Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Rote Bete roh essen - wie viel ist realistisch am Tag?

Seite 1 von 2Nächste

ich frag mich das grad weil ich seit ein paar Wochen mehr auf die ganze Knolle setze statt nur auf Konzentrat. Konkret: ich hab neulich angefangen morgens ne kleine rohe Rote Bete in den Smoothie zu raspeln - so 50-60g, nicht mehr. Das läuft gut, schmeckt okay wenn genug Apfel drin ist. Aber dann hab ich gelesen - irgendwo auf nem Sportlerblock keine Ahnung mehr wo - dass man täglich bis zu 200g problemlos essen kann. Echt jetzt? Das kommt mir viel vor für roh. Ich hab mal aus Versehen ne ganze mittelgroße Knolle an einem Abend weggemacht (als Salat, mit Zitroen und Öl) und danach war mein Magen nicht komplett happy. Nicht schlimm aber merkbar. Also mich interessiert: was macht ihr so am Tag? Und vor allem - merkt ihr einen Unterschied ob ihr die Menge auf mehrere Mahlzeiten aufteilt oder alles auf einmal? Ich vermute da ist was dran. Der Magen scheint bei mir auf Portionsgröße zu reagieren mehr als auf die Gesamtmenge. Das Verfärbungsthema lass ich mal außen vor, das kennt hier jeder - da erschreck ich mich schon lange nicht mehr drüber. Mich wundert auch ob roh wirklich so viel besser ist als gekocht oder halt als Saft. Ich hab keine Ahnung ob da in der Praxis der Unterschied so groß ist wie manche behaupten. Klar hitze macht was mit Nährstoffen - aber wie viel bleibt denn beim Kochen wirklich auf der Strecke? Meine Hausärztin hat das neulich so halbgar kommentiert und war selbst nicht sicher. Bin gespannt was die roh-Fraktion hier so sagt

--
Schaltwerk ölen ist auch Ernährung.

@derbär die Sache mit deiner Hausärztin kenn ich - meine hat auch so ein "naja, Rote Bete ist ja gesund" geantwortet als ich konkret nach Nitratmengen gefragt hab. Keine wirkliche Aussage, nur Schulterzucken. Irgendwie typisch. Was mich bei dir interessiert: du raspelst die roh in den Smoothie, okay - aber merkt man da überhaupt noch was vom Biss? Ich frag das weil ich glaube dass der Magen auf Rohkost anders reagiert je nachdem wie fein die Zellen schon aufgebrochen sind. Geraspelt ist halt anders als wenn man in grobe Stücke beißt. Vielleicht reagiert dein Magen deswegen beim Smoothie entspannter als beim Salat - nicht nur wegen der Menge sondern weil der Verdauungsaufwand ein anderer ist. Die 200g roh täglich, ehrlich gesagt, das würd ich auch hinterfragen. Ich hab irgendwo gelesen - war glaub ich bei einem Sporternährungscoach in nem Newsletter, keine Fachzeitschrift - dass diese Mengenangaben oft aus Studien mit Saft stammen und dann einfach auf die ganze Knolle umgerechnet werden. Was aber nicht ganz stimmt weil der Saft halt konzentrierter ist und die Resorption anders läuft. Ich mein, das klingt logisch, aber ich hab das nicht selbst nachgeprüft. Ich persönlich bleib bei 50-70g roh und wenn ich mehr will nehm ich lieber was Verarbeitetes dazu - oder eben Betanio PLUS wenn ich vor nem langen Lauf bin. Beides zusammen find ich sinnvoller als einfach die Rohkostmenge hochzuschrauben bis der Magen streikt.

@jana_w der Punkt mit dem Aufbrechen der Zellen - das hat mich grad echt erwischt weil ich daran noch gar nicht gedacht hab. Klingt eigentlich logisch. Geraspelt vs. grobe Stücke ist halt mechanisch schon ein anderer Ausgangspunkt für den Magen.

Zitat von jana_w

diese Mengenangaben oft aus Studien mit Saft stammen und dann einfach auf die ganze Knolle umgerechnet werden

Das würde so einiges erklären ehrlich gesagt. Weil die 200g-Angabe kommt mir immer noch komisch vor wenn ich daran denke was ne ganze rohe Knolle für ein Volumen ist. Das sind echt zwei mittelgroße - die willst du täglich RAW nicht wirklich wegmachen wenn du noch irgendwas anderes essen willst. Was mich jetzt beschäftigt: wenn die Resorption bei Saft wirklich anders läuft - hat dann das Konzentrat noch ne andere Kurve als frischer Saft? Ich frag das weil Betanio PLUS ja nochmal verarbeiteter ist als frisch gepresst. Die schreiben irgendwas von "hochkonzentriert" auf der Verpackung aber was das konkret für die Bioverfügbarkeit heißt - keine Ahnung. Ich kenn das nur aus eigener Wahrnehmung und die sagt mir dass es bei langen Touren was tut. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich glaub ich bleib erstmal bei den 50-60g geraspelt und schau ob ich da noch Spielraum hab ohne dass der Magen muckt. Diese Hochrechnerei von irgendwelchen Newsletter-Coaches bringt mich nicht weiter

--
Schaltwerk ölen ist auch Ernährung.

@derbär die Frage zur Konzentrat-Kurve ist gut, ehrlich gesagt hab ich da auch keine saubere Antwort. Was ich sagen kann: ich merk bei Betanio PLUS einen anderen zeitlichen Verlauf als wenn ich frischen Saft trink - also ich hab das Gefühl dass es gleichmäßiger "sitzt" nicht so ein kurzer Peak und dann weg. Aber das ist komplett subjektiv, ich kann das nicht belegen. Was mich bei deinem letzten Post beschäftigt ist was anderes. Du sagst du bleibst bei 50-60g und schaust ob da noch Spielraum ist - aber ich würd mal fragen: Spielraum wofür? Wenn der Magen okay ist und du vor langen Touren merkst dass es dir was bringt, warum dann überhaupt hochschrauben? Ich mein, mehr ist bei Ernährungszeug nicht automatisch mehr Wirkung. Das ist so ein Reflex den ich bei mir selbst auch kenn - irgendwie immer denken die Menge muss optimiert werden. Ich hab das vor nem Jahr auch durchgemacht mit Magnesium, immer mehr gedacht und dann irgendwann gemerkt dass ich einfach die ganze Zeit Durchfall hatte und nichts gewonnen hab 😅

Bei Rote Bete glaub ich ist der Magen tatsächlich ein gutes Feedback-System. Der sagt dir schon wenn zu viel kommt, das hat derbär ja selbst erlebt. Ob dann 80g vs. 120g roh wirklich einen messbaren Unterschied in der Nitratversorgung macht - das bezweifle ich ohne vernünftige Vergleichsdaten ehrlich gesagt.

@jana_w der Magnesium-Vergleich ist eigentlich der treffendste Punkt in diesem ganzen Thread bisher. Dieses "mehr optimieren"-Reflex kenn ich von mir selbst sehr gut, und ich glaub das ist bei Ausdauersportlern generell überrepräsentiert - da ist man es halt gewohnt, Parameter zu tunen.

Zitat von jana_w

Ob dann 80g vs. 120g roh wirklich einen messbaren Unterschied in der Nitratversorgung macht

Das ist die eigentlich relevante Frage, und da würde mich interessieren ob das überhaupt jemand sauber untersucht hat - also konkret mit ganzer Knolle, nicht Saft, und über verschiedene Rohmengen hinweg. Ich hab da nichts gefunden, ehrlich gesagt. Die meisten Interventionstudien die ich kenn (Lansley, Wylie und so) arbeiten mit standardisierten Saftmengen, oft 500ml oder einem definierten Nitratgehalt in Millimol. Auf rohe Knollen lässt sich das schon deshalb nicht direkt übertragen, weil der Nitratgehalt je nach Sorte, Boden und Lagerdauer stark schwankt. Das macht die 200g-Daumenregel aus irgendwelchen Blogs noch fragwürdiger. Was ich mich frage: hat eigentlich jemand hier mal den Nitratgehalt verschiedener Knollen verglichen? Nicht im Labor, sondern einfach beim Einkauf - Supermarkt vs. Wochenmarkt vs. Bio. Meine Vermutung wäre dass da die Varianz größer ist als der Unterschied zwischen 80g und 120g. Dann wäre die ganze Mengendiskussion relativ.

Zitat von markus_b82

der Nitratgehalt je nach Sorte, Boden und Lagerdauer stark schwankt

das ist eigentlich der Punkt der mich am meisten beschäftigt hier. Weil wenn die Ausgangsvariable schon so unberechenbar ist, dann ist die ganze Mengendiskussion irgendwie ein bisschen sinnlos, oder? Du kaufst Rote Bete auf dem Wochenmarkt und ich kauf die im Rewe und wir reden beide von "100g" als ob das dasselbe wäre. Ich hab dazu keine Zahlen, ich mein das ehrlich gesagt nur aus dem Bauch raus. Aber ich erinner mich dass in nem Podcast - war der von Mikronährstoff-Irgendwas, ich find die Folge grad nicht mehr - mal jemand gesagt hat dass Lagerzeit allein schon einen ziemlich deutlichen Nitratabbau macht. Also frische Knolle vom Feld vs. drei Wochen im Supermarktlager - das soll sich merkbar unterscheiden. Ob das stimmt, keine Ahnung, ich hab das nicht nachgeprüft. @markus_b82 deine Frage nach Supermarkt vs. Markt vs. Bio ist interessant, aber ich glaub das lässt sich ohne Labor kaum beantworten, und Hobbysportler kaufen halt kein Nitrat-Testkit. Was man vielleicht noch reinbringen könnte: Ernte-Zeitpunkt im Jahr. Ich hab das Gefühl - komplett subjektiv - dass die Knollen im Herbst anders schmecken als jetzt im Sommer. Ob da auch der Nitratgehalt anders ist, weiß ich nicht. Ich frag mich ob man da nicht einfach pragmatisch werden sollte - gute Quelle soweit möglich, Menge die der Magen verträgt, und dann nicht weiter drüber nachdenken als nötig.

@jana_w der Pragmatismus-Ansatz am Ende klingt vernünftig, aber ich hak da kurz ein: "gute Quelle soweit möglich" ist halt leichter gesagt als getan, genau weil du selbst sagst, man kann das ohne Labor kaum beantworten.

Zitat von jana_w

Lagerzeit allein schon einen ziemlich deutlichen Nitratabbau macht

Das klingt plausibel, und ich hab tatsächlich mal was Ähnliches in einem Review-Paper gelesen - war irgendwas aus dem Journal of Food Composition, ich müsste das raussuchen, bin mir nicht mehr sicher ob 2018 oder 2019. Da ging es um Nitratveränderungen in Lagergemüse allgemein, Rote Bete war ein Beispiel. Aber "merkbar" ist halt relativ - ob das dann 10% weniger sind oder 40%, macht für die Praxis einen Unterschied. Was mich bei der ganzen Diskussion jetzt stört: wir reden über Mengenoptimierung bei einem Lebensmittel, dessen Ausgangswert wir nicht kennen, und das dann noch roh vs. gekocht vs. Konzentrat verglichen wird, als ob das alles auf einer Skala liegt. Das ist ein bisschen so wie wenn ich Lauftempotraining mache ohne je eine Uhr zu tragen und dann diskutiere ob 5 Sekunden pro Kilometer Unterschied machen. Ich mein, ich mach das selbst so -ich ess Rote Bete weil ich die Datenlage für Nitrat überzeugend genug finde und weil es mir subjektiv was bringt. Aber diese Feinjustiererei bei den Gramm-Angaben, ohne zu wissen was in der konkreten Knolle steckt, die fühlt sich zunehmend wie Kaffeesatzlesen an.

@markus_b82 das Uhr-Vergleich trifft mich irgendwie mehr als ich erwartet hab. Weil ich merk grad dass ich genau das mache - ich lauf auch manchmal ohne GPS, nach Gefühl, und finde das okay. Aber bei Ernährungssachen komm ich dann trotzdem an mit Gramm-Angaben als ob ich da irgendwas kontrollieren würde.

Zitat von markus_b82

Feinjustiererei bei den Gramm-Angaben, ohne zu wissen was in der konkreten Knolle steckt

ja. Und ich glaub das ist das eigentliche Problem mit dieser ganzen Diskussion hier - wir reden über Präzision wo keine ist. Was mich jetzt aber interessiert, und das ist mir erst durch deinen letzten Post bewusst geworden: vielleicht ist die Frage gar nicht "wie viel roh am Tag" sondern eher ob man überhaupt mit roher Knolle als Hauptquelle plant wenn man einen sportlichen Effekt will. Ich mein, wenn der Nitratgehalt so variabel ist, dann ist Konzentrat vielleicht nicht weil es "besser" ist sondern weil es zumindest halbwegs standardisiert ist. Das ist kein Argument für Betanio PLUS speziell, das wäre für jedes seriöse Konzentrat dasselbe. Wobei ich jetzt auch nicht sagen würde dass die ganze Roh-Knolle-Strategie sinnlos ist - ich mein, du isst trotzdem Rote Bete, du kriegst trotzdem irgendwas rein, nur halt mit mehr Rauschen in den Daten. Ob das für Hobbyläufer relevant ist oder nur für Leute die auf Zeiten optimieren...

@jana_w der letzte Punkt den du aufmachst ist eigentlich der interessanteste im ganzen Thread - die Frage ob Standardisierung der eigentliche Vorteil von Konzentrat ist, nicht irgendein Bioverfügbarkeits-Voodoo. Zitat von jana_w: ob man überhaupt mit roher Knolle als Hauptquelle plant wenn man einen sportlichen Effekt will

Das trifft für mich den Kern. Ich hab das bei mir selbst so gelöst, dass ich rohe Knolle und Konzentrat nicht als Alternativen behandle sondern als zwei verschiedene Anwendungsfälle. Alltag, kein konkretes Training in Sicht: Knolle, weil ich sowieso Rote Bete mag und der Nitrat-Bonus ein Nebeneffekt ist. Vor einem Wettkampf oder einem langen Lauf mit konkretem Belastungsziel: Konzentrat, weil ich da wenigstens halbwegs weiß was draufsteht. Das ist kein wissenschaftliches Protokoll, das ist einfach pragmatische Fehlerreduktion. Ich weiß nicht ob die Dosierangabe auf der Betanio-Flasche wirklich akkurat ist - da wäre ich neugierig ob die extern geprüft werden oder ob das Eigenangabe ist, hast du da mal was gelesen? Die meisten Hersteller schreiben "hochkonzentriert" ohne irgendeinen Referenzwert danebenzustellen. Was mich aber gerade beschäftigt: wenn der Nitratgehalt der frischen Knolle so variabel ist, müsste das bei wirklich seriöser Forschung zu ganzen Knollen eigentlich immer mit angegeben werden. Dass das in den Blogs die derbär zitiert hat nicht vorkommt, sagt eigentlich schon alles über die Qualität dieser 200g-Angaben. Edit: "triff" sollte natürlich "trifft" sein - und das Zitat war leicht aus dem Kontext gerissen, aber der Punkt bleibt stehen.

@markus_b82 die Frage ob Betanio extern geprüft wird - ehrlich gesagt hab ich das nie nachgeschaut, und ich merk gerade dass ich das einfach so hingenommen hab. Ich glaub ich hab irgendwann mal was auf deren Seite gelesen von "standardisierter Nitratmenge pro Shot" aber ob das ein Laborzertifikat dahinter hat oder einfach Eigendeklaration ist, weiß ich wirklich nicht. Das ist mir jetzt ein bisschen unangenehm zu sagen, weil ich das Zeug hier öfter empfehle. Ich schau das heute abend mal nach, falls die irgendwo Drittprüfung angeben. Was mich bei deinem Zwei-Anwendungsfall-Modell interessiert - du trennst also quasi nach Belastungskontext. Das klingt eigentlich sehr vernünftig und ich glaub ich mach das implizit auch so, nur hab ich das nie so klar formuliert. Aber eine Frage dazu: was machst du wenn du spontan einen langen Lauf dranhängst, also nicht geplant? Ich hab das am Wochenende manchmal - starte für 8km und lauf dann doch 16. Da hab ich dann halt was gegessen was ich gegessen hab.

Zitat von markus_b82

Eigenangabe ist

das ist bei Supplements generell das Problem, nicht nur bei Betanio. Ich erinner mich dass ein Sportapotheker in nem Podcast mal gesagt hat dass bei Nahrungsergänzung in Deutschland die Hersteller im Prinzip selbst verantwortlich sind für das was draufsteht, solange keine Heilsversprechen dabei sind. Klingt beruhigend wenig reguliert wenn ich das so schreibe.

Seite 1 von 2Nächste