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Rote Beete schälen - wie macht ihr das ohne Schlachtfeld in der Küche?

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meine Frau hat mich letzten Samstag fast aus der Küche geschmissen. ich hab frische Rote Beete geschält - roh weil ich mal probieren wollte was das soll mit dem "viel intensiver" - und hinterher sah die Arbeitsplatte aus wie ein Tatort. weißes Schneidebrett vergiss es. Hände waren zwei Tage lang rot obwohl ich die danach dreimal gewaschen hab. also wie macht ihr das. Handschuhe hab ich keine gehabt, das war wohl der Fehler. aber selbst mit Handschuhen - die Brühe läuft doch trotzdem irgendwo hin. gekocht schälen ist einfacher hab ich dann rausgefunden, da geht die Schale fast von allein ab. aber dann ist das Gemüse halt durch und ich wollte ja den Vergleich. der Geschmack roh - ich sag euch - das ist schon nochmal eine andere Hausnummer. erdiger, so richtig. nicht schlecht aber auch nix für schwache Nerven. mein Schwager schwört ja auf irgendwelche Extrakte und Kapseln wegen dem Nitrat und so einem Zeug - da muss ich lachen - aber das Gemüse selbst find ich eigentlich ok wenn ich ehrlich bin. nur der Aufwand beim Schälen roh ist echt nicht ohne. hab dann gelesen man soll das unter fließendem Wasser machen, damit der Saft nicht so spritzt. hat wer damit Erfahrung? oder gibt es ein bestimmtes Werkzeug das besser geht als ein normaler Sparschäler? meiner hat die Schale auch nicht sauber runtergekriegt, ich hab dann mit dem Messer nachgeholfen und das war dann der Moment wo alles schiefging. für sowas hab ich eigentlich kein Geduld übrig nach nem langen Arbeitstag. aber wenn es einen Trick gibt der das halbwegs handhabbar macht - raus damit.

Zitat von ms_77

mit dem Messer nachgeholfen und das war dann der Moment wo alles schiefging

ja das kenn ich, genau der punkt wo mans eigentlich schon hätte bleiben lassen sollen. ich mach das inzwischen wirklich nur noch gekocht - nicht wegen dem Aufwand sondern weil ich glaube dass der Geschmacksunterschied roh vs. gegart bei dem was ich dann draus mache kaum eine Rolle spielt. wenn das eh in einen Salat mit Ziege und Walnuss kommt, merkst du den Unterschied zu "roh und intensiv" kaum noch. @ms_77 was mich bei deinem Post aber mehr beschäftigt: du hast das Schälen unter fließendem Wasser erwähnt - hab ich noch nie probiert, klingt aber auch nach einem Weg um alles gleichzeitig nass und rot zu haben. ich stell mir das gerade vor und bin nicht überzeugt. was ich wirklich empfehlen kann - älteres Schneidebrett nehmen, das sowieso schon Kampfspuren hat. oder halt ein dunkles. das weiße ist der klassische Anfängerfehler, da ärger ich mich selber drüber weil ich das auch schon gemacht hab. und Zeitungspapier oder altes Backpapier auf der Arbeitsplatte drüber bevor du anfängst - das klingt umständlich ist aber wirklich schneller als danach alles schrubben. dein Schwager mit den Kapseln - das ist so eine andere Diskussion, ehrlich gesagt interessiert mich das auch grad aber ich glaub die gehört woanders hin.

@leni_k das mit dem Zeitungspapier ist eigentlich gar keine blöde Idee. ich hätt das nicht drauf gehabt. klingt nach meiner Oma aber wenn's hilft.

Zitat von leni_k

klingt aber auch nach einem Weg um alles gleichzeitig nass und rot zu haben

ja genau das hab ich mir auch gedacht als ich den Tipp gelesen hab. ich glaub das mit dem fließenden Wasser macht nur Sinn wenn man sehr vorsichtig schält und nicht so wie ich - also mit Schwung. ich bin Elektriker, ich hab keine Fingerspitzengefühl beim Gemüse. das mit dem alten Brett leuchtet mir ein. ich hab hier noch so ein uraltes Holzbrett das schon aussieht als hätt da jemand drauf geschlafen - das nehm ich nächstes mal. kann nicht schlimmer werden als das weiße. was mich aber noch interessiert: du sagst Salat mit Ziege und Walnuss, da merkst du den Unterschied nicht mehr. das glaub ich dir sogar. aber was machst du dann überhaupt noch roh, oder kochst du immer durch? ich frag weil meine Frau sagt sie will das nochmal probieren - diesmal mit Plan - und ich überleg ob sich der Stress roh überhaupt lohnt oder ob ich das einfach gar lasse.

@ms_77, ich muss sagen - wenn Sie wirklich keine Geduld dafür haben nach einem langen Arbeitstag, dann würde ich es mir ehrlich sparen. Das ist die Wahrheit. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht, und das bedeutet: gekocht schälen, fertig. Die Schale geht ab wie nichts, die Hände bleiben sauber, und der Geschmack ist immer noch gut, nur eben anders.

Zitat von ms_77

roh und intensiv

- ja, das ist etwas Anderes, das stimmt. Aber in meinem Garten merke ich immer wieder: wenn die Rote Beete sowieso in einen Eintopf oder in Essig kommt, dann brauche ich die rohe Intensität gar nicht. Das ist dann Aufwand um des Aufwands willen. Und Ihre Frau - respekt, dass sie es nochmal versuchen will - aber vielleicht sagt ihr beide vorher klar: machen wir das roh NUR wenn wir es auch wirklich pur essen wollen, also vielleicht hauchdünn geschnitten als Carpaccio mit gutem Öl und Fleur de Sel. Nicht für einen Salat mit anderen Sachen. Das Holzbrett ist clever. Aber noch cleverer ist vielleicht: schneiden Sie die gekochte Variante so, wie Sie die rohe essen würden, und probieren Sie den Unterschied bei gleicher Zubereitung. Dann wissen Sie wirklich, ob es der Aufwand wert ist für Sie beide, oder ob Sie sich den Ärger sparen.

@elvira_k das mit dem Carpaccio ist eigentlich der erste Tipp hier der mich wirklich überzeugt. nicht weil ich jetzt zum Feinschmecker werde - das bin ich nicht - aber weil es Sinn macht. roh pur essen wenn roh, sonst einfach kochen. logisch.

Zitat von elvira_k

Aufwand um des Aufwands willen

ja das trifft es eigentlich. ich mach das beruflich auch so. wenn ich ne Leitung ziehe nehm ich den Weg der funktioniert, nicht den interessanteren. warum ich das beim Gemüse anders machen wollte weiß ich auch nicht so genau. was mich aber grade interessiert - Sie schreiben Garten. haben Sie die selbst angebaut? ich frag weil meine Frau das mal angesprochen hat, so ein Hochbeet im Hof. ich hab null Ahnung ob Rote Beete da überhaupt was wird, bei uns in Sachsen, und ob das den Aufwand lohnt oder ob man einfach auf dem Markt kauft. vom Aufwand her bin ich da skeptisch.

@ms_77 das mit dem Hochbeet finde ich interessant, weil ich da tatsächlich mal was Konkretes weiß. eine Freundin von mir baut Rote Beete auf ihrem Balkon an, Wien-Ottakring, also auch nicht gerade Gartenidylle. sie sagt es geht überraschend gut wenn man früh genug aussät, so ab April. aber ob das in Sachsen anders ist, keine Ahnung, ich bin da die falsche Ansprechpartnerin. was mich bei deinem Post aber mehr triggert - du fragst ob Markt oder selber anbauen. ich kauf seit einem Jahr fast nur noch vom Markt, frisch, und der Unterschied zur vakuumverpackten Variante aus dem Supermarkt ist für mich wirklich spürbar. nicht nur Geschmack, auch die Textur wenn man die dann kocht. die vakuumverpackte ist irgendwie schon... müde. keine Ahnung wie ich das besser beschreiben soll.

Zitat von ms_77

vom Aufwand her bin ich da skeptisch

das kenn ich. ich bin ehrlich gesagt bei allem skeptisch wo der Aufwand nicht sofort erkennbar zurückkommt. beim Markt kaufen ist der Aufwand überschaubar und du weißt was du hast. Hochbeet ist nochmal eine andere Investition da würd ich vorher wirklich schauen wie viel eure Hof-Situation hergibt. @elvira_k hat das mit dem Garten kurz angeschnitten - vielleicht weiß sie mehr zur Anbaufrage als ich.

@leni_k das mit der vakuumverpackten stimmt übrigens das hab ich auch schon gemerkt. die ist immer so... weich schon bevor man was damit macht. wie vorgedaut irgendwie. aber zum Hochbeet - ich glaub das ist bei uns im Hof eh erstmal nichts. der steht halb im Schatten und meine Frau will da keinen Baukram hinstellen das kenn ich schon. ich frag trotzdem mal @elvira_k weil die das mit dem Garten erwähnt hat: wieviel Platz braucht das eigentlich realistisch? ich stell mir das immer vor wie so ein Gartenprojekt das dann im August vergessen wird. was mich bei deinem Beitrag aber gerade mehr beschäftigt ist der Markt-Punkt. wir haben samstags in Markkleeberg einen kleinen Markt - den bin ich ehrlich gesagt seit Jahren nicht mehr hingegangen weil ich dachte Rewe reicht. vielleicht ist das einfach falsch gedacht. beim Gemüse zumindest.

@ms_77 der Samstagsmarkt in Markkleeberg - geh da einfach mal hin. klingt banal aber ich hab das bei mir auch erst nach Jahren kapiert. ich war so im Rewe-Autopilot dass ich gar nicht mehr gefragt hab ob es was Besseres gibt. der Unterschied ist dann halt wirklich da und dann ärgert man sich ein bisschen dass man so lang gebraucht hat.

Zitat von ms_77

den bin ich ehrlich gesagt seit Jahren nicht mehr hingegangen

das kenn ich zu gut. ich bin bei uns am Brunnenmarkt erst wieder regelmäßig seit ich angefangen hab mehr auf das zu achten was ich um Training herum ess. vorher war das Gemüse halt Gemüse. jetzt merk ich einfach dass frische Ware sich anders verhält - auch beim Kochen, nicht nur beim Essen. was mich bei deiner Beschreibung noch interessiert: du sagst der Markt ist klein. ist das ein Problem oder eher angenehm? ich frag weil ich große Märkte manchmal anstrengend find, gerade wenn man nur schnell zwei Sachen braucht und dann dreimal durch die halbe Meile muss. ein kleiner Markt wo man die Leute kennt klingt für mich fast besser.

@ms_77, zum Hochbeet will ich Ihnen ehrlich sagen: bei Halbschatten und wenn Ihre Frau das Baukram-Thema nicht sehen will, dann sparen Sie sich das. Das ist kein Geheimnis, das ist Realismus. In meinem Garten habe ich die Rote Beete einfach im normalen Beet, das funktioniert, aber auch nur weil ich täglich da bin und mich drum kümmere. Das ist nicht für nebenbei. Was mich aber viel mehr reizt bei dem, was Sie jetzt schreiben -

Zitat von leni_k

den bin ich ehrlich gesagt seit Jahren nicht hingegangen

- ja, und dann wundern wir uns, warum Gemüse geschmacklos ist. Das ist kein Vorwurf aber es ist so. Der Samstagsmarkt in Markkleeberg - fahren Sie einfach hin. Einmal. Und dann sehen Sie selbst ob die Ware anders ist. Wenn nicht, dann wissen Sie es. Was ich nur sagen will: wenn Sie und Ihre Frau überhaupt erst anfangen mehr auf Qualität zu achten beim Einkauf, dann brauchen Sie kein Hochbeet. Dann reicht es völlig, beim Markt einfach bessere Sachen zu nehmen. Das ist weniger Aufwand und Sie merken den Unterschied sofort. Das Hochbeet kommt dann vielleicht später, wenn Sie wirklich Lust drauf haben - nicht weil Sie denken dass es sein muss. Und @leni_k, zu Ihrem kleinen Markt - naja, klein ist für mich auch immer angenehmer gewesen. Man sieht schneller wer da ist und man kann fragen.

@elvira_k das mit "klein ist angenehmer" - ja, genau das. ich glaub der Brunnenmarkt funktioniert für mich auch deshalb so gut weil ich da inzwischen ein, zwei Standln kenn wo ich einfach frage was gerade gut ist, ohne dass ich selbst alles wissen muss. das ist eigentlich das unterschätzte an kleinen Märkten, du kriegst Auskunft statt Preisschild.

Zitat von elvira_k

dann reicht es völlig, beim Markt einfach bessere Sachen zu nehmen

das würd ich @ms_77 auch so sagen. der Einstieg über bessere Rohware ist viel niedrigschwelliger als ein Hochbeet das man dann im August bereut. ich kenn das - man fängt motiviert an und dann steht da irgendwas rum das Aufmerksamkeit will die man grad nicht hat. was mich bei dem ganzen Thread aber nochmal beschäftigt - wir reden die ganze Zeit übers Schälen und Schmutz und Aufwand, aber eigentlich ist die Kernfrage doch: wofür kaufst du die überhaupt. @ms_77 du wolltest ja den Geschmack testen, roh vs. gekocht. hat sich das für dich jetzt irgendwie beantwortet nach dem ganzen hin und her, oder ist das noch offen?

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