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Rote Beete roh schälen – wie macht ihr das ohne die ganze Küche zu färben?

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Ich bin gerade wieder dabei, meine Ernte einzulagern und habe diesmal überlegt, ob ich nicht mehr Rote Beete roh verarbeite statt immer nur zu kochen. Das Problem ist nur, dass ich jedes Mal wie eine Kunstmalerin aussehe wenn ich fertig bin, und die Schneidebretter sehen nachher aus als wäre jemand verletzt worden. Im Garten geht mir das beim Ernten nicht so auf die Nerven, aber in der Küche finde ich das mittlerweile doch lästig. Meine Hausärztin hat mir ja geraten, mehr Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks, und ich dachte mir, vielleicht funktioniert es roh besser als immer nur das Eingekochte zu essen. Beim letzten Einkaufen auf dem Markt hat mir eine Frau erzählt, dass Rote Beete roh einen ganz anderen, würzigeren Geschmack hat, und das reizt mich. Aber bevor ich da groß einsteige, wollte ich mal fragen wie ihr das handhabt. Sind diese Einweghandschuhe wirklich so zuverlässig oder ist das nur Beruhigung? Und kann man die geschälte rohe Beete einfach so lagern oder färbt die noch nach? Ich hab gelesen dass man sie einfrieren kann, aber ich bin skeptisch ob das den Geschmack nicht zu sehr verändert. Auf meinem Schneidebrett habe ich bislang einfach akzeptiert dass es danach rosa ist, aber vielleicht gibt es da ja einen Trick den ich nicht kenne. Und hat von euch jemand ein Lieblingsrezept für rohe Rote Beete, wo sie wirklich zur Geltung kommt?

@elvira_k

Zitat von elvira_k

vielleicht gibt es da ja einen Trick den ich nicht kenne

also ich bin ja nun wirklich kein Kochexperte aber selbst ich weiß: Zeitungspapier drunterlegen. Nicht die Küche umbauen, nicht Spezialhandschuhe bestellen, einfach alte Zeitung. Macht meine Frau so. Kommt drauf an wie viel du auf einmal machst natürlich. Was mich bei deinem Post aber wirklich beschäftigt ist die Sache mit dem Einfrieren. Meine Frau hat das mal probiert, roh eingefroren, und danach war die Textur so eine Art matschig-weich. Nicht schlimm aber halt anders. Wenn du das roh magst wegen dem Biss dann würd ich das lassen. Und wegen der Hausärztin - das klingt vernünftig. Rote Beete essen wegen Blutdruck, ok, das ist noch nachvollziehbar. Ich reg mich ja immer über die Kapselleute auf aber du redest von echtem Gemüse, das ist was anderes. Da kann ich nix gegen sagen. Das mit dem Schneidebrett - ich hab mal gelesen das geht mit Zitronensaft weg, zumindest teilweise. Ob das stimmt weiß ich nicht probiert hab ich's nicht. Holzbrett würd ich bei sowas sowieso net nehmen, die saugen das ein wie ein Schwamm.

@ms_77 mit dem Holzbrett bin ich völlig bei dir, das war bei mir auch immer ein Desaster. Kunststoff oder Glas ist einfach praktischer. Was mich aber jetzt neugierig macht - du schreibst dass deine Frau das mit Zitronensaft versucht hat oder gelesen hat? Also ich kenne das eher von Flecken auf Textilien, da soll Zitrone helfen. Auf dem Brett selbst bin ich da skeptischer, ehrlich gesagt. Hab aber auch nie systematisch probiert. Das mit dem Einfrieren ist für mich sowieso kein Thema. Ich ess die rohe Beete eigentlich nur frisch, wenn überhaupt - und da muss ich ehrlich sagen dass der Unterschied zu gekocht für mich persönlich nicht so dramatisch ist wie diese Marktfrau das darstellt. War nicht so überzeugt davon, als ich es mal versucht hab. Der Geschmack ist tatsächlich anders aber ob würziger oder nur knackiger - kommt drauf an wie man es sieht. Aber für dich @elvira_k - wenn du das wegen deiner Ärztin ernsthaft roh machen willst, dann würde ich eher ein Carpaccio machen oder hauchdünn hobeln und in Zitronensaft marinieren. Dann hast du den rohen Geschmack, aber die Textur ändert sich einfach weniger. Und beim Schälen selbst - ja, Einmalhandschuhe helfen tatsächlich. Kostet nix und die Küche bleibt halbwegs sauber. Zeitungspapier unter die Schneidebrett stelle ich mir ehrlich gesagt umständlich vor wenn man regelmäßig was damit machen will.

Zitat von lisab_93

Zeitungspapier unter die Schneidebrett stelle ich mir ehrlich gesagt umständlich vor

naja umständlich. einmal hinlegen, fertig. ich weiß nicht was da umständlich ist. aber ok, is mir schnuppe. was mich bei deinem Beitrag @lisab_93 eher interessiert - du sagst Glas. ein Glasschneidebrett. ernsthaft? das kenn ich von meiner Schwiegermutter, die hat so ein Ding. meine Messer würden sich bedanken. die Kante vom Glas macht das stumpf in kürzester Zeit, das ist halt physik. Kunststoff ok, das leuchtet mir ein. Glas ist für mich eher so eine Lösung bei der man ein Problem löst und drei neue kriegt. und das Carpaccio-Vorschlag - das klingt jetzt sehr nach Restaurantkarte. ob @elvira_k das wirklich will wenn sie das wegen Blutdruck isst und nicht weil sie irgendwas beeindrucken will. manchmal ist einfach hobeln und drüber essen das Vernünftigste. meine Frau macht das gelegentlich so - dünn auf dem Gemüsehobel, bisschen Öl dran, das wars. kein Carpaccio, kein Tamtam.

@ms_77 ok fair point mit den Messern, das hatte ich nicht auf dem Radar. Das Glas-Brett war ehrlich gesagt auch eher so ein Gedanke weil's optisch weniger färbt, nicht weil ich damit täglich arbeite. Deine Frau hat recht, Kunststoff ist der praktischere Weg. Aber jetzt zur Sache - du schreibst deine Frau macht das mit dem Gemüsehobel und Öl drauf, und das finde ich eigentlich den richtigeren Punkt. Das ist ja nicht weniger "echt" als Carpaccio, das ist einfach nur... normal. @elvira_k wenn du das machst weil deine Ärztin es empfohlen hat, dann brauchst du da wirklich keine Restaurant-Inszenierung. Hobeln, bisschen Salz, Öl - fertig. Das ist praktisch und du merkst ob dir der rohe Geschmack überhaupt liegt, ohne dass du dich vorher verrückt machst mit Marinieren und sowas. Was mich noch interessiert - @elvira_k du sagtest die Frau auf dem Markt hat gemeint roh schmeckt würziger. Hast du das selbst schon probiert oder vertraust du dem einfach? Weil bei mir war es eher so dass roh einfach knackiger ist, aber würzig - naja. Vielleicht kommt das auch drauf an welche Sorte. Bei mir war's ne normale rote Beete vom Supermarkt, keine Spezial-Sorte oder so.

Zitat von lisab_93

Hast du das selbst schon probiert oder vertraust du dem einfach

das ist eigentlich die einzige sinnvolle Frage in dem ganzen Thread. Marktfrauen erzählen einem viel wenn der Tag lang ist. die wollen verkaufen, das ist ihr Job, nix dagegen zu sagen. aber "würziger" klingt für mich nach Marketing. ich kenn das von meiner Frau - sie sagt auch immer frisch vom Feld schmeckt anders. stimmt manchmal sogar. aber würziger ist so ein Wort das nix bedeutet ohne Vergleich. @elvira_k du hast eigenen Garten sagst du. dann wär mein Tipp einfach mal ne kleine Knolle roh probieren direkt. nicht hobeln nicht marinieren, einfach ein Stück abschneiden und reinbeißen. dann weißt du sofort ob das was für dich ist oder nicht. ohne Aufwand, ohne Rezept. wenn's dir nicht schmeckt sparst du dir den ganzen Rest der Diskussion hier. und diese Sorte-Frage von @lisab_93 finde ich interessant, das hatte ich noch nicht auf dem Schirm. ich weiß nicht ob es da wirklich große Unterschiede gibt. meine Frau kauft immer einfach was der Markt hat, nie drüber nachgedacht.

Zitat von ms_77

einfach ein Stück abschneiden und reinbeißen

ja, das ist eigentlich der einzige sinnvolle Ratschlag hier, sorry. die ganze Diskussion über Glasbretter und Carpaccio-Inszenierung - ich versteh's, aber @elvira_k hat halt einen Garten. da ist der Weg zur Antwort buchstäblich zwanzig Meter. was mich bei dem Sorten-Punkt von @ms_77 aber wirklich beschäftigt: ich hab mal irgendwo gelesen dass Chioggia-Beete (das ist die geringelte rosa-weiße) deutlich milder schmeckt als die dunkelroten. erdiger Geschmack kommt wohl von einem bestimmten Stoff, Geosmin heißt der glaub ich - und der ist sortenabhängig, nicht nur Frisch-gegen-gekocht. wenn @elvira_k aus dem eigenen Garten schöpft, weiß sie vielleicht nicht mal welche Sorte das ist. das würde einiges erklären warum die Marktfrau "würziger" sagt und jemand anderes sagt "schmeckt wie Erde". ich frag mich halt auch ob das Marinieren in Zitronensaft diesen Geosmin-Anteil irgendwie dämpft oder ob das nur Textur verändert. keine Ahnung, hab ich nie systematisch getestet. ich ess rohe Beete eigentlich am liebsten fein gerieben in einen Salat gemischt - dann fällt der Eigengeschmack weniger auf wenn er zu intensiv ist, und man kriegt trotzdem was davon.

@leni_k Geosmin - ok das Wort kenn ich jetzt zum ersten Mal und ich bin Elektriker nicht Chemiker, aber das klingt zumindest nach echter Information und nicht nach Marktgeflüster. da muss ich lachen dass ausgerechnet das hier der sachlichste Beitrag ist. aber mal ehrlich - wenn der Geschmack wirklich so stark sortenabhängig ist, dann ist die ganze Diskussion über roh vs. gekocht fast egal. dann müsste @elvira_k erstmal wissen was sie überhaupt im Garten stehen hat. das weiß man doch meistens gar nicht wenn man einfach Samen kauft und einpflanzt. ich kenn das von meiner Frau mit ihren Tomaten - jedes Jahr irgendwas anderes und dann wundert sie sich warum es nicht so schmeckt wie letztes Jahr. was mich bei dem Geosmin-Ding aber wirklich interessiert: wenn das ein konkreter Stoff ist dann müsste man das doch irgendwie rauskriegen ob der sich beim Kochen abbaut oder nicht. meine Hausärztin hat mir mal bei nem anderen Thema erklärt dass manche Bitterstoffe beim Erhitzen verschwinden. ob das hier auch so ist - keine Ahnung. @leni_k du hast das gelesen irgendwo, stand da mehr dazu? und das mit dem Reiben in Salat - ok das leuchtet mir tatsächlich ein. wenn der Geschmack zu intensiv ist verdünnst du ihn halt einfach.

@ms_77 ob Geosmin beim Kochen abgebaut wird - gute Frage, ich hab das ehrlich gesagt nur so am Rande mitgenommen, irgendein Artikel über Nitrate und Ausdauerleistung, da stand das als Randnotiz drin. keine Ahnung ob da mehr dazu stand, ich hab das nicht abgespeichert. aber was mich jetzt beschäftigt ist eigentlich was anderes. du fragst ob er sich beim Kochen abbaut - ich würd eher fragen ob das überhaupt das Ziel ist. wenn jemand wegen Blutdruck rohe Beete essen soll, dann ist "kochen bis der Erdgeschmack weg ist" vielleicht nicht die Lösung. @elvira_k macht das ja gerade umgekehrt, also weg vom Gekochten.

Zitat von ms_77

manche Bitterstoffe verschwinden beim Erhitzen

ja, das stimmt für einiges. aber Geosmin ist kein Bitterstoff, das ist eher so eine Art Aromaverbindung. ob die sich gleich verhält - keine Ahnung. ich würd da nicht einfach 1:1 übertragen. was ich noch nie probiert hab und mich jetzt gerade anlacht: ob Essig beim Einlegen den Geschmack stärker verändert als Zitronensaft. ich hab immer den Eindruck dass eingelegte Rote Beete aus dem Glas gar nicht mehr nach Erde schmeckt, eher säuerlich-süß. ob das wirklich am Geosmin liegt oder einfach am Essig der alles überdeckt - passt das zusammen?

Zitat von leni_k

ob Essig beim Einlegen den Geschmack stärker verändert als Zitronensaft

das ist eigentlich interessant. ich würd sagen der Essig überdeckt nicht nur der verändert was chemisch. also der pH-Wert geht runter und das verändert wie Aromastoffe wahrgenommen werden - das kenn ich zumindest vom Prinzip her, meine Frau macht Gurken ein und die schmecken danach halt nach Gurken-plus-Essig und nicht mehr nach roher Gurke. ob das mit Geosmin genauso läuft weiß ich nicht. aber deine Beobachtung mit dem eingelegten Glas klingt plausibel. die schmecken ja wirklich komplett anders als frisch. was mich bei dem ganzen Geosmin-Thema jetzt ehrlich beschäftigt: wenn das eine konkrete Verbindung ist, dann müsste das irgendwo messbar sein. ob die Menge im Gemüse von der Sorte abhängt oder auch vom Boden. @elvira_k hat eigenen Garten - vielleicht macht der Boden da sogar was aus. keine Ahnung ob das realistisch ist aber bei Wein redet man ja auch von sowas. @leni_k wo hast du den Artikel her grob, war das irgendeine Ernährungsseite oder sowas seriöseres? frag nur weil ich das meinem Schwager zeigen will der kauft nämlich Rote-Beete-Kapseln und ich such nach echten Argumenten.

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