Rote Beete roh knabbern – macht das Sinn oder ist gekocht besser?
Zitat von elvira_k am Juli 20, 2026, 05:32 UhrIch stelle mir gerade die Frage, ob ich meine Rote Beete aus dem Garten nicht auch mal roh essen könnte, anstatt sie immer zu kochen oder einzumachen. Der Hausarzt hat mir ja geraten, regelmäßig Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks, und bisher habe ich das hauptsächlich als Salat oder gekocht gemacht. Aber letzte Woche habe ich eine noch junge, dünnhäutige Knolle aus meinem Garten probiert. Ganz dünn geschält und in feine Streifen geraspelt. Und ehrlich gesagt war das überraschend, nicht unangenehm, nur eben intensiver im Geschmack als gekochte. Jetzt frage ich mich, ob da ein Unterschied ist, was die Wirkung angeht. Ich meine, wenn der Hausarzt mir das empfiehlt, sollte ich doch auch wissen, ob es einen Unterschied macht ob ich sie roh oder gekocht esse. Die Vitamine gehen ja beim Kochen verloren, das ist klar. Aber beim Blutdruck. Nützt da die rohe Variante mehr? Außerdem bin ich mir nicht ganz sicher, ob mein Magen die rohe Variante regelmäßig gut verträgt. Nach dem gekochten Gemüse hatte ich da nie Probleme, aber roh ist einfach was anderes für den Bauch. Hat da jemand von euch Erfahrung gemacht? Ich möchte nicht irgendwelche Konzentrate oder Säfte kaufen, wenn ich das frische Zeug aus dem Garten auch direkt nutzen kann, aber ich müsste eben wissen, ob sich der Aufwand lohnt.
Ich stelle mir gerade die Frage, ob ich meine Rote Beete aus dem Garten nicht auch mal roh essen könnte, anstatt sie immer zu kochen oder einzumachen. Der Hausarzt hat mir ja geraten, regelmäßig Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks, und bisher habe ich das hauptsächlich als Salat oder gekocht gemacht. Aber letzte Woche habe ich eine noch junge, dünnhäutige Knolle aus meinem Garten probiert. Ganz dünn geschält und in feine Streifen geraspelt. Und ehrlich gesagt war das überraschend, nicht unangenehm, nur eben intensiver im Geschmack als gekochte. Jetzt frage ich mich, ob da ein Unterschied ist, was die Wirkung angeht. Ich meine, wenn der Hausarzt mir das empfiehlt, sollte ich doch auch wissen, ob es einen Unterschied macht ob ich sie roh oder gekocht esse. Die Vitamine gehen ja beim Kochen verloren, das ist klar. Aber beim Blutdruck. Nützt da die rohe Variante mehr? Außerdem bin ich mir nicht ganz sicher, ob mein Magen die rohe Variante regelmäßig gut verträgt. Nach dem gekochten Gemüse hatte ich da nie Probleme, aber roh ist einfach was anderes für den Bauch. Hat da jemand von euch Erfahrung gemacht? Ich möchte nicht irgendwelche Konzentrate oder Säfte kaufen, wenn ich das frische Zeug aus dem Garten auch direkt nutzen kann, aber ich müsste eben wissen, ob sich der Aufwand lohnt.
Zitat von markus_b82 am Juli 20, 2026, 21:05 Uhr@elvira_k der Punkt mit dem Nitrat ist hier eigentlich der Kern, und da wird's interessant: Beim Kochen geht Nitrat, soweit ich das gelesen hab, kaum verloren - das ist wasserlöslich, ja, aber das Gemüse selbst bleibt ziemlich nitratreich, solange du's nicht stundenlang auslaugst. Was sich verändert beim Kochen ist eher die Zellstruktur und damit die Bioverfügbarkeit anderer Inhaltsstoffe (Folat z.B. tatsächlich hitzeempfindlich).
Zitat von elvira_kNützt da die rohe Variante mehr
Für den Blutdruck-Mechanismus über Nitrat-Nitrit-NO konkret: Ich kenn keine Studie die zeigt dass roh vs. gekocht da einen messbaren Unterschied macht, zumindest nicht für normale Haushaltsmengen. Hast du da eine Quelle für, was dein Hausarzt meinte? Weil "Rote Beete wegen Blutdruck" ist ein breites Feld, und ob der das auf Nitrat bezogen hat oder auf was anderes (Kalium, Betaine), wäre schon relevant. Was die Verträglichkeit angeht - ich hab selbst gemerkt, dass rohe Rote Beete für mich deutlich mehr Magenarbeit macht. Nicht schlimm, aber spürbar. Das liegt wahrscheinlich an der Rohfaser, die der Darm erstmal bearbeiten muss. Wenn du die Mengen klein hältst am Anfang und raspelst statt Stücke, sollte sich das einpendeln. Das mit dem Garten-eigenen Zeug ist übrigens ein echter Vorteil - frische Knollen haben merklich mehr Geschmack als das Glaszeug. Ob das auch mehr Nitrat bedeutet, hängt aber vom Boden und Düngung ab, nicht nur von der Frische.
@elvira_k der Punkt mit dem Nitrat ist hier eigentlich der Kern, und da wird's interessant: Beim Kochen geht Nitrat, soweit ich das gelesen hab, kaum verloren - das ist wasserlöslich, ja, aber das Gemüse selbst bleibt ziemlich nitratreich, solange du's nicht stundenlang auslaugst. Was sich verändert beim Kochen ist eher die Zellstruktur und damit die Bioverfügbarkeit anderer Inhaltsstoffe (Folat z.B. tatsächlich hitzeempfindlich).
Zitat von elvira_kNützt da die rohe Variante mehr
Für den Blutdruck-Mechanismus über Nitrat-Nitrit-NO konkret: Ich kenn keine Studie die zeigt dass roh vs. gekocht da einen messbaren Unterschied macht, zumindest nicht für normale Haushaltsmengen. Hast du da eine Quelle für, was dein Hausarzt meinte? Weil "Rote Beete wegen Blutdruck" ist ein breites Feld, und ob der das auf Nitrat bezogen hat oder auf was anderes (Kalium, Betaine), wäre schon relevant. Was die Verträglichkeit angeht - ich hab selbst gemerkt, dass rohe Rote Beete für mich deutlich mehr Magenarbeit macht. Nicht schlimm, aber spürbar. Das liegt wahrscheinlich an der Rohfaser, die der Darm erstmal bearbeiten muss. Wenn du die Mengen klein hältst am Anfang und raspelst statt Stücke, sollte sich das einpendeln. Das mit dem Garten-eigenen Zeug ist übrigens ein echter Vorteil - frische Knollen haben merklich mehr Geschmack als das Glaszeug. Ob das auch mehr Nitrat bedeutet, hängt aber vom Boden und Düngung ab, nicht nur von der Frische.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 20, 2026, 21:16 Uhr@markus_b82 der Punkt mit dem Boden und der Düngung ist interessant, das hab ich so noch gar nicht gedacht. Ich mein, ich kauf das Zeug ja meist im Laden oder jetzt eben Betanio PLUS als Konzentrat - und da weiß ich null was auf dem Acker passiert ist.
Zitat von markus_b82frische Knollen haben merklich mehr Geschmack als das Glaszeug
Kann ich so nicht unterschreiben, zumindest nicht pauschal. Kommt meiner Erfahrung nach brutal auf die Zubereitung an. Ich hab mal frische Knollen vom Wochenmarkt gehabt die echt fade waren, und das Glaszeug von einem bestimmten Anbieter war intensiver. Also Frisch = besser ist nicht automatisch. @elvira_k was mich bei deiner Frage eigentlich mehr interessiert: Hat dein Hausarzt konkret gesagt wie viel du essen sollst? Weil das ist bei Blutdruck doch der eigentliche Knackpunkt. Ein bissl roh knabbern hier und da, oder wirklich regelmäßig und in einer Menge die irgendwas bewegt - das ist ein Unterschied. Ich sag dir, ich hab mich da auch mal schlau machen wollen und bin dann irgendwann in Kreisen gedreht weil niemand wirklich sagt: nimm X Gramm täglich. Punkt. Entweder kommt was vages oder gleich die Supplement-Empfehlung. Was ich beim Raspeln noch gelernt hab - ganz dünn und dann kurz mit etwas Öl anmachen, das macht die Verträglichkeit merklich besser als wenn man einfach rohe Stücke runterschluckt. Ob das die Bioverfügbarkeit verändert weiß ich nicht, aber der Magen macht weniger Theater.
@markus_b82 der Punkt mit dem Boden und der Düngung ist interessant, das hab ich so noch gar nicht gedacht. Ich mein, ich kauf das Zeug ja meist im Laden oder jetzt eben Betanio PLUS als Konzentrat - und da weiß ich null was auf dem Acker passiert ist.
Zitat von markus_b82frische Knollen haben merklich mehr Geschmack als das Glaszeug
Kann ich so nicht unterschreiben, zumindest nicht pauschal. Kommt meiner Erfahrung nach brutal auf die Zubereitung an. Ich hab mal frische Knollen vom Wochenmarkt gehabt die echt fade waren, und das Glaszeug von einem bestimmten Anbieter war intensiver. Also Frisch = besser ist nicht automatisch. @elvira_k was mich bei deiner Frage eigentlich mehr interessiert: Hat dein Hausarzt konkret gesagt wie viel du essen sollst? Weil das ist bei Blutdruck doch der eigentliche Knackpunkt. Ein bissl roh knabbern hier und da, oder wirklich regelmäßig und in einer Menge die irgendwas bewegt - das ist ein Unterschied. Ich sag dir, ich hab mich da auch mal schlau machen wollen und bin dann irgendwann in Kreisen gedreht weil niemand wirklich sagt: nimm X Gramm täglich. Punkt. Entweder kommt was vages oder gleich die Supplement-Empfehlung. Was ich beim Raspeln noch gelernt hab - ganz dünn und dann kurz mit etwas Öl anmachen, das macht die Verträglichkeit merklich besser als wenn man einfach rohe Stücke runterschluckt. Ob das die Bioverfügbarkeit verändert weiß ich nicht, aber der Magen macht weniger Theater.
Zitat von markus_b82 am Juli 20, 2026, 21:31 UhrZitat von rote_socke_83niemand wirklich sagt: nimm X Gramm täglich
Das stimmt leider, und das ist kein Zufall. Die meisten Studien die ich kenne - Coles et al. 2012 z.B., oder die Meta-Analyse von Siervo aus 2013 - arbeiten mit Nitratmengen zwischen 300 und 500 mg pro Tag, aber die kommen dann oft aus standardisierten Säften mit bekanntem Nitratgehalt. Frische Knollen variieren da erheblich, je nach Sorte, Boden, Lagerdauer. Das macht eine pauschale Gramm-Angabe tatsächlich schwierig, nicht weil die Wissenschaft das verschleiert, sondern weil der Rohstoff eben keine konstante Größe ist. Was mich bei @rote_socke_83 noch beschäftigt: das mit dem Öl beim Raspeln klingt plausibel für die Magenverträglichkeit, aber für die Nitrat-Bioverfügbarkeit macht das eigentlich keinen Unterschied - Nitrat ist wasserlöslich, kein fettlöslicher Stoff. Für Betacyanine (die Farbpigmente) könnte es relevant sein, da wird in manchen Quellen Fettlöslichkeit angedeutet, aber da bin ich mir nicht sicher genug um das zu behaupten. Hast du da irgendwo was konkretes gelesen oder ist das eher eine Beobachtung aus der Praxis? @elvira_k die Frage an deinen Hausarzt wäre wirklich interessant - ob der Kalium oder Nitrat im Kopf hatte, das sind mechanistisch zwei verschiedene Baustellen. Kalium wirkt über die Nierenfunktion, Nitrat über den NO-Signalweg. Ich frag mich manchmal ob Allgemeinmediziner das immer sauber trennen.
Zitat von rote_socke_83niemand wirklich sagt: nimm X Gramm täglich
Das stimmt leider, und das ist kein Zufall. Die meisten Studien die ich kenne - Coles et al. 2012 z.B., oder die Meta-Analyse von Siervo aus 2013 - arbeiten mit Nitratmengen zwischen 300 und 500 mg pro Tag, aber die kommen dann oft aus standardisierten Säften mit bekanntem Nitratgehalt. Frische Knollen variieren da erheblich, je nach Sorte, Boden, Lagerdauer. Das macht eine pauschale Gramm-Angabe tatsächlich schwierig, nicht weil die Wissenschaft das verschleiert, sondern weil der Rohstoff eben keine konstante Größe ist. Was mich bei @rote_socke_83 noch beschäftigt: das mit dem Öl beim Raspeln klingt plausibel für die Magenverträglichkeit, aber für die Nitrat-Bioverfügbarkeit macht das eigentlich keinen Unterschied - Nitrat ist wasserlöslich, kein fettlöslicher Stoff. Für Betacyanine (die Farbpigmente) könnte es relevant sein, da wird in manchen Quellen Fettlöslichkeit angedeutet, aber da bin ich mir nicht sicher genug um das zu behaupten. Hast du da irgendwo was konkretes gelesen oder ist das eher eine Beobachtung aus der Praxis? @elvira_k die Frage an deinen Hausarzt wäre wirklich interessant - ob der Kalium oder Nitrat im Kopf hatte, das sind mechanistisch zwei verschiedene Baustellen. Kalium wirkt über die Nierenfunktion, Nitrat über den NO-Signalweg. Ich frag mich manchmal ob Allgemeinmediziner das immer sauber trennen.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 20, 2026, 21:42 Uhr@markus_b82 ehrlich gesagt, das mit dem Öl war keine Lektüre, sondern einfach Bauchgefühl. Hab irgendwann angefangen es so zu machen weil ich das von Karotten kannte - da sagt man ja auch immer Fett dazu für die Betacarotin-Geschichte. Hab das wohl einfach übertragen ohne groß nachzudenken. Danke für die Klarstellung, das merke ich mir.
Zitat von markus_b82ob Allgemeinmediziner das immer sauber trennen
Das ist mir zu akademisch gedacht ehrlich gesagt. Ich geh zum Arzt und der sagt mir was ich tun soll, nicht warum auf Molekülebene. Wenn er sagt Rote Beete hilft beim Blutdruck, dann ist das seine Einschätzung aus der Praxis. Ob er jetzt Nitrat oder Kalium im Kopf hat - meistens interessiert ihn das selbst nicht so tief. Meine Hausärztin zum Beispiel sagt mir immer "mehr Gemüse weniger Salz" und das war's. Kein Mechanismus, kein Signalweg. Und weißt du was, das reicht mir für den Alltag eigentlich auch. Was mich aber wirklich interessiert bei der ganzen Nitrat-Diskussion: wenn der Gehalt so stark schwankt je nach Boden und Sorte, was bringt dann überhaupt die frische Knolle als "gezielte" Maßnahme? Da weiß ich beim Betanio PLUS wenigstens was drin ist, auch wenn mir der Preis wehtut. Ich frag mich ob @elvira_k mit dem Garten-Zeug da nicht einfach ins Blaue schießt, ohne es zu wissen.
@markus_b82 ehrlich gesagt, das mit dem Öl war keine Lektüre, sondern einfach Bauchgefühl. Hab irgendwann angefangen es so zu machen weil ich das von Karotten kannte - da sagt man ja auch immer Fett dazu für die Betacarotin-Geschichte. Hab das wohl einfach übertragen ohne groß nachzudenken. Danke für die Klarstellung, das merke ich mir.
Zitat von markus_b82ob Allgemeinmediziner das immer sauber trennen
Das ist mir zu akademisch gedacht ehrlich gesagt. Ich geh zum Arzt und der sagt mir was ich tun soll, nicht warum auf Molekülebene. Wenn er sagt Rote Beete hilft beim Blutdruck, dann ist das seine Einschätzung aus der Praxis. Ob er jetzt Nitrat oder Kalium im Kopf hat - meistens interessiert ihn das selbst nicht so tief. Meine Hausärztin zum Beispiel sagt mir immer "mehr Gemüse weniger Salz" und das war's. Kein Mechanismus, kein Signalweg. Und weißt du was, das reicht mir für den Alltag eigentlich auch. Was mich aber wirklich interessiert bei der ganzen Nitrat-Diskussion: wenn der Gehalt so stark schwankt je nach Boden und Sorte, was bringt dann überhaupt die frische Knolle als "gezielte" Maßnahme? Da weiß ich beim Betanio PLUS wenigstens was drin ist, auch wenn mir der Preis wehtut. Ich frag mich ob @elvira_k mit dem Garten-Zeug da nicht einfach ins Blaue schießt, ohne es zu wissen.
Zitat von markus_b82 am Juli 20, 2026, 21:49 Uhr@rote_socke_83 das Argument mit dem Betanio PLUS und der bekannten Zusammensetzung ist eigentlich nicht schlecht - aber ich würd da trotzdem nachhaken. Die meisten Konzentrate geben Nitratgehalt pro Portion an, aber wie reproduzierbar das über verschiedene Chargen ist, hab ich noch nie wirklich geprüft gesehen. Hast du da irgendwo ein Datenblatt oder sowas vom Hersteller?
Zitat von rote_socke_83ins Blaue schießt, ohne es zu wissen
Das stimmt ja für fast jede Lebensmittelintervention, wenn man ehrlich ist. Ich weiß auch nicht wie viel Nitrat in meinem Rucola vom Markt steckt. Das ist kein Argument gegen frische Knolle, das ist ein Argument gegen die Illusion der Kontrolle generell. Was mich bei @elvira_k eigentlich mehr beschäftigt: Wenn der Hausarzt Rote Beete empfohlen hat, ist die Gegenfrage ob der irgendwas zur Dosis gesagt hat, oder ob das so ein "essen Sie mal mehr davon" war ohne Konkretisierung. Weil wenn keine Dosis dahinter steht, ist das eher eine allgemeine Gemüse-Empfehlung als eine gezielte Nitrat-Strategie. Das wäre für mich der relevante Unterschied. Und ob roh oder gekocht dabei eine Rolle spielt - ich bleibe bei meiner Einschätzung dass das für den Blutdruck-Mechanismus über Nitrat wahrscheinlich marginal ist, solange die Knolle nicht ausgelaugt wird.
@rote_socke_83 das Argument mit dem Betanio PLUS und der bekannten Zusammensetzung ist eigentlich nicht schlecht - aber ich würd da trotzdem nachhaken. Die meisten Konzentrate geben Nitratgehalt pro Portion an, aber wie reproduzierbar das über verschiedene Chargen ist, hab ich noch nie wirklich geprüft gesehen. Hast du da irgendwo ein Datenblatt oder sowas vom Hersteller?
Zitat von rote_socke_83ins Blaue schießt, ohne es zu wissen
Das stimmt ja für fast jede Lebensmittelintervention, wenn man ehrlich ist. Ich weiß auch nicht wie viel Nitrat in meinem Rucola vom Markt steckt. Das ist kein Argument gegen frische Knolle, das ist ein Argument gegen die Illusion der Kontrolle generell. Was mich bei @elvira_k eigentlich mehr beschäftigt: Wenn der Hausarzt Rote Beete empfohlen hat, ist die Gegenfrage ob der irgendwas zur Dosis gesagt hat, oder ob das so ein "essen Sie mal mehr davon" war ohne Konkretisierung. Weil wenn keine Dosis dahinter steht, ist das eher eine allgemeine Gemüse-Empfehlung als eine gezielte Nitrat-Strategie. Das wäre für mich der relevante Unterschied. Und ob roh oder gekocht dabei eine Rolle spielt - ich bleibe bei meiner Einschätzung dass das für den Blutdruck-Mechanismus über Nitrat wahrscheinlich marginal ist, solange die Knolle nicht ausgelaugt wird.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 20, 2026, 22:00 UhrZitat von markus_b82ein Argument gegen die Illusion der Kontrolle generell
Ok, das triff mich ein bisschen. Weil genau das ist ja mein Hauptargument für Betanio PLUS - und du säbelst das gerade ab ohne es direkt anzusagen. Ich geb dir recht, komplett sicher bin ich da auch nicht. Ein Datenblatt hab ich nie angefordert, das war mir ehrlich gesagt zu viel Aufwand. Ich hab dem Hersteller vertraut weil auf der Dose eine Zahl stand. Ist vielleicht naiv. Was mich aber trotzdem stört: zwischen "ich weiß nicht wie viel Nitrat in meinem Rucola steckt" und "ich weiß nicht was in meinem Konzentrat steckt" ist doch ein Unterschied. Beim Konzentrat hat jemand versprochen dass da ein bestimmter Wert drin ist. Beim Rucola hat das niemand versprochen, das ist einfach Rucola. Die Erwartungshaltung ist eine andere. @elvira_k ich würd deinen Hausarzt wirklich nochmal konkret fragen was er meinte. Nicht wegen Molekülebene oder so - sondern einfach damit du weißt ob du jetzt wirklich was gezielt ändern sollst oder ob das ein allgemeines "mehr Gemüse" war. Das ist praktisch relevant, weil sonst rennst du hinter einer Wirkung her die vielleicht gar nicht so gemeint war.
Zitat von markus_b82ein Argument gegen die Illusion der Kontrolle generell
Ok, das triff mich ein bisschen. Weil genau das ist ja mein Hauptargument für Betanio PLUS - und du säbelst das gerade ab ohne es direkt anzusagen. Ich geb dir recht, komplett sicher bin ich da auch nicht. Ein Datenblatt hab ich nie angefordert, das war mir ehrlich gesagt zu viel Aufwand. Ich hab dem Hersteller vertraut weil auf der Dose eine Zahl stand. Ist vielleicht naiv. Was mich aber trotzdem stört: zwischen "ich weiß nicht wie viel Nitrat in meinem Rucola steckt" und "ich weiß nicht was in meinem Konzentrat steckt" ist doch ein Unterschied. Beim Konzentrat hat jemand versprochen dass da ein bestimmter Wert drin ist. Beim Rucola hat das niemand versprochen, das ist einfach Rucola. Die Erwartungshaltung ist eine andere. @elvira_k ich würd deinen Hausarzt wirklich nochmal konkret fragen was er meinte. Nicht wegen Molekülebene oder so - sondern einfach damit du weißt ob du jetzt wirklich was gezielt ändern sollst oder ob das ein allgemeines "mehr Gemüse" war. Das ist praktisch relevant, weil sonst rennst du hinter einer Wirkung her die vielleicht gar nicht so gemeint war.
Zitat von markus_b82 am Juli 20, 2026, 22:21 UhrZitat von rote_socke_83beim Konzentrat hat jemand versprochen dass da ein bestimmter Wert drin ist
Das ist eigentlich ein fairer Punkt, und ich will das nicht wegwischen. Aber "versprechen" und "belegen" sind zwei verschiedene Dinge, und genau da ist für mich die Lücke. Ob das, was auf der Dose steht, auch chargenübergreifend hält, wäre eine andere Frage - und die beantwortet der Hersteller-Aufdruck nicht. Das ist kein Angriff auf Betanio PLUS speziell, das ist einfach wie Lebensmittelkennzeichnung funktioniert. Was mich bei deinem letzten Satz an @elvira_k aber ehrlich mehr beschäftigt: Du hast recht, dass sie nochmal fragen soll - aber ich frag mich, ob das Ergebnis dieser Frage überhaupt handlungsrelevant ist. Wenn der Hausarzt sagt "ich meinte Kalium", was ändert das für sie konkret? Rote Beete isst sie ja sowieso schon. Die Frage wäre dann eher ob sie die Menge anpassen sollte, und das wird der Arzt wahrscheinlich trotzdem nicht in Milligramm beantworten. Was ich aus dem Thread mitnehme, und das ist jetzt wirklich neu für mich: der Unterschied zwischen roh und gekocht für die Bioverfügbarkeit von Betacyaninen - da hab ich heute Nacht kurz nachgeschaut und bin auf nichts Eindeutiges gestoßen. Falls jemand da wirklich eine Quelle hat, würd mich das interessieren. Nicht für den Blutdruck-Mechanismus, sondern einfach weil ich wissen will ob mein Raspeln mit Olivenöl jeden Sonntag überhaupt irgendwas bringt außer Geschmack.
Zitat von rote_socke_83beim Konzentrat hat jemand versprochen dass da ein bestimmter Wert drin ist
Das ist eigentlich ein fairer Punkt, und ich will das nicht wegwischen. Aber "versprechen" und "belegen" sind zwei verschiedene Dinge, und genau da ist für mich die Lücke. Ob das, was auf der Dose steht, auch chargenübergreifend hält, wäre eine andere Frage - und die beantwortet der Hersteller-Aufdruck nicht. Das ist kein Angriff auf Betanio PLUS speziell, das ist einfach wie Lebensmittelkennzeichnung funktioniert. Was mich bei deinem letzten Satz an @elvira_k aber ehrlich mehr beschäftigt: Du hast recht, dass sie nochmal fragen soll - aber ich frag mich, ob das Ergebnis dieser Frage überhaupt handlungsrelevant ist. Wenn der Hausarzt sagt "ich meinte Kalium", was ändert das für sie konkret? Rote Beete isst sie ja sowieso schon. Die Frage wäre dann eher ob sie die Menge anpassen sollte, und das wird der Arzt wahrscheinlich trotzdem nicht in Milligramm beantworten. Was ich aus dem Thread mitnehme, und das ist jetzt wirklich neu für mich: der Unterschied zwischen roh und gekocht für die Bioverfügbarkeit von Betacyaninen - da hab ich heute Nacht kurz nachgeschaut und bin auf nichts Eindeutiges gestoßen. Falls jemand da wirklich eine Quelle hat, würd mich das interessieren. Nicht für den Blutdruck-Mechanismus, sondern einfach weil ich wissen will ob mein Raspeln mit Olivenöl jeden Sonntag überhaupt irgendwas bringt außer Geschmack.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 20, 2026, 22:35 Uhr@markus_b82 das mit dem Olivenöl-Raspeln jeden Sonntag - ich glaub da machst du dir mehr Gedanken als nötig. Wenn's schmeckt und der Magen mitmacht, ist das doch schon was. Nicht alles muss bioverfügbar optimiert sein. Aber zu deiner Frage ob du irgendwas gefunden hast zu Betacyaninen: ich hab da mal vor ein paar Wochen auf einer Ernährungsseite was überflogen, nichts Handfestes, die haben auch nur drumherumgeredet. Ehrlich gesagt glaub ich dass da einfach noch wenig solide Daten sind. Das ist halt kein Thema wo viel Geld in Forschung fließt.
Zitat von markus_b82ob das Ergebnis dieser Frage überhaupt handlungsrelevant ist
Da hast du einen Punkt. Aber ich denk trotzdem dass es einen Unterschied macht ob man weiß warum man was tut. Nicht für die Molekültheorie - sondern für die Konsequenz im Alltag. Wenn @elvira_k weiß dass es ums Kalium geht, isst sie vielleicht auch mal Banane oder Kartoffel statt sich krampfhaft täglich Rote Beete reinzuziehen. Das ist doch praktisch relevant. Was mich gerade noch beschäftigt - komplett anderer Gedanke: Hat eigentlich jemand von euch die Erfahrung gemacht dass rohe Rote Beete den Urin färbt stärker als gekochte? Meine Frau hat mich letzte Woche fast in den Wahnsinn getrieben wegen sowas, die dachte ernsthaft es stimmt was nicht. Ich hab das immer für ein Mythos gehalten dass das bei manchen Leuten passiert und bei anderen nicht.
@markus_b82 das mit dem Olivenöl-Raspeln jeden Sonntag - ich glaub da machst du dir mehr Gedanken als nötig. Wenn's schmeckt und der Magen mitmacht, ist das doch schon was. Nicht alles muss bioverfügbar optimiert sein. Aber zu deiner Frage ob du irgendwas gefunden hast zu Betacyaninen: ich hab da mal vor ein paar Wochen auf einer Ernährungsseite was überflogen, nichts Handfestes, die haben auch nur drumherumgeredet. Ehrlich gesagt glaub ich dass da einfach noch wenig solide Daten sind. Das ist halt kein Thema wo viel Geld in Forschung fließt.
Zitat von markus_b82ob das Ergebnis dieser Frage überhaupt handlungsrelevant ist
Da hast du einen Punkt. Aber ich denk trotzdem dass es einen Unterschied macht ob man weiß warum man was tut. Nicht für die Molekültheorie - sondern für die Konsequenz im Alltag. Wenn @elvira_k weiß dass es ums Kalium geht, isst sie vielleicht auch mal Banane oder Kartoffel statt sich krampfhaft täglich Rote Beete reinzuziehen. Das ist doch praktisch relevant. Was mich gerade noch beschäftigt - komplett anderer Gedanke: Hat eigentlich jemand von euch die Erfahrung gemacht dass rohe Rote Beete den Urin färbt stärker als gekochte? Meine Frau hat mich letzte Woche fast in den Wahnsinn getrieben wegen sowas, die dachte ernsthaft es stimmt was nicht. Ich hab das immer für ein Mythos gehalten dass das bei manchen Leuten passiert und bei anderen nicht.
Zitat von markus_b82 am Juli 20, 2026, 22:58 Uhr@rote_socke_83 das mit dem Urin ist tatsächlich kein Mythos, das nennt sich Beeturie und ist genetisch bedingt - grob gesagt hängt es daran ob du Betacyanin im Darm abbaust oder nicht. Bei manchen Leuten geht das glatt durch, bei anderen wird's resorbiert und landet dann im Urin. Das ist gut dokumentiert, unter anderem gibt's dazu einen Eintrag in älteren Ausgaben des British Journal of Urology wenn ich mich richtig erinnere, aber ich müsste das nochmal nachschlagen. Deine Frau ist also nicht die erste die erschrickt.
Zitat von rote_socke_83Das ist halt kein Thema wo viel Geld in Forschung fließt
Das stimmt, und ich würd noch einen Schritt weitergehen: Betacyanine sind als Farbstoff industriell interessant, als Biomarker oder Therapeutikum kaum. Das erklärt ziemlich direkt warum die Datenlage so dünn ist. Kein pharmazeutisches Interesse, keine großen Trials. Was mich bei der Beeturie-Frage aber wirklich interessiert: Ob roh vs. gekocht da einen Unterschied macht. Ich hab immer das Gefühl dass ich nach roher Rote Beete stärker betroffen bin, aber das könnte auch Einbildung sein, weil ich dann überhaupt mehr drauf achte. Kontrolliert hab ich das nie.
@rote_socke_83 das mit dem Urin ist tatsächlich kein Mythos, das nennt sich Beeturie und ist genetisch bedingt - grob gesagt hängt es daran ob du Betacyanin im Darm abbaust oder nicht. Bei manchen Leuten geht das glatt durch, bei anderen wird's resorbiert und landet dann im Urin. Das ist gut dokumentiert, unter anderem gibt's dazu einen Eintrag in älteren Ausgaben des British Journal of Urology wenn ich mich richtig erinnere, aber ich müsste das nochmal nachschlagen. Deine Frau ist also nicht die erste die erschrickt.
Zitat von rote_socke_83Das ist halt kein Thema wo viel Geld in Forschung fließt
Das stimmt, und ich würd noch einen Schritt weitergehen: Betacyanine sind als Farbstoff industriell interessant, als Biomarker oder Therapeutikum kaum. Das erklärt ziemlich direkt warum die Datenlage so dünn ist. Kein pharmazeutisches Interesse, keine großen Trials. Was mich bei der Beeturie-Frage aber wirklich interessiert: Ob roh vs. gekocht da einen Unterschied macht. Ich hab immer das Gefühl dass ich nach roher Rote Beete stärker betroffen bin, aber das könnte auch Einbildung sein, weil ich dann überhaupt mehr drauf achte. Kontrolliert hab ich das nie.