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Rote Bete roh in den Alltag - wie macht ihr das praktisch?

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@markus_b82 die Nichten-Beobachtung nehme ich mal als Hinweis, auch wenn das kein Beweis ist. Ich glaub das Problem bei meiner Zehnjährigen ist weniger der Geschmack als die Farbe. Die sieht das auf dem Teller und ist schon raus bevor sie probiert hat. Das kennt jeder Elternteil. Einmal hat meine Frau Rote Bete in einen Nudelteig gemacht - so ein pinkes Ding, sah aus wie aus nem Kinderbuch - und die Kleine hat das gegessen ohne Diskussion, weil sie die Verbindung nicht gezogen hat. Vielleicht ist das der Weg: verkleiden statt überreden.

Zitat von markus_b82

ob es eher die Ungewissheit ist, ob es sich lohnt

da ist was dran, das muss ich zugeben. Ich schieb manchmal Sachen nicht wegen der Zeit auf sondern weil ich nicht weiß ob ich danach enttäuscht bin. Das ist so ein Ding das ich von mir kenne - wenn ich nicht sicher bin obs was bringt, dann lieber lassen. Ist bei Nahrungsergänzung genauso. Beim Betanio PLUS hab ich auch erstmal drei Wochen überlegt ob ich überhaupt anfang. Dabei kostet das Ausprobieren bei einer Roten Bete im schlimmsten Fall zwei Euro und etwas Raspelzeit. Was mich gerade noch beschäftigt: du hast gesagt deine Nichte hat das ohne Kommentar gegessen, "was bei ihr schon eine Art Lob ist". Ich weiß nicht ob ich das für meine Tochter auch so deuten würde. Bei der bedeutet kein Kommentar meistens sie wartet auf den richtigen Moment um Nein zu sagen.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

kein Kommentar bedeutet sie wartet auf den richtigen Moment um Nein zu sagen

Das ist ehrlich gesagt die realistischere Lesart als meine. Ich hab das zu schnell verallgemeinert. Was mich bei dem Nudel-Punkt aber wirklich überrascht: deine Frau hat das also schon gelöst, ohne dass irgendwer im Thread drauf gekommen wäre. Die Farbe als Problem, nicht der Geschmack - und dann einfach die Farbe in etwas einbauen das ohnehin bunt sein darf. Das ist eigentlich die smartere Lösung als "mildere Sorte suchen" oder "Apfel dazu". Und der Betanio-Vergleich trifft mich mehr als er sollte. Ich hab das selbst so gemacht - wochenlang überlegt, Studien gelesen, und am Ende war der erste Schritt trotzdem irgendwie zufällig. Nicht weil ich überzeugt war sondern weil ich mal einen Test machen wollte. Bei einer Roten Bete aus dem Supermarkt ist das Risiko lächerlich klein, das weißt du selbst. Aber das Kalkül läuft im Kopf trotzdem ab. Was mich gerade noch beschäftigt, vielleicht weil ich heute etwas müde durch den Tag gehe: du hast gesagt "lieber lassen wenn ich nicht weiß ob es was bringt". Gilt das auch für Sachen die dir jemand konkret empfohlen hat - also nicht Eigeninitiative, sondern Tipp von außen? Ich frag mich ob der Hausarzt-Hinweis bei elvira_k genau deswegen funktioniert hat, weil jemand anderes die Entscheidung quasi vorweggenommen hat.

@markus_b82

Zitat von markus_b82

weil jemand anderes die Entscheidung quasi vorweggenommen hat

das ist ein Gedanke der mich grad wirklich beschäftigt. Ich glaub da ist mehr drin als es erstmal klingt. Wenn ich ehrlich bin: der Kollege der mich auf Betanio gebracht hat, hat das nicht mal als Empfehlung verpackt. Der hat nur erzählt was er selbst macht. Und trotzdem hat das was ausgelöst was drei Wochen eigenes Lesen nicht geschafft hat. Ich hab die Entscheidung dann trotzdem selbst getroffen - aber der Anstoß von außen hat irgendwie die Ungewissheit kleiner gemacht. Ob das beim Hausarzt genauso funktioniert, weiß ich nicht. Da kommt noch was dazu: wenn ein Arzt das sagt, hat das nochmal ein anderes Gewicht, weil du annimmst der weiß warum. Auch wenn er vielleicht wirklich nur "iss mehr Gemüse" meinte. Das ist dann dein Kopf der da auffüllt was nicht gesagt wurde. Was mich an deiner Frage stört - nicht falsch verstehen - ist dass sie impliziert ich bräuchte quasi Erlaubnis von außen um was auszuprobieren. Ich glaub das ist zu weit gegriffen. Bei der Roten Bete ist das eher Gleichgültigkeit als Angst. Ich hab einfach andere Baustellen auf dem Radar gerade. Und zur Frau: ja, sie hat das gelöst. Ich wüsste nur nicht ob ich das selbst so hinkriegen würde. Nudelteig machen ist nochmal ein eigenes Kapitel.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

sie hat das gelöst. Ich wüsste nur nicht ob ich das selbst so hinkriegen würde

Das finde ich ehrlich gesagt interessanter als die ganze Sortendisskussion vorher. Nicht weil Nudelteig so kompliziert wäre - sondern weil du das als eigenes Kapitel rahmst, das du nicht betrittst. Das ist kein Können-Problem, das ist ein "will ich dieses Projekt gerade angehen"-Problem. Was mich bei deinem letzten Absatz aber wirklich beschäftigt: du sagst, es ist Gleichgültigkeit, keine Angst. Ich glaub dir das - aber Gleichgültigkeit bei etwas das du ursprünglich aktiv gesucht hast (frische Knolle, Markt, bewusster als das Glas) klingt für mich eher wie aufgeschobenes Interesse. Du hast das Thema ja nicht zufällig aufgemacht hier. Und zur Erlaubnis-Sache: ich hab das nicht so gemeint. Der Punkt war eher dass externe Impulse manchmal einfach die Schwelle senken, ohne dass man sie wirklich braucht. Das ist kein Defizit, das passiert mir auch. Ich hab letztes Jahr monatelang einen Artikel über Herzratenvariabilität auf dem Schirm gehabt und dann letztlich angefangen damit weil ein Laufkollege beim Training nebenbei drüber geredet hat. Kein neues Argument, nur der Kontext hat sich geändert. Was mich gerade noch interessiert: hat deine Frau das mit dem Nudelteig einmal gemacht oder macht sie das öfter? Weil wenn das Öfters ist, hast du das Problem mit der Zehnjährigen schon gelöst - nur nicht unter deiner eigenen Regie.

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