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Rote Beete roh vs. gekocht – macht das wirklich so einen Unterschied?

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@lisab_93 die Frage am Ende trifft mich gerade mehr als ich erwartet hätte. Ja, ich merk das beim Laufen sehr wohl - aber es ist echt schwer zu sagen ob das "Essen" oder "Kopf" ist. Ich hab mal einen Halbmarathon gemacht wo ich abends vorher eine sehr schwere Pasta gegessen hab, zu viel Öl, zu spät. Das war spürbar. Aber ob das Rote Beete zum Abendessen drei Tage vorher irgendwas ausgemacht hat? Keine Ahnung.

Zitat von lisab_93

du machst aber keinen Druck

das stimmt, aber ich glaub das ist auch Selbstschutz. Ich kenn genug Leute in der Laufszene die sich mit sowas in den Wahnsinn treiben und dann trotzdem nicht schneller werden. Das hilft mir da draußen nicht weiter. Was mich aber wirklich beschäftigt nach dem ganzen Thread - ich hab heute mehr über Rote Beete nachgedacht als über irgendeinen Lauf. Und ich komm zum Schluss dass ich das wahrscheinlich einfach weiter esse weil mir der Geschmack taugt, und wenn das Nitrat nebenbei irgendwas macht, schön. Wenn nicht, auch okay. Das ist irgendwie die ruhigste Antwort die ich in letzter Zeit auf eine Ernährungsfrage gefunden hab. Wobei ich mir ehrlich gesagt noch immer nicht sicher bin ob das bei mir so bleibt oder ob ich irgendwann doch wieder anfang alles zu optimieren. Ich kenn mich da selbst zu gut.

@leni_k das mit dem Selbstschutz macht total Sinn. Ich glaub viele Läufer - auch ich manchmal - fallen in diese Falle rein wo man denkt dass Optimieren automatisch = besser werden. Und dann sitzt man da mit nem Spreadsheet und trackt alles und wird am Ende nur frustriert. Was mich bei deinem letzten Punkt aber neugierig macht:

Zitat von leni_k

ob ich irgendwann doch wieder anfang alles zu optimieren

- ich glaub das passiert automatisch wenn du merkst dass dein Tempo sich bewegt. Nicht weil du dich selbst zwingst sondern weil dein Kopf dann anfängt Muster zu suchen. "Ah diesen Montag war ich schneller, was hab ich da anders gemacht?" Und schwupp, bist du wieder im Optimierungs-Modus. Ob das schlecht ist, weiß ich ehrlich nicht. Vielleicht ist das auch einfach der natürliche Punkt wo Neugier in Obsession kippt. Aber deine Grundidee - Rote Beete essen weil's schmeckt, nicht weil ne Studie sagt dass du es musst - das halte ich durch. Das ist für mich auch die entspanntere Variante. Mach ich mit vielem so. Und wenns mir mal reicht, hör ich auf, fertig. Keine schlechtes Gewissen keine Gedanken drüber ob ich jetzt was Wichtiges verpasst hab. Ob das geriebene bei dir wirklich ein Wochenend-Ding wird oder ob du bei Scheiben bleibst - find ich ehrlich gesagt auch gar nicht so wichtig. Die Frage war ja eher wie, nicht ob.

@lisab_93

Zitat von lisab_93

die Frage war ja eher wie nicht ob

das hab ich kurz zweimal lesen müssen. Stimmt eigentlich. Ich glaub ich hab den ganzen Abend lang die falsche Frage gestellt. Was mich gerade beschäftigt ist was du über den Muster-Such-Modus sagst. Ich kenn das. Ich hab das letztes Frühjahr gemerkt als meine Zeit beim Halbmarathon um zwei Minuten besser war - und ich dann ernsthaft zurückgerechnet hab was ich in der Woche davor gegessen hab. Nicht einmal als Witz. Das ist schon so ein kleines Warnsignal gewesen. Ob das Neugier oder Obsession ist... ich glaub der Unterschied ist für mich ob ich dabei noch locker bleib oder ob ich anfang mich zu ärgern wenn ich "abweiche". Solange ich das gerieben mit Vinaigrette esse weil ich Lust drauf hab und nicht weil ich mir irgendwas davon erhoffe, passt das. Was ich aber noch nie gemacht hab und jetzt gerade denke: rohe Rote Beete in so einem Smoothie-Kontext. Also nicht Saft sondern wirklich rein püriert mit irgendwas anderem. Hat wer Erfahrung damit ob das dann wirklich trinkbar ist oder einfach nur nach lila Matsch schmeckt? Weil die Textur roh ist ja okay wenn man sie isst, aber ob das beim Mixen irgendwie komisch wird...

@leni_k Smoothie mit roher Rote Beete - ja, das hab ich tatsächlich mal gemacht und ehrlich, es war weird. Nicht geschmacklich, aber die Konsistenz. Das Ding wird nicht cremig, sondern eher so... dickflüssig-sandig? Als würde man Sand trinken, aber irgendwie süß. Ich hab das mit Apfel und Ingwer versucht, hat trotzdem gefühlt wie Erde-Smoothie geschmeckt, obwohl der Apfel ja normalerweise das Erdige dampft. Das Problem ist glaub ich dass rohe Beete so viel Struktur hat, auch wenn du sie pürierst. Gekochte würde wahrscheinlich glatter gehen, aber dann fragst du dich ja - warum nicht einfach Saft nehmen wenn du das Trink-Format willst. Der ist schneller weg und du sparst dir das Mixer-Chaos.

Zitat von leni_k

solange ich das gerieben mit Vinaigrette esse weil ich Lust drauf hab und nicht weil ich mir irgendwas davon erhoffe, passt das

- das ist so die Haltung die ich mir selbst öfter abholen müsste, um ehrlich zu sein. Ich merk gerade dass ich selbst beim Einkaufen manchmal schon im Kopf bin "ah das ist gut fürs Training" statt einfach "das schmeckt mir". Das ist so anstrengend. Aber zur geriebenen Variante - falls du die doch öfter machen willst: versuch die vielleicht mit nem guten Öl statt nur Vinaigrette, das hält die Masse besser zusammen wenn sie länger steht. Nur Säure allein macht es eher noch matschiger.

@lisab_93 der Tipp mit dem Öl ist gut das probier ich. Ich hab bisher immer eher auf Säure gesetzt weil ich dachte das "frischert" die Masse auf, aber vielleicht ist das genau das Problem. Zur Smoothie-Sache:

Zitat von lisab_93

dickflüssig-sandig

okay das klingt so unangenehm dass ich das glaub ich gar nicht mehr ausprobieren muss. Du hast mir das gerade sehr plastisch beschrieben. Erde-Smoothie mit Apfel - nein danke, das spar ich mir. Was mich aber gerade mehr beschäftigt ist was du am Ende sagst, mit dem "ah das ist gut fürs Training" beim Einkaufen. Ich merk das bei mir auch, aber auf eine andere Art - ich fang an Dinge nicht zu kaufen weil ich mir denk "das brauchst du eigentlich nicht". Also nicht nur Optimieren was rein kommt sondern auch so ein komisches Herausfiltern von Sachen die ich eigentlich mag aber die "keinen Zweck" erfüllen. Keine Ahnung ob das nur mir so geht. Ich hab letzte Woche Halloumi nicht gekauft weil... ja warum eigentlich. Weil Fett? Weil kein Training-Benefit? Das ist so ein schleichender Modus der mich selbst nervt. Ob das geriebene jetzt mein reguläres Ding wird - schaun wir mal. Ich glaub ich mach das am Samstag nochmal, diesmal mit mehr Öl und weniger Zitrone, und dann weiß ich mehr.

@leni_k das mit dem Halloumi nicht kaufen - ja, genau das mein ich. Das ist so subtil dass man es fast nicht bemerkt. Plötzlich sitzt du im Supermarkt und sortierst dein Leben in "sinnvoll" und "unnötig" und merkst gar nicht wie anstrengend das ist. Ich hab das letzte Woche auch bei mir gemerkt, beim Käse-Regal. Einfach vorbeigelaufen statt reinzugreifen, obwohl mir das eigentlich schmeckt. Und dann bin ich mir selbst auf die Schliche gekommen und hab gedacht: warte, wieso mache ich das. Nur weil ich laufe heißt das nicht dass mein Leben sonst aus Hähnchen und Brokkoli bestehen muss.

Zitat von leni_k

ob das geriebene jetzt mein reguläres Ding wird

- mach das. Und wenn du Samstag merkst dass es dir mit Öl besser gefällt, dann isst du es einfach so. Nicht weil es "für Training" ist sondern weil die Textur dir dann passt. Das ist wahrscheinlich der Punkt wo das Denken aufhört und das Essen wieder anfängt. Was mich aber gerade mehr beschäftigt - und das ist jetzt etwas ganz anderes - merkst du bei dir selbst ob dieser ganze Optimierungs-Kopf auch in anderen Bereichen anfängt? Also nicht nur beim Essen sondern auch sonst. Bei mir ist das so, dass ich das Laufen nicht mal komplett trennen kann von "wie wirkt sich das auf meine Arbeit aus" oder "brauch ich da jetzt mehr Schlaf". Irgendwann läuft das Programm auch bei Dingen die damit gar nix zu tun haben. Oder bin ich da die einzige?

@lisab_93

Zitat von lisab_93

ob dieser ganze Optimierungs-Kopf auch in anderen Bereichen anfängt

ja und das ist so eine unbequeme Frage dass ich kurz gebraucht hab bevor ich antworte. Bei mir ist das die Arbeit. Ich merk dass ich seit ich regelmäßig lauf auch meine Freelance-Projekte anders bewerte - so ein "bringt mir das wirklich was" das ich früher nicht hatte. Nicht finanziell, sondern so... energetisch? Als ob ich meine Kapazitäten budgetiere wie Makros. Klingt bescheuert wenn ich das so schreib aber es ist wirklich so. Ich überleg beim Annehmen eines Auftrags manchmal ob das "es wert ist" und mein ich damit nicht nur das Geld. Das ist schon komisch weil Laufen mir eigentlich helfen sollte den Kopf freizukriegen, nicht noch eine Schiene draufzulegen wo ich alles durch dieses Effizienz-Raster jag. Ob das nur bei uns Läuferinnen so ist oder ob das einfach so ein 30er-Ding ist, keine Ahnung. Ich kenn Leute die nicht laufen und trotzdem diesen Modus haben. Vielleicht ist das Laufen nur der Kanal wo's sichtbar wird weil man da so direkt Feedback kriegt - Zeit, Puls, Strecke, alles messbar. Und du bist definitiv nicht die einzige.

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