Rote Bete im Glas vs. frische Knolle - schmeckt man das beim Sport wirklich?
Zitat von rote_socke_83 am Juli 16, 2026, 14:54 Uhr@markus_b82
Zitat von markus_b82Kaffee. Ich trink morgens vor der Ausfahrt fast immer einen
das ist ehrlich gesagt ne Frage die ich mir noch nie gestellt hab und ich trink auch immer einen vor der Tour. Manchmal zwei wenn die Nachtschicht davor lang war. Aber ich würd vorsichtig sein da jetzt noch ne Variable reinzuschmeißen - wir haben schon Mundspülung Timing, Mageninhalt, Vortage im Topf. Irgendwann ist das kein Gespräch mehr sondern ein Angstprojekt. Was mich bei deinem Kaffee-Punkt aber trotzdem beschäftigt ist was anderes. Koffein hat ja selbst einen Effekt auf Ausdauer, das ist halbwegs belegt soweit ich weiß. Wenn ich also morgens Kaffee trink und gut fahr, weiß ich noch weniger ob das die Rote Bete war oder das Koffein. Das macht die ganze Selbstbeobachtung noch unbrauchbarer. Ich frag mich ob wir uns hier eigentlich systematisch im Kreis drehen - wir suchen Signale in einem Rauschen das wir selbst produzieren. Das mit der Mundspülung lass ich trotzdem im Hinterkopf. Ich werd das nicht extra weglassen als Experiment, dafür ist mir das zu umständlich im Alltag - morgens läuft das einfach ab. Aber wenn ich das nächste Mal mal vergesse weil ich verschlafen hab, zähl ich das bewusst als Datenpunkt.
Zitat von markus_b82Kaffee. Ich trink morgens vor der Ausfahrt fast immer einen
das ist ehrlich gesagt ne Frage die ich mir noch nie gestellt hab und ich trink auch immer einen vor der Tour. Manchmal zwei wenn die Nachtschicht davor lang war. Aber ich würd vorsichtig sein da jetzt noch ne Variable reinzuschmeißen - wir haben schon Mundspülung Timing, Mageninhalt, Vortage im Topf. Irgendwann ist das kein Gespräch mehr sondern ein Angstprojekt. Was mich bei deinem Kaffee-Punkt aber trotzdem beschäftigt ist was anderes. Koffein hat ja selbst einen Effekt auf Ausdauer, das ist halbwegs belegt soweit ich weiß. Wenn ich also morgens Kaffee trink und gut fahr, weiß ich noch weniger ob das die Rote Bete war oder das Koffein. Das macht die ganze Selbstbeobachtung noch unbrauchbarer. Ich frag mich ob wir uns hier eigentlich systematisch im Kreis drehen - wir suchen Signale in einem Rauschen das wir selbst produzieren. Das mit der Mundspülung lass ich trotzdem im Hinterkopf. Ich werd das nicht extra weglassen als Experiment, dafür ist mir das zu umständlich im Alltag - morgens läuft das einfach ab. Aber wenn ich das nächste Mal mal vergesse weil ich verschlafen hab, zähl ich das bewusst als Datenpunkt.
Zitat von markus_b82 am Juli 16, 2026, 15:23 Uhr@rote_socke_83
Zitat von rote_socke_83Irgendwann ist das kein Gespräch mehr sondern ein Angstprojekt
Das ist fair, und ich nehm den Einwand an. Ich hab tatsächlich Tendenz dazu, Variablen aufzumachen bis man vor lauter Bäumen nichts mehr sieht. Aber der Punkt mit Koffein und Ausdauer ist ja genau das was mich stört - nicht als neue Variable zur Roten Bete, sondern weil Koffein selbst so gut belegt ist dass es das Rauschen, das du beschreibst, aktiv vergrößert. Wenn ich an einem guten Tag Kaffee hatte und Rote Bete, und an einem schlechten Tag keinen Kaffee aber Rote Bete, dann ist die Ausdauer-Beobachtung komplett wertlos. Das ist keine neue Variable - das ist ein Confounder der schon die ganze Zeit drin ist, nur haben wir ihn nicht benannt. Was mich an deinem letzten Satz eigentlich mehr beschäftigt: du sagst du zählst das nächste Mal das vergessene Mundspülen als Datenpunkt. Das finde ich ehrlich gesagt die realistischste Forschungsstrategie die hier im Thread aufgetaucht ist. Nicht systematisch, nicht geplant - aber zumindest bewusst wahrgenommen wenn es passiert. Ich mach das mit dem Kaffee genauso, wenn ich mal aus irgendeinem Grund keinen trink vor der Ausfahrt, merk ich mir das und schau wie der Lauf war. Das ist kein Experiment. Aber es ist mehr als rückwärts-Storytelling.
Zitat von rote_socke_83Irgendwann ist das kein Gespräch mehr sondern ein Angstprojekt
Das ist fair, und ich nehm den Einwand an. Ich hab tatsächlich Tendenz dazu, Variablen aufzumachen bis man vor lauter Bäumen nichts mehr sieht. Aber der Punkt mit Koffein und Ausdauer ist ja genau das was mich stört - nicht als neue Variable zur Roten Bete, sondern weil Koffein selbst so gut belegt ist dass es das Rauschen, das du beschreibst, aktiv vergrößert. Wenn ich an einem guten Tag Kaffee hatte und Rote Bete, und an einem schlechten Tag keinen Kaffee aber Rote Bete, dann ist die Ausdauer-Beobachtung komplett wertlos. Das ist keine neue Variable - das ist ein Confounder der schon die ganze Zeit drin ist, nur haben wir ihn nicht benannt. Was mich an deinem letzten Satz eigentlich mehr beschäftigt: du sagst du zählst das nächste Mal das vergessene Mundspülen als Datenpunkt. Das finde ich ehrlich gesagt die realistischste Forschungsstrategie die hier im Thread aufgetaucht ist. Nicht systematisch, nicht geplant - aber zumindest bewusst wahrgenommen wenn es passiert. Ich mach das mit dem Kaffee genauso, wenn ich mal aus irgendeinem Grund keinen trink vor der Ausfahrt, merk ich mir das und schau wie der Lauf war. Das ist kein Experiment. Aber es ist mehr als rückwärts-Storytelling.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 16, 2026, 15:39 UhrZitat von markus_b82mehr als rückwärts-Storytelling
ja okay, aber ich frag mich ob das nicht trotzdem noch zu optimistisch gedacht ist. Weil selbst das bewusste Wahrnehmen passiert ja immer noch rückwärts. Du merkst nach der Ausfahrt dass du keinen Kaffee hattest - nicht davor. Das heißt du ordnest das Gefühl schon einem Kontext zu bevor du weißt ob da was zu ordnen ist. Was mich bei deinem Beitrag eigentlich am meisten beschäftigt ist was du zwischen den Zeilen sagst: dass wir beide jetzt im Grunde auf Zufalls-Ausfälle warten um was zu lernen. Vergessene Mundspülung, mal kein Kaffee. Das ist ehrlich gesagt ne ziemlich armselige Forschungsmethode für erwachsene Menschen die sich selbst für halbwegs rational halten. Ich sag das nicht gegen dich, ich mein mich genauso. Was ich noch nicht im Thread gesehen hab - und das ist mir gerade erst eingefallen, wirklich jetzt grade: hat eigentlich jemand mal den Unterschied zwischen Werktag und Wochenende auf dem Schirm gehabt? Ich fahr samstags, das ist mein Haupttag. Aber samstags frühstück ich anders als unter der Woche, schon allein weil keine Schicht kommt. Mehr Zeit, anderes Zeug im Kühlschrank, oft auch später aufgestanden. Wenn mein "Experiment" immer samstags ist, vergleich ich nie unter gleichen Bedingungen. Nicht mal im eigenen Leben.
Zitat von markus_b82mehr als rückwärts-Storytelling
ja okay, aber ich frag mich ob das nicht trotzdem noch zu optimistisch gedacht ist. Weil selbst das bewusste Wahrnehmen passiert ja immer noch rückwärts. Du merkst nach der Ausfahrt dass du keinen Kaffee hattest - nicht davor. Das heißt du ordnest das Gefühl schon einem Kontext zu bevor du weißt ob da was zu ordnen ist. Was mich bei deinem Beitrag eigentlich am meisten beschäftigt ist was du zwischen den Zeilen sagst: dass wir beide jetzt im Grunde auf Zufalls-Ausfälle warten um was zu lernen. Vergessene Mundspülung, mal kein Kaffee. Das ist ehrlich gesagt ne ziemlich armselige Forschungsmethode für erwachsene Menschen die sich selbst für halbwegs rational halten. Ich sag das nicht gegen dich, ich mein mich genauso. Was ich noch nicht im Thread gesehen hab - und das ist mir gerade erst eingefallen, wirklich jetzt grade: hat eigentlich jemand mal den Unterschied zwischen Werktag und Wochenende auf dem Schirm gehabt? Ich fahr samstags, das ist mein Haupttag. Aber samstags frühstück ich anders als unter der Woche, schon allein weil keine Schicht kommt. Mehr Zeit, anderes Zeug im Kühlschrank, oft auch später aufgestanden. Wenn mein "Experiment" immer samstags ist, vergleich ich nie unter gleichen Bedingungen. Nicht mal im eigenen Leben.
Zitat von markus_b82 am Juli 16, 2026, 15:53 UhrZitat von rote_socke_83samstags frühstück ich anders als unter der Woche
Das ist eigentlich der beste Punkt den du heute gebracht hast, weil er das Problem nicht theoretisch beschreibt sondern konkret macht. Ich bin bei mir genauso: unter der Woche bin ich um 6:30 wach, Kaffee, schnell was essen, dann Rechner an. Samstags wenn ich laufe, ist das komplett anders strukturiert - mehr Schlaf, anderes Frühstück, kein Termindruck. Und genau in diesem Kontext passiert meine "Beobachtung" zur Roten Bete. Das ist kein Experiment, das ist ein anderer Mensch an einem anderen Tag. Was mich da noch weiterführt: du sprichst von "nie unter gleichen Bedingungen". Ich glaub das stimmt, aber ich frag mich ob man das überhaupt als Problem behandeln muss. Weil wenn ich ehrlich bin, trainiere ich auch immer samstags, immer in demselben Kontext. Das heißt zumindest die Bedingungen sind konsistent innerhalb ihrer eigenen Variante, nur eben nicht vergleichbar mit Werktagen. Das macht die Samstags-Beobachtung vielleicht nicht wertlos, nur eben sehr eng begrenzt. Ich lern da nichts über "Rote Bete generell", nur über "Rote Bete an meinen Samstagen". Hast du eigentlich irgendwann auch mal unter der Woche trainiert, so als Vergleich? Ich mein nicht als Experiment, sondern einfach weil es sich ergeben hat.
Zitat von rote_socke_83samstags frühstück ich anders als unter der Woche
Das ist eigentlich der beste Punkt den du heute gebracht hast, weil er das Problem nicht theoretisch beschreibt sondern konkret macht. Ich bin bei mir genauso: unter der Woche bin ich um 6:30 wach, Kaffee, schnell was essen, dann Rechner an. Samstags wenn ich laufe, ist das komplett anders strukturiert - mehr Schlaf, anderes Frühstück, kein Termindruck. Und genau in diesem Kontext passiert meine "Beobachtung" zur Roten Bete. Das ist kein Experiment, das ist ein anderer Mensch an einem anderen Tag. Was mich da noch weiterführt: du sprichst von "nie unter gleichen Bedingungen". Ich glaub das stimmt, aber ich frag mich ob man das überhaupt als Problem behandeln muss. Weil wenn ich ehrlich bin, trainiere ich auch immer samstags, immer in demselben Kontext. Das heißt zumindest die Bedingungen sind konsistent innerhalb ihrer eigenen Variante, nur eben nicht vergleichbar mit Werktagen. Das macht die Samstags-Beobachtung vielleicht nicht wertlos, nur eben sehr eng begrenzt. Ich lern da nichts über "Rote Bete generell", nur über "Rote Bete an meinen Samstagen". Hast du eigentlich irgendwann auch mal unter der Woche trainiert, so als Vergleich? Ich mein nicht als Experiment, sondern einfach weil es sich ergeben hat.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 16, 2026, 16:25 Uhr@markus_b82
Zitat von markus_b82nur über "Rote Bete an meinen Samstagen"
ja genau das - und ich glaub das ist eigentlich die ehrlichste Aussage die man über diese ganze Selbstbeobachtungs-Geschichte treffen kann. Wir lernen nicht über Rote Bete wir lernen über uns selbst an bestimmten Tagen unter bestimmten Bedingungen. Das ist nicht nichts, aber es ist auch nicht das was wir glauben herauszufinden. Zur Frage ob ich mal unter der Woche trainiert hab: ja, selten, aber es kam vor. Meistens wenn samstags was dazwischen kam - letzten Herbst hatte ich mal zwei Wochen wo samstags einfach Familie war und ich dann mittwochs oder donnerstags auf die Rolle gegangen bin. Und da ist mir ehrlich gesagt aufgefallen dass ich das Frühstück total anders angegangen bin. Schneller, weniger, weil die Schicht drumherum war. Von Rote Bete keine Spur, da hab ich einfach genommen was da war. Und die Einheiten waren - weiß nicht wie ich das sagen soll - nicht schlechter. Aber ich hab auch kürzer trainiert und die Rolle ist halt die Rolle, kein Vergleich mit 80km draußen. draußen ist heute übrigens nicht so toll, typisch Ruhrpott mitte Juli, grau und feucht. Was mich aber bei deiner Frage eigentlich mehr beschäftigt: du sagst "wertlos" vs. "eng begrenzt" - ich würd noch einen Schritt weiter gehen. Vielleicht ist "eng begrenzt auf meine Samstage" sogar das Maximalziel das realistisch ist. Nicht als Niederlage sondern weil ich kein Labor bin. Ich bin ein 41-jähriger Typ aus Bochum der samstags fährt.
Zitat von markus_b82nur über "Rote Bete an meinen Samstagen"
ja genau das - und ich glaub das ist eigentlich die ehrlichste Aussage die man über diese ganze Selbstbeobachtungs-Geschichte treffen kann. Wir lernen nicht über Rote Bete wir lernen über uns selbst an bestimmten Tagen unter bestimmten Bedingungen. Das ist nicht nichts, aber es ist auch nicht das was wir glauben herauszufinden. Zur Frage ob ich mal unter der Woche trainiert hab: ja, selten, aber es kam vor. Meistens wenn samstags was dazwischen kam - letzten Herbst hatte ich mal zwei Wochen wo samstags einfach Familie war und ich dann mittwochs oder donnerstags auf die Rolle gegangen bin. Und da ist mir ehrlich gesagt aufgefallen dass ich das Frühstück total anders angegangen bin. Schneller, weniger, weil die Schicht drumherum war. Von Rote Bete keine Spur, da hab ich einfach genommen was da war. Und die Einheiten waren - weiß nicht wie ich das sagen soll - nicht schlechter. Aber ich hab auch kürzer trainiert und die Rolle ist halt die Rolle, kein Vergleich mit 80km draußen. draußen ist heute übrigens nicht so toll, typisch Ruhrpott mitte Juli, grau und feucht. Was mich aber bei deiner Frage eigentlich mehr beschäftigt: du sagst "wertlos" vs. "eng begrenzt" - ich würd noch einen Schritt weiter gehen. Vielleicht ist "eng begrenzt auf meine Samstage" sogar das Maximalziel das realistisch ist. Nicht als Niederlage sondern weil ich kein Labor bin. Ich bin ein 41-jähriger Typ aus Bochum der samstags fährt.