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Rote Beete roh schälen - hat jemand einen Trick gegen die Sauerei?

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Ich bin ja sonst eher die Typ für gekochte Rote Beete, die schäle ich unter fließendem Wasser und das geht relativ leicht. Aber letztens habe ich in einem Rezept gelesen, dass man Rote Beete roh raspeln kann und dann noch mehr von den Nährstoffen behält, und mein Hausarzt hat mir ja geraten mehr davon zu essen. Also dachte ich probier ich das mal aus. Tja, das war ein Fehler. Ich habe versucht, zwei rohe Knollen zu schälen, und innerhalb von zwei Minuten sahen meine Hände aus wie ein Tatort. Die Schneidebrett auch, die Arbeitsplatte, alles pink gefärbt. Und mit den Handschuhen war es fast noch schlimmer, weil ich dann nicht sehen konnte wo ich hingreife. Das Gemüse selbst hat überall Flecken hinterlassen, auch auf meinem Unterarm. Hat jemand von euch eine Strategie dafür, wie man das hinbekommt ohne die ganze Küche anzumalen? Meine Nachbarin meinte, ich solle es mit einer Schälmaschine versuchen, aber ehrlich gesagt bin ich da skeptisch, ob das besser wird. Und dann die Frage - lohnt sich dieser Aufwand überhaupt? Ist roh wirklich so viel besser als wenn ich die Beete koche und dann verarbeite? Im Garten habe ich noch genug davon, also kann ich experimentieren. Aber wenn die nächste halbe Stunde Putzen kostet, muss ich mir das überlegen.

@elvira_k ich kenn das Problem, das ist wirklich eine Katastrophe wenn man nicht vorbereitet ist. Was bei mir tatsächlich geholfen hat: ich mach das mittlerweile auf einem alten Schneidebrett das ich sowieso schon ruiniert hatte, und ich leg vorher Zeitungspapier unter. Klingt albern aber hält die Arbeitsfläche sauber. Was die Handschuhe angeht - ich hab da einen kleinen Trick gefunden, und zwar die dünneren OP-ähnlichen Einmalhandschuhe aus der Apotheke, nicht die dicken Haushaltshandschuhe. Die dicken sind tatsächlich zu unhandlich, da hast du recht. Aber ehrlich gesagt ist die Frage ob roh wirklich lohnt für mich die interessantere. Ich mein, ich trink ja Rote-Beete-Konzentrat und da steckt ohnehin schon viel drin - aber ich hab mal irgendwo gelesen dass beim Kochen tatsächlich Nitrat verloren geht, und genau das ist ja der Stoff der so interessant sein soll. Ich weiß nicht ob das bei Raspeln vs. Kochen so dramatisch ist, das kann ich dir nicht belegen. Meine Hausärztin hat da keine konkrete Aussage gemacht als ich sie fragte sie meinte nur "roh ist oft gut". Was ich noch nie probiert hab: die Beete kurz einfrieren und dann schälen. Hab ich irgendwann mal gelesen, soll einfacher gehen weil die Struktur etwas aufbricht. Ob das stimmt, keine Ahnung, ich war bisher zu faul dafür.

@jana_w das mit dem Zeitungspapier ist ja clever, das hätte ich selbst denken können! Aber zum Konzentrat muss ich ehrlich sagen da bin ich skeptisch. Mein Hausarzt hat mir konkret geraten, frische Rote Beete zu essen, nicht irgendein Konzentrat aus der Flasche. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es nicht nur um die Nährstoffe an sich, sondern auch darum wie der Körper die aufnimmt, und da ist frisch einfach besser als verarbeitet. Das mit dem Einfrieren finde ich aber interessant, das probiere ich tatsächlich mal aus. Wenn die Zellstruktur durch das Einfrieren aufbricht, könnte das bedeuten dass die Schale sich leichter löst ohne dass so viel Saft austritt. Logisch wäre das, und es würde auch erklären warum es manchen Menschen leichter fällt. Meine Frage wäre eher - lohnt sich der ganze Aufwand wirklich nur für das Rohverzehren? Ich könnte ja auch die gekochten Beeten aus meinem Garten nehmen und die fein reiben oder kleinschneiden. Das ist weniger dramatisch in der Zubereitung und die Nährstoffe sind auch noch da, nur eben ein bisschen weniger. Vielleicht bin ich da auch einfach zu praktisch veranlagt, aber ich hab nicht das Gefühl dass dieser Flecken-Kampf proportional ist zu dem was ich am Ende davon habe.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

dieser Flecken-Kampf proportional ist zu dem was ich am Ende davon habe

das frag ich mich ehrlich gesagt auch manchmal, und ich glaub die Antwort hängt davon ab was dein Ziel ist. Wenn du einfach Rote Beete essen willst weil sie dir schmeckt oder weil dein Arzt das empfohlen hat - dann ist gekocht absolut ok, und du machst dir das Leben unnötig schwer. Das ist keine Schwäche, das ist praktisch. Was mich an deinem Einwand zum Konzentrat stört, ist das "frisch ist immer besser" - das klingt nach einem Pauschalurteil. Ich mein, ich hör das auch ständig, aber ich hab noch nie jemanden sehen der das wirklich belegen kann. Dein Hausarzt meint das sicher gut, aber ob er das auf Basis von konkreten Daten sagt oder einfach weil frisch halt "gesund klingt", weiß ich nicht. Meine Ärztin war da auch nicht präziser. Aber gut, das ist ne andere Diskussion. Was ich noch nicht versucht hab und worüber ich grad nachdenk: wenn die rohen Beete schälen schon so aufwendig ist was ist mit einem Sparschäler statt Messer? Der normale Gemüseschäler, halt. Klingt banal aber ich hab das nie systematisch probiert, ich greif immer zum Messer. Vielleicht geht da weniger Saft raus weil man weniger Druck braucht. Keine Ahnung ob das stimmt, ist nur ein Gedanke.

@jana_w da gebe ich dir recht, dass ich da vielleicht zu pauschal bin. Aber wenn ich ehrlich bin, hat mein Hausarzt mir das nicht irgendwie nebenbei gesagt, sondern im Kontext meines Blutdrucks, und da hat er mir konkret empfohlen, die Beete selbst zu kochen statt irgendwelche Fertigprodukte zu nehmen. Das war weniger eine Aussage über Rohverzehr versus Kochen, eher über selbstgemacht versus gekauft. Vielleicht habe ich das vermischt.

Zitat von jana_w

was ist mit einem Sparschäler statt Messer

- ja, das ist tatsächlich interessant! Ich habe einen dieser klassischen Sparschäler irgendwo in der Schublade, den nutze ich sonst eher für Kartoffeln. Der Gedanke, dass man damit weniger Druck braucht und die Schale dünner weggeht - das könnte tatsächlich helfen, weil ja der Saft vor allem austritt wenn man mit dem Messer zu tief reingeht oder zu viel Fläche aufbricht. Bei der Kartoffel funktioniert das ja auch relativ sauber. Nur ehrlich gesagt frage ich mich, ob ich das alles für mein Leben brauche. Meine gekochten Beeten aus dem Garten reichen mir völlig aus, und wenn der Arzt damit zufrieden ist, dann bin ich es auch. Aber neugierig bin ich trotzdem geworden. Vielleicht probiere ich das mit dem Sparschäler und dem Einfrieren einfach mal aus, wenn ich wieder ernten kann. Dann sehe ich ja selbst, ob das weniger Chaos gibt.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

ob ich das alles für mein Leben brauche

das ist eigentlich die ehrlichste Aussage im ganzen Thread ich mein das nicht ironisch. Wenn gekocht für dich und deinen Arzt passt, dann ist das doch die Antwort, fertig. Was mich aber trotzdem beschäftigt - du hast das mit dem Blutdruck erwähnt, und da würd mich echt interessieren ob dein Hausarzt da konkret was zu Nitrat gesagt hat oder ob das mehr so eine allgemeine Empfehlung war. Ich frag weil ich das bei mir selbst nie so sauber rauskriegen konnte, meine Ärztin redet eher um den heißen Brei rum wenn ich konkret nachfrag. Und noch was zum Sparschäler, weil ich grad selbst drüber nachdenk: ich hab den bei Kartoffeln auch lieber als das Messer, aber Kartoffeln geben ja kaum Saft raus. Bei Roter Beete wäre meine Sorge eher dass man den Schäler danach so richtig eingeweicht bekommt in den Rillen, also die Metallteile. Klingt kleinlich aber ich hab schon mal stundenlang einen Reibe-Einsatz geschrubbt und das war so nervig dass ich die Reibe danach monatelang nicht angefasst hab. Bin gespannt was du berichtest wenn du das ausprobierst.

@jana_w ja, das mit dem Sparschäler und den Rillen - das ist gar nicht kleinlich, das ist realistisch. Ich erinnere mich an meine alte Käsereibe, die habe ich auch irgendwann in die Ecke gestellt weil die Reinigung einfach kein Vergnügen war. Bei Metallteilen und Rote Beete stelle ich mir das noch ärger vor, die Färbung geht ja überall rein. Zur eigentlichen Frage mit dem Blutdruck - ehrlich gesagt war das beim Hausarzt weniger präzise als ich das jetzt hier darstellt habe. Er hat mir gesagt, dass Rote Beete gut für den Blutdruck ist, und ich soll regelmäßig davon essen. Konkret zum Nitrat oder zu Raw versus Gekocht hat er sich nicht geäußert, das war mehr so eine allgemeine Empfehlung. Ich glaube ich habe das nachträglich in meinem Kopf zu sehr ausgebaut, weil ich mich dann selbst informiert habe und dabei über diese Nitrat-Geschichte gestolpert bin. Aber ob das der Kern der Empfehlung war, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Das Interessante ist aber - seitdem ich regelmäßig meine gekochten Beeten esse, fühle ich mich besser, und beim nächsten Termin wird der Blutdruck gemessen. Wenn das passt, dann war die Methode richtig, egal ob roh oder gekocht. Vielleicht ist das auch das, was dein Hausarzt meint wenn sie um den heißen Brei redet - am Ende zählt einfach ob es hilft, nicht die Theorie dahinter.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

am Ende zählt einfach ob es hilft, nicht die Theorie dahinter

das ist ehrlich gesagt der pragmatischste Satz den ich heute gelesen hab, und ich bin nicht sicher ob ich dem zustimmen will. Ich mein, für dich persönlich - ja, klar. Wenn der Blutdruck runtergeht und du dich besser fühlst, dann passt das. Aber wenn man das verallgemeinert, kommt man schnell in die Richtung "hat mir geholfen also ist es wahr" und das ist halt nicht dasselbe. Wobei ich grad merke dass ich das vom eigentlichen Thema wegziehe, sorry. Was mich an deinem letzten Post tatsächlich beschäftigt: dass du sagst du hast dich selbst informiert und dabei die Nitrat-Geschichte entdeckt. Das kenn ich gut, das ist so ein Kaninchenbau. Ich bin da auch irgendwann reingerutscht, nach einem Laufpodcast, und plötzlich liest man sich durch zig Seiten und weiß am Ende nicht mehr was davon wirklich relevant ist. Draußen ist heute so ein grauer Mittwoch, ich sitz hier und check Mails und trotzdem beschäftigt mich grad diese Frage. Das passiert mir öfter mit Rote-Beete-Threads. Was ich noch nicht im Kopf hatte bis jetzt: hast du beim Kochen das Wasser danach weggeschüttet? Weil wenn da tatsächlich Nitrat rausgeht, wäre es ja theoretisch im Kochwasser. Ich weiß nicht ob man das sinnvoll nutzen kann, klingt vielleicht etwas weit hergeholt. Aber irgendjemand im Netz hat das mal als "Rote-Beete-Brühe" bezeichnet und ich hab nie rausgefunden ob das irgendwen interessiert außer mir.

@jana_w das mit der Rote-Beete-Brühe ist mir neu und ehrlich gesagt finde ich den Gedanke interessant. Ich habe das Kochwasser immer einfach weggeschüttet, ohne groß nachzudenken. Aber jetzt wo du das sagst - natürlich färbt sich das Wasser ja auch rot, also ist da definitiv was drin. Ob das sinnvoll zu nutzen ist, keine Ahnung, aber ich könnte mir vorstellen dass man damit vielleicht einen Fond oder so etwas ansetzen könnte? Irgendwas Suppen-artiges? Ich muss da ehrlich sagen, dass mich das mehr reizt als die ganze Rohverzehr-Diskussion. Was ich aber auch merke je länger ich hier mitlese - ich bin vielleicht einfach nicht die richtige Person für diese Tiefenanalyse. Ich bin praktisch veranlagt, und wenn mein Blutdruck beim nächsten Termin besser ist, dann war das Rezept aufgegangen, ob ich das jetzt theoretisch verstanden habe oder nicht. Das ist vielleicht unbefriedigend für jemanden der gerne wissen möchte warum etwas funktioniert, aber bei mir persönlich reicht die Erfahrung aus. Aber dieses Kochwasser-Thema lässt mich jetzt nicht los. Hast du dazu irgendwo etwas gefunden, oder war das auch nur so ein Gedanke der dir gekommen ist?

ey moment @jana_w -

Zitat von jana_w

ob das irgendwen interessiert außer mir

jetzt interessiert es mich auch und das ist irgendwie witzig. ich mein ich hab das mit der Roten Beete noch nie so tief zerlegt wie ihr hier, aber das Kochwasser-Ding - das macht tatsächlich Sinn digga. ich hab letztens mal gelesen dass Profis beim Runterladen von Blutdruck-Supplements oft mit sowas wie Rote-Beete-Konzentrat arbeiten und da ist halt auch wieder das Wasser das Wichtigste, weil die Farbe ja die Wirkstoffe sind. wenn du das Kochwasser einfach runterkippst, dann wirfst du ja nicht nur Farbe weg sondern auch das Zeug das für den Blutdruck interessant sein soll. das ist eigentlich mega dumm wenn ich das so schreib. aber @elvira_k - für eine Suppe oder so würde ich das eher nicht nehmen, das schmeckt mir zu bitter wenn man nur das Wasser kocht. ich würde das eher in einen Smoothie kippen oder - und jetzt klingt das vielleicht komisch - als Basis für ne Art Shot nehmen. nur ne kleine Menge schnell trinken. das hat mein Trainer mal erwähnt dass er das macht mit Rote-Beete-Saft und ich dachte erst alter das ist eklig aber ehrlich gesagt wenn man das gekühlt trinkt geht das ganz okay. aber die Frage ist ja - lohnt sich das wirklich oder ist das auch wieder so ein Kaninchenbau wo man am Ende nur Zeit frisst für nix

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weniger reden mehr heben

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