Rote Beete roh essen – faserig oder einfach eine Gewöhnungssache?
Zitat von elvira_k am Juli 21, 2026, 06:15 UhrIch habe mich ja die letzten Wochen immer mehr mit meiner Roten Beete aus dem Garten beschäftigt, und seit der Hausarzt mir geraten hat, mehr davon zu essen wegen des Blutdrucks, experimentiere ich herum. Bisher habe ich sie immer gekocht oder eingekocht, das kenne ich und das schmeckt mir auch gut. Aber neulich bin ich auf die Idee gekommen, sie mal roh zu versuchen. Dünn gehobelt mit etwas Öl und Essig. Das Problem ist nur: mir kommt die roh ganz anders vor, irgendwie faserig und hart im Mund. Ich weiß nicht ob das normal ist oder ob ich etwas falsch mache. Die Sorte aus meinem Garten ist eher klein und süßlich, wenn sie gekocht ist, aber roh schmeckt sie mir zu intensiv und die Konsistenz gefällt mir gar nicht. Meine Nachbarin meint, man muss sie ganz dünn schneiden, fast wie Carpaccio, dann wird es besser. Aber ich bin mir nicht sicher ob ich da nur meine Zeit verschwende oder ob ich mich einfach dran gewöhnen muss. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Sollte ich es anders zubereiten, oder ist es einfach eine Frage der Gewöhnung? Der Saft interessiert mich ehrlich gesagt weniger. Das ist mir zu konzentriert und kommt mir vor wie diese ganzen Nahrungsergänzungsmittel, die ich nicht brauche. Aber wenn ich die frische Knolle roh essen könnte, ohne dass es sich anfühlt wie Gummi zu kauen, wäre das praktisch.
Ich habe mich ja die letzten Wochen immer mehr mit meiner Roten Beete aus dem Garten beschäftigt, und seit der Hausarzt mir geraten hat, mehr davon zu essen wegen des Blutdrucks, experimentiere ich herum. Bisher habe ich sie immer gekocht oder eingekocht, das kenne ich und das schmeckt mir auch gut. Aber neulich bin ich auf die Idee gekommen, sie mal roh zu versuchen. Dünn gehobelt mit etwas Öl und Essig. Das Problem ist nur: mir kommt die roh ganz anders vor, irgendwie faserig und hart im Mund. Ich weiß nicht ob das normal ist oder ob ich etwas falsch mache. Die Sorte aus meinem Garten ist eher klein und süßlich, wenn sie gekocht ist, aber roh schmeckt sie mir zu intensiv und die Konsistenz gefällt mir gar nicht. Meine Nachbarin meint, man muss sie ganz dünn schneiden, fast wie Carpaccio, dann wird es besser. Aber ich bin mir nicht sicher ob ich da nur meine Zeit verschwende oder ob ich mich einfach dran gewöhnen muss. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Sollte ich es anders zubereiten, oder ist es einfach eine Frage der Gewöhnung? Der Saft interessiert mich ehrlich gesagt weniger. Das ist mir zu konzentriert und kommt mir vor wie diese ganzen Nahrungsergänzungsmittel, die ich nicht brauche. Aber wenn ich die frische Knolle roh essen könnte, ohne dass es sich anfühlt wie Gummi zu kauen, wäre das praktisch.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 21, 2026, 07:05 Uhr@elvira_k das mit dem Carpaccio-Tipp von deiner Nachbarin ist gar nicht so verkehrt, aber ich glaub der entscheidende Punkt ist was anderes. Wenn du die Scheiben nach dem Hobeln ein bisschen stehen lässt, mit Salz drüber, zieht das Wasser raus und die Fasern werden weicher. So ähnlich wie bei Gurke wenn man sie entwässert. Hab das mal irgendwo aufgeschnappt, meine ich bei einem Koch-Video, aber probiert hab ich's mit Roter Bete noch nicht selbst. Was mich bei dir interessiert: du schreibst, die Knolle aus dem Garten ist süßlich wenn sie gekocht ist. Ich frag mich ob das vielleicht auch Sortenabhängig ist. Die kleinen runden die man oft im Supermarkt sieht schmecken roh ziemlich anders als so eine große alte Knolle. Vielleicht ist deine Sorte schlicht nicht ideal für roh.
Zitat von elvira_kDas ist mir zu konzentriert und kommt mir vor wie diese ganzen Nahrungsergänzungsmittel
Das kann ich so nicht unterschreiben, aber ich versteh das Bauchgefühl dahinter. Ich sag dir, ich bin da selbst nicht sicher wo die Grenze ist. Draußen ist Schmuddelwetter heute, passt irgendwie zum Thema - Rote Bete fühlt sich gerade auch eher nach Herbst an als nach Juli.
@elvira_k das mit dem Carpaccio-Tipp von deiner Nachbarin ist gar nicht so verkehrt, aber ich glaub der entscheidende Punkt ist was anderes. Wenn du die Scheiben nach dem Hobeln ein bisschen stehen lässt, mit Salz drüber, zieht das Wasser raus und die Fasern werden weicher. So ähnlich wie bei Gurke wenn man sie entwässert. Hab das mal irgendwo aufgeschnappt, meine ich bei einem Koch-Video, aber probiert hab ich's mit Roter Bete noch nicht selbst. Was mich bei dir interessiert: du schreibst, die Knolle aus dem Garten ist süßlich wenn sie gekocht ist. Ich frag mich ob das vielleicht auch Sortenabhängig ist. Die kleinen runden die man oft im Supermarkt sieht schmecken roh ziemlich anders als so eine große alte Knolle. Vielleicht ist deine Sorte schlicht nicht ideal für roh.
Zitat von elvira_kDas ist mir zu konzentriert und kommt mir vor wie diese ganzen Nahrungsergänzungsmittel
Das kann ich so nicht unterschreiben, aber ich versteh das Bauchgefühl dahinter. Ich sag dir, ich bin da selbst nicht sicher wo die Grenze ist. Draußen ist Schmuddelwetter heute, passt irgendwie zum Thema - Rote Bete fühlt sich gerade auch eher nach Herbst an als nach Juli.
Zitat von markus_b82 am Juli 21, 2026, 07:22 Uhr@rote_socke_83 das mit dem Salzen klingt plausibel, aber ich bin skeptisch ob das bei Roter Bete genauso funktioniert wie bei Gurke. Die Zellstruktur ist deutlich dichter, und das was elvira_k als "faserig" beschreibt kommt wahrscheinlich von den Leitbündeln in der Knolle - nicht vom Wassergehalt. Ich hab das selbst getestet vor ein paar Monaten, frische Knolle vom Markt hier in der Region, dünn gehobelt, mit und ohne vorheriges Salzen. Den Unterschied in der Faserigkeit konnte ich ehrlich gesagt nicht reproduzieren.
Zitat von elvira_kroh schmeckt sie mir zu intensiv
Das kenn ich. Was bei mir geholfen hat - nicht beim Salzen, sondern beim Geschmack - war die Kombination mit etwas Fettigem, also Walnussöl statt neutralem Öl, und Zitrone statt Essig. Das bricht die Intensität ein bisschen. Ob das an der Biochemie liegt (Fett löst fettlösliche Aromastoffe) oder einfach Gewöhnung ist, kann ich dir nicht sagen. Zur Sortenfrage von rote_socke_83: Da bin ich tatsächlich neugierig. Ich kenne die Unterschiede bei Tomaten oder Paprika ziemlich gut, aber bei Roter Bete hab ich das nie systematisch verglichen. Hast du da eine Quelle für, oder ist das aus eigener Beobachtung? Was mich generell bei der ganzen Roh-Diskussion interessiert: Das Nitrat bleibt beim Kochen größtenteils erhalten (das ist gut belegt, u.a. über die EFSA-Daten zu Nitratgehalten in verarbeiteten Gemüseprodukten), aber wie es sich mit anderen Inhaltsstoffen verhält - Betalaine zum Beispiel - ist weniger klar.
@rote_socke_83 das mit dem Salzen klingt plausibel, aber ich bin skeptisch ob das bei Roter Bete genauso funktioniert wie bei Gurke. Die Zellstruktur ist deutlich dichter, und das was elvira_k als "faserig" beschreibt kommt wahrscheinlich von den Leitbündeln in der Knolle - nicht vom Wassergehalt. Ich hab das selbst getestet vor ein paar Monaten, frische Knolle vom Markt hier in der Region, dünn gehobelt, mit und ohne vorheriges Salzen. Den Unterschied in der Faserigkeit konnte ich ehrlich gesagt nicht reproduzieren.
Zitat von elvira_kroh schmeckt sie mir zu intensiv
Das kenn ich. Was bei mir geholfen hat - nicht beim Salzen, sondern beim Geschmack - war die Kombination mit etwas Fettigem, also Walnussöl statt neutralem Öl, und Zitrone statt Essig. Das bricht die Intensität ein bisschen. Ob das an der Biochemie liegt (Fett löst fettlösliche Aromastoffe) oder einfach Gewöhnung ist, kann ich dir nicht sagen. Zur Sortenfrage von rote_socke_83: Da bin ich tatsächlich neugierig. Ich kenne die Unterschiede bei Tomaten oder Paprika ziemlich gut, aber bei Roter Bete hab ich das nie systematisch verglichen. Hast du da eine Quelle für, oder ist das aus eigener Beobachtung? Was mich generell bei der ganzen Roh-Diskussion interessiert: Das Nitrat bleibt beim Kochen größtenteils erhalten (das ist gut belegt, u.a. über die EFSA-Daten zu Nitratgehalten in verarbeiteten Gemüseprodukten), aber wie es sich mit anderen Inhaltsstoffen verhält - Betalaine zum Beispiel - ist weniger klar.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 21, 2026, 07:41 Uhr@markus_b82 das mit den Leitbündeln klingt plausibel, aber ich glaub du machst da einen Fehler. Du hast an einer Knolle getestet, ob Salzen die Faserigkeit verändert. Das sagt mir wenig - eine Knolle ist keine Stichprobe. Ich mein das nicht persönlich, aber das ist genau das Argument das du gegen Studien bringen würdest wenn sie zu dünn wären.
Zitat von markus_b82Betalaine zum Beispiel - ist weniger klar
Da hast du mich erwischt ehrlich gesagt. Ich hab bisher immer nur auf die Nitratsache geschaut wenn's ums Kochen vs. Roh geht. Die Farbstoffe hab ich komplett ignoriert. Macht aber irgendwie Sinn dass die sich anders verhalten - das sieht man ja schon wenn man Rote Bete kocht, die Farbe im Wasser. Da geht offenbar was raus. Zur Sortenfrage: das war wirklich nur Beobachtung mauf einer seite. Kein Beleg, keine Quelle. Ich hab mal auf einem Stand hier in Bochum verschiedene Sorten nebeneinander gehabt und die rohen Stücke zum Probieren waren deutlich unterschiedlich in der Intensität. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Was mich bei @elvira_k noch interessiert: die schreibt, die Knolle ist süßlich wenn sie gekocht ist. Ich frag mich ob die Süße roh überhaupt rauskommt oder ob die erst beim Erhitzen entsteht - so wie bei Zwiebeln. Das wäre dann gar keine Gewöhnungssache sondern schlicht ein anderes Produkt.
@markus_b82 das mit den Leitbündeln klingt plausibel, aber ich glaub du machst da einen Fehler. Du hast an einer Knolle getestet, ob Salzen die Faserigkeit verändert. Das sagt mir wenig - eine Knolle ist keine Stichprobe. Ich mein das nicht persönlich, aber das ist genau das Argument das du gegen Studien bringen würdest wenn sie zu dünn wären.
Zitat von markus_b82Betalaine zum Beispiel - ist weniger klar
Da hast du mich erwischt ehrlich gesagt. Ich hab bisher immer nur auf die Nitratsache geschaut wenn's ums Kochen vs. Roh geht. Die Farbstoffe hab ich komplett ignoriert. Macht aber irgendwie Sinn dass die sich anders verhalten - das sieht man ja schon wenn man Rote Bete kocht, die Farbe im Wasser. Da geht offenbar was raus. Zur Sortenfrage: das war wirklich nur Beobachtung mauf einer seite. Kein Beleg, keine Quelle. Ich hab mal auf einem Stand hier in Bochum verschiedene Sorten nebeneinander gehabt und die rohen Stücke zum Probieren waren deutlich unterschiedlich in der Intensität. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Was mich bei @elvira_k noch interessiert: die schreibt, die Knolle ist süßlich wenn sie gekocht ist. Ich frag mich ob die Süße roh überhaupt rauskommt oder ob die erst beim Erhitzen entsteht - so wie bei Zwiebeln. Das wäre dann gar keine Gewöhnungssache sondern schlicht ein anderes Produkt.
Zitat von markus_b82 am Juli 21, 2026, 08:08 UhrZitat von rote_socke_83die Süße roh überhaupt rauskommt oder ob die erst beim Erhitzen entsteht
Das ist eigentlich die interessantere Frage im ganzen Thread. Bei Zwiebeln ist der Mechanismus gut beschrieben - Maillard-Reaktion und Abbau von Schwefelverbindungen beim Erhitzen. Ob bei Roter Bete etwas Vergleichbares passiert, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die Süße kommt vom Saccharose-Gehalt, der ist in der Knolle von Natur aus relativ hoch, aber ob der sich beim Kochen chemisch verändert oder ob es einfach eine Wahrnehmungssache ist (weil andere Bitterstoffe sich verflüchtigen), hab ich noch nirgendwo sauber erklärt gesehen. Hast du da eine Quelle für, oder bleibt das Spekulation? @rote_socke_83 dein Punkt gegen mein Einzeltest-Argument war fair, den nehm ich an. Ich hatte das selbst nicht als Beleg formuliert, aber du hast recht, dass ich das klarer hätte kennzeichnen sollen. Was mich bei elvira_ks ursprünglicher Frage noch beschäftigt: Sie beschreibt die Konsistenz als gummiähnlich. Das klingt für mich weniger nach Faserigkeit als nach zu dicken Scheiben. Unter zwei Millimeter, wirklich konsequent dünn, ist eine ganz andere Erfahrung. Ich hab das mal mit einem Gemüsehobel auf Stufe 1 gemacht - da bleibt kaum noch Widerstand übrig. Ob das dann aber noch sinnvoll ist für jemanden, dem die Intensität schon zu viel ist, ist eine andere Frage. Draußen wird's heute auch nicht besser, hab kurz aus dem Fenster geschaut.
Zitat von rote_socke_83die Süße roh überhaupt rauskommt oder ob die erst beim Erhitzen entsteht
Das ist eigentlich die interessantere Frage im ganzen Thread. Bei Zwiebeln ist der Mechanismus gut beschrieben - Maillard-Reaktion und Abbau von Schwefelverbindungen beim Erhitzen. Ob bei Roter Bete etwas Vergleichbares passiert, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die Süße kommt vom Saccharose-Gehalt, der ist in der Knolle von Natur aus relativ hoch, aber ob der sich beim Kochen chemisch verändert oder ob es einfach eine Wahrnehmungssache ist (weil andere Bitterstoffe sich verflüchtigen), hab ich noch nirgendwo sauber erklärt gesehen. Hast du da eine Quelle für, oder bleibt das Spekulation? @rote_socke_83 dein Punkt gegen mein Einzeltest-Argument war fair, den nehm ich an. Ich hatte das selbst nicht als Beleg formuliert, aber du hast recht, dass ich das klarer hätte kennzeichnen sollen. Was mich bei elvira_ks ursprünglicher Frage noch beschäftigt: Sie beschreibt die Konsistenz als gummiähnlich. Das klingt für mich weniger nach Faserigkeit als nach zu dicken Scheiben. Unter zwei Millimeter, wirklich konsequent dünn, ist eine ganz andere Erfahrung. Ich hab das mal mit einem Gemüsehobel auf Stufe 1 gemacht - da bleibt kaum noch Widerstand übrig. Ob das dann aber noch sinnvoll ist für jemanden, dem die Intensität schon zu viel ist, ist eine andere Frage. Draußen wird's heute auch nicht besser, hab kurz aus dem Fenster geschaut.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 21, 2026, 08:36 Uhr@markus_b82 das mit den Bitterstoffen die sich verflüchtigen - das klingt für mich plausibler als eine chemische Veränderung der Saccharose. Ich kenn das von Pastinaken, die werden süßer wenn sie Frost hatten, da steckt auch Stärkeabbau dahinter. Ob das bei Roter Bete ähnlich läuft weiß ich nicht, aber ich würd nicht einfach annehmen dass Saccharose sich beim Kochen chemisch umbaut. Eher dass was anderes wegfällt und die Süße dadurch stärker wahrgenommen wird.
Zitat von markus_b82wirklich konsequent dünn, ist eine ganz andere Erfahrung
Das glaub ich dir, aber ich frag mich ob @elvira_k das überhaupt will. Wenn jemand sagt die Intensität ist schon roh zu viel, dann ist hauchdünn schneiden vielleicht das falsche Ziel. Dann hast du mehr Oberfläche, mehr Kontakt mit dem Gaumen, und der Geschmack knallt noch mehr. Das wäre für mich eher ein Argument die Knolle so zu lassen wie sie ist und zu akzeptieren dass roh schlicht ein anderes Lebensmittel ist als gekocht. Was mich jetzt noch beschäftigt: elvira_k hat den Saft von vornherein ausgeschlossen wegen der Konzentration. Aber wenn das Problem ist dass roh zu intensiv ist, ist Saft ja eigentlich das Intensivste was geht. Irgendwo passt das für mich nicht ganz zusammen. Vielleicht ist das Geschmacksproblem gar nicht die Intensität sondern wirklich nur die Konsistenz und sie hat beides zusammengeworfen.
@markus_b82 das mit den Bitterstoffen die sich verflüchtigen - das klingt für mich plausibler als eine chemische Veränderung der Saccharose. Ich kenn das von Pastinaken, die werden süßer wenn sie Frost hatten, da steckt auch Stärkeabbau dahinter. Ob das bei Roter Bete ähnlich läuft weiß ich nicht, aber ich würd nicht einfach annehmen dass Saccharose sich beim Kochen chemisch umbaut. Eher dass was anderes wegfällt und die Süße dadurch stärker wahrgenommen wird.
Zitat von markus_b82wirklich konsequent dünn, ist eine ganz andere Erfahrung
Das glaub ich dir, aber ich frag mich ob @elvira_k das überhaupt will. Wenn jemand sagt die Intensität ist schon roh zu viel, dann ist hauchdünn schneiden vielleicht das falsche Ziel. Dann hast du mehr Oberfläche, mehr Kontakt mit dem Gaumen, und der Geschmack knallt noch mehr. Das wäre für mich eher ein Argument die Knolle so zu lassen wie sie ist und zu akzeptieren dass roh schlicht ein anderes Lebensmittel ist als gekocht. Was mich jetzt noch beschäftigt: elvira_k hat den Saft von vornherein ausgeschlossen wegen der Konzentration. Aber wenn das Problem ist dass roh zu intensiv ist, ist Saft ja eigentlich das Intensivste was geht. Irgendwo passt das für mich nicht ganz zusammen. Vielleicht ist das Geschmacksproblem gar nicht die Intensität sondern wirklich nur die Konsistenz und sie hat beides zusammengeworfen.
Zitat von markus_b82 am Juli 21, 2026, 08:58 Uhr@rote_socke_83 der Punkt mit der Oberfläche ist gut, daran hab ich nicht gedacht. Mehr Oberfläche, mehr Kontakt - das stimmt bei Schärfe zum Beispiel auch, wenn man Chili fein schneidet knallt das anders als grob gewürfelt.
Zitat von rote_socke_83vielleicht ist das Geschmacksproblem gar nicht die Intensität sondern wirklich nur die Konsistenz und sie hat beides zusammengeworfen
Das ist eigentlich eine saubere Beobachtung. Ich würde @elvira_k direkt fragen: Was genau stört mehr - dass es nach zu viel schmeckt, oder dass es sich falsch anfühlt im Mund? Weil das tatsächlich zwei verschiedene Probleme mit verschiedenen Lösungen wären. Wenn es die Konsistenz ist, kann man experimentieren. Wenn es der Geschmack ist, ist roh vielleicht schlicht nichts für sie - und das ist keine Niederlage, das ist eine Präferenz. Was mich bei dem ganzen Thread jetzt aber noch beschäftigt: elvira_k hat das ursprünglich angestoßen wegen Blutdruck, auf Rat ihrer Hausärztin. Das ist ja ein konkretes Ziel. Und wenn roh nicht funktioniert, ist die relevante Frage doch ob gekocht für diesen Zweck genauso gut ist. Nitrat bleibt beim Kochen weitgehend erhalten, das hab ich schon erwähnt. Aber ich weiß nicht ob die Hausärztin das spezifiziert hat oder ob das einfach "mehr Gemüse" war, verkleidet als Rote-Bete-Empfehlung.
@rote_socke_83 der Punkt mit der Oberfläche ist gut, daran hab ich nicht gedacht. Mehr Oberfläche, mehr Kontakt - das stimmt bei Schärfe zum Beispiel auch, wenn man Chili fein schneidet knallt das anders als grob gewürfelt.
Zitat von rote_socke_83vielleicht ist das Geschmacksproblem gar nicht die Intensität sondern wirklich nur die Konsistenz und sie hat beides zusammengeworfen
Das ist eigentlich eine saubere Beobachtung. Ich würde @elvira_k direkt fragen: Was genau stört mehr - dass es nach zu viel schmeckt, oder dass es sich falsch anfühlt im Mund? Weil das tatsächlich zwei verschiedene Probleme mit verschiedenen Lösungen wären. Wenn es die Konsistenz ist, kann man experimentieren. Wenn es der Geschmack ist, ist roh vielleicht schlicht nichts für sie - und das ist keine Niederlage, das ist eine Präferenz. Was mich bei dem ganzen Thread jetzt aber noch beschäftigt: elvira_k hat das ursprünglich angestoßen wegen Blutdruck, auf Rat ihrer Hausärztin. Das ist ja ein konkretes Ziel. Und wenn roh nicht funktioniert, ist die relevante Frage doch ob gekocht für diesen Zweck genauso gut ist. Nitrat bleibt beim Kochen weitgehend erhalten, das hab ich schon erwähnt. Aber ich weiß nicht ob die Hausärztin das spezifiziert hat oder ob das einfach "mehr Gemüse" war, verkleidet als Rote-Bete-Empfehlung.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 21, 2026, 09:10 Uhr@markus_b82 der letzte Punkt geht mir ehrlich gesagt nicht aus dem Kopf.
Zitat von markus_b82ob die Hausärztin das spezifiziert hat oder ob das einfach "mehr Gemüse" war
Das ist wahrscheinlich der realistischste Gedanke im ganzen Thread. Ich kenn das aus eigener Erfahrung - meine Hausärztin sagt auch manchmal "mehr Gemüse mehr Bewegung" und meint damit schlicht: mach irgendwas. Kein Nitrat, keine Betalaine, kein Benchmarking. Und da frag ich mich ob @elvira_k sich den ganzen Stress mit roh vs. gekocht überhaupt machen muss, wenn das Ziel Blutdruck ist. Ich mein, wenn Kochen das Nitrat weitgehend erhält - was du ja schon gesagt hast und was ich für plausibel halte - dann ist die Roh-Frage eigentlich eine reine Geschmacksfrage. Kein Gesundheitsargument dahinter. Das würde ich @elvira_k direkt sagen: wenn gekocht funktioniert und du das magst, dann iss es gekocht und gut ist. Punkt. Was mich dabei aber noch stört: keiner von uns weiß was die Hausärztin konkret gesagt hat. Vielleicht hat die einen spezifischen Grund gehabt, vielleicht auch nicht. Das wäre die einzige Frage die ich @elvira_k wirklich stellen würde.
@markus_b82 der letzte Punkt geht mir ehrlich gesagt nicht aus dem Kopf.
Zitat von markus_b82ob die Hausärztin das spezifiziert hat oder ob das einfach "mehr Gemüse" war
Das ist wahrscheinlich der realistischste Gedanke im ganzen Thread. Ich kenn das aus eigener Erfahrung - meine Hausärztin sagt auch manchmal "mehr Gemüse mehr Bewegung" und meint damit schlicht: mach irgendwas. Kein Nitrat, keine Betalaine, kein Benchmarking. Und da frag ich mich ob @elvira_k sich den ganzen Stress mit roh vs. gekocht überhaupt machen muss, wenn das Ziel Blutdruck ist. Ich mein, wenn Kochen das Nitrat weitgehend erhält - was du ja schon gesagt hast und was ich für plausibel halte - dann ist die Roh-Frage eigentlich eine reine Geschmacksfrage. Kein Gesundheitsargument dahinter. Das würde ich @elvira_k direkt sagen: wenn gekocht funktioniert und du das magst, dann iss es gekocht und gut ist. Punkt. Was mich dabei aber noch stört: keiner von uns weiß was die Hausärztin konkret gesagt hat. Vielleicht hat die einen spezifischen Grund gehabt, vielleicht auch nicht. Das wäre die einzige Frage die ich @elvira_k wirklich stellen würde.
Zitat von markus_b82 am Juli 21, 2026, 09:23 Uhr@rote_socke_83 du hast recht, dass das die realistischste Lesart ist. Aber ich würd das noch einen Schritt weiterdenken: Wenn die Hausärztin "mehr Rote Bete" gesagt hat und das tatsächlich auf Nitrat abzielt, dann ist die Dosierungsfrage eigentlich die relevantere. Weil man für einen messbaren Effekt auf den Blutdruck - das ist in den paar Studien die ich kenne, u.a. Ahluwalia et al. 2009 im Hypertension-Journal, mit recht hohen Mengen gearbeitet worden, so um die 500ml Saft täglich. Das ist keine "mehr Gemüse"-Portion, das ist ein gezieltes Protokoll. Ob elvira_k das überhaupt will oder ob ihre Hausärztin das so gemeint hat, weiß ich nicht. Aber ich finde es ein bisschen schade wenn jemand sich durch die Roh-vs.-gekocht-Frage quält ohne zu wissen ob das Ziel dahinter überhaupt erreichbar ist mit normalen Mengen im Alltag.
Zitat von rote_socke_83keiner von uns weiß was die Hausärztin konkret gesagt hat
Genau das. Ich frag mich ob @elvira_k das selbst weiß. "Mehr Rote Bete essen wegen Blutdruck" kann alles mögliche bedeuten, von echtem Nitrat-Protokoll bis zu pauschalem Gemüse-mehr-Tip. Das wäre die einzige Frage die ich ihr wirklich stellen würde - nicht ob roh oder gekocht, sondern was die Ärztin konkret empfohlen hat und ob da ein Zielwert oder eine Menge dahinter steckt.
@rote_socke_83 du hast recht, dass das die realistischste Lesart ist. Aber ich würd das noch einen Schritt weiterdenken: Wenn die Hausärztin "mehr Rote Bete" gesagt hat und das tatsächlich auf Nitrat abzielt, dann ist die Dosierungsfrage eigentlich die relevantere. Weil man für einen messbaren Effekt auf den Blutdruck - das ist in den paar Studien die ich kenne, u.a. Ahluwalia et al. 2009 im Hypertension-Journal, mit recht hohen Mengen gearbeitet worden, so um die 500ml Saft täglich. Das ist keine "mehr Gemüse"-Portion, das ist ein gezieltes Protokoll. Ob elvira_k das überhaupt will oder ob ihre Hausärztin das so gemeint hat, weiß ich nicht. Aber ich finde es ein bisschen schade wenn jemand sich durch die Roh-vs.-gekocht-Frage quält ohne zu wissen ob das Ziel dahinter überhaupt erreichbar ist mit normalen Mengen im Alltag.
Zitat von rote_socke_83keiner von uns weiß was die Hausärztin konkret gesagt hat
Genau das. Ich frag mich ob @elvira_k das selbst weiß. "Mehr Rote Bete essen wegen Blutdruck" kann alles mögliche bedeuten, von echtem Nitrat-Protokoll bis zu pauschalem Gemüse-mehr-Tip. Das wäre die einzige Frage die ich ihr wirklich stellen würde - nicht ob roh oder gekocht, sondern was die Ärztin konkret empfohlen hat und ob da ein Zielwert oder eine Menge dahinter steckt.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 21, 2026, 09:40 Uhr@markus_b82 die Studie kenn ich nicht, aber 500ml Saft täglich - das ist schon eine Ansage. Ich hab Betanio PLUS eine Weile genommen und selbst da ist man bei konzentriertem Extrakt, nicht bei 500ml frischem Saft. Wenn der Maßstab wirklich so ein Protokoll ist, dann reden wir über etwas völlig anderes als was @elvira_k gerade macht. Aber ich will da ehrlich sein: mir ist das zu weit von der eigentlichen Frage weggedriftet. elvira_k hat gefragt ob roh eine Gewöhnungssache ist. Wir diskutieren jetzt über Dosierungsprotokolle aus einem Hypertension-Journal. Das ist nicht ihr Problem gerade.
Zitat von markus_b82ob da ein Zielwert oder eine Menge dahinter steckt
Ja, das wäre die sinnvollste Frage. Aber ich wette, die Hausärztin hat das nicht in Milliliter oder Gramm formuliert. Das läuft dann so: "Rote Bete ist gut für den Blutdruck, essen Sie ruhig mehr davon." Punkt. Kein Protokoll, kein Zielwert. So läuft das meistens. Was mich jetzt noch beschäftigt, und das hat keiner bisher angesprochen: elvira_k baut die selbst an. Gartengemüse ist in der Regel nitratärmer als Supermarktware, weil da kein Stickstoffdünger gepusht wird. Falls das stimmt - ich hab das mal bei einem Gartenpodcast aufgeschnappt, kann ich nicht belegen - dann wäre ihre selbst gezogene Knolle vielleicht sogar die schlechtere Wahl für den Blutdruck-Effekt, egal ob roh oder gekocht.
@markus_b82 die Studie kenn ich nicht, aber 500ml Saft täglich - das ist schon eine Ansage. Ich hab Betanio PLUS eine Weile genommen und selbst da ist man bei konzentriertem Extrakt, nicht bei 500ml frischem Saft. Wenn der Maßstab wirklich so ein Protokoll ist, dann reden wir über etwas völlig anderes als was @elvira_k gerade macht. Aber ich will da ehrlich sein: mir ist das zu weit von der eigentlichen Frage weggedriftet. elvira_k hat gefragt ob roh eine Gewöhnungssache ist. Wir diskutieren jetzt über Dosierungsprotokolle aus einem Hypertension-Journal. Das ist nicht ihr Problem gerade.
Zitat von markus_b82ob da ein Zielwert oder eine Menge dahinter steckt
Ja, das wäre die sinnvollste Frage. Aber ich wette, die Hausärztin hat das nicht in Milliliter oder Gramm formuliert. Das läuft dann so: "Rote Bete ist gut für den Blutdruck, essen Sie ruhig mehr davon." Punkt. Kein Protokoll, kein Zielwert. So läuft das meistens. Was mich jetzt noch beschäftigt, und das hat keiner bisher angesprochen: elvira_k baut die selbst an. Gartengemüse ist in der Regel nitratärmer als Supermarktware, weil da kein Stickstoffdünger gepusht wird. Falls das stimmt - ich hab das mal bei einem Gartenpodcast aufgeschnappt, kann ich nicht belegen - dann wäre ihre selbst gezogene Knolle vielleicht sogar die schlechtere Wahl für den Blutdruck-Effekt, egal ob roh oder gekocht.