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Rote Beete + Ziegenkäse – Klassiker, oder hab ich das Memo verpasst?

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Ich bin jetzt gefühlt zwanzig Mal über diese Kombination gestolpert auf Blogposts, auf Speisekarten, sogar auf einem Meal-Prep-Account den ich ab und zu anschau. Rote Beete und Ziegenkäse, immer zusammen, fast schon reflexartig. Ich hab's letzte Woche endlich selbst ausprobiert, einfach weil ich noch einen Rest gekochte Beete im Kühlschrank hatte und ein Stück Ziegenkäserolle vom Billa. Ich war ehrlich gesagt skeptisch, weil ich mir gedacht hab - okay das klingt zu fancy für einen Dienstag-Lunch. Aber. Es hat wirklich funktioniert. Der Käse bricht diesen erdigen Ton komplett auf, das ist so ein klarer Kontrast dass man die Beete fast... leichter wahrnimmt? Ich weiß nicht wie ich das besser erklären soll. Jetzt frag ich mich aber, ob das der einzige Klassiker ist den ich verpasst hab. Ich hab zum Beispiel noch nie Rote Beete mit Orangen probiert, obwohl ich das auch öfter lese. Und mit Walnüssen dazu soll's noch besser werden, so heißt's zumindest. Was mich interessiert: gibt's Kombinationen die bei euch wirklich gut funktioniert haben und die man nicht auf jeder Foodblog-Seite findet? Ich mein, Ziegenkäse und Walnuss ist ja schön und gut aber das ist mittlerweile fast schon Klischee. Und umgekehrt - was klingt vielversprechend aber endet in einer Geschmackskatastrophe? Ich hab letztens irgendwo gelesen dass Rote Beete und Feta ähnlich funktionieren soll wie mit Ziegenkäse, aber ich bin da noch nicht sicher. Feta ist ja viel salziger und direkter, das könnte auch total kippen. danke schon mal falls wer da eigene Erfahrungen hat 🙂

@leni_k

Zitat von leni_k

das klingt zu fancy für einen Dienstag-Lunch

haha ja genau das hab ich auch immer gedacht, dann macht man's doch und es dauert zehn Minuten. kein Hexenwerk. zur Feta-Frage: ich hab das tatsächlich schon gemacht, vor nem guten Jahr mal. Feta funktioniert, aber du musst aufpassen mit der Menge. der killt die Beete schnell wenn du zu viel nimmst, weil der Salzgehalt einfach dominanter ist als beim Ziegenkäse. ich hab damals noch etwas Honig dazu, ganz wenig, und das hat das wieder ins Lot gebracht. klingt komisch war es aber nicht. was ich nie irgendwo gelesen hab aber echt gut fand: Rote Beete mit geröstetem Sesam. klingt erstmal asiatisch-random, aber das nussige geht mit dem Erdigen überraschend gut zusammen. kein Käse dabei, einfach nur Sesam, etwas Sesamöl, Limette. hab ich mal aus nem Restebehälter improvisiert weil nix anderes da war. ist halt nicht der Instagram-Teller aber geschmacklich solide. was mich interessiert bei der Orange-Kombi die du ansprichst: hast du da Bedenken wegen der Süße oder wegen der Säure? weil beides ist ja schon in der Orange drin und je nachdem welche Beete du nimmst kann das sehr schnell zu viel Süß werden. ich bin da ehrlich gesagt noch skeptisch, hab's nie probiert.

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HM-Bestzeit: 1:47 — wird noch besser

@fg_1988 der Sesam-Tipp ist interessant sowas hätte ich echt nicht kombiniert. Sesamöl auf Rote Beete klingt erstmal... mutig. Aber ich kann mir vorstellen dass das funktioniert, weil das Öl ja selbst so intensiv ist dass es mit dem Erdig-Süßen mithalten kann. Zitat von fg_1988hast du da Bedenken wegen der Süße oder wegen der Säure? ehrlich gesagt beides ein bisschen, aber mehr die Süße. ich hab manchmal Beete die schon fast karamellig schmecken wenn sie lange gegart sind, und dann noch eine süße Orange drauf... ich weiß nicht ob das nicht irgendwann kippt in Richtung Kompott statt Salat. vielleicht wäre da eine bittere Blutorange sinnvoller als eine Navel oder so. die Säure hält das zumindest etwas in Zaum. was mich bei deiner Feta-Geschichte beschäftigt: der Honig als Ausgleich zum Salz ist eigentlich ein logischer Zug, aber ich hätte Angst dass es dann wieder zu süß wird und man sich im Kreis dreht. oder ist das eine Frage der wirklich minimalen Menge - also wirklich nur ein Tropfen? ich glaub ich test das mal am Wochenende wenn ich eh am Markt bin, da gibt's beim Gemüsestand immer frische Beete. die vakkumverpackte aus dem Supermarkt hab ich nach einmal ausprobieren eigentlich abgehakt, die schmeckt einfach nach Kühlschrank. Edit: *vakuumverpackt (Tippfehler) - und um fair zu sein: manchmal funktioniert die Variante aus dem Supermarkt auch ganz okay, wenn man sie vorher ordentlich würzt. aber frisch vom Markt ist einfach ein anderes Level.

@leni_k

Zitat von leni_k

ob man sich im Kreis dreht

nee, das ist nicht so dramatisch. beim Honig mein ich wirklich minimal, so wie du Salz nachsalzt wenn's zu flach ist. kein Esslöffel oder so, eher ein halber Teelöffel auf eine ganze Portion. das dreht sich nicht im Kreis weil Salz und Süße anders funktionieren als zwei Süßquellen übereinander. die Blutorange-Idee find ich übrigens gar nicht schlecht, das klingt logischer als ich's erstmal dachte. die sind ja auch säuerlicher und weniger pampig-süß als normale Orangen. könnte passen wenn man noch was Bitteres dazu nimmt, Radicchio zum Beispiel. hab ich nie in Kombination mit Beete probiert aber der bricht eigentlich alles auf was zu rund und süß wird. zur vakuumverpackten Beete: da geb ich dir absolut recht kann ich dir sagen. die ist halt praktisch wenn man nach ner Schicht keine Lust hat was vorzukochen, aber vom Geschmack ist das wirklich nicht dasselbe. frische Beete hat diesen intensiveren, fast etwas scharfen Erdton den man braucht damit der Käse oder was auch immer wirklich einen Kontrapunkt hat. bei der vakuumverpackten ist das alles so... gedämpft. wenn du am Wochenende eh am Markt bist, frag mal ob die kleineren Knollen haben. die sind meistens aromatischer als die großen, das hab ich irgendwann mal von nem Stand-Typen hier in der Gegend gehört und seither achte ich drauf.

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HM-Bestzeit: 1:47 — wird noch besser

@fg_1988 der Tipp mit den kleineren Knollen ist gut, den merk ich mir. Ich hab bisher einfach genommen was optisch schön aussah, auf die Größe hab ich nie geachtet. Radicchio zur Beete finde ich aber ehrlich gesagt mutig - ich mag Radicchio an sich schon nicht wirklich. Der ist mir oft zu bitter auf eine Art die sich anfühlt wie... absichtlich unangenehm? Keine Ahnung ob ich das allein gegen den Süß-Erdigen der Beete gut finde oder ob das mich dann komplett aus dem Essen rausreißt. Was mich gerade mehr beschäftigt: du sagst frische Beete hat diesen "fast etwas scharfen Erdton" - den würde ich bei mir gar nicht so beschreiben. Bei mir ist das eher dumpf-erdig, fast modrig wenn die Knollen schon ein paar Tage alt sind. Vielleicht ist das schon ein Qualitätsunterschied den ich am Markt gar nicht richtig beurteilen kann weil ich nicht weiß wonach ich schauen soll außer "sieht fest aus, passt". Gibt's da ein Merkmal das wirklich zuverlässig auf Aroma hinweist, oder ist das Glückssache? Und noch was zum Radicchio - falls ich das doch ausprobiere: würdest du den roh dazu geben oder kurz anrösten? Ich könnte mir vorstellen dass er roh zu dominant ist.

@leni_k

Zitat von leni_k

absichtlich unangenehm

haha das kenn ich, Radicchio hat so eine Bitterkeit die sich anfühlt wie eine Herausforderung. roh würd ich den da nicht reinschmeißen da hast du recht. kurz anrösten macht den viel zahmer, so zwei Minuten in der Pfanne und das Bittere wird weicher, fast nussig. dann passt das eher. zur Frage mit dem Aroma und wie man's am Stand erkennt: ich schau ehrlich gesagt immer auf das Grün oben. wenn das noch dran ist und nicht komplett schlaff hängt, ist die Knolle in der Regel frisch. wenn das Grün schon weg ist oder aussieht wie nach einer Woche im Kühlschrank, lass ich's liegen. das ist so die Faustregel die mir der Stand-Typ damals auch noch mitgegeben hat. fest und glatt allein sagt halt wenig. das mit dem "modrig wenn die schon ein paar Tage alt sind" ist übrigens kein Einbildung, das kommt wirklich. Geosmin heißt der Stoff glaub ich, hab ich mal irgendwo aufgeschnappt, der intensiviert sich wenn die Beete länger liegt. bei frischer Ware ist das noch ausbalanciert, da ist das Erdige eher würzig als dumpf. ist halt ein feiner Unterschied aber wenn man's mal nebeneinander hatte merkt man's.

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HM-Bestzeit: 1:47 — wird noch besser

@fg_1988 okay das mit dem Geosmin ist tatsächlich neu für mich ich hab den Effekt immer auf "schlechte Qualität" geschoben aber dass da ein konkreter Stoff dahintersteckt der sich bei längerer Lagerung aufbaut - das macht Sinn. Irgendwie beruhigend zu wissen dass ich mir das nicht eingebildet hab.

Zitat von fg_1988

wenn das Grün noch dran ist

das ist ein guter Tipp, aber am Markt hier in Wien-Neubau wo ich meistens hingeh ist das Grün oft schon abgeschnitten bevor die Knollen auf den Stand kommen. keine Ahnung ob das Transportgründe hat oder ob die das einfach so machen weil's sauberer aussieht. dann bin ich wieder auf gut Glück angewiesen. Was mich noch interessiert, jetzt wo wir bei Aroma und Intensität sind: verändert sich das durch die Zubereitungsart wirklich so stark? Ich hab Beete bisher fast immer im Ofen gemacht, eingewickelt in Folie, weil ich gelesen hab dass die Aromen so besser erhalten bleiben als beim Kochen im Wasser. Aber ich hab das nie direkt verglichen. Wenn dieser Geosmin-Stoff sich durch Hitze irgendwie verflüchtigt oder eben nicht - dann wäre das ja schon relevant dafür wie erdig das Endergebnis wird.

@leni_k

Zitat von leni_k

ob das Geosmin sich durch Hitze verflüchtigt

gute Frage, ich glaub schon teilweise ja. ich hab mal irgendwo aufgeschnappt dass Geosmin relativ flüchtig ist bei höheren Temperaturen, deswegen riecht frisch gekochte Beete am Anfang so intensiv erdig und dann legt sich das. beim Ofenrösten hast du halt trockene Hitze da konzentriert sich erstmal alles bevor was verdampft. beim Kochen im Wasser geht ein Teil davon einfach in die Lake über, deshalb schmeckt Beete aus dem Topf manchmal weniger intensiv erdig als aus dem Ofen. ob das jetzt gut oder schlecht ist kommt drauf an was man will. wenn das Erdig-Dumpfe zu viel ist, wäre Kochen eigentlich gar nicht so dumm. aber ich mach das selber meistens im Ofen, einfach weil mir das Ergebnis von der Textur her besser gefällt, saftiger innen. freilich kann ich nicht mit Labordaten kommen, das ist einfach was ich über die Zeit gemerkt hab. was ich mich bei deiner Folie-Methode frag: wickelst du die komplett ein oder lässt du die Enden offen? ich hab ne Zeit lang die Knollen einfach direkt auf dem Blech gehabt, ohne Folie, und die sind außen etwas lederig geworden aber innen super aromatisch. könnte auch ein Weg sein wenn man das Erdige eher abdämpfen will durch Verdunstung.

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@fg_1988 die Folie-Methode: ich wickel komplett ein, also wirklich dicht, weil ich dachte das hält die Feuchtigkeit besser drin. Dass ohne Folie das Erdige abnimmt durch Verdunstung - das hab ich so noch nie gedacht. Klingt aber logisch wenn Geosmin tatsächlich flüchtig ist. Jetzt bin ich aber neugierig was mit der Textur passiert wenn man die Knollen offen röstet. Du sagst außen lederig - wie lederig reden wir da? Bisschen Biss oder wirklich zäh? Weil für einen Salat wäre zähe Außenhaut eigentlich nicht schlecht, aber wenn man die Beete in Scheiben schneidet soll das ja trotzdem schön gleichmäßig sein.

Zitat von fg_1988

direkt auf dem Blech gehabt, ohne Folie

ich frag mich ob das bei kleineren Knollen noch schneller austrocknet. Vielleicht wäre da ein Mittelweg sinnvoll, also Folie auf aber in den letzten zwanzig Minuten aufmachen. Keine Ahnung ob das jemand so macht oder ob ich mir da was zusammenreime. Draußen ist es grad so ungemütlich grau dass ich eigentlich Lust hätte einfach den Ofen anzuschmeißen und was auszuprobieren. Aber ich hab heute keine frische Beete mehr da. Vielleicht kauf ich am Samstag am Markt gleich zwei Portionen und mach einen direkten Vergleich - einmal mit Folie einmal ohne.

@leni_k

Zitat von leni_k

Folie auf aber in den letzten zwanzig Minuten aufmachen

das ist eigentlich kein schlechter Gedanke, das macht man bei Geflügel auch so wenn man ne knusprige Haut will. logisch dass das bei Beete ähnlich funktionieren könnte. ich würd eher sagen zehn Minuten reichen, zwanzig ist viel bei kleineren Knollen, die trocknen dann wirklich durch. zum lederig-Thema: bei mir war das eher festes Biss als richtig zäh, also nicht wie Kaugummi. mehr wie ne leichte Kruste die außen etwas konzentrierter schmeckt als innen. für Scheiben im Salat hab ich das ehrlich gesagt sogar als Vorteil empfunden weil die Scheiben stabiler bleiben und nicht zerfallen wenn du sie mit dem Dressing anmachst. bei Beete die komplett weich durch ist passiert mir das manchmal. was ich mich bei deinem Vergleich am Samstag frag: machst du gleiche Knollengröße? weil wenn du eine große nimmst und eine kleine, misst du am Ende zwei verschiedene Dinge. ich würd wirklich auf Gewicht achten, so +-20g, sonst ist der Vergleich hinfällig. klingt pingelig aber macht echt Unterschied bei Garzeiten. ach ja, und die Textur sagt übrigens auch was über die Frische aus - frische Knolle bleibt innen fester selbst wenn sie gar ist, alte wird eher matschig. das ist mir letzten Herbst aufgefallen als ich mal Beete vom Discounter genommen hab weil am Wochenende der Markt zu hatte.

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HM-Bestzeit: 1:47 — wird noch besser

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