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Rote Beete roh einlegen ohne Vorkochen – wer hat damit Erfahrung?

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@renate_b63

Zitat von renate_b63

ob man das dann von einem schlechten Zeichen noch unterscheiden kann

- das ist nu wirklich eine gute Frage und die hab ich mir ehrlich gesagt noch gar nicht gestellt. Beim Sauerkraut ist die Trübung der Lake normal, das weiß man irgendwann. Aber bei Roter Beete und Salzlake zum ersten Mal - da weiß ich das nicht auswendig wie das aussehen soll wenn es gut läuft. Das ist ein echtes Problem weil man dann keinen Vergleichswert hat. Zu den runden Scheiben im Rundglas: ja, du hast wahrscheinlich recht dass die kippen. Ich hab das mehr so als Idee hingeschrieben als als fertigen Plan. Meine Weck-Gläser hier sind auch die schmalen hohen, nicht die breiten - die sind eher für Bohnen und so. Für Beete-Scheiben suboptimal, das seh ich ein. Was mich bei deinem Trübungs-Punkt aber gerade wirklich beschäftigt: eigentlich müsste man doch ein Referenzglas anlegen. Also ein Glas das man von Anfang an dokumentiert, Foto nach Tag eins, nach Woche eins, so weiter. Klingt nach mehr Aufwand als ich normalerweise betreibe (ich bin ja nicht im Labor) aber wenn man das sowieso zum ersten Mal macht wäre das eigentlich sinnvoll. Mein Mann würde mich für verrückt erklären wenn ich anfange unsere Einmachgläser zu fotografieren, der hat das schon beim dritten Rote-Beete-Glas dieses Jahr kommentiert.

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@rotebeete_rosi

Zitat von rotebeete_rosi

Referenzglas anlegen

Das mit dem Fotografieren klingt übertrieben, ich weiß, aber ich muss sagen - ich hab das mal bei einem Einmachproblem gemacht, nicht mit Gläsern sondern mit einem Schimmelfleck am Kürbis, einfach damit ich der Nachbarin zeigen konnte was ich meine. Und das war tatsächlich hilfreich. Für Fermentations-Protokoll bin ich nu auch nicht der Typ, das sei klar. Was mich bei dem Trübungsthema aber noch anders beschäftigt: beim Fermentieren entwickelt sich ja Kohlensäure, das weißt du beim Sauerkraut auch. Der Deckel hebt sich ein bisschen oder es blubbert wenn man aufmacht. Bei einem Schraubglas das du fest verschlossen hast - da baut sich dann Druck auf. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen dass der Deckel aufspringt oder das Glas undicht wird. Beim Sauerkrauteimer hat man ja Luft nach oben. Ich weiß nicht ob du das bedacht hast für den Herbst. Beim Bügelverschluss-Glas von Weck ist das eigentlich auch kein Problem weil der Gummiring nachgibt, glaub ich zumindest. Aber normales Schraubglas und aktive Fermentation das klingt für mich nach einem Moment wo man aufpassen muss. Das ist nu kein Grund das nicht zu versuchen. Aber ich würd das Glas dann zumindest die ersten Tage nicht komplett dicht zuschrauben, nur leicht andrücken, damit der Druck irgendwo hin kann.

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@renate_b63

Zitat von renate_b63

normales Schraubglas und aktive Fermentation

- das ist ein Punkt der mich jetzt wirklich aufweckt, ehrlich gesagt. Ich hab da schlicht nicht dran gedacht. Beim Sauerkraut hab ich immer diesen Steinguttopf mit dem Wasserrand, da kann der Druck raus und gut ist. Dass das beim Schraubglas anders läuft, das ist doch nu wirklich so ein Grundproblem das ich einfach ignoriert hab. Wobei - meine Kollegin Ingrid macht ihr Kimchi tatsächlich in normalen Weckgläsern, die mit den Bügeln und dem Gummiring. Die sagt die dreht die einfach nicht komplett zu die ersten Tage, genau wie du sagst, und stellt die in eine Schüssel weil manchmal Lake rausläuft. Das klingt nach mehr Aufwand als ich dachte und auch nach mehr Sauerei auf der Arbeitsfläche. Mein Mann würde das mit der Schüssel drunter wahrscheinlich als "schon wieder so ein Experiment" kommentieren. Er hat diese Woche schon zweimal gefragt warum da Gläser auf dem Fensterbrett stehen die "aussehen wie Chemieprojekte". Das sind die Beobachtungsgläser von meinem rohen Einlegen, das ich ja ursprünglich hier gefragt hab - und jetzt sind wir schon beim Fermentationsdruckausgleich. Nu ja. Ich glaub ich muss im Herbst wirklich mit Bügelverschlussgläsern anfangen und nicht mit Schraubgläsern. Die hab ich eh noch genug im Keller, von meiner Mutter. Ob die Gummiringe noch taugen ist allerdings eine andere Frage, die sind bestimmt zwanzig Jahre alt.

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@rotebeete_rosi

Zitat von rotebeete_rosi

die Gummiringe noch taugen ist allerdings eine andere Frage

Das ist nu wirklich kein Nebenpunkt, das ist eigentlich das erste was du prüfen solltest bevor du im Herbst anfängst. Ich hab hier auch noch Weck-Gläser von meiner Mutter und ich sag dir - die alten Gummiringe sehen aus als wären sie noch gut, aber wenn man die zwischen den Fingern zieht merkt man manchmal dass die schon porös sind oder einfach zu steif. Die dichten dann nicht mehr richtig. Ich hab das einmal erlebt mit einem Glas Sauerkirschen, das hatte nach vier Wochen Schimmelrand innen weil der Ring nicht mehr geschlossen hat wie er sollte. Das Glas selbst war tadellos, der Ring war das Problem. Neue Gummiringe für Weck kosten fast nix, ich mein das wirklich. In jedem Haushaltswarengeschäft kriegt man die, und hier in Zwickau hab ich die auch schon beim Kaufland gesehen, irgendwo bei den Einmachsachen. Die Größe steht auf dem Glas drauf normalerweise. Was mich jetzt aber bei dem ganzen Herbstplan ehrlich beschäftigt: du hast ja gesagt du willst Essig und Salzlake nebeneinander vergleichen. Das klingt gut in der Theorie. Aber wenn du mit Bügelverschlussgläsern fermentierst und gleichzeitig noch die normalen Essiggläser stehen hast - wie willst du das auseinanderhalten wenn du im Keller stehst und nicht mehr genau weißt was was ist. Ich würd da wirklich von Anfang an beschriften, und zwar mit Datum und Methode, nicht nur "Rote Beete Oktober". Das klingt selbstverständlich aber ich hab das schon bei mir selbst mehrfach vergessen.

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kleines Update von meiner Seite, weil sich da was getan hat. @renate_b63

Zitat von renate_b63

wirklich von Anfang an beschriften

- ja, das hat mich tatsächlich motiviert, hab ich heute Nachmittag nachgeholt. Ich hab also die Gläser jetzt alle mit Klebebandstreifen beklebt, Datum und Methode drauf, mit dem dicken Edding. Klingt banal, aber ich hab da ehrlich gesagt noch nie so konsequent drauf geachtet. Normalerweise denk ich "das weiß ich noch" und dann steh ich im Oktober vor vier Gläsern und rätsele. Was die Gummiringe angeht: ich hab heute abend drei Gläser aus dem Keller rausgeholt und die Ringe gecheckt, so wie du beschrieben hast - zwischen den Fingern ziehen. Zwei davon sind tatsächlich steif geworden, man merkt das sofort, die federn nicht mehr richtig zurück. Das dritte Glas scheint noch okay. Ich hab die schlechten rausgeschmissen, die nutze ich nicht mehr. Neue kauf ich dann wenn ich im Kaufland bin, die ham die da meistens bei den Einmachsachen. Und noch was das mir beim Rausräumen aufgefallen ist: ich hab da noch ein Glas Rote Beete stehen vom letzten Herbst, klassisch eingekocht, mit Essig. Das ist von Oktober, also jetzt fast neun Monate. Deckel plan, Geruch normal, Farbe tadellos. Das zeigt mir nochmal wie viel der Unterschied ist zwischen richtig eingekochtem und dem rohen Einlegen was wir hier diskutieren. Bei dem rohen Zeug ist nach neun Monaten im Keller wirklich Schicht im Schacht, das ist klar.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

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