro Portion ausgelegt ist. Bei frischer Knolle weißt du das nicht. Der Nitratgehalt variiert je nach Sorte, Boden, Düngung - ich hab mal einen Artikel von der Universität Hohenheim überflogen (Abteilung Pflanzenernährung, war irgendwann 2022 oder 23, ich find den Link grad nicht mehr), da stand, dass die Schwankungen zwischen einzelnen Knollen erheblich sein können. Also selbst wenn @jana_w nächstes Mal nur eine halbe Knolle nimmt, weiß sie trotzdem nicht was drin ist. Das ist kein Argument gegen frische Rote Bete, nur gegen den Gedanken dass man da sauber vergleichen kann. Körpergefühl nach Knolle vs. nach Konzentrat ist halt kein kontrollierter Vergleich, schon wegen dieser Varianz. Was ich selbst beobachtet hab (mit dem Saft, nicht roh): an Tagen wo ich mehr als 200ml getrunken hab - was selten vorkommt - war der Magen tatsächlich unruhiger. Nicht dramatisch, aber merkbar. Ob das Nitrat war oder die Betalaine oder einfach der Säuregehalt, kann ich dir nicht sagen.

@markus_b82 ja, der Punkt mit der Nitrat-Varianz ist nicht falsch - das hab ich so noch nicht gedacht ehrlich gesagt. Aber ich frag mich ob das am Ende für die meisten Hobbyfahrer überhaupt relevant ist. Wir reden hier nicht von Profis die auf 2% Leistungssteigerung optimieren. Wenn ich vor der Granfondo eine Knolle ess und die hat 20% weniger Nitrat als die letzte - merke ich das? Ich sag mal: nein. Was mich bei deinem Beitrag aber mehr beschäftigt ist das mit den 200ml. Das klingt nach relativ viel auf einmal. Ich nehm Betanio PLUS meistens 2-3 Stunden vor dem Training, ein normaler Schuss, nicht mehr. Die Idee dass man da einfach mehr reinschüttet und dann mehr davon hat - kann ich so nicht unterschreiben, schon weil mir das vor langen Einheiten zu riskant wäre. Letzten Samstag hatte ich 80km in den Beinen und da will ich keinen Magen der rumzickt nach Kilometer 40. Das eigentliche Problem bei dem ganzen Vergleich roh vs. Saft ist für mich eher ein praktisches: frische Knolle kaufst du auf dem Markt wenn du hinkommst, das Konzentrat steht im Regal. An einem Donnerstagabend nach Spätschicht raspele ich keine Rübe mehr. Punkt.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

An einem Donnerstagabend nach Spätschicht raspele ich keine Rübe mehr.

Das ist wahrscheinlich der ehrlichste Satz in diesem Thread und ich kann ihn gut nachvollziehen. Genau das ist aber auch mein Punkt wenn jemand fragt ob roh vs. Konzentrat "wirklich einen Unterschied macht" - das ist keine rein physiologische Frage, das ist auch eine Frage was man überhaupt konsistent durchhält. Was mich aber bei deinem Granfondo-Beispiel interessiert: du nimmst das Konzentrat 2-3 Stunden vorher. Ich hab bisher immer gelesen dass der Peak bei Plasma-Nitrit eher so um die 2 Stunden liegt (hab das aus einem Review bei Nutrients, ich glaub 2019 oder 2020, such ich raus wenn jemand den Link will). Die Frage wäre dann ob du bei 80km das überhaupt noch im verwertbaren Fenster hast, wenn die Einheit 4-5 Stunden geht. Das ist kein Vorwurf, ich selbst hab das beim Halbmarathon nie wirklich nachgerechnet, ob ich das Timing optimiert hab oder ob ich einfach "irgendwann davor" getrunken hab. Ich glaub das ist ein Aspekt der in dem roh-vs-Saft-Vergleich komplett untergeht - Timing. Mit Konzentrat kannst du das zumindest halbwegs steuern, mit frischer Knolle beim Frühstück weißt du nochmal weniger wann du eigentlich im Fenster bist. Draußen ist es heute endlich mal wieder erträglich warm, ich überleg ob ich heute Abend noch eine lockere Runde drehe.

Zitat von markus_b82

ob du bei 80km das überhaupt noch im verwertbaren Fenster hast

Ehrlich gesagt hab ich da nie so drüber nachgedacht und das nervt mich jetzt ein bisschen. Nicht dich, mich selbst. Ich hab das immer mehr so behandelt wie Kaffee vor dem Training - irgendwie hilft es, irgendwann davor, fertig. Das Timing als eigene Variable, das ist ein anderer Gedanke. Aber ich frag mich ob das für einen Hobbyfahrer überhaupt operationalisierbar ist. Du sagst 2 Stunden Peak ok. Was mach ich dann bei einer Ausfahrt die ich spontan verlängere weil das Wetter passt? Ich kann nicht nochmal anhalten und nachdosieren. Das Konzentrat sitzt zuhause im Kühlschrank, ich bin irgendwo zwischen Herne und Castrop. Was mich an deinem Beitrag mehr beschäftigt ist das mit dem Review. Nutrients, 2019 oder 2020 - wenn du den findest, schick den mal rein. Ich lese das dann tatsächlich, auch wenn ich kein Wissenschaftler bin. Ich will nur wissen ob die Probanden in sowas Freizeitfahrer waren oder wieder irgendwelche Kaderathleten die fünf mal die Woche trainieren. Das macht für mich den Unterschied ob ich das auf mich übertrage oder nicht. Deine lockere Runde heute abend klingt gut. Ich hab morgen Frühschicht, also heute nix mehr.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

ob das für einen Hobbyfahrer überhaupt operationalisierbar ist

Das ist eigentlich die Frage die ich mir auch gestellt hab, und ich hab keine befriedigende Antwort darauf. Was ich sagen kann: in dem Review den ich meinte (ich such den morgen raus, ich hab das Lesezeichen irgendwo im Browser begraben) waren die Probanden tatsächlich gemischt - da waren keine Profi-Kaderathleten, eher trainierte Freizeitsportler im Bereich 3-5 Stunden Training pro Woche. Das ist näher an uns dran als die Extremsportler-Studien die mich sonst immer nerven. Zur spontanen Verlängerung der Ausfahrt: da hast du natürlich recht, das lässt sich nicht planen. Ich kenn das selbst - ich starte mit 90 Minuten im Kopf und komme nach zwei Stunden zurück weil der Weg zu schön war. Das Nitrit-Fenster ist dann halt längst vorbei. Aber ich frag mich ob das überhaupt so dramatisch ist. Ich mein, der Effekt ist kein An-Aus-Schalter. Ob da noch 30% des Peaks vorhanden sind oder null, das ist ein Gradientenproblem, kein Cliff. Was mich bei deiner Frage zu den Probanden beschäftigt: selbst wenn die Studie Freizeitfahrer hatte, bleibt das Problem dass Laborbedingungen eben Laborbedingungen sind. Da fährt keiner spontan nach Castrop weil das Wetter passt. Das überträgt sich halt nie eins zu eins.

Zitat von markus_b82

kein Cliff

Ja, das klingt vernünftig - und ich merke grad dass ich das eigentlich auch so gesehen hab, ohne es so formulieren zu können. Gradient, nicht Schalter. Das beruhigt mich mehr als es sollte ehrlich gesagt. Aber was mich jetzt beim Lesen deines letzten Posts beschäftigt hat: du sagst Laborbedingungen bleiben Laborbedingungen, und da stimme ich dir zu, keine Frage. Trotzdem frag ich mich ob das nicht ein bisschen das Kind mit dem Bade ausschüttet. Wenn wir jede Studie mit dem Argument "aber das ist kein echter Castrop-Ausflug" vom Tisch wischen, bleibt am Ende nur Bauchgefühl übrig. Und das hab ich auch - aber ich nenn das dann wenigstens so. Was mich wirklich interessiert und im Thread bisher noch nicht aufgetaucht ist: wie lange macht ihr das eigentlich schon so? Mit Timing, mit bewusstem Einsatz, nicht einfach nur "ich trink das halt manchmal". Bei mir ist das alles noch relativ neu, erste Granfondo im Herbst, ich improvisiere gerade mehr als ich plane. Vielleicht ist der ganze Optimierungsgedanke für mich schlicht zu früh - ich sollte erstmal die 120km fertig fahren bevor ich mir Gedanken mache ob mein Nitrit-Peak noch steht wenn ich Kilometer 80 erreiche.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

ich sollte erstmal die 120km fertig fahren bevor ich mir Gedanken mache ob mein Nitrit-Peak noch steht

Das ist eigentlich der produktivste Gedanke in diesem Thread seit einer Weile. Nicht weil Optimierung sinnlos ist, sondern weil die Reihenfolge stimmt. Ich hab das selbst zu spät kapiert - ich hab angefangen Nitrat-Timing zu recherchieren bevor ich meinen ersten Halbmarathon unter zwei Stunden hatte. War irgendwie verkehrt herum. Was mich bei deiner Frage "wie lange macht ihr das schon" aber wirklich beschäftigt: ich mach das bewusst seit vielleicht zwei Jahren, aber "bewusst" heißt bei mir auch nur, dass ich nicht einfach drauflos trinke. Ob mein Timing wirklich optimiert ist, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich hab das nie systematisch verändert und dann Leistungsdaten verglichen. Dafür bräuchte ich kontrollierte Läufe unter gleichen Bedingungen - gleiches Wetter, gleicher Kurs, gleicher Schlaf vorher. Das ist im Alltag eine Illusion. Was ich dir aber sagen kann: der Punkt "zuerst die Strecke fertig fahren" ist kein Rückschritt. Die physiologische Basis - Ausdauer, Fettstoffwechsel, Grundkondition - macht wahrscheinlich mehr aus als ob du 90 oder 120 Minuten vorher getrunken hast. Das ist nicht wissenschaftlich wasserdicht, aber das deckt sich mit dem was meine Hausärztin mal sinngemäß gesagt hat, als ich sie mit ähnlichem Kleinkram genervt hab.

@markus_b82

Zitat von markus_b82

Die physiologische Basis macht wahrscheinlich mehr aus

Ja, das glaub ich dir - und ich sag das nicht um höflich zu sein. Was mich aber bei diesem Satz grad kurz aufgehört hat zu lesen: das ist eigentlich das erste Mal im ganzen Thread dass jemand die Ernährungsfrage von der Trainingsfrage trennt. Ich hab die ganze Zeit so getan als wär Rote Bete ein eigenständiger Hebel, den ich optimieren kann. Dabei ist der Hebel wahrscheinlich so klein dass er im Rauschen meiner anderen Baustellen komplett untergeht. Ich mein ehrlich gesagt, ich hab erst seit diesem Frühjahr überhaupt strukturierter trainiert, vorher war das alles Freizeitrunden ohne Plan. Mein Fettstoffwechsel ist noch im Aufbau wenn ich das richtig verstehe. Und ich mach mir Gedanken über Nitrat-Fenster. Das ist schon komisch wenn mans so ausspricht. Was mich aber trotzdem noch beschäftigt - und das ist ein anderer Gedanke als alles vorher hier: wann fängt Optimierung überhaupt an, sinnvoll zu sein? Du sagst du machst das bewusst seit zwei Jahren. Hattest du da einen konkreten Moment wo du gedacht hast "jetzt bin ich so weit dass das relevant wird", oder ist das einfach passiert? Ich frag weil ich grad nicht weiß ob ich zu früh bin oder ob das gar keine Rolle spielt und man einfach anfangen soll.

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