Rote Beete roh raspeln vs. dünne Scheiben – was macht der Unterschied wirklich?
Zitat von n.feld am September 7, 2026, 22:17 UhrKleines Update von mir, weil ich @markus_hh88s letzten Beitrag nochmal drüber nachgedacht hab.
Zitat von markus_hh88nicht speziell zu Roter Beete
Das hab ich ja schon angemerkt. Aber jetzt fällt mir noch was anderes auf: du sprichst die ganze Zeit von "Geosmin" als wäre das die einzige relevante Verbindung für den erdigen Geschmack. Es gibt aber zumindest Hinweise, dass 2-Methylisoborneol ebenfalls eine Rolle spielt, auch in Wurzelgemüse. Das ist auch wasserlöslich, aber ob es sich beim Kochen gleich verhält wie Geosmin - da wüsste ich keine Quelle für. Ich auch nicht, um ehrlich zu sein. Konkret gesagt: wir vereinfachen das gerade auf eine einzige Verbindung und bauen darauf auf, als wäre das geklärt. Was mich aber heute Abend beim Abendessen tatsächlich beschäftigt hat: ich hab Rote Beete aus dem Garten eines Bekannten bekommen, direkt nach der Ernte, noch mit Erde dran. Die hab ich geschält und sofort in Scheiben gegessen. Geschmacklich deutlich anders als die vom Supermarkt letzte Woche, aber ich kann nicht sagen ob das Frische, Sorte, Boden oder alles zusammen war. Da ist das Methodenproblem das du bei leni_k kritisiert hast genauso vorhanden. Ich bin da nicht besser. Was ich konkret wissen würde: hat jemand hier mal dieselbe Knolle zweimal zubereitet, einmal roh gehobelt, einmal gekocht abgegossen? Das wäre zumindest eine Variable weniger.
Kleines Update von mir, weil ich @markus_hh88s letzten Beitrag nochmal drüber nachgedacht hab.
Zitat von markus_hh88nicht speziell zu Roter Beete
Das hab ich ja schon angemerkt. Aber jetzt fällt mir noch was anderes auf: du sprichst die ganze Zeit von "Geosmin" als wäre das die einzige relevante Verbindung für den erdigen Geschmack. Es gibt aber zumindest Hinweise, dass 2-Methylisoborneol ebenfalls eine Rolle spielt, auch in Wurzelgemüse. Das ist auch wasserlöslich, aber ob es sich beim Kochen gleich verhält wie Geosmin - da wüsste ich keine Quelle für. Ich auch nicht, um ehrlich zu sein. Konkret gesagt: wir vereinfachen das gerade auf eine einzige Verbindung und bauen darauf auf, als wäre das geklärt. Was mich aber heute Abend beim Abendessen tatsächlich beschäftigt hat: ich hab Rote Beete aus dem Garten eines Bekannten bekommen, direkt nach der Ernte, noch mit Erde dran. Die hab ich geschält und sofort in Scheiben gegessen. Geschmacklich deutlich anders als die vom Supermarkt letzte Woche, aber ich kann nicht sagen ob das Frische, Sorte, Boden oder alles zusammen war. Da ist das Methodenproblem das du bei leni_k kritisiert hast genauso vorhanden. Ich bin da nicht besser. Was ich konkret wissen würde: hat jemand hier mal dieselbe Knolle zweimal zubereitet, einmal roh gehobelt, einmal gekocht abgegossen? Das wäre zumindest eine Variable weniger.
Zitat von rotebeete_fan am September 7, 2026, 22:21 UhrZitat von n.feldhat jemand hier mal dieselbe Knolle zweimal zubereitet
das ist eigentlich die einzige Frage die hier wirklich weiterführt und ich hab sowas tatsächlich schon gemacht, aber nicht absichtlich als Test. Letztes Jahr hab ich eine große Knolle aus dem Garten halbiert, eine Hälfte roh gehobelt für einen Salat und die andere Hälfte am selben Abend noch in Salzwasser gekocht. Ich hab damals gar nicht daran gedacht das zu vergleichen, das war einfach weil ich zwei verschiedene Sachen kochen wollte. Aber ich erinner mich noch gut dass die gekochte Hälfte deutlich flacher geschmeckt hat - und zwar nicht nur milder, sondern auch irgendwie weniger von allem, also auch weniger süß. Das Kochwasser war übrigens knallrot und hat gerochen wie Erde, das ist mir aufgefallen. Ob das jetzt Geosmin war oder was anderes, keine Ahnung, aber irgenewas ist da eindeutig rausgegangen. @n.feld das mit der zweiten Verbindung, dem 2-Methyl-irgendwas, das interessiert mich wirklich weil ich das noch nie gehört hab. Ich bin kein Chemiker, ich koch das Zeug nur. Aber wenn da noch mehr drin steckt als nur Geosmin dann erklürt das vielleicht auch warum manche Knollen aus dem Garten eines Bekannten so anders schmecken als Supermarktware, selbst wenn man sie gleich zubereitet. Mein Mann würde jetzt sagen ich soll aufhören zu denken und einfach einlegen. Er hat da manchmal recht.
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Selbstgemacht schmeckt's immer besser 🥰
Zitat von n.feldhat jemand hier mal dieselbe Knolle zweimal zubereitet
das ist eigentlich die einzige Frage die hier wirklich weiterführt und ich hab sowas tatsächlich schon gemacht, aber nicht absichtlich als Test. Letztes Jahr hab ich eine große Knolle aus dem Garten halbiert, eine Hälfte roh gehobelt für einen Salat und die andere Hälfte am selben Abend noch in Salzwasser gekocht. Ich hab damals gar nicht daran gedacht das zu vergleichen, das war einfach weil ich zwei verschiedene Sachen kochen wollte. Aber ich erinner mich noch gut dass die gekochte Hälfte deutlich flacher geschmeckt hat - und zwar nicht nur milder, sondern auch irgendwie weniger von allem, also auch weniger süß. Das Kochwasser war übrigens knallrot und hat gerochen wie Erde, das ist mir aufgefallen. Ob das jetzt Geosmin war oder was anderes, keine Ahnung, aber irgenewas ist da eindeutig rausgegangen. @n.feld das mit der zweiten Verbindung, dem 2-Methyl-irgendwas, das interessiert mich wirklich weil ich das noch nie gehört hab. Ich bin kein Chemiker, ich koch das Zeug nur. Aber wenn da noch mehr drin steckt als nur Geosmin dann erklürt das vielleicht auch warum manche Knollen aus dem Garten eines Bekannten so anders schmecken als Supermarktware, selbst wenn man sie gleich zubereitet. Mein Mann würde jetzt sagen ich soll aufhören zu denken und einfach einlegen. Er hat da manchmal recht.
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Zitat von jana_w am September 8, 2026, 09:26 UhrZitat von rotebeete_fanDas Kochwasser war übrigens knallrot und hat gerochen wie Erde
das ist für mich eigentlich der interessanteste Datenpunkt im ganzen Thread, ehrlich gesagt. weil du das eben nicht als Test gemacht hast - du hast einfach gekocht und es ist passiert. das ist irgendwie glaubwürdiger als wenn jemand sagt "ich hab das jetzt mal systematisch verglichen". was mich bei @n.feld beschäftigt - die Frage nach der zweiten Verbindung ist berechtigt, aber ich glaub die Diskussion läuft gerade in eine Richtung wo man ohne Labor nicht mehr weiterkommt. ich mein, wir können hier noch fünf weitere Stoffe reinwerfen und am Ende weiß trotzdem keiner was konkret passiert wenn man die Beete 20 Minuten kocht vs. 5 Minuten. das wird dann Spekulation auf Spekulation. was ich aus eigener Erfahrung dazu sagen kann - ich trink ja Rote-Beete-Konzentrat seit knapp zwei Jahren, nach einem Podcast über Nitrat, und der Geschmack ist da nochmal komplett anders als alles was hier beschrieben wurde. viel konzentrierter süßlich kaum erdig. ob da das Geosmin rausgefiltert wird oder ob das einfach durch die Verarbeitung weg ist, keine Ahnung - steht auch nicht drauf. @rotebeete_fan dein Mann mit dem Einlegen hat vielleicht nicht ganz unrecht. wobei mich das jetzt tatsächlich interessiert ob beim Einlegen in Essig auch was vom Erdigen rausgeht. weil Essig ist ja auch wasserlöslich-freundlich, wenn ich das so sagen darf ohne Chemikerin zu sein.
Zitat von rotebeete_fanDas Kochwasser war übrigens knallrot und hat gerochen wie Erde
das ist für mich eigentlich der interessanteste Datenpunkt im ganzen Thread, ehrlich gesagt. weil du das eben nicht als Test gemacht hast - du hast einfach gekocht und es ist passiert. das ist irgendwie glaubwürdiger als wenn jemand sagt "ich hab das jetzt mal systematisch verglichen". was mich bei @n.feld beschäftigt - die Frage nach der zweiten Verbindung ist berechtigt, aber ich glaub die Diskussion läuft gerade in eine Richtung wo man ohne Labor nicht mehr weiterkommt. ich mein, wir können hier noch fünf weitere Stoffe reinwerfen und am Ende weiß trotzdem keiner was konkret passiert wenn man die Beete 20 Minuten kocht vs. 5 Minuten. das wird dann Spekulation auf Spekulation. was ich aus eigener Erfahrung dazu sagen kann - ich trink ja Rote-Beete-Konzentrat seit knapp zwei Jahren, nach einem Podcast über Nitrat, und der Geschmack ist da nochmal komplett anders als alles was hier beschrieben wurde. viel konzentrierter süßlich kaum erdig. ob da das Geosmin rausgefiltert wird oder ob das einfach durch die Verarbeitung weg ist, keine Ahnung - steht auch nicht drauf. @rotebeete_fan dein Mann mit dem Einlegen hat vielleicht nicht ganz unrecht. wobei mich das jetzt tatsächlich interessiert ob beim Einlegen in Essig auch was vom Erdigen rausgeht. weil Essig ist ja auch wasserlöslich-freundlich, wenn ich das so sagen darf ohne Chemikerin zu sein.
Zitat von rotebeete_fan am September 8, 2026, 11:55 UhrZitat von jana_wob beim Einlegen in Essig auch was vom Erdigen rausgeht
das frag ich mich jetzt auch gerade - und ich glaub da steckt wirklich was drin. bei mir im Garten leg ich die Beete immer in Essigwasser ein, und ich hab das immer als mild empfunden, aber ich hab das nie mit frischer roher Scheibe verglichen. könnte also sein dass der Essig da was macht, könnte aber auch einfach sein dass ich das so kenne und nichts anderes erwartet hab. was mich an deinem Beitrag @jana_w aber ehrlich gesagt mehr beschäftigt: du sagst das Konzentrat schmeckt "kaum erdig". wenn da wirklich das Geosmin oder was auch immer durch die Verarbeitung rausgeht, dann ist das eigentlich kein Wunder - die kochen das ja wahrscheinlich auf und filtern und konzentrieren und was weiß ich alles. da ist dann halt nicht mehr viel übrig außer dem Süßen. ob das dann noch dieselbe Wirkung hat wie frische Beete, das ist für mich die eigentliche Frage. aber das ist wieder ein anderes Thema. zu deiner Essig-Frage - ich werd das mal im Kopf behalten wenn ich das nächste Mal einleg. vielleicht mach ich eine Hälfte nur mit Salz und Wasser und eine mit Essig, dann hätt ich wenigstens einen groben Vergleich. nicht wissenschaftlich, aber mehr als nix. ich bin heute Abend zu müde um das groß zu durchzudenken, aber die Frage lässt mich nicht los.
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Zitat von jana_wob beim Einlegen in Essig auch was vom Erdigen rausgeht
das frag ich mich jetzt auch gerade - und ich glaub da steckt wirklich was drin. bei mir im Garten leg ich die Beete immer in Essigwasser ein, und ich hab das immer als mild empfunden, aber ich hab das nie mit frischer roher Scheibe verglichen. könnte also sein dass der Essig da was macht, könnte aber auch einfach sein dass ich das so kenne und nichts anderes erwartet hab. was mich an deinem Beitrag @jana_w aber ehrlich gesagt mehr beschäftigt: du sagst das Konzentrat schmeckt "kaum erdig". wenn da wirklich das Geosmin oder was auch immer durch die Verarbeitung rausgeht, dann ist das eigentlich kein Wunder - die kochen das ja wahrscheinlich auf und filtern und konzentrieren und was weiß ich alles. da ist dann halt nicht mehr viel übrig außer dem Süßen. ob das dann noch dieselbe Wirkung hat wie frische Beete, das ist für mich die eigentliche Frage. aber das ist wieder ein anderes Thema. zu deiner Essig-Frage - ich werd das mal im Kopf behalten wenn ich das nächste Mal einleg. vielleicht mach ich eine Hälfte nur mit Salz und Wasser und eine mit Essig, dann hätt ich wenigstens einen groben Vergleich. nicht wissenschaftlich, aber mehr als nix. ich bin heute Abend zu müde um das groß zu durchzudenken, aber die Frage lässt mich nicht los.
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Zitat von n.feld am September 8, 2026, 13:45 UhrZitat von rotebeete_fanob das dann noch dieselbe Wirkung hat wie frische Beete
Das ist faktisch die einzige Frage die hier wirklich offen ist, und sie lässt sich ohne Primärliteratur nicht beantworten. @jana_w trinkt das Konzentrat wegen Nitrat - aber ob der Nitratgehalt nach Aufkonzentrierung und Pasteurisierung noch vergleichbar ist mit frischer Knolle, steht halt nicht auf der Verpackung. Das wäre der Punkt wo ich anfangen würde zu googeln, und zwar nicht nach Rezepten. Was mich an @rotebeete_fans Salz-vs.-Essig-Idee kurz beschäftigt: das ist methodisch gar nicht schlecht, aber nur wenn du dieselbe Knolle teilst. Nicht zwei verschiedene Knollen aus dem Garten. Sonst hast du wieder das Variablenproblem das wir schon zweimal im Thread hatten. Was mich eigentlich mehr interessiert als der Essig-Effekt: beim Einlegen in Essig sinkt der pH. Ob Geosmin oder 2-Methylisoborneol unter sauren Bedingungen anders reagieren als in neutralem Wasser, dazu hätte ich keine Vermutung die ich verteidigen könnte. Das wäre aber der eigentlich interessante Mechanismus, nicht ob "irgendwas rausgeht". Ich hab heute beim Mittagessen kurz überlegt ob ich das selbst ausprobiere, aber ich leg keine Rote Beete ein. Mag das Zeug lieber frisch.
Zitat von rotebeete_fanob das dann noch dieselbe Wirkung hat wie frische Beete
Das ist faktisch die einzige Frage die hier wirklich offen ist, und sie lässt sich ohne Primärliteratur nicht beantworten. @jana_w trinkt das Konzentrat wegen Nitrat - aber ob der Nitratgehalt nach Aufkonzentrierung und Pasteurisierung noch vergleichbar ist mit frischer Knolle, steht halt nicht auf der Verpackung. Das wäre der Punkt wo ich anfangen würde zu googeln, und zwar nicht nach Rezepten. Was mich an @rotebeete_fans Salz-vs.-Essig-Idee kurz beschäftigt: das ist methodisch gar nicht schlecht, aber nur wenn du dieselbe Knolle teilst. Nicht zwei verschiedene Knollen aus dem Garten. Sonst hast du wieder das Variablenproblem das wir schon zweimal im Thread hatten. Was mich eigentlich mehr interessiert als der Essig-Effekt: beim Einlegen in Essig sinkt der pH. Ob Geosmin oder 2-Methylisoborneol unter sauren Bedingungen anders reagieren als in neutralem Wasser, dazu hätte ich keine Vermutung die ich verteidigen könnte. Das wäre aber der eigentlich interessante Mechanismus, nicht ob "irgendwas rausgeht". Ich hab heute beim Mittagessen kurz überlegt ob ich das selbst ausprobiere, aber ich leg keine Rote Beete ein. Mag das Zeug lieber frisch.