Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Rote Beete roh reiben – lohnt sich der Aufwand wirklich?

Seite 1 von 2Nächste

Ich hab jetzt schon ein paarmal gelesen, dass roh geriebene Rote Beete angeblich viel intensiver schmeckt als gekochte. Und ich war neugierig, hab das heute morgen ausprobiert - Ergebnis: meine Küche sieht aus wie ein Tatortort 😅

Ich mein, ich hab die Handschuhe dabei gehabt, aber irgendwie hats trotzdem alles erwischt. Das Schneidebrett, der Hobel, die Wand neben dem Hobel... keine Ahnung wie das passiert. Zum Geschmack selbst - ehrlich gesagt bin ich hin- und hergerissen. Der erdige Anteil kommt roh viel stärker durch als gekocht, das ist irgendwie auch interessant aber halt gewöhnungsbedürftig. Ich hab sie dann mit etwas Zitrone und Olivenöl gegessen, das hat's ein bisschen aufgebrochen. Aber ob ich das jetzt regelmäßig machen will, weiß ich noch nicht. Die Textur fand ich überraschend gut - so knackig, fast wie Kohlrabi. Das hab ich so nicht erwartet. Ich könnte mir vorstellen das in einen Salat zu mischen, irgendetwas mit Kichererbsen vielleicht oder Feta. Meine Frage wäre: hat wer Erfahrung damit, ob man die roh geriebene Variante irgendwie lagern kann? Also ich hab jetzt eine halbe Knolle über - die einfach in den Kühlschrank stellen und morgen noch verwenden passt das, oder verliert die dann zu viel? Und noch was - ich reib sowas normalerweise mit dem normalen Gemüsehobel, aber ich hab gelesen dass es spezielle Julienne-Hobel gibt die besser sein sollen. Macht das bei Rote Beete einen echten Unterschied oder ist das wieder so ein Ding das klingt wichtiger als es ist? danke schon mal!

haha ja, die Fleckerei ist echt brutal. Aber ehrlich gesagt würde ich mir da weniger Gedanken machen - wenn die Knollen sowieso immer in den Salat kommen, dann ist das Lagerungsproblem ja nicht so wild. Die geriebene Variante hält sich im Kühlschrank locker zwei drei Tage wenn du sie in ner luftdichten Box packst, bei mir hat das immer geklappt. Das mit dem Julienne-Hobel - also ich finde, das ist wirklich so ein Ding das klingt wichtiger als es ist. Der normale Hobel tut's auch, die Streifen sehen halt nur anders aus. Aber was mich mehr interessiert: merkst du bei der rohen Version eigentlich einen Unterschied wenn du sie ein paar Stunden stehen lässt, bevor du sie isst? Also ich bin mir nicht sicher ob die dann matschiger wird oder ob die Textur stabiler bleibt als bei anderen Gemüsesorten. Das würde nämlich entscheiden ob sich das für Meal Prep lohnt oder nicht. Das mit der Zitrone und Olivenöl klingt aber nach nem guten Move. Bei mir hat's auch immer geholfen wenn ich noch was Würziges dazugenommen hab - ne Prise Salz, vielleicht was Scharfes. Der erdige Geschmack ist halt wirklich präsent wenn man's nicht kocht, da brauchst du was das dagegen ankämpft

@leni_do die Frage mit dem Stehenlassen ist gut das hab ich mich selbst noch nicht gefragt. Ich schätz mal die Zitrone hilft da - Säure hält ja bei anderen Sachen (Apfel, Avocado) auch die Textur einigermaßen stabil. Ich würd vermuten die hält sich besser als z.B. geriebene Zucchini, die wird ja innerhalb von Minuten komplett wässrig. Aber das ist echt nur Vermutung.

Zitat von leni_do

da brauchst du was das dagegen ankämpft

ja, das stimmt. Ich hab grad überlegt ob Miso da was bringen könnte - also so eine Marinade mit Miso, Zitrone, bisschen Sesam. Hab das mal bei Kohlrabi probiert und das war überraschend gut. Rote Beete und Miso klingt im ersten Moment komisch aber der salzige, fast fermentierte Anteil vom Miso könnte den Erdgeschmack vielleicht interessant machen statt ihn einfach nur zu überdecken. Das mit dem Meal Prep würd mich auch interessieren - ich mach sowas manchmal sonntags wenn ich weiß dass die Woche stressig wird. Aber ich würd die Rote Beete dann vielleicht schon vorher dressing-los lassen und erst kurz vor dem Essen anmachen, einfach um auf der sicheren Seite zu sein.

@leni_k das mit dem Miso klingt eigentlich garnicht so abwegig. ich hätte das auch erstmal komisch gefunden aber Miso ist ja im Grunde schon fermentiert, und wenn man fermentierte Rote Beete angeblich separat als ganz was anderes wahrnimmt, könnte Miso als Marinade vielleicht in die ähnliche Richtung gehen. keine ahnung ob das stimmt, ist halt nur ein Gedanke.

Zitat von leni_k

dressing-los lassen und erst kurz vor dem Essen anmachen

das klingt vernünftig. ich würd das genauso machen, einfach weil das bei fast allem funktioniert das irgendwie Wasser zieht. salz erst kurz vorher drauf, sonst ist alles matschig nach nem halben Tag. was mich noch interessiert: du hast den normalen Gemüsehobel verwendet. wie grob war die Reibe ungefähr. ich frag mich ob das bei Rote Beete eigentlich einen Unterschied macht ob die Stücke grob oder fein sind, also vom Geschmackseindruck her. bei Karotte zum Beispiel schmeckt grob gerieben irgendwie anders als fein, zumindest kommt mir das so vor. vielleicht ist das nur Einbildung

Zitat von flo_g

du hast den normalen Gemüsehobel verwendet. wie grob war die Reibe ungefähr

gute frage, aber da muss ich ehrlich sagen. Ich hab da nie drauf geachtet. Bei mir ist es einfach die mittlere Reibe gewesen, weil die halt immer drin ist. Aber jetzt wo du das fragst, könnte ich mir vorstellen dass das tatsächlich was ausmacht. Bei Karotte merke ich das auch, fein gerieben schmeckt intensiver irgendwie. Bei Rote Beete könnte das sogar noch stärker sein weil der erdige Geschmack ja ohnehin schon so präsent ist - wenn die Stücke größer sind, hast du vielleicht mehr "Pausen" beim Kauen, mehr Texturwechsel. Das könnte den erdigen Eindruck tatsächlich brechen. Das Miso-Ding von @leni_k finde ich ehrlich gesagt spannend, auch wenn ich selbst da skeptisch wäre. Nicht weil es komisch klingt, sondern weil ich mich frage ob zwei fermentierte Noten zusammen nicht zu viel werden - also Miso plus dieser intensive erdige Ton von der rohen Beete. Aber versuch macht klug, und wenn es bei Kohlrabi funktioniert hat, warum nicht. Bei mir im Büro hab ich letztens jemanden rote Beete-Chips knabbern sehen - getrocknet, knusprig. Das war ne ganz andere Welt. Vielleicht ist das auch ne Option wenn du eh experimentierfreudig bist

Zitat von leni_do

zwei fermentierte Noten zusammen nicht zu viel werden

das ist eigentlich der Punkt der mich auch beschäftigt. bei Miso reicht ja schon wenig, das schlägt schnell um. wenn die Beete eh schon so präsent ist könnte das zusammen wirklich zu viel werden. ich würd da eher weniger nehmen als man denkt. die Chips hab ich noch nie probiert. klingt nach viel Aufwand fürs Trocknen oder braucht man da ne spezielle Ausrüstung. ich hab zuhause nix dergleichen, also fällt das für mich eher weg. @leni_do was mich noch interessiert bei deiner Beobachtung mit grob vs. fein: du meinst mehr "Pausen" beim Kauen. ich glaub das stimmt, nur hab ich das Gefühl dass fein bei Rote Beete mehr Saft freisetzt, und dann wird es doch wieder matschig wenn man wartet. also vielleicht grob genau wegen Meal Prep die bessere Wahl. keine ahnung ob das jemand mal ausprobiert hat

@flo_g ja aber genau da bin ich mir eben nicht sicher. Du sagst fein setzt mehr Saft frei, und das leuchtet mir auch ein, aber gleichzeitig - wenn die Beete ohnehin schon so intensiv schmeckt, braucht man die ganze Flüssigkeit dann überhaupt. Vielleicht ist grobere Struktur ja auch einfach weniger überwältigend fürs Auge und den Gaumen zusammen. Aber was mich gerade viel mehr interessiert: hat jemand von euch die schon mal warm verarbeitet, also wie... gegrillt oder kurz angebraten. Ich weiß, das widerspricht sich mit dem ganzen Rohen-Ding, aber ich frag mich ob man die geriebene Version nicht auch schnell in der Pfanne angehen könnte, ohne dass sie direkt wieder matschig wird. Bei meinem letzten Halbmarathon-Vorbereitungstraining hab ich gelesen, dass kurz angebratenes Gemüse nochmal anders verdaut wird, irgendwas mit den Fasern. Keine Ahnung ob das relevant ist, aber wenn man die Struktur behalten könnte und gleichzeitig etwas von diesem erdigen Geschmack abschwächen... das könnte ja praktisch sein. Die Chips sind übrigens gar nicht so wild wie sie klingen. Meine Kollegin (die mit den Rote-Beete-Shots) hat die im Ofen gemacht. Niedrige Temperatur, bisschen Öl und Salz. Sieht aus wie Dörrobst-Arbeit, ist aber ehrlich gesagt weniger aufwändig als es klingt. Edit: Kleine Ergänzung. Falls jemand die geriebene Variante probiert: ich würde sie wirklich nur kurz anbraten maximal 2-3 Minuten, sonst verliert man ja den ganzen Punkt mit der Frische.

@leni_do das mit dem Anbraten klingt interessant aber ich frag mich ob gerieben in der Pfanne nicht einfach sofort zu Matsch wird. weil wenn schon roh gerieben viel Saft freisetzt, dann in der Hitze noch mehr. ich stell mir das eher vor wie Zucchini in der Pfanne, also nach zwei Minuten ist da nix mehr mit Struktur. was du geschrieben hast mit dem Verdauen und den Fasern, da bin ich ehrlich gesagt skeptisch. das klingt nach dem Zeug das man überall liest aber nie wirklich belegt ist. meine Hausärztin hat da auch mal was gesagt, dass man rohem Gemüse gegenüber gekochtem nicht zu viel zuschreiben soll. war aber auch nur ein Nebensatz. die Chips im Ofen klingt jetzt ehrlich gesagt weniger aufwändig als ich dachte. wie lange braucht das ungefähr. weil wenn das zwei Stunden sind ist das für mich nach der Spätschicht kein Thema mehr

@flo_g wegen der Ofenchips - ich glaub die Kollegin von @leni_do hat mal von so 45-60 Minuten geredet, bei niedrig, so 80-90 Grad vielleicht. Aber das ist wirklich nur aus zweiter Hand, ich hab das selbst nie gemacht.

Zitat von flo_g

da bin ich ehrlich gesagt skeptisch. das klingt nach dem Zeug das man überall liest aber nie wirklich belegt ist

das seh ich eigentlich ähnlich auch wenn mich das Thema schon interessiert weil ich viel laufe. Aber ich pass da auf was ich einfach glaube - wenn meine Hausärztin da auch skeptisch wäre würd mich das mehr überzeugen als irgendein Artikel ohne Quellenangabe. Was mich jetzt aber vom Anbraten-Thema wegzieht: ich frag mich ob die ganze grob-vs-fein Diskussion vielleicht auch einfach Typfrage ist. Also ich merk bei mir selbst dass ich bei Salaten immer eher gröbere Stücke will - irgendwie befriedigender beim Essen. Fein gerieben fühlt sich für mich eher nach Beilage an, nicht nach Hauptdarsteller. Rote Beete roh als echte Hauptkomponente, das würd ich persönlich grob lassen schon allein deshalb. Was ich noch gar nicht probiert hab: ob Apfel dazu passt. Also roh gerieben, grob, mit Apfelstücken. Das macht man ja bei Karotte auch manchmal und das funktioniert - ob Rote Beete da genauso reagiert oder ob das dann zu süß wird weiß ich nicht.

@leni_k ah ja, das mit dem Apfel ist interessant. Aber ich bin mir nicht sicher ob das nicht eher in die falsche Richtung geht. Bei Karotte funktioniert das weil der Apfel sozusagen die Süße verstärkt, und das passt zusammen. Bei Rote Beete hast du ja schon diesen erdigen, fast metallischen Ton - wenn du dann noch Apfel dazunimmst wird das vielleicht zu konfus im Mund, also zu viele Geschmacksrichtungen auf einmal. Ich würd da eher zu was greifen das strukturiert - also entweder salzig wie dein Feta-Gedanke, oder was mit Umami. Nüsse vielleicht, Walnuss oder Haselnuss. Das hätte ne ähnliche "Gewicht" wie die Beete selbst. Und zum Apfel-Ding generell - das ist echt so eine Typfrage wie du sagst. Aber bei mir war immer: wenn ich was roh gerieben esse dann will ich ehrlich gesagt nicht dass es sich anfühlt wie ne Vorspeise. Hauptdarsteller ist genau das richtige Wort dafür. Das mit den Ofenchips - ich glaub deine Kollegin hat mir das auch mal kurz erklärt, aber 45-60 Minuten bei niedrig Temperatur, das würde ich dann doch eher am Sonntag machen wenn ich ohnehin zuhause bin. Nach der Spätschicht such ich mir da nix kompliziertes aus. Was mich aber gerade noch interessiert: hat einer von euch schon überlegt ob man die geriebene Version einfrieren kann. Also für später, wenn man grad keine Lust drauf hat aber trotzdem schnell was mit Beete essen will. Ich frag mich ob das nicht einfach zu matschig wird beim Auftauen

Seite 1 von 2Nächste