Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Rote Beete roh im Salat – schmeckt es euch oder ist das nur Trend?

Seite 1 von 3Nächste

Ich habe mir letztens ein Rezept aus einer Zeitschrift notiert, wo Rote Beete hauchdünn roh geschnitten als Carpaccio mit Ziegenkäse serviert wird. Das sieht ja wirklich appetitlich aus auf den Fotos, aber ich bin mir ehrlich gesagt unsicher, ob ich das traue. Bei mir im Garten funktioniert Rote Beete am besten gekocht das ist einfach praktisch und der Geschmack ist mild und süßlich. Aber roh? Da schmeckt es mir immer viel zu erdig und hart, und dieses erdige Aroma ist mir dann zu intensiv. Meine Frage ist jetzt: Liegt das an der Sorte, die ich anbaue, oder macht es wirklich einen Unterschied, ob ich junge Rüben nehme statt die großen? Der Hausarzt hat mir ja geraten, regelmäßig Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks, und ich dachte immer, das funktioniert nur, wenn ich sie auch wirklich esse. Da frage ich mich, ob rohe Rote Beete noch gesünder sein soll als gekochte, oder ist das nur Marketing? Ich habe da gute Erfahrungen mit gekochter gemacht, aber wenn roh wirklich besser sein sollte, würde ich es gerne mal richtig hinbekommen. Hat jemand von euch einen Trick, wie man rohe Rote Beete weniger erdig hinbekommt? Oder seid ihr sowieso der Meinung, dass gekocht die bessere Variante ist?

@elvira_k

Zitat von elvira_k

junge Rüben nehme statt die großen

ja, das ist tatsächlich ein Unterschied, den ich selbst gemerkt hab - junge, kleine Knollen sind roher deutlich weniger erdig, weil der Geosmin-Gehalt (das ist die Verbindung die für den Erdgeschmack verantwortlich ist) in älteren Rüben höher ist. Hab das irgendwo in einem Ernährungs-Podcast aufgeschnappt, keine Ahnung ob ich die Quelle noch finde, aber es deckt sich mit dem was ich so erlebe. was auch hilft: ganz dünn hobeln und dann mit etwas Zitronensaft stehen lassen, mindestens 15 Minuten. ich mein das klingt simpel, aber die Säure macht echt was mit dem Aroma, das wird deutlich weicher. beim Carpaccio würde ich das auf jeden Fall so machen bevor der Ziegenkäse drauf kommt. zum Blutdruck-Thema, da würd ich ehrlich gesagt nicht zu viel reininterpretieren was "gesünder" ist, roh vs. gekocht. meine Erfahrung mit Betanio PLUS ist ja eine andere Geschichte und auch ein anderes Konzentrat, aber selbst da würd ich nie sagen das ist für alle gleich. was dein Hausarzt empfohlen hat, gilt wahrscheinlich für Rote Beete generell, egal in welcher Form. der hat sicher nicht gemeint: nur roh zählt. was mich bei deinem Rezept neugierig macht ist der Ziegenkäse-Teil, weil Fett den Erdgeschmack tatsächlich abmildert, das kenn ich von anderen Kombinationen. vielleicht ist das Carpaccio-Rezept genau deswegen so beliebt in der Restaurantküche.

@jana_w Das mit dem Geosmin ist interessant, das Wort kenne ich gar nicht, aber es erklärt eine Menge. Bei mir im Garten habe ich tatsächlich bemerkt, dass die kleineren Exemplare anders schmecken, aber ich dachte immer das liegt einfach daran, dass sie zarter sind. Jetzt macht das mehr Sinn.

Zitat von jana_w

Säure macht echt was mit dem Aroma

- das probiere ich auf jeden Fall aus. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht mit Zitrone bei anderen Gemüsesorten, aber auf die Idee bin ich bei Rote Beete nicht gekommen. Das klingt logisch, und wenn ich ehrlich bin, ist das auch viel weniger Aufwand als alles umzukrempeln. Zum Ziegenkäse-Punkt - ja, das ergibt Sinn mit dem Fett. Ich denke, genau deswegen funktioniert auch mein gekochtes Rezept so gut, ich mache da immer noch ein bisschen Öl und manchmal Creme fraîche drauf, und das mildert den Geschmack ab. Das hatte ich bisher gar nicht bewusst als "Strategie" wahrgenommen, aber jetzt wo du es sagst. Was mich jetzt eher interessiert: Wenn junge Rüben wirklich weniger erdig sind - kann man die auch einfach so roh knabbern, oder braucht man da immer noch die ganze Vorbereitung mit Hobeln und Zitrone? Mein Hausarzt würde sich freuen wenn ich die auch mal einfach so essen könnte, ohne groß drum rum zu machen.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

auch einfach so roh knabbern

ja, das geht tatsächlich, aber ich würd das nicht unterschätzen - junge Rüben roh ohne Vorbereitung sind immer noch relativ fest und der Biss ist echt intensiv. ich mein, es ist nicht unangenehm wenn man das mag, aber so als "schnell mal zwischendurch"-Sache ist das eher was für Leute die das schon gewöhnt sind. ich hab das mal probiert, einfach so ein dünnes Scheibchen abgeschnitten und gegessen, und ehrlich gesagt war ich überrascht wie viel intensiver das ist als das gehobelte mit Zitrone. der Unterschied ist wirklich nicht klein. was aber vielleicht interessanter für dich wäre: wenn dein Ziel ist, dass es unkompliziert geht, dann ist rohes Knabbern eigentlich der falsche Weg. ich würd eher sagen, dünn gehobelt und mit etwas Olivenöl direkt, ohne Zitrone, ist der lazy-proof-Ansatz. die Säure macht mehr mit der Textur als mit dem Geschmack, das hab ich irgendwann gemerkt. und zu deiner Creme-fraîche-Strategie beim gekochten - das ist übrigens kein Zufall dass das für dich funktioniert, Fett und leichte Säure vom Milchprodukt, da passiert genau das gleiche wie beim Ziegenkäse im Carpaccio. du machst das also schon intuitiv richtig, ohne dass du's als Methode definiert hättest 😄

@jana_w Das mit dem Olivenöl statt Zitrone probiere ich dann demnächst aus, klingt ja tatsächlich unkomplizierter für den Alltag. Aber ehrlich gesagt bin ich jetzt etwas überrascht von dem, was du über die Textur geschrieben hast - das hätte ich nicht erwartet, dass der Unterschied so groß ist zwischen dünn gehobelt und einfach so knabbern. Das bedeutet ja, dass ich auch bei jungen Rüben nicht einfach eine abbeißen kann, ohne dass ich mich daran "gewöhnen" muss wie bei den großen. Das bringt mich auf eine andere Frage: Wenn ich junge Rüben aus meinem Garten nehme und die sowieso aufbereiten muss - wo liegt dann der echte Vorteil gegenüber den gekochten? Ich meine, beim Kochen spare ich mir das Hobeln und die Wartezeit, und am Ende schmeckt es mir besser. Der Hausarzt hat ja nicht gesagt dass es roh sein muss, und wenn ich ehrlich bin, esse ich die gekochten viel lieber und regelmäßiger. Vielleicht bin ich da einfach zu ungeduldig für rohe Varianten, oder es liegt mir geschmacklich nicht. Auf der anderen - wenn ich das Rezept mit dem Ziegenkäse mal ausprobieren will, dann würde ich wahrscheinlich eh die jungen Rüben nehmen wollen für die optische Sache, oder? Die sind ja farblich intensiver glaube ich. Muss man da was Spezielles beachten beim Lagern oder Einkaufen wenn man gezielt junge Rüben sucht?

@elvira_k

Zitat von elvira_k

wo liegt dann der echte Vorteil gegenüber den gekochten

ehrlich gesagt, wenn du die gekochten lieber magst und sie regelmäßig isst - dann ist das dein Vorteil. ich mein, das klingt jetzt nach nichts, aber ich glaub wirklich dass die beste Zubereitungsart die ist, die man auch wirklich durchhält. zur Lagerfrage bei jungen Rüben: die sind empfindlicher als große, das hab ich gemerkt. die halten im Kühlschrank nicht so lange wie ausgewachsene Knollen, ich würd sagen so 4-5 Tage maximal wenn sie noch das Grün dran haben, eher weniger. das Grün zieht Feuchtigkeit aus der Rübe, also entweder abschneiden bevor du sie lagerst, oder direkt verwenden. beim Einkauf - auf dem Markt kann man einfach fragen, im Supermarkt ist das schwieriger weil man nicht sieht wie alt die sind. vakuumverpackte sind für so ein Carpaccio eh nicht geeignet, da ist die Textur komplett weg. und zur Farbe: ich glaub das ist ein Mythos dass junge Rüben farbintensiver sind, zumindest hab ich das nie wirklich so wahrgenommen. die Farbe hängt eher von der Sorte ab. Chioggia zum Beispiel ist diese ringgemusterte, die ist optisch total interessant roh, aber viel weniger kräftig im Farbton. wenn du für das Carpaccio wirklich dieses intensive Rot willst, dann ist die Sorte relevanter als das Alter der Rübe.

@jana_w

Zitat von jana_w

die beste Zubereitungsart die ist, die man auch wirklich durchhält

- das ist mir gerade aus dem Kopf gesprungen, und ich muss sagen, das hat was. Ich merke bei mir im Garten nämlich immer wieder, dass ich von den Dingen, die ich unkompliziert hinbekomme, auch tatsächlich regelmäßig esse. Die gekochten Beete sind da einfach mein Rhythmus geworden, und wenn ich jetzt anfange, alles immer zu hobeln und zu warten, dann verliere ich wahrscheinlich schnell wieder die Lust. Das mit der Sorte beim Carpaccio ist interessant - ich hatte gar nicht im Kopf, dass die Farbe so viel mit der Sorte zu tun hat. Bei mir wächst eh immer die gleiche die habe ich mir damals von einer Nachbarin mitgenommen, und sie ist eher diese dunkelrote Sorte. Aber jetzt bin ich neugierig geworden, ob ich mal was anderes ausprobieren sollte, nur aus Interesse, nicht weil ich denke dass ich damit mein Blutdruck-Problem anders löse. Eine Sache verstehe ich aber noch nicht ganz: Du schreibst dass vakuumverpackte für Carpaccio nicht geeignet sind. Aber wenn ich aus meinem eigenen Garten ernten kann - warum sollte ich dann überhaupt zu den verpackten greifen? Ich meine, für gekocht nehme ich auch lieber meine eigenen. Oder gibt es da einen praktischen Grund, den ich übersehe? Im Moment finde ich ehrlich gesagt den ganzen rohen Weg zu aufwendig dafür dass mir gekocht besser schmeckt.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

warum sollte ich dann überhaupt zu den verpackten greifen

ehrlich gesagt, gar nicht - das war eher für Leute gedacht die keinen Garten haben und trotzdem Carpaccio machen wollen. du hast da ja den direkten Zugriff, das ist ein riesiger Vorteil den die meisten hier nicht haben. was mich bei deinem letzten Satz aber eher beschäftigt: ich mein, du klingst so als ob du dir selbst gerade erlaubst, bei gekocht zu bleiben, aber irgendwie noch auf Widerspruch wartest. ich würd keinen geben. wenn du sagst der rohe Weg ist zu aufwendig und schmeckt dir nicht besser - dann ist das einfach so, das ist keine Niederlage. ich kenn das von mir selbst mit anderen Sachen, ich hab mal monatelang versucht Dinge zu mögen die ich eigentlich nicht mag, weil irgendwer sagte das wäre "die bessere Methode". hat mich nur genervt. das Carpaccio-Rezept würd ich trotzdem mal als einmaligen Test ausprobieren wenn du Lust hast - nicht als neuen Alltag, sondern einfach weil es mit deinen eigenen Rüben und Ziegenkäse wahrscheinlich wirklich gut aussieht. einmal ausprobieren heißt ja nicht umstellen.

@jana_w

Zitat von jana_w

einmal ausprobieren heißt ja nicht umstellen

- ja, das ist wohl der Punkt wo ich mich selbst zu viel unter Druck setze. Du hast recht, ich kann ja einfach mal schauen wie das Carpaccio aussieht wenn ich es mache, ohne dass ich danach mein ganzes System umkrempeln muss. Was mich aber gerade beschäftigt ist etwas anderes: Du hast erwähnt dass die Sorte für die Farbe entscheidender ist als das Alter. Bei mir wächst diese eine Sorte jetzt schon Jahre, und ich kenne sie sehr gut - aber ich frage mich ob ich nicht einfach mal was ganz anderes probieren sollte, auch wenn ich gar nicht vorhabe das roh zu essen. Nur um zu sehen ob es mir gekocht noch besser schmeckt als das was ich jetzt kenne. Mein Hausarzt hat ja nicht gesagt welche Sorte, nur dass ich regelmäßig Rote Beete essen soll, und wenn ich ohnehin im Garten Platz habe könnte ich ja nächstes Jahr experimentieren. Hast du da eine Empfehlung? Also nicht für's Carpaccio, sondern generell zum Kochen - eine Sorte die vielleicht weniger erdig schmeckt oder süßlicher ist? Ich bin jetzt neugierig geworden ob das auch an meiner Sorte liegt und nicht nur an der Zubereitung.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

eine Sorte die vielleicht weniger erdig schmeckt oder süßlicher ist

da kann ich dir tatsächlich was sagen, weil ich das mal in einem Gartenforum nachgelesen hatte - Chioggia hab ich ja schon erwähnt, aber die ist eher mild und weniger süß. wenn du süßlicher willst, dann ist 'Boltardy' anscheinend eine der süßesten Sorten überhaupt, die wird oft extra dafür empfohlen. die soll auch gekocht sehr weich werden ohne diesen intensiven Erdton. keine Ahnung ob du die Samen in Leipzig leicht kriegst, ich hab sie mal in einem kleinen Laden in der Südvorstadt gesehen aber das ist schon eine Weile her. was mich bei deiner Frage ehrlich gesagt überrascht: du fragst ob es an der Sorte liegt oder an der Zubereitung - und ich glaub, das ist bei Rüben schwerer zu trennen als bei anderen Gemüsen. ich mein, selbst eine süße Sorte kann erdig schmecken wenn sie zu alt geerntet wird oder zu lang liegt. das heißt, selbst wenn du nächstes Jahr was anderes anbaust, wirst du erst nach ein paar Versuchen wissen ob die Sorte wirklich der Unterschied ist oder ob da noch was anderes reinspielt. ich würd nicht alles auf einmal wechseln wenn du sowieso ein System hast das funktioniert. vielleicht einfach ein kleines Beet als Test, parallel zu deiner gewohnten Sorte, dann kannst du direkt vergleichen.

Seite 1 von 3Nächste