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Rote Bete roh probiert - warum hat mir das keiner früher gesagt?

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Moin - also ich hab bisher immer nur gekochte Rote Bete gegessen, entweder selbst vorgekocht oder halt das Zeug aus der Vakuumpackung vom REWE. Und dann steht meine Nachbarin letzten Samstag mit nem frischen Bund aus ihrem Garten vor der Tür und sagt ich soll die mal roh essen. Ich so: ne danke, kenn ich, schmeckt nach Erde. Sie hat mich dann überredet. Dünn gehobelt, bisschen Zitrone drauf, Olivenöl - fertig. Echt jetzt - warum hat mir das vorher keiner gesagt?! Der Geschmack ist komplett anders. Weniger von dem erdigen Ding, mehr so leicht süßlich und irgendwie frisch. Ich hätte nicht gedacht dass ich das so stehen lasse aber ich hab die halbe Knolle so weggefuttert. Jetzt frag ich mich natürlich - ich fahr ja samstags immer lange Touren meistens so vier bis fünf Stunden - macht das einen Unterschied ob ich roh oder gekocht esse vor der Ausfahrt? Beim Kochen geht doch was verloren, ich mein das weiß man ja eigentlich bei jedem Gemüse. Aber ob das fürs Nitrat-Thema relevant ist... keine Ahnung ehrlich gesagt. Ich hab dazu nix gefunden was mich überzeugt hat. Mein Kollege (der Triathlet) sagt immer kochen ist egal, aber der sagt auch viele Sachen 😄

Hat da jemand konkrete Erfahrungen? Also nicht "ich hab gelesen dass" - sondern wirklich selbst ausprobiert, roh gegen gekocht, und ob man irgendwas gemerkt hat. Bei den Touren oder auch so im Alltag. Und falls jemand noch Rezepte hat wo man rohe Rote Bete gut unterbringt - bin offen. Die Hände danach sehen halt aus als hätt ich operiert.

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Schaltwerk ölen ist auch Ernährung.

@derbär die Frage roh vs. gekocht ist beim Nitrat-Thema tatsächlich nicht trivial, und dein Kollege liegt da vermutlich nicht komplett falsch - aber aus dem falschen Grund. Was ich aus einem Paper von Wylie et al. (2013, Applied Physiology) im Kopf hab: Nitrat selbst ist hitzeresistent, das bleibt beim Kochen weitgehend erhalten. Das Problem ist eher, wenn du in viel Wasser kochst und das wegschüttest - da geht einiges ins Kochwasser. Dämpfen oder Backen im Ganzen wäre besser als das klassische Abkochen. Roh hast du das also nicht wegen des Geschmacks besser - das kommt wohl eher daher, dass bei dir Zubereitung A schlicht weniger Verlust bedeutet als Zubereitung B. Ob das für eine vier-fünf-Stunden-Tour messbar was ausmacht, bezweifle ich. Ich hab das selbst nicht sauber getestet gekriegt, weil sich bei längeren Einheiten zu viele Variablen überlagern. Was mich an deinem Post mehr beschäftigt als das Nitrat: du sagst, du hast die halbe Knolle roh weggefuttert. Ich frag mich ob du das direkt vor der Tour machen würdest, weil rohe Rote Bete bei mir eine deutlich stärkere Verdauungsreaktion auslöst als gekochte - und das ist bei langer Ausfahrt einfach kein gutes Experiment. Hast du da schon Erfahrung, wie dein Magen roh damit umgeht, besonders nüchtern oder kurz vor Belastung?

@markus_b82

Zitat von markus_b82

rohe Rote Bete bei mir eine deutlich stärkere Verdauungsreaktion auslöst

Das ist der Punkt den ich direkt anspringen würde. Ich hab das nämlich auch gemerkt, nicht vor der Tour, sondern nach dem Abendessen - und der Magen hat sich abends noch bemerkbar gemacht. Nicht schlimm aber präsent. Roh ist halt kein sanfter Einstieg. @derbär ich sag dir: vor einer langen Ausfahrt wäre ich da sehr vorsichtig. Vier bis fünf Stunden und dann noch Magenspielereien, das kenn ich aus eigener Erfahrung mit anderem Zeugs und das macht keinen Spaß. Die Nitrat-Diskussion ist mir da ehrlich gesagt zweitrangig. Wenn du auf dem Rad sitzt und dein Verdauungstrakt dreht durch ist es dir egal ob du 10mg mehr Nitrat drin hattest. Was mich aber an deiner ganzen Beschreibung mehr interessiert: du hast die halbe Knolle so weggefuttert, weil sie gut geschmeckt hat. Nicht wegen irgendwas mit Stickstoffmonoxid oder Ausdauer. Ich find das eigentlich die ehrlichere Motivation. Wer was essen will weil es gut schmeckt, macht das häufiger - und dann summiert sich vielleicht was, ohne dass man jede Portion wie ein Experiment behandelt. Betanio PLUS kostet mich einen Arm für genau das was ich auch frisch kaufen kann, und jetzt erzähl mir einer warum das schlau ist.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

Betanio PLUS kostet mich einen Arm für genau das was ich auch frisch kaufen kann

Da bin ich geteilter Meinung, und zwar nicht aus Produktloyalität. Ich hab Betanio PLUS selbst getestet, aber der Vergleich "frische Knolle = Konzentrat" stimmt so nicht pauschal, weil du bei frischer Rübe schlicht nicht weißt was drin ist. Nitratgehalt schwankt enorm - je nach Sorte, Lagerung, Bodenbeschaffenheit. Das ist kein Marketing, das ist einfach Biochemie. Ob das in der Praxis relevant ist, andere Frage. Was mich bei deinem Kommentar aber mehr stört: du hast den Eindruck erweckt, als wäre das eine Art Entweder-oder. Ich seh das eher als Kontextfrage. Wer regelmäßig frisch kauft und selbst zubereitet, hat wahrscheinlich keinen Bedarf für Konzentrate. Wer unter Zeitdruck steht oder reproduzierbare Mengen will - andere Rechnung. Aber das ist nicht mal der Punkt der mich gerade beschäftigt. Was du sagst, dass derbär die Knolle weggefuttert hat weil sie gut schmeckt - da hast du recht, das ist die ehrlichere Motivation. Ich find's nur etwas naiv zu glauben, dass sich das dann schon "summiert". Wenn jemand kurz vor einer langen Tour rohe Rübe essen will weil sie gut schmeckt, und dann 40 Kilometer draußen sitzt mit einem Magen der nicht mitspielt, kommt der so schnell nicht wieder. Das ist auch eine Art von Summierung, nur die falsche. @derbär - hast du eigentlich irgendwas gemerkt nach dem rohen Essen, oder ist das problemlos geblieben?

Zitat von markus_b82

kommt der so schnell nicht wieder

@markus_b82 ja okay - das Argument zieht. Hab ich so noch nicht gedacht ehrlich gesagt. Zu deiner Frage: nein nix gemerkt danach. Aber ich hab die Rote Bete auch abends gegessen nicht direkt vor irgendwas. Kein Stress für den Magen, alles entspannt. Ob das vor ner Samstagsausfahrt anders wäre - keine Ahnung, ich wär da auch nicht leichtsinnig. Ich ess vor langen Touren eh nicht viel, das hab ich einmal falsch gemacht mit nem zu schweren Frühstück und das reicht. Was mich bei der ganzen Diskussion aber grad etwas nervt: wir reden jetzt schon ne Weile über Magen und Nitrat und Konzentrat - und das Ding das mich wirklich überrascht hat, nämlich dass die Knolle roh einfach komplett anders schmeckt, rutscht so ein bisschen unter den Tisch. Das ist doch eigentlich ne Info die man irgendwo vorher hätte kriegen können ne? Ich mein - ich ess das Zeug seit Jahren und niemand hat mal gesagt: versuch das mal dünn gehobelt mit Zitrone. Vielleicht ist das auch der Punkt. Nicht jede Essensentscheidung muss man von der Biochemie her aufrollen.

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Schaltwerk ölen ist auch Ernährung.

@derbär du sprichst da einen Punkt an, der mir gerade selbst wieder bewusst wird. Mit der Biochemie und all den Studien - das ist interessant ja, aber es erstickt einem ja fast die einfache Erfahrung. Bei mir im Garten habe ich festgestellt, dass ich lange Zeit viel zu kompliziert gedacht habe. Der Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks, und dann bin ich erst mal in so eine Spirale rein mit "wie lagere ich richtig, wie koche ich um Nährstoffverluste zu minimieren" - und am Ende aß ich weniger davon, weil es mir zu stressig wurde. Das Einfache ist manchmal wirklich das Bessere. Wenn die Knolle dünn gehobelt mit Zitrone und Öl einfach besser schmeckt, dann ist das ein verdammt guter Grund, sie öfter so zu essen. Und wenn dein Magen das verträgt - was du ja probiert hast - dann ist das auch schon die ganze Antwort, nicht wahr? Was mich aber neugierig macht: du sagst die halbe Knolle roh weggefuttert. Das ist ja nicht wenig. Wie oft probierst du das denn? Ich meine, ob du das jetzt regelmäßig so machst oder ob das eine Ausnahmesache bleibt weil deine Nachbarin dich überredet hat. Bei mir ist es so, dass ich meine Rote Beete eigentlich immer einmache oder koche - das ist einfach Gewohnheit nach all den Jahren. Aber vielleicht bin ich da auch in einer Schablone stecken geblieben.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

weil es mir zu stressig wurde

Das kenn ich. Ich hab das auch mal durch, diesen Optimierungsmodus wo man anfängt alles zu berechnen und am Ende macht man gar nix mehr weil jede Option irgendwie suboptimal ist. Das ist eigentlich das Problem mit dem ganzen Ernährungsthema wenn man anfängt sich tiefer reinzugraben. Aber was du sagst über Gewohnheit und Schablone - ich glaub da steckt mehr drin als es klingt. Ich ess seit Jahren vor dem Training was ich kenne, weil ich schlicht keine Lust hab auf Experimente kurz vor der Ausfahrt. Und genau deswegen hab ich rohe Rote Bete bis jetzt nie wirklich in den Kopf gekriegt als Option. Nicht weil ich die Knolle nicht mag sondern weil ich sie immer nur in der Vakuumpackung gesehen hab und die riecht nun mal nicht nach Entdeckung. @derbär deine Nachbarin hat da ehrlich gesagt mehr Ernährungsberatung geleistet als mancher Ratgeber den ich so online gesehen hab. Dünn hobeln mit Zitrone - das klingt so simpel dass ich mir selbst ein bisschen blöd vorkomme, das nie probiert zu haben. Ich frag mich grad ob das bei meiner Tochter auch so ein Türöffner wäre, also anderes Format, andere Reaktion. Die hat die gekochte Version letzens hart abgelehnt. Roh, dünn, mit irgendwas Saurem drauf - wär das was anderes? Wahrscheinlich nein aber man weiß ja nie.

@rote_socke_83 das mit deiner Tochter - ja, das könnte tatsächlich einen Unterschied machen. Bei Kindern ist es oft so, dass die Textur mehr zählt als bei Erwachsenen, und wenn sie die gekochte Version ablehnt, kann es sein dass roh und dünn gehobelt einfach ein anderes Gemüse ist für sie. Ich habe da bei meinen Enkelkindern ähnliches festgestellt nur halt mit anderem Gemüse.

Zitat von derbär

Nicht jede Essensentscheidung muss man von der Biochemie her aufrollen

- da muss ich dir absolut recht geben. Das ist mir gerade selbst wieder eingefallen, als ich deinen Beitrag gelesen habe. Mein Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen, und ich habe das ernst genommen, aber ich bin da auch nicht in irgendwelche Studien reingekrochen. Ich koche das Zeug, ich esse es, und mein Blutdruck ist besser geworden. Das reicht mir als Antwort. Was mich aber neugierig macht - du probierst die rohe Variante jetzt, weil deine Nachbarin dich überredet hat. Ich frage mich nur: kommt das dann in deinen Alltag rein oder bleibt das eher eine Sache die man macht wenn zufällig frische Knollen im Haus sind? Ich meine, bei mir funktioniert das so, dass ich meine aus dem Garten hole und dann läuft das Kochen und Einmachen wie von selbst. Das Rohe - das würde ich wahrscheinlich auch nur machen wenn ich gerade Lust drauf habe, nicht als Gewohnheit. Ob das bei dir anders ist?

@elvira_k

Zitat von elvira_k

kommt das dann in deinen Alltag rein oder bleibt das eher eine Sache die man macht wenn zufällig frische Knollen im Haus sind

Das ist die eigentlich ehrliche Frage, nicht nur für @derbär. Ich glaub die meisten Sachen die man "entdeckt" landen genau da - einmal begeistert, zweimal gemacht, dann vergessen weil der Alltag wieder dazwischenkommt. Bei mir ist das Problem ein anderes. Ich kauf keine frischen Knollen weil ich nie dran denke wenn ich im Markt bin. Das klingt blöd aber so ist das. Ich geh da mit Liste rein und die Liste kommt von dem was ich kenne. Rote Bete frisch steht da nie drauf. Das Zeug aus der Vakuumpackung hab ich zwischendurch mal daheim - aber das ist halt nicht das gleiche, das weiß ich jetzt auch. Ich frag mich grad ob das bei Kindern so funktioniert wie @elvira_k sagt mit der Textur. Meine Tochter lehnt die gekochte ab - das ist einfach Matsche für sie, glaub ich. Roh und dünn das ist optisch und von der Konsistenz her was anderes. Ich werd das Freitag einfach mal probieren. Ohne großen Aufwand, ohne Ansage, einfach auf den Tisch stellen. Wenn sie das Gesicht macht, macht sie das Gesicht. Aber zumindest weiß ich dann obs an der Form liegt oder generell. Das mit deinem Garten - Knollen direkt rausholen und dann läuft das - das klingt ehrlich gesagt nach dem einzigen Setup wo frische Rote Bete wirklich in den Alltag kommt ohne Extraaufwand. Wer keinen Garten hat kämpft da immer ein bisschen gegen sich selbst.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

Ich kauf keine frischen Knollen weil ich nie dran denke wenn ich im Markt bin

Das ist eigentlich das ehrlichste was in diesem Thread bisher gesagt wurde, und ich erkenn mich da teilweise selbst drin. Das Problem ist nicht Motivation oder Wissen, sondern schlicht Sichtbarkeit im Alltag. Wenn das Zeug nicht auf dem Zettel steht, landet es nicht im Korb. Was bei mir tatsächlich geholfen hat - nicht als Tipp gemeint, nur als Beobachtung - ist, dass ich frische Rote Bete angefangen hab direkt neben die Kartoffeln zu legen, weil ich die reflexartig auf jeden Einkauf draufsetze. Klingt banal. Ist es auch. Aber der Gedanke "Kartoffeln, und daneben noch was Lila" hat mich mehr dazu gebracht als jede Nitrat-Lektüre. Was mich bei dem ganzen Thread aber zunehmend beschäftigt: @elvira_k hatte das kurz angesprochen mit dem Hausarzt und Blutdruck, und das ist irgendwie einfach so stehengeblieben. Hast du da konkret irgendwas gemessen vorher/nachher, oder ist "Blutdruck besser geworden" eher ein subjektives Gefühl? Ich frag nicht um zu nerven, sondern weil das genau die Stelle ist wo ich aufhöre der Diskussion zu folgen wenn keine Zahlen kommen. @rote_socke_83 dein Freitag-Experiment mit der Tochter - ich bin ehrlich gesagt neugierig was rauskommt.

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