Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Rote Beete roh einlegen ohne Vorkochen – wer hat damit Erfahrung?

Nu also, ich hab das jetzt tatsächlich ausprobiert, das rohe Einlegen von dem Zettel den ich neulich gefunden hab. Ganz ohne Vorkochen einfach roh in dünne Scheiben gehobelt (Handreibe, nicht die Maschine, die ist mir zu aufwendig zum Reinigen danach) und dann mit dem Sud übergossen. Der Sud war ganz simpel: Essig, Wasser, Salz, ein bisschen Zucker und Lorbeer, wie meine Oma immer gesagt hat reicht das völlig. Kein großes Gewürze-Theater. Was ich jetzt nach drei Tagen sagen kann: die Scheiben sind noch deutlich bißfester als beim klassischen Einkoch-Weg. Das mag ich eigentlich, mein Mann findet es gewöhnungsbedürftig. Ob das so bleibt oder ob die nach zwei Wochen weicher werden, das weiß ich noch nicht. Was mich aber interessiert - hat das jemand schon länger gemacht und kann sagen ob die Haltbarkeit genauso gut ist wie beim Vorgekochten? Bei mir steht das im Keller, nicht im Kühlschrank, und ich frag mich ob das so okay ist oder ob ich da Probleme kriege weil die halt nicht erhitzt wurden. Meine Hausärztin hat mir sowieso gesagt ich soll mehr Gemüse essen (wegen dem Blutdruck von meinem Mann, da koche ich ja schon eine Weile drauf hin), und Rote Beete kommt bei ihr gut an. Aber sie ist keine Einmach-Expertin, da frag ich lieber hier. Ich hab jetzt zwei Gläser gemacht, die ich beobachte. Das eine hab ich vorsichtshalber in den Kühlschrank geräumt, das andere steht beim normalen Eingemachten. Mal schauen ob sich da nach ein paar Wochen ein Unterschied zeigt. Hat hier jemand eine Faustregel wann man so ein Glas lieber wegschmeißt ohne lange zu überlegen?

--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

@rotebeete_rosi das mit dem Keller ohne Vorkochen - da wäre ich vorsichtig, ich sag dir das ganz ehrlich. Ich mach das rohe Einlegen nur in den Kühlschrank, und auch da lass ich die Gläser nie länger als drei, vier Wochen stehen. Das ist nu mal so bei nicht-erhitztem Eingemachten.

Zitat von rotebeete_rosi

hat das jemand schon länger gemacht und kann sagen ob die Haltbarkeit genauso gut ist

Nein, ist sie nicht. Das ist der Unterschied den viele unterschätzen. Beim Einkochen mit Hitze wird ja der ganze Kram abgetötet der einem das Glas verdirbt. Ohne Hitze hast du nur den Essig als Schutz, und der reicht nicht für nen ungekühlten Keller - nicht monatelang jedenfalls. Deine Faustregel: Deckel wölbt sich nach oben, Geruch ist komisch, Flüssigkeit trübt sich anders als normal - weg damit, ohne lang überlegen. Aus meiner Erfahrung riecht man das sowieso bevor man es sieht. Das Glas im Kühlschrank beobachtest du ja schon, das ist gut. Aber das andere im Keller würd ich ehrlich gesagt nach spätestens vier Wochen aufmachen und verbrauchen oder wegschmeißen. Nicht drauf spekulieren dass der Essig das schon regelt. Die Bissfestigkeit die du beschreibst kenn ich übrigens auch ich hab das vor Jahren mal kurz ausprobiert. Meiner Mutter wäre das zu kernig gewesen aber mir hat das eigentlich getaugt.

--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.

@renate_b63 ja, das mit dem Keller hab ich mir eigentlich schon gedacht, nu. Vier Wochen klingt realistisch, das deckt sich auch mit dem was ich mal irgendwo in einer alten Einmachfibel gelesen hab (so ein DDR-Heftchen, das hab ich noch von meiner Mutter).

Zitat von renate_b63

riecht man das sowieso bevor man es sieht

Das stimmt bei fast allem, das ist das Gute. Nase ist zuverlässiger als Augen beim Eingemachten, da bin ich ganz bei dir. Was mich jetzt aber noch beschäftigt - und das ist ein anderer Punkt als die Haltbarkeit - ich frag mich ob man das rohe Einlegen eigentlich mit mehr Salz stabilisieren kann, so wie beim Fermentieren. Also nicht nur Essig als Schutz sondern den Salzgehalt wirklich hochziehen. Meine Oma hat ihr Sauerkraut ja auch ohne Kühlschrank im Keller stehen gehabt, ewig lang, aber da war Salz der eigentliche Konservierungsstoff und kein Essig. Das ist dann natürlich kein Essigeinlegen mehr sondern eher Fermentieren, das ist ein anderer Weg. Ich weiß nicht ob das bei Roter Beete genauso funktioniert wie beim Weißkohl, da fehlt mir die Erfahrung. Mein Mann hat übrigens das zweite Glas aus dem Kühlschrank heute Mittag angetestet, nach drei Tagen also. Er meinte es schmeckt "anders als normal" (was bei ihm meistens heißt: nicht schlecht, aber er traut sich nicht das direkt zu sagen). Die Farbe ist jedenfalls noch tadellos, dunkelrot durch und durch, kein komisches Auswaschen in die Flüssigkeit wie ich das manchmal beim Abgekochten sehe wenn die Gläser schon älter sind.

--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.