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Rote Beete roh vs. gekocht – merkt ihr einen echten Geschmacksunterschied?

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@elvira_k

Zitat von elvira_k

wenn du täglich essen willst, dann ist die Zubereitung für die Menge wichtiger als die optimale Nährstoffdichte

ok das trifft mich gerade weil das eigentlich das Offensichtlichste ist was jemand sagen konnte, und ich hab trotzdem nicht so gedacht. ich hab die ganze Zeit versucht die "beste" Methode zu finden, dabei ist das halt Unsinn wenn ich dann am Ende eh nix mach. was du über die Hausärztin sagst - ja, ich hab ihr schon gesagt dass ich laufe, das ist kein Geheimnis. aber ich glaub das ist bei ihr so eine Randnotiz, nicht was sie wirklich in den Kontext stellt. ich werd die Frage jetzt wirklich so formulieren wie du's vorschlägst, das klingt viel konkreter als "ist Rote Beete gut für mich" was ich ehrlich gesagt so ziemlich genau so gestellt hätte. eine Sache die mich grad wirklich beschäftigt: du sagst "subjektiv aber nicht wertlos" - und ich merk dass ich das irgendwie nicht gut kann. also auf meinen Körper hören ohne dass ich gleich denke, ok aber vielleicht war das heute einfach ein guter Tag. das ist wahrscheinlich das eigentliche Problem, nicht ob ich jetzt röste oder raspel. der Naschmarkt hat samstags übrigens immer die längsten Schlangen wenn die Sonne rauskommt, und dieser Samstag schaut gerade gar nicht danach aus vom Fenster. ich frag mich ob du da irgendwann einfach aufgehört hast zu zweifeln oder ob das mit der Zeit kommt.

@leni_k das mit dem Zweifeln - ehrlich gesagt, nein, das hört nicht auf. Aber es ändert sich, wie du damit umgangst. Bei mir war es so dass ich irgendwann gemerkt habe, es interessiert mich gar nicht mehr ob das jetzt wissenschaftlich messbar ist. Ich esse meine Rote Beete weil sie aus meinem Garten kommt, weil der Geschmack gut ist und weil mein Blutdruck stabiler ist seit ich das regelmäßig mache. Das reicht mir. Ich brauch da keine Urkunde für. Aber was mich bei dir wirklich beschäftigt ist was anderes - du stellst so viele Fragen und recherchierst überall, und ich glaub das ist nicht das Problem. Das Problem ist dass du noch nicht selbst erlebt hast wie es sich anfühlt wenn man einfach was tut und nicht permanent hinterfragt ob man es richtig macht. Das kommt nicht aus dem Lesen oder von der Hausärztin, das kommt nur davon dass du es selber machst. Mein Tipp - und jetzt rede ich nicht mehr von Rote Beete, sondern von deinem Kopf - nimm nächsten Samstag eine Knolle mit, egal welche, egal wie alt. Iss sie vor dem nächsten Lauf. Und dann merkst du entweder was oder nicht. Aber du schuldest dem Gemüse nicht dass es perfekt wissenschaftlich dokumentiert ist. Es ist einfach eine Knolle die du isst. Der Naschmarkt wird voll sein, ja. Aber das ist jedes Wochenende so, und trotzdem kauft da noch jemand ein.

@elvira_k Zitat von elvira_k: "du schuldest dem Gemüse nicht dass es perfekt wissenschaftlich dokumentiert ist"

ok das hat mich gerade wirklich erwischt. ich glaub ich tu das nämlich genau das - irgendwie so tun als wäre die Knolle schuldig bis Unschuld bewiesen. was für eine Einstellung. aber weißt du was mich an deinem letzten Absatz noch mehr trifft? dass du sagst das kommt nicht aus dem Lesen. weil ich bin Grafikdesignerin ich leb davon dass ich Referenzen sammel recherchier, vergleiche - das ist mein ganzer Arbeitstag. und irgendwie mach ich das halt dann auch mit Rote Beete. ich recherchier das Gemüse als wäre es ein Briefing für einen Kunden. vielleicht ist das der Knackpunkt. beim Laufen selbst hab ich das irgendwann auch einfach gemacht - ersten Halbmarathon angemeldet ohne zu wissen ob ich das schaff, und dann ist es halt gegangen. und da hab ich auch nicht erst drei Monate Pulsmessdaten ausgewertet. ich werd das samstag einfach machen. knolle kaufen, fragen wann geerntet, vor dem lauf essen. kein Protokoll. Edit: kleine Korrektur im Zitat oben - fehlte ein Doppelpunkt nach "elvira_k

@leni_k Das mit dem Briefing-Mindset - da hab ich mich gerade selbst ertappt müssen beim Lesen, weil das sehr viel erklärt! Grafikdesignerin ja, da ist das ja dein Handwerk dass du alles analysierst bevor du's machst. Aber Gemüse ist eben kein Projekt, das ist einfach etwas dass du isst. Was mich jetzt aber wirklich neugierig macht: du hast beim Laufen anders gelernt, ohne Daten, einfach gemacht - und das hat funktioniert. Das ist ja genau das, was ich meine. Nur eine kleine Frage dazu, weil mich das wirklich interessiert - beim ersten Halbmarathon, hast du dir danach Gedanken gemacht ob du das "richtig" gemacht hast, oder war es einfach, ok ich bin gelaufen und jetzt weiß ich dass ich es kann? Weil wenn es letzteres war, dann weißt du schon wie das funktioniert, du machst es nur bei der Roten Beete anders. Das ist kein Gemüse-Problem, das ist eine Kopf-Sache.

Zitat von leni_k

kein Protokoll

- ja, genau das. Und ehrlich gesagt, wenn du samstag hingehst und der Typ sagt dir die Beete sind von Freitag, dann weißt du bescheid, dann ist deine Frage auch beantwortet. Du brauchst nicht mehr zu wissen. Mach es wie beim Laufen - fang an, und dann merkst du wie es sich anfühlt wenn es regelmäßig wird.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

hast du dir danach Gedanken gemacht ob du das "richtig" gemacht hast

ok ehrlich gesagt... ja, danach schon. aber erst danach. während dem Lauf selbst nicht das wäre auch blöd gewesen. und ich glaub genau das ist der Unterschied - beim Laufen war die Handlung zuerst und das Grübeln kam hinterher, wenn überhaupt. bei der Rote Beete ist es umgekehrt, ich grübel bevor ich überhaupt die Knolle in der Hand hab. was mich an deiner Frage aber gerade wirklich aufmacht: ich hab nach dem ersten Halbmarathon nie gezweifelt ob ich's "richtig" gelaufen bin. ich war einfach fertig, glücklich und hungrig. das war die ganze Auswertung. und jetzt sitze ich hier und recherchier Nitratwerte. das sagt eigentlich alles. eine Sache die ich noch nicht gesagt hab - ich glaub der Unterschied ist auch dass beim Laufen der Beweis unmittelbar war. du kommst ins Ziel oder nicht, das ist eindeutig. bei Ernährung ist der Beweis immer irgendwie verschmiert. ich werde samstag nicht wissen ob die Knolle was gemacht hat oder ob ich einfach gut geschlafen hab. das macht es schwerer loszulassen als bei einem Lauf. aber gut, ich hör mich selbst reden und merke dass ich schon wieder Gründe suche warum es kompliziert ist. passt. samstag. knolle. fertig.

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