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Rote Beete schälen - wie macht ihr das ohne alles zu versauen?

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@n.feld

Zitat von n.feld

Die meisten haben nie gemessen ob ihr Ofen die angezeigten Grad auch wirklich hält

okay das ist tatsächlich ein guter Punkt und ich hab kurz geschluckt. weil ich weiß es bei unserem Ofen auch nicht. und ich bin Elektriker. ich könnte das messen. ich hab es nie gemacht. das ist schon ein bisschen peinlich wenn ich ehrlich bin. das mit den Möhren schräg schneiden - ich hab jetzt kurz an mich selbst gedacht und keine Ahnung wie ich Möhren schneide. gerade glaub ich. warum - keine Ahnung. hab ich nie drüber nachgedacht. vielleicht ist das das eigentlich Interessante hier. die meisten Küchen-Gewohnheiten laufen einfach unter Wahrnehmungsgrenze. man macht die, fertig. was mich aber bei dir etwas stört @n.feld - du schreibst sehr ruhig und analytisch über sowas. das klingt dann immer so als wäre das alles gleich wichtig. Brigitte-Theorie und Oma-These und Ofentemperatur - das landet bei mir irgendwie gleich hoch. ist das Absicht oder schreibst du immer so. mein Schwager macht das ähnlich, der findet für alles einen Rahmen und am Ende weiß ich nicht mehr ob wir über Rote Beete reden oder über die menschliche Natur. manchmal ist ein schräg geschnittener Möhrenstreifen halt einfach ein schräg geschnittener Möhrenstreifen.

@ms_77

Zitat von ms_77

manchmal ist ein schräg geschnittener Möhrenstreifen halt einfach ein schräg geschnittener Möhrenstreifen

Ja, das stimmt. Aber du hast selbst gerade gesagt, dass du nicht weißt warum du Möhren gerade schneidest. Das ist genau der Punkt - nicht dass es wichtig wäre, sondern dass man es nicht weiß. Ich schreib nicht analytisch weil ich alles gleich wichtig finde. Ich schreib so weil ich Gewohnheiten grundsätzlich interessant finde, egal ob Ofentemperatur oder Gemüseschnitt. Das ist kein Rahmen-Setzen, das ist einfach wie ich das lese. Was mich an deiner Kritik aber tatsächlich beschäftigt: du sagst ich lande alles gleich hoch. Vielleicht ist das ein Leseproblem, vielleicht ein Schreibproblem von mir. Draußen wird's grad wieder kühler, ich sitz hier seit einer Stunde am Rechner und denk mir - möglich dass ich da manchmal zu wenig Tonunterschied mache. Aber der Punkt mit dem Ofentemperatur war nicht rhetorisch. Ich mein das konkret. Wenn du Elektriker bist und das noch nie gemessen hast obwohl du könntest - das ist kein Vorwurf, das ist eine Beobachtung die ich für tatsächlich relevant halte. Nicht philosophisch. Praktisch. Dein Gebäck geht anders auf als es sollte und du weißt nicht warum. Das mit dem Schwager kenn ich übrigens. Manche Leute denken in Mustern, das wirkt dann wie Distanz. Ist es aber nicht immer.

@n.feld

Zitat von n.feld

Dein Gebäck geht anders auf als es sollte und du weißt nicht warum.

wir backen eigentlich kaum. das ist nicht mein Terrain. aber der Punkt sitzt trotzdem weil ich grad überlege ob das bei anderen Sachen auch so ist. unser Kühlschrank zum Beispiel - ich weiß nicht ob der wirklich 7 Grad hält. steht auf 7, läuft seit Jahren, niemand hat je nachgemessen. ich hab ein Thermometer in der Werkstatt. liegt keine 10 Meter entfernt in der Garage. hab ich nie geholt. das ist eigentlich das was mich an deinem letzten Post beschäftigt. nicht die Analyse-Schiene sondern dieser eine Satz. weil der konkret ist. und weil ich keine gute Antwort hab. was mich bei dir aber immer noch etwas irritiert - du sagst "Leseproblem oder Schreibproblem von mir". das klingt schon wieder sehr ruhig für jemand den ich gerade kritisiert hab. ich kenn Leute die dann sofort auf Angriff gehen. du machst das nicht. keine Ahnung ob mich das beruhigt oder noch mehr irritiert ehrlich gesagt. das mit dem Schwager-Vergleich hätte ich vielleicht lassen sollen, das war nicht fair. der ist halt auch so einer der für alles einen Kontext hat. manchmal stresst mich das, manchmal ist es praktisch. kommt drauf an wie müde ich bin.

@ms_77

Zitat von ms_77

das mit dem Schwager-Vergleich hätte ich vielleicht lassen sollen

Muss nicht. Hat mich nicht getroffen, falls das die Frage war. Und die Irritation versteh ich. Ruhig klingen heißt nicht unberührt sein, das ist nur wie ich schreib. Was mich aber an deinem letzten Post konkret interessiert - der Kühlschrank. Du sagst das Thermometer liegt zehn Meter entfernt und du hast es nie geholt. Das ist nicht Faulheit, das ist Schwellenwert. Der Kühlschrank funktioniert, also gibt es keinen Anlass. Den Anlass bräuchtest du erst wenn etwas verdirbt, und dann ist es zu spät um rückwirkend zu messen. Das finde ich strukturell interessant, nicht philosophisch. Die meisten Systeme geben keinen Fehler aus bevor der Schaden da ist. Bei IT ist das anders. Da hab ich Monitoring, da krieg ich einen Alert bevor was ausfällt. In der Küche gibt es das nicht. Man isst das Joghurt und denkt nichts dabei. Was ich mich bei mir selbst frage - ich hab bei uns zu Hause auch nie den Kühlschrank gemessen. Ich weiß es einfach nicht. Das Thermometer liegt bei mir im Keller, deutlich näher als bei dir.

@n.feld, ich muss Sie da unterbrechen -

Zitat von n.feld

Die meisten Systeme geben keinen Fehler aus bevor der Schaden da ist

, das stimmt, aber bei mir im Garten funktioniert das andersherum und das beschäftigt mich gerade bei dieser ganzen Diskussion. Ich pflanze Rote Beete schon lange an, wie ich festgestellt habe, und mein Hausarzt hat mir geraten mehr davon zu essen wegen des Blutdrucks. Was ich dabei beobachtet habe ist nämlich: wenn ich die Beete zu früh aus der Erde hole, sind sie noch nicht reif genug und schmecken wirklich wie feuchte Erde, egal wie man sie zubereitet. Aber wenn ich warte bis sie wirklich fertig sind, dann merkt man den Unterschied sofort. Das ist kein Placebo, das schmeckt man deutlich. Und bei mir im Garten gab es lange Zeit gar keinen Grund, die Methode zu hinterfragen, weil ich die Beete direkt nach der Ernte verarbeitet habe - einfach so wie mans macht. Aber dann hatte ich mal einen Sommer wo ich zu viel geerntet habe und musste einen Teil lagern. Da musste ich mich plötzlich damit auseinandersetzen wie man das macht, und seitdem weiß ich dass die Lagerbedingungen viel wichtiger sind als ob man roh oder gekocht schält. Das finde ich ehrlich gesagt interessanter als die Frage roh oder gekocht. Weil das ist nicht Gewohnheit, das ist echte Auswirkung.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

die Lagerbedingungen viel wichtiger sind als ob man roh oder gekocht schält

okay das ist jetzt tatsächlich was Neues in dieser Runde. weil wir haben die ganze Zeit über Schälen geredet und ob man vorher oder nachher und niemand hat mal gefragt wie die Beete überhaupt gelagert war bevor sie in den Topf kommt. das leuchtet ein. aber ich muss kurz einhaken - Ihr Hausarzt hat Rote Beete empfohlen wegen Blutdruck. das kenn ich. mein Schwager kriegt genau dasselbe erzählt und dann kauft er Kapseln für 40 Euro im Monat statt einfach das Gemüse zu essen. das ist der Punkt wo ich aussteig. das Gemüse - völlig okay. vernünftig sogar. die Kapsel daneben im Regal - da muss ich lachen. beim Lagern: was machen Sie konkret. Keller, Kühlschrank, Sand - ich hab keine Ahnung wie man das richtig macht. wir kaufen das immer frisch und verarbeiten es gleich. wir haben keinen Garten. bei uns in der Gegend ist das irgendwie auch kein Thema, man kauft das einfach wenns im Laden liegt. dass Lagerung so viel ausmacht hätte ich nicht gedacht, ich dachte das ist robustes Gemüse das verzeiht halt einiges.

@ms_77 ja, genau das ist der Knackpunkt. Robustes Gemüse ist es schon aber nicht beliebig robust - das ist ein Unterschied. Bei mir im Garten habe ich da gute Erfahrungen gemacht mit kühlen, dunklen Bedingungen, idealerweise um die 4 bis 5 Grad und nicht zu trocken. Im Keller funktioniert das gut, im normalen Kühlschrank auch, aber eben nur wenn man sie nicht zu lange lagert.

Zitat von ms_77

dass Lagerung so viel ausmacht hätte ich nicht gedacht

- da möchte ich aber auch ehrlich sagen, dass das vor allem dann relevant wird wenn man, wie ich, selbst anbaut und auf einmal viel zu viel auf einmal hat. Wenn Sie die Beete frisch kaufen und direkt verarbeiten, dann ist das sowieso egal. Da haben Sie das Problem gar nicht. Was mich aber an dieser ganzen Diskussion noch beschäftigt ist etwas anderes. Sie sprechen von Kapseln die Ihr Schwager kauft - das verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Der Hausarzt sagt essen Sie Rote Beete, und dann kauft man sich eine Pille dafür? Das ist doch genau das Gegenteil. Wenn ich das richtig verstanden habe dann sagt der Arzt das, weil man die echte Beete braucht, nicht ein Konzentrat aus der Flasche oder was auch immer da drin ist. Bei mir war das sehr klar - essen, nicht schlucken. Und wenn man selbst anbaut schmeckt man auch sofort ob die Qualität passt oder nicht. Das kann man bei einer Kapsel überhaupt nicht kontrollieren. Wie viel Zeit hat Ihr Schwager denn für das Kochen übrig, oder ist es eher die Faulheit?

@elvira_k

Zitat von elvira_k

ist es eher die Faulheit

nee das ist nicht Faulheit. er hat halt keine Zeit sagt er. arbeitet viel zwei Kinder, abends keine Lust mehr auf Kochen. das kenn ich. aber dann kauft er lieber für 40 Euro Kapseln im Monat als einmal die Woche 45 Minuten Beete zu kochen. das rechnet sich doch hinten und vorne nicht - weder zeitlich noch vom Geld her. Samstag Vormittag, Beete in den Topf, fertig. wo ist das Problem. aber das ist genau der Punkt: er glaubt dass die Kapsel irgendwie effizienter ist. konzentrierter. wirksamer. und ich krieg das nicht aus ihm raus. sein Arzt hat Rote Beete gesagt und er hat sich irgendwo im Internet überlegt dass Kapseln ja quasi das gleiche sind nur besser dosiert. das ist so eine Logik die mich wirklich aufregt. als ob man Kartoffeln durch Kartoffelmehlkapseln ersetzen würde weil man keine Zeit zum Kochen hat. was mich bei Ihrem letzten Satz noch kurz beschäftigt - Sie sagen bei einer Kapsel kann man die Qualität überhaupt nicht kontrollieren. das stimmt. und genau das sag ich ihm auch. er weiß nicht was da drin ist, er weiß nicht ob das Zeug aus der Kapsel irgendwas taugt, er hat kein Gefühl dafür. beim Gemüse sieht mans, riechts, schmeckts. bei der Kapsel schluckt man und hofft.

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