Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Rote Beete schälen - macht ihr das vor oder nach dem Kochen?

Seite 1 von 2Nächste

Ich stell mal eine ganz pragmatische Frage weil ich da nie sicher bin. Meine Frau hat mich letzte Woche wieder damit beauftragt Rote Beete zu verarbeiten und ich hab wie immer vorher geschält. Danach war die halbe Küche rot meine Hände, das Schneidebrett, das Hemd. Das übliche Theater. Jetzt hab ich irgendwo gelesen dass man die erst kochen soll und danach schälen, weil die Schale dann von selbst runtergeht. Stimmt das wirklich so einfach? Ich bin da skeptisch weil ich das nicht kenne und wenns so simpel wär hätte meine Mutter das damals schon so gemacht. Ich mein ich hab ne Ahnung von Werkzeug, aber bei Gemüse bin ich kein Profi. Mit dem Sparschäler vorher geht das irgendwie nie sauber, das Ding rutscht ständig weg. Und einmal hab ich einen Gemüseschäler von so einem teuren Küchenausstatter genommen, war auch nicht besser. Was mich außerdem interessiert: verliert das Ding mehr von dem erdigen Geschmack wenn mans mit Schale kocht? Oder ist das egal. Weil dieser Geosmin-Kram steckt ja anscheinend im Fleisch drin nicht nur in der Schale, das hab ich hier im Forum gelernt. Ehrlich gesagt ist mir das Gemüse an sich recht meine Frau mag das gerne und dann mach ich das halt. Aber der Aufwand mit dem Flecken-Chaos nervt. Handschuhe hab ich keine im Haus - ich hab zwar Arbeitsschutzhandschuhe im Transporter aber die sind nicht gerade fürs Kochen gedacht. Also kurz gefragt: vor dem Kochen schälen oder danach. Und welches Werkzeug nutzt ihr

@ms_77 also das mit den Arbeitsschutzhandschuhen kann ich mir ehrlich gesagt gut vorstellen, aber ja - für Rote Beete würde ich mir dann doch lieber normale Einmalhandschuhe aus der Apotheke kaufen. Die kosten fast nichts und dann ist wenigstens die Sauerei vom Tisch. Zur eigentlichen Frage: Ich schäle nach dem Kochen, und das hat sich bei mir bewährt. Die Schale geht tatsächlich leichter ab wenn die Knolle noch warm ist, das kann ich bestätigen. Aber - und das ist wichtig - ich koche die Beete immer mit Schale, weil ich festgestellt habe, dass das Aroma besser bleibt. Mit Schale bleiben die Nährstoffe und der Geschmack einfach mehr im Gemüse, als wenn man das vorher schon aufschneidet und die Schale abnimmt.

Zitat von ms_77

verliert das Ding mehr von dem erdigen Geschmack wenn mans mit Schale kocht

Nein, eher das Gegenteil würde ich sagen. Der Geschmack ist intensiver wenn die Schale dran bleibt während des Kochens. Das habe ich da gute Erfahrungen gemacht. Bei mir im Garten teste ich da gerne rum und die Unterschiede sind deutlich. Was mich aber neugierig macht: Sie schreiben dass Sie das Ding vorher geschält haben - wie lange kochen Sie die denn dann? Weil wenn die Beete zu lange kochen, werden sie eh matschig und verlieren Geschmack, mit oder ohne Schale. Vielleicht liegt da auch was dran.

@elvira_k ok das klingt tatsächlich vernünftig. mit der Schale kochen und danach abziehen. das werd ich meiner Frau sagen, soll sie das nächste Mal so machen - ich bin ja dann eh auf der Baustelle.

Zitat von elvira_k

wie lange kochen Sie die denn dann

keine Ahnung ehrlich gesagt. ich schätz so 40 Minuten? ich kock das nach Gefühl bis ein Messer reingeht. ob das zu lang ist weiß ich nicht. Matschig war es nicht aber schön fest war es auch nicht immer. was mich jetzt aber beschäftigt - wenn die Schale beim Kochen quasi als Schutz wirkt und den Geschmack drin hält, warum macht man das dann beim Braten auch so? ich hab die Beete einmal im Ofen gehabt in Folie gewickelt, da hab ich vorher auch geschält und das war rückblickend wohl auch falsch. die war nachher irgendwie trockener als sonst. kann da ein Zusammenhang sein oder bild ich mir das ein. die Einmalhandschuhe-Sache ist übrigens kein Thema für mich, ich kauf keine Einmalhandschuhe für Gemüse. ich löse das anders.

@ms_77 Ja, da könnte durchaus ein Zusammenhang sein. Wenn Sie die Beete vorher schälen und dann im Ofen machen, verlieren sie einfach mehr Feuchtigkeit, weil die Schale ja nicht mehr da ist um das Ganze zu halten. Das ist wie wenn Sie einen Apfel schält und der wird schneller braun und trocken - die Schale schützt einfach. Mit Folie umwickelt hilft natürlich gegen die Austrocknung, aber im Grunde löst das nicht das eigentliche Problem. Bei mir im Garten mache ich das so: Wenn ich Rote Beete im Ofen gare, dann mit Schale, und zwar in Alufolie eingewickelt. Das ist deutlich besser als vorher zu schälen. Die Knolle bleibt saftiger und der Geschmack ist auch intensiver. Was mich aber neugierig macht - Sie sagen, Sie lösen das mit den Flecken anders. Wie denn? Ich bin da immer offen für praktische Lösungen, die nicht so umständlich sind wie Handschuhe kaufen.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

Wie denn

naja ganz simpel. ich halt die Knolle einfach mit einem Stück Zeitungspapier fest beim Schälen. die Finger kommen kaum direkt dran. nicht perfekt aber besser als nix. hab ich mal von nem Kollegen abgeschaut der das mit Roten Zwiebeln so macht. was mich bei deiner Antwort aber mehr beschäftigt - dieser Vergleich mit dem Apfel. das macht Sinn irgendwie. ich hab das nie so gedacht aber wenn man Fleisch auch nicht ohne Kruste in den Ofen schmeißt damit der Saft drin bleibt dann ist das ja eigentlich das gleiche Prinzip. nur dass ich das bei Gemüse nie übertragen hab. bisschen blöd wenn ich ehrlich bin. was ich aber nicht ganz versteh: du sagst Alufolie hilft nicht wirklich wenn die Schale schon weg ist. meine war in Folie und trotzdem trockener. also hat die Schale da noch zusätzlich was gemacht was die Folie nicht kann? oder war das einfach zu lang im Ofen. ich weiß die Temperatur nicht mehr, meine Frau hat das eingestellt.

@ms_77 Ah ja das Zeitungspapier-Trick kenne ich auch, mein Mann hat das früher gemacht. Funktioniert, aber ehrlich gesagt bin ich da ein bisschen faul für geworden. Zur Alufolie und der Schale - ich glaube, da spielen zwei verschiedene Dinge zusammen. Die Folie hält natürlich die Feuchte, aber die Schale selbst hat noch eine ganz andere Funktion. Sie ist nicht nur Schutz sondern auch - wie soll ich sagen - sie reguliert wie schnell die Hitze eindringt. Mit Schale garte ich langsamer und gleichmäßiger durch. Ohne Schale, auch wenn die Folie drumrum ist, wird die Oberfläche schneller trocken, weil die Hitze direkt ins Fleisch geht. Das ist wie der Unterschied zwischen mit und ohne Kruste beim Braten, den Sie ja selbst gemerkt haben. Was die Temperatur angeht -

Zitat von ms_77

ich weiß die Temperatur nicht mehr, meine Frau hat das eingestellt

, naja das könnte auch eine Rolle spielen. Wenn der Ofen zu heißt war und zu lange, dann trocknet selbst eine geschälte Beete in Folie aus. Bei mir im Garten teste ich da immer mit 180 Grad, dauert dann länger aber die Qualität ist besser. Mein Hausarzt hat mir ja sowieso geraten mehr Rote Beete zu essen, da lohnt sich der kleine Extra-Aufwand. Vielleicht kann Ihre Frau beim nächsten Mal einfach notieren welche Temperatur und wie lange - dann wissen Sie beim nächsten Versuch besser Bescheid.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

Mein Hausarzt hat mir ja sowieso geraten mehr Rote Beete zu essen

da muss ich kurz einhaken. das ist der Punkt wo ich immer nervös werde. Hausarzt empfiehlt Rote Beete, dann kommen die Leute auf Rote-Beete-Kapseln und Extrakte und Pulver - ich kenn das von meinem Schwager. der Weg ist jedes Mal derselbe. aber das ist ein anderes Thema. was mich bei deiner Erklärung mit der Hitze beschäftigt - das klingt plausibel. die Schale als Wärmebremse sozusagen. ich stell mir das vor wie wenn man ein Kabel isoliert, das Zeug innen kommt nicht so schnell an die Wärme. ist vielleicht ein schiefer Vergleich aber so begreif ich das besser. was ich jetzt aber nicht versteh: wenn die Schale so viel macht beim Ofen-Garen, wie heiß darf das dann überhaupt werden? du sagst 180 Grad und länger. meine Frau macht eigentlich fast alles auf 200 weil das schneller geht. draußen ist heute Sau-heiß, der Ofen ist eh das letzte was ich jetzt noch anschmeißen würde. aber für den nächsten Versuch - gibt's da eigentlich eine Untergrenze wo die Knolle einfach nicht mehr richtig gar wird, auch mit Schale?

@ms_77 die Untergrenze-Frage finde ich eigentlich interessant, weil ich das selbst nie so gedacht hab. Ich mach die Beete im Ofen meistens bei 180-190 Grad, mit Schale und Folie, und die braucht dann schon ihre Zeit - so 60 bis 75 Minuten je nach Größe. Unter 160 Grad würde ich nicht gehen, das zieht sich dann ewig und das Ergebnis ist trotzdem irgendwie... zäh? Nicht im guten Sinn.

Zitat von ms_77

draußen ist heute Sau-heiß, der Ofen ist eh das letzte

ja ok, da geb ich dir recht. Wobei - wenn man die Beete ohnehin mit Schale kochen kann, braucht man bei dem Wetter sowieso keinen Ofen. Einfach ins Wasser, mit Schale, und fertig. Das ist für mich grad die realistischere Option als 75 Minuten Ofen bei 35 Grad in der Küche. Was mich aber bei dem ganzen Thread etwas stört, ehrlich gesagt: die Frage ob Schale oder nicht Schale wird hier so behandelt als gäb's die eine richtige Antwort. Ich glaub das hängt auch davon ab was man danach machen will. Für Salat oder Carpaccio ist mir die Textur der Außenschicht nach dem Kochen manchmal zu weich, da schneide ich lieber was weg bevor ichs anrichte. Für Suppe ist mir das komplett egal. @elvira_k der Hausarzt-Kommentar von @ms_77 trifft übrigens was - ich kenn das auch. Sobald jemand "Rote Beete ist gesund" sagt, dauert es keine zwei Wochen und irgendwer schlägt Kapseln vor.

@leni_k

Zitat von leni_k

die Frage ob Schale oder nicht Schale wird hier so behandelt als gäb's die eine richtige Antwort

naja das stimmt. ich hab die Frage gestellt weil ich ein konkretes Problem hatte - Sauerei in der Küche. nicht weil ich Rote Beete optimieren will. der Zweck war pragmatisch. aber was du mit der Textur sagst für Salat und Carpaccio, das ist tatsächlich neu für mich. ich hab nie drüber nachgedacht dass die Außenschicht nach dem Kochen anders ist als das Innere. ich kenn das nur als einheitlichen Brocken. vielleicht weil meine Frau das immer in Würfel schneidet und damit is die Außenschicht eh weg. was mich jetzt aber bei deinem Beitrag mehr beschäftigt - du sagst unter 160 Grad wird's zäh. ist das bei allen Knollen so oder hängt das von der Größe ab? ich frag weil wir neulich welche vom Markt hatten die waren deutlich kleiner als die vom Supermarkt. so handballgroß vs. so... tennisballgroß sag ich mal. ob die gleich lang brauchen glaub ich eigentlich nicht. und @elvira_k den Kapseln-Kommentar von @leni_k unterschreib ich. genau so läuft das. mein Schwager war auch erstmal nur beim Hausarzt und jetzt bestellt er irgendwas im Internet das 40 Euro im Monat kostet. für sowas hab ich kein Geld übrig. ich kauf mir lieber die Knolle für 80 Cent.

@ms_77 zur Größenfrage - ja, das macht definitiv einen Unterschied. Die kleinen Knollen sind schneller durch, das merkt man deutlich. Ich würd bei tennisballgroßen Dingern im Ofen eher 45-50 Minuten ansetzen und dann einfach mit dem Messer checken. Wenn das sauber reingleitet, passt's.

Zitat von ms_77

ich kauf mir lieber die Knolle für 80 Cent

das ist eigentlich der Satz des Threads, ehrlich gesagt. Ich kenn das mit dem Schwager-Muster aus meinem eigenen Umfeld gut genug. Das fängt immer harmlos an. Was mich bei eurer ganzen Diskussion aber gerade beschäftigt - ihr habt viel über Ofen vs. Kochen geredet, aber niemand hat erwähnt was mit dem Kochwasser passiert. Das färbt sich tiefrot und ich kippe das immer weg, aber irgendwo hab ich mal aufgeschnappt dass da eigentlich was drin ist was man nicht einfach wegschütten sollte. Ob das stimmt weiß ich nicht genau - ich glaub das war irgendein Kochblog, keine Ahnung mehr welcher. Macht das hier jemand anders? Wär jetzt interessant zu wissen ob man damit irgendwas anfangen kann oder ob das wirklich nur rote Brühe ist die nach nichts schmeckt.

Seite 1 von 2Nächste