Rote Beete roh einlegen ohne Vorkochen – wer hat damit Erfahrung?
Zitat von rotebeete_rosi am Juni 2, 2026, 10:22 UhrNu also, ich hab das jetzt tatsächlich ausprobiert, das rohe Einlegen von dem Zettel den ich neulich gefunden hab. Ganz ohne Vorkochen einfach roh in dünne Scheiben gehobelt (Handreibe, nicht die Maschine, die ist mir zu aufwendig zum Reinigen danach) und dann mit dem Sud übergossen. Der Sud war ganz simpel: Essig, Wasser, Salz, ein bisschen Zucker und Lorbeer, wie meine Oma immer gesagt hat reicht das völlig. Kein großes Gewürze-Theater. Was ich jetzt nach drei Tagen sagen kann: die Scheiben sind noch deutlich bißfester als beim klassischen Einkoch-Weg. Das mag ich eigentlich, mein Mann findet es gewöhnungsbedürftig. Ob das so bleibt oder ob die nach zwei Wochen weicher werden, das weiß ich noch nicht. Was mich aber interessiert - hat das jemand schon länger gemacht und kann sagen ob die Haltbarkeit genauso gut ist wie beim Vorgekochten? Bei mir steht das im Keller, nicht im Kühlschrank, und ich frag mich ob das so okay ist oder ob ich da Probleme kriege weil die halt nicht erhitzt wurden. Meine Hausärztin hat mir sowieso gesagt ich soll mehr Gemüse essen (wegen dem Blutdruck von meinem Mann, da koche ich ja schon eine Weile drauf hin), und Rote Beete kommt bei ihr gut an. Aber sie ist keine Einmach-Expertin, da frag ich lieber hier. Ich hab jetzt zwei Gläser gemacht, die ich beobachte. Das eine hab ich vorsichtshalber in den Kühlschrank geräumt, das andere steht beim normalen Eingemachten. Mal schauen ob sich da nach ein paar Wochen ein Unterschied zeigt. Hat hier jemand eine Faustregel wann man so ein Glas lieber wegschmeißt ohne lange zu überlegen?
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Nu also, ich hab das jetzt tatsächlich ausprobiert, das rohe Einlegen von dem Zettel den ich neulich gefunden hab. Ganz ohne Vorkochen einfach roh in dünne Scheiben gehobelt (Handreibe, nicht die Maschine, die ist mir zu aufwendig zum Reinigen danach) und dann mit dem Sud übergossen. Der Sud war ganz simpel: Essig, Wasser, Salz, ein bisschen Zucker und Lorbeer, wie meine Oma immer gesagt hat reicht das völlig. Kein großes Gewürze-Theater. Was ich jetzt nach drei Tagen sagen kann: die Scheiben sind noch deutlich bißfester als beim klassischen Einkoch-Weg. Das mag ich eigentlich, mein Mann findet es gewöhnungsbedürftig. Ob das so bleibt oder ob die nach zwei Wochen weicher werden, das weiß ich noch nicht. Was mich aber interessiert - hat das jemand schon länger gemacht und kann sagen ob die Haltbarkeit genauso gut ist wie beim Vorgekochten? Bei mir steht das im Keller, nicht im Kühlschrank, und ich frag mich ob das so okay ist oder ob ich da Probleme kriege weil die halt nicht erhitzt wurden. Meine Hausärztin hat mir sowieso gesagt ich soll mehr Gemüse essen (wegen dem Blutdruck von meinem Mann, da koche ich ja schon eine Weile drauf hin), und Rote Beete kommt bei ihr gut an. Aber sie ist keine Einmach-Expertin, da frag ich lieber hier. Ich hab jetzt zwei Gläser gemacht, die ich beobachte. Das eine hab ich vorsichtshalber in den Kühlschrank geräumt, das andere steht beim normalen Eingemachten. Mal schauen ob sich da nach ein paar Wochen ein Unterschied zeigt. Hat hier jemand eine Faustregel wann man so ein Glas lieber wegschmeißt ohne lange zu überlegen?
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von renate_b63 am Juni 2, 2026, 10:39 Uhr@rotebeete_rosi das mit dem Keller ohne Vorkochen - da wäre ich vorsichtig, ich sag dir das ganz ehrlich. Ich mach das rohe Einlegen nur in den Kühlschrank, und auch da lass ich die Gläser nie länger als drei, vier Wochen stehen. Das ist nu mal so bei nicht-erhitztem Eingemachten.
Zitat von rotebeete_rosihat das jemand schon länger gemacht und kann sagen ob die Haltbarkeit genauso gut ist
Nein, ist sie nicht. Das ist der Unterschied den viele unterschätzen. Beim Einkochen mit Hitze wird ja der ganze Kram abgetötet der einem das Glas verdirbt. Ohne Hitze hast du nur den Essig als Schutz, und der reicht nicht für nen ungekühlten Keller - nicht monatelang jedenfalls. Deine Faustregel: Deckel wölbt sich nach oben, Geruch ist komisch, Flüssigkeit trübt sich anders als normal - weg damit, ohne lang überlegen. Aus meiner Erfahrung riecht man das sowieso bevor man es sieht. Das Glas im Kühlschrank beobachtest du ja schon, das ist gut. Aber das andere im Keller würd ich ehrlich gesagt nach spätestens vier Wochen aufmachen und verbrauchen oder wegschmeißen. Nicht drauf spekulieren dass der Essig das schon regelt. Die Bissfestigkeit die du beschreibst kenn ich übrigens auch ich hab das vor Jahren mal kurz ausprobiert. Meiner Mutter wäre das zu kernig gewesen aber mir hat das eigentlich getaugt.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
@rotebeete_rosi das mit dem Keller ohne Vorkochen - da wäre ich vorsichtig, ich sag dir das ganz ehrlich. Ich mach das rohe Einlegen nur in den Kühlschrank, und auch da lass ich die Gläser nie länger als drei, vier Wochen stehen. Das ist nu mal so bei nicht-erhitztem Eingemachten.
Zitat von rotebeete_rosihat das jemand schon länger gemacht und kann sagen ob die Haltbarkeit genauso gut ist
Nein, ist sie nicht. Das ist der Unterschied den viele unterschätzen. Beim Einkochen mit Hitze wird ja der ganze Kram abgetötet der einem das Glas verdirbt. Ohne Hitze hast du nur den Essig als Schutz, und der reicht nicht für nen ungekühlten Keller - nicht monatelang jedenfalls. Deine Faustregel: Deckel wölbt sich nach oben, Geruch ist komisch, Flüssigkeit trübt sich anders als normal - weg damit, ohne lang überlegen. Aus meiner Erfahrung riecht man das sowieso bevor man es sieht. Das Glas im Kühlschrank beobachtest du ja schon, das ist gut. Aber das andere im Keller würd ich ehrlich gesagt nach spätestens vier Wochen aufmachen und verbrauchen oder wegschmeißen. Nicht drauf spekulieren dass der Essig das schon regelt. Die Bissfestigkeit die du beschreibst kenn ich übrigens auch ich hab das vor Jahren mal kurz ausprobiert. Meiner Mutter wäre das zu kernig gewesen aber mir hat das eigentlich getaugt.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
Zitat von rotebeete_rosi am Juni 2, 2026, 11:14 Uhr@renate_b63 ja, das mit dem Keller hab ich mir eigentlich schon gedacht, nu. Vier Wochen klingt realistisch, das deckt sich auch mit dem was ich mal irgendwo in einer alten Einmachfibel gelesen hab (so ein DDR-Heftchen, das hab ich noch von meiner Mutter).
Zitat von renate_b63riecht man das sowieso bevor man es sieht
Das stimmt bei fast allem, das ist das Gute. Nase ist zuverlässiger als Augen beim Eingemachten, da bin ich ganz bei dir. Was mich jetzt aber noch beschäftigt - und das ist ein anderer Punkt als die Haltbarkeit - ich frag mich ob man das rohe Einlegen eigentlich mit mehr Salz stabilisieren kann, so wie beim Fermentieren. Also nicht nur Essig als Schutz sondern den Salzgehalt wirklich hochziehen. Meine Oma hat ihr Sauerkraut ja auch ohne Kühlschrank im Keller stehen gehabt, ewig lang, aber da war Salz der eigentliche Konservierungsstoff und kein Essig. Das ist dann natürlich kein Essigeinlegen mehr sondern eher Fermentieren, das ist ein anderer Weg. Ich weiß nicht ob das bei Roter Beete genauso funktioniert wie beim Weißkohl, da fehlt mir die Erfahrung. Mein Mann hat übrigens das zweite Glas aus dem Kühlschrank heute Mittag angetestet, nach drei Tagen also. Er meinte es schmeckt "anders als normal" (was bei ihm meistens heißt: nicht schlecht, aber er traut sich nicht das direkt zu sagen). Die Farbe ist jedenfalls noch tadellos, dunkelrot durch und durch, kein komisches Auswaschen in die Flüssigkeit wie ich das manchmal beim Abgekochten sehe wenn die Gläser schon älter sind.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
@renate_b63 ja, das mit dem Keller hab ich mir eigentlich schon gedacht, nu. Vier Wochen klingt realistisch, das deckt sich auch mit dem was ich mal irgendwo in einer alten Einmachfibel gelesen hab (so ein DDR-Heftchen, das hab ich noch von meiner Mutter).
Zitat von renate_b63riecht man das sowieso bevor man es sieht
Das stimmt bei fast allem, das ist das Gute. Nase ist zuverlässiger als Augen beim Eingemachten, da bin ich ganz bei dir. Was mich jetzt aber noch beschäftigt - und das ist ein anderer Punkt als die Haltbarkeit - ich frag mich ob man das rohe Einlegen eigentlich mit mehr Salz stabilisieren kann, so wie beim Fermentieren. Also nicht nur Essig als Schutz sondern den Salzgehalt wirklich hochziehen. Meine Oma hat ihr Sauerkraut ja auch ohne Kühlschrank im Keller stehen gehabt, ewig lang, aber da war Salz der eigentliche Konservierungsstoff und kein Essig. Das ist dann natürlich kein Essigeinlegen mehr sondern eher Fermentieren, das ist ein anderer Weg. Ich weiß nicht ob das bei Roter Beete genauso funktioniert wie beim Weißkohl, da fehlt mir die Erfahrung. Mein Mann hat übrigens das zweite Glas aus dem Kühlschrank heute Mittag angetestet, nach drei Tagen also. Er meinte es schmeckt "anders als normal" (was bei ihm meistens heißt: nicht schlecht, aber er traut sich nicht das direkt zu sagen). Die Farbe ist jedenfalls noch tadellos, dunkelrot durch und durch, kein komisches Auswaschen in die Flüssigkeit wie ich das manchmal beim Abgekochten sehe wenn die Gläser schon älter sind.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von renate_b63 am Juni 2, 2026, 16:00 Uhr@rotebeete_rosi das mit dem Fermentieren und dem Salz - da hast du eigentlich einen ganz anderen Gedanken aufgemacht, der mich auch beschäftigt jetzt. Sauerkraut ist nu wirklich nicht dasselbe wie Rote Beete, das stimmt schon. Beim Weißkohl zieht das Salz den eigenen Saft raus und das ist dann die Lake. Bei Roter Beete hab ich das noch nie so probiert, ich weiß nicht ob die genug eigenen Saft hat für so eine Eigenlake. Die ist doch viel dichter und trockener als Kohl. Ich hab letztens irgendwo gelesen (kann dir nicht sagen wo genau, irgendein Einmachforum) dass fermentierte Rote Beete tatsächlich sehr wohl ohne Kühlschrank haltbar ist wenn der Salzgehalt stimmt und die Beete wirklich immer unter der Lake bleibt. Aber das ist dann halt kein Essigeinlegen mehr, das ist ein komplett anderer Prozess. Der Geschmack ist auch ein anderer - eher säuerlich-mild, nicht so scharf wie mit Essig.
Zitat von rotebeete_rosiFarbe ist jedenfalls noch tadellos dunkelrot durch und durch
Das überrascht mich ehrlich gesagt ein bisschen. Ich hätte gedacht dass rohes Einlegen die Farbe schneller in die Flüssigkeit zieht. Vielleicht weil das Zellgewebe noch intakt ist und nicht durch Hitze aufgebrochen wurde. Das würde Sinn machen. Dein Mann mit "anders als normal" - ich kenn das. Mein Bruder hat das bei mir genauso gemacht jahrelang, bis er irgendwann zugegeben hat dass er Rote Beete eigentlich mag.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
@rotebeete_rosi das mit dem Fermentieren und dem Salz - da hast du eigentlich einen ganz anderen Gedanken aufgemacht, der mich auch beschäftigt jetzt. Sauerkraut ist nu wirklich nicht dasselbe wie Rote Beete, das stimmt schon. Beim Weißkohl zieht das Salz den eigenen Saft raus und das ist dann die Lake. Bei Roter Beete hab ich das noch nie so probiert, ich weiß nicht ob die genug eigenen Saft hat für so eine Eigenlake. Die ist doch viel dichter und trockener als Kohl. Ich hab letztens irgendwo gelesen (kann dir nicht sagen wo genau, irgendein Einmachforum) dass fermentierte Rote Beete tatsächlich sehr wohl ohne Kühlschrank haltbar ist wenn der Salzgehalt stimmt und die Beete wirklich immer unter der Lake bleibt. Aber das ist dann halt kein Essigeinlegen mehr, das ist ein komplett anderer Prozess. Der Geschmack ist auch ein anderer - eher säuerlich-mild, nicht so scharf wie mit Essig.
Zitat von rotebeete_rosiFarbe ist jedenfalls noch tadellos dunkelrot durch und durch
Das überrascht mich ehrlich gesagt ein bisschen. Ich hätte gedacht dass rohes Einlegen die Farbe schneller in die Flüssigkeit zieht. Vielleicht weil das Zellgewebe noch intakt ist und nicht durch Hitze aufgebrochen wurde. Das würde Sinn machen. Dein Mann mit "anders als normal" - ich kenn das. Mein Bruder hat das bei mir genauso gemacht jahrelang, bis er irgendwann zugegeben hat dass er Rote Beete eigentlich mag.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
Zitat von rotebeete_rosi am Juni 2, 2026, 17:27 Uhr@renate_b63
Zitat von renate_b63ob die genug eigenen Saft hat für so eine Eigenlake
- das ist der Punkt der mich jetzt ehrlich beschäftigt. Ich hab mal überlegt wie ich das testen könnte und mir ist eingefallen dass man beim Sauerkraut ja oft noch Wasser dazugibt wenn der Kohl nicht genug eigenen Saft bringt. Also eine Salzlake von außen, nicht nur der Eigensaft. Ob das bei Roter Beete auch geht, da bin ich wirklich unsicher. Die Beete ist fest und hat nicht diese Blattstruktur wie Kohl. Und zum Thema Farbe - ich glaub das mit dem intakten Zellgewebe stimmt, das klingt logisch. Ich erinner mich dass wenn ich früher die Beete zu heiß abgegossen hab, also wirklich kochende Lake direkt drauf, die Flüssigkeit danach immer tiefdunkel-lila wurde vom ersten Tag an. Bei meinem jetzigen Glas ist die Lake noch relativ hell, fast pink nur. Das sieht man dann also doch an der Methode. Was mich aber eigentlich am meisten interessiert jetzt: wenn fermentierte Rote Beete tatsächlich kühllagerungsstabil ist, warum macht das dann eigentlich keiner so? Ich mein, ich kenn das von Kimchi, da steht das bei manchen Leuten ja auch einfach im Keller (meiner Kollegin aus dem Markt jedenfalls, die macht das so). Vielleicht ist das bei Rote Beete nur nicht so verbreitet weil alle gleich zum Essig greifen, wie ich das jahrelang auch gemacht hab. Mal schauen ob ich das im Herbst wenn die Saison wieder richtig losgeht ausprobiere, mit richtiger Salzlake ohne Essig.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von renate_b63ob die genug eigenen Saft hat für so eine Eigenlake
- das ist der Punkt der mich jetzt ehrlich beschäftigt. Ich hab mal überlegt wie ich das testen könnte und mir ist eingefallen dass man beim Sauerkraut ja oft noch Wasser dazugibt wenn der Kohl nicht genug eigenen Saft bringt. Also eine Salzlake von außen, nicht nur der Eigensaft. Ob das bei Roter Beete auch geht, da bin ich wirklich unsicher. Die Beete ist fest und hat nicht diese Blattstruktur wie Kohl. Und zum Thema Farbe - ich glaub das mit dem intakten Zellgewebe stimmt, das klingt logisch. Ich erinner mich dass wenn ich früher die Beete zu heiß abgegossen hab, also wirklich kochende Lake direkt drauf, die Flüssigkeit danach immer tiefdunkel-lila wurde vom ersten Tag an. Bei meinem jetzigen Glas ist die Lake noch relativ hell, fast pink nur. Das sieht man dann also doch an der Methode. Was mich aber eigentlich am meisten interessiert jetzt: wenn fermentierte Rote Beete tatsächlich kühllagerungsstabil ist, warum macht das dann eigentlich keiner so? Ich mein, ich kenn das von Kimchi, da steht das bei manchen Leuten ja auch einfach im Keller (meiner Kollegin aus dem Markt jedenfalls, die macht das so). Vielleicht ist das bei Rote Beete nur nicht so verbreitet weil alle gleich zum Essig greifen, wie ich das jahrelang auch gemacht hab. Mal schauen ob ich das im Herbst wenn die Saison wieder richtig losgeht ausprobiere, mit richtiger Salzlake ohne Essig.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von renate_b63 am Juni 2, 2026, 17:45 Uhr@rotebeete_rosi
Zitat von rotebeete_rosiwarum macht das dann eigentlich keiner so
Nu ja, ich glaub das hat auch was mit dem zu tun was man kennt und was die Mutter so gemacht hat. Bei uns in der Familie war Rote Beete immer Essigeinlegen, fertig. Das Fermentieren war für Kohl, und das war auch irgendwie so eine unausgesprochene Regel. Ich hab erst vor ein paar Jahren überhaupt angefangen das zu hinterfragen. Was mich bei deinem Kimchi-Vergleich aber aufhält: Kimchi hat ja diese ganzen anderen Zutaten die auch was tun beim Fermentieren den Knoblauch und den Ingwer und so weiter. Ob das bei Roter Beete allein mit Salz und Lake genauso stabil wird, das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Das Risiko ist dann halt höher wenn was schiefläuft, weil du eben nicht den Essig als Sicherheitsnetz hast. Ich hab letzte Woche noch mal in dem alten Einmachbuch von meiner Schwiegermutter geschaut - das ist so ein DDR-Ding aus den Siebzigern, sehr zerlesenes Exemplar. Da steht bei Rote Beete nur Einkochen oder Essig, kein Wort von Fermentieren. Das sagt natürlich nix über ob es geht, aber es zeigt dass das damals schlicht kein Thema war. Wenn du das im Herbst wirklich ausprobierst würd mich interessieren wie du das mit dem Salzgehalt machst. Ich mein konkret - nimmst du dann eine abgemessene Lake oder machst du das nach Gefühl wie beim Sauerkraut. Bei Kohl kennt man das Verhältnis ja ungefähr auswendig irgendwann, aber bei Roter Beete fang ich da wieder bei null an.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
Zitat von rotebeete_rosiwarum macht das dann eigentlich keiner so
Nu ja, ich glaub das hat auch was mit dem zu tun was man kennt und was die Mutter so gemacht hat. Bei uns in der Familie war Rote Beete immer Essigeinlegen, fertig. Das Fermentieren war für Kohl, und das war auch irgendwie so eine unausgesprochene Regel. Ich hab erst vor ein paar Jahren überhaupt angefangen das zu hinterfragen. Was mich bei deinem Kimchi-Vergleich aber aufhält: Kimchi hat ja diese ganzen anderen Zutaten die auch was tun beim Fermentieren den Knoblauch und den Ingwer und so weiter. Ob das bei Roter Beete allein mit Salz und Lake genauso stabil wird, das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Das Risiko ist dann halt höher wenn was schiefläuft, weil du eben nicht den Essig als Sicherheitsnetz hast. Ich hab letzte Woche noch mal in dem alten Einmachbuch von meiner Schwiegermutter geschaut - das ist so ein DDR-Ding aus den Siebzigern, sehr zerlesenes Exemplar. Da steht bei Rote Beete nur Einkochen oder Essig, kein Wort von Fermentieren. Das sagt natürlich nix über ob es geht, aber es zeigt dass das damals schlicht kein Thema war. Wenn du das im Herbst wirklich ausprobierst würd mich interessieren wie du das mit dem Salzgehalt machst. Ich mein konkret - nimmst du dann eine abgemessene Lake oder machst du das nach Gefühl wie beim Sauerkraut. Bei Kohl kennt man das Verhältnis ja ungefähr auswendig irgendwann, aber bei Roter Beete fang ich da wieder bei null an.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
Zitat von rotebeete_rosi am Juni 2, 2026, 18:26 Uhr@renate_b63
Zitat von renate_b63nimmst du dann eine abgemessene Lake oder machst du das nach Gefühl
- das ist eigentlich die entscheidende Frage und da würd ich wahrscheinlich doch abmessen, zumindest beim ersten Mal. Beim Sauerkraut mach ich das wirklich nach Gefühl inzwischen, aber da hab ich auch zwanzig Jahre Erfahrung dahinter. Bei Roter Beete fang ich bei null an wie du sagst. Ich hab vorhin kurz gegoogelt (nu ja, muss man manchmal) und da kursieren tatsächlich Angaben zwischen zwei und drei Prozent Salzlake für Rote Beete. Das wären dann 20-30 Gramm Salz pro Liter Wasser, also wirklich messbar und kein Hexenwerk. Was mich dabei aber beschäftigt: ob man da normales Jodsalz nimmt oder ob das beim Fermentieren auch eine Rolle spielt. Beim Sauerkraut hört man immer dieses Gerede von wegen Jodsalz stört die Milchsäurebakterien - ob das stimmt oder ob das auch so eine Küchen-Legende ist die sich hält weil alle sie nachplappern, das weiß ich ehrlich gesagt nicht genau. Meine Kollegin Ingrid (die mit dem Kimchi) macht das mit normalem Salz aus dem Discounter und ihr Kimchi ist einwandfrei, das hab ich selbst gekostet. Das DDR-Einmachbuch ist interessant übrigens. Meins hat auch kein Wort über Fermentieren außer Sauerkraut. Das sagt mir aber eher dass damals Einkochen die sichere und bekannte Methode war und man nix riskieren wollte, nicht dass Fermentieren von Rote Beete grundsätzlich nicht geht.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von renate_b63nimmst du dann eine abgemessene Lake oder machst du das nach Gefühl
- das ist eigentlich die entscheidende Frage und da würd ich wahrscheinlich doch abmessen, zumindest beim ersten Mal. Beim Sauerkraut mach ich das wirklich nach Gefühl inzwischen, aber da hab ich auch zwanzig Jahre Erfahrung dahinter. Bei Roter Beete fang ich bei null an wie du sagst. Ich hab vorhin kurz gegoogelt (nu ja, muss man manchmal) und da kursieren tatsächlich Angaben zwischen zwei und drei Prozent Salzlake für Rote Beete. Das wären dann 20-30 Gramm Salz pro Liter Wasser, also wirklich messbar und kein Hexenwerk. Was mich dabei aber beschäftigt: ob man da normales Jodsalz nimmt oder ob das beim Fermentieren auch eine Rolle spielt. Beim Sauerkraut hört man immer dieses Gerede von wegen Jodsalz stört die Milchsäurebakterien - ob das stimmt oder ob das auch so eine Küchen-Legende ist die sich hält weil alle sie nachplappern, das weiß ich ehrlich gesagt nicht genau. Meine Kollegin Ingrid (die mit dem Kimchi) macht das mit normalem Salz aus dem Discounter und ihr Kimchi ist einwandfrei, das hab ich selbst gekostet. Das DDR-Einmachbuch ist interessant übrigens. Meins hat auch kein Wort über Fermentieren außer Sauerkraut. Das sagt mir aber eher dass damals Einkochen die sichere und bekannte Methode war und man nix riskieren wollte, nicht dass Fermentieren von Rote Beete grundsätzlich nicht geht.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von renate_b63 am Juni 2, 2026, 18:52 Uhr@rotebeete_rosi das mit dem Jodsalz - ich hab das ehrlich gesagt auch nie so genau gewusst ob das Legende ist oder nicht. Ich nehm beim Einmachen seit Jahren kein Jodsalz, einfach weil meine Schwiegermutter das so gesagt hat und ich das nie hinterfragt hab. Ob die einen Grund wusste oder das auch nur nachgeplappert hat, das kann ich dir nicht mehr sagen, die ist seit acht Jahren tot. Was mich bei deinen 2-3 Prozent aber aufhält: wenn du mit abgemessener Lake arbeitest, musst du ja auch wissen wieviel Lake du überhaupt brauchst für ein Glas. Beim Sauerkraut im Topf kann man immer noch nachkippen. Beim Glaseinlegen ist das enger, da sitzt die Beete ja dicht drin. Ich würd da lieber etwas mehr Lake ansetzen als zu wenig, das wäre mein Instinkt. Und noch was das mich beschäftigt - die Beete muss ja wirklich vollständig unter der Lake bleiben, das weißt du sicher auch. Beim Sauerkraut nimm ich immer einen kleinen Teller als Beschwerung. Bei Gläsern mit Rote-Beete-Scheiben frag ich mich wie du das löst. Die Scheiben schwimmen nämlich gerne hoch, das ist nu mal so, gerade wenn sie noch roh und fest sind. Vielleicht ist das auch ein Grund warum das beim Weißkohl so verbreitet ist und bei Roter Beete nicht - der Kohl gibt nach, der schmiegt sich ein. Die Beete-Scheibe macht was sie will.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
@rotebeete_rosi das mit dem Jodsalz - ich hab das ehrlich gesagt auch nie so genau gewusst ob das Legende ist oder nicht. Ich nehm beim Einmachen seit Jahren kein Jodsalz, einfach weil meine Schwiegermutter das so gesagt hat und ich das nie hinterfragt hab. Ob die einen Grund wusste oder das auch nur nachgeplappert hat, das kann ich dir nicht mehr sagen, die ist seit acht Jahren tot. Was mich bei deinen 2-3 Prozent aber aufhält: wenn du mit abgemessener Lake arbeitest, musst du ja auch wissen wieviel Lake du überhaupt brauchst für ein Glas. Beim Sauerkraut im Topf kann man immer noch nachkippen. Beim Glaseinlegen ist das enger, da sitzt die Beete ja dicht drin. Ich würd da lieber etwas mehr Lake ansetzen als zu wenig, das wäre mein Instinkt. Und noch was das mich beschäftigt - die Beete muss ja wirklich vollständig unter der Lake bleiben, das weißt du sicher auch. Beim Sauerkraut nimm ich immer einen kleinen Teller als Beschwerung. Bei Gläsern mit Rote-Beete-Scheiben frag ich mich wie du das löst. Die Scheiben schwimmen nämlich gerne hoch, das ist nu mal so, gerade wenn sie noch roh und fest sind. Vielleicht ist das auch ein Grund warum das beim Weißkohl so verbreitet ist und bei Roter Beete nicht - der Kohl gibt nach, der schmiegt sich ein. Die Beete-Scheibe macht was sie will.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
Zitat von rotebeete_rosi am Juni 2, 2026, 19:18 Uhr@renate_b63
Zitat von renate_b63Die Scheiben schwimmen nämlich gerne hoch
- ja, das ist wirklich das praktische Problem und ich hab da gerade so einen Gedanken: bei Gurken die man einlegt nimmt man manchmal ein zusammengefaltetes Kohlblatt als Stopfer oben drauf, das klemmt alles drunter. Ob das bei Rote-Beete-Scheiben im Glas genauso klappt, das weiß ich nicht, weil da oben ja kaum Platz ist wenn man das Glas ordentlich füllt. Vielleicht einfach ein gefaltetes Stück von einem festen Außenblatt - aber Rote Beete hat ja keine Blätter wenn man sie so kauft nu. Ich überleg ob man da nicht einfach die Scheiben senkrecht reinstapeln statt flach liegend. Dann kann da nix aufschwimmen weil die Scheiben gegenseitig stützen. Wie bei Gurkenscheiben im Glas wenn man die wirklich eng packt. Das klingt nach mehr Aufwand beim Einlegen, ist aber eigentlich nur eine Frage wie man das Glas befüllt. Und zum Jodsalz - meine Hausärztin hat mich das auch nie gefragt welches Salz ich nehme, die interessiert sich für Rote Beete als Gemüse, nicht als Fermentationsprojekt. Ich denk mir inzwischen: wenn Ingrids Kimchi mit Discountersalz funktioniert, ist das Gerede über Jodsalz entweder Legende oder zumindest deutlich übertrieben. Ich werd das im Herbst einfach mit normalem Salz versuchen und schauen was passiert.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von renate_b63Die Scheiben schwimmen nämlich gerne hoch
- ja, das ist wirklich das praktische Problem und ich hab da gerade so einen Gedanken: bei Gurken die man einlegt nimmt man manchmal ein zusammengefaltetes Kohlblatt als Stopfer oben drauf, das klemmt alles drunter. Ob das bei Rote-Beete-Scheiben im Glas genauso klappt, das weiß ich nicht, weil da oben ja kaum Platz ist wenn man das Glas ordentlich füllt. Vielleicht einfach ein gefaltetes Stück von einem festen Außenblatt - aber Rote Beete hat ja keine Blätter wenn man sie so kauft nu. Ich überleg ob man da nicht einfach die Scheiben senkrecht reinstapeln statt flach liegend. Dann kann da nix aufschwimmen weil die Scheiben gegenseitig stützen. Wie bei Gurkenscheiben im Glas wenn man die wirklich eng packt. Das klingt nach mehr Aufwand beim Einlegen, ist aber eigentlich nur eine Frage wie man das Glas befüllt. Und zum Jodsalz - meine Hausärztin hat mich das auch nie gefragt welches Salz ich nehme, die interessiert sich für Rote Beete als Gemüse, nicht als Fermentationsprojekt. Ich denk mir inzwischen: wenn Ingrids Kimchi mit Discountersalz funktioniert, ist das Gerede über Jodsalz entweder Legende oder zumindest deutlich übertrieben. Ich werd das im Herbst einfach mit normalem Salz versuchen und schauen was passiert.
--
Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.
Zitat von renate_b63 am Juni 2, 2026, 19:41 Uhr@rotebeete_rosi
Zitat von rotebeete_rosidie Scheiben senkrecht reinstapeln
Das ist eigentlich ein ganz praktischer Gedanke, das muss ich sagen. Ich hätte da nicht dran gedacht. Wobei ich mich frage ob das bei runden Scheiben überhaupt stabil bleibt - die kippen ja gerne. Bei Gurken geht das weil die eine längliche Form haben und sich gegenseitig abstützen. Bei runden Beete-Scheiben im Rundglas hab ich da so meine Zweifel. Vielleicht wäre ein Einmachglas mit Bügelverschluss da besser als ein normales Schraubglas, weil die oft etwas bauchiger sind und mehr Platz lassen. Ich hab hier noch ein paar alte Weck-Gläser von meiner Mutter stehen die ich für sowas nutze, die sind breiter oben. Was mich bei deinem Herbstplan noch beschäftigt: du willst dann also wirklich den kompletten Vergleich machen, einmal Essig und einmal Salzlake, nebeneinander? Das würde mich wirklich interessieren wie das ausgeht. Ich hab das bei mir nie so systematisch angegangen, ich mach immer alles gleich und wundere mich dann warum ich nix lerne. Aus meiner Erfahrung bringt das Paralleleinlegen mehr als alle Theorie. Und noch ein Gedanke der mir gerade kommt: du hast gesagt die Lake bei deinen Essiggläsern wird mit der Zeit dunkler. Ich frag mich ob das bei der Salzlake-Variante genauso passiert oder ob die Farbe in der Lake da anders ist. Beim Fermentieren verändert sich ja die Flüssigkeit eh, die wird trüb durch die Milchsäurebakterien - ob man das dann von einem schlechten Zeichen noch unterscheiden kann.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.
Zitat von rotebeete_rosidie Scheiben senkrecht reinstapeln
Das ist eigentlich ein ganz praktischer Gedanke, das muss ich sagen. Ich hätte da nicht dran gedacht. Wobei ich mich frage ob das bei runden Scheiben überhaupt stabil bleibt - die kippen ja gerne. Bei Gurken geht das weil die eine längliche Form haben und sich gegenseitig abstützen. Bei runden Beete-Scheiben im Rundglas hab ich da so meine Zweifel. Vielleicht wäre ein Einmachglas mit Bügelverschluss da besser als ein normales Schraubglas, weil die oft etwas bauchiger sind und mehr Platz lassen. Ich hab hier noch ein paar alte Weck-Gläser von meiner Mutter stehen die ich für sowas nutze, die sind breiter oben. Was mich bei deinem Herbstplan noch beschäftigt: du willst dann also wirklich den kompletten Vergleich machen, einmal Essig und einmal Salzlake, nebeneinander? Das würde mich wirklich interessieren wie das ausgeht. Ich hab das bei mir nie so systematisch angegangen, ich mach immer alles gleich und wundere mich dann warum ich nix lerne. Aus meiner Erfahrung bringt das Paralleleinlegen mehr als alle Theorie. Und noch ein Gedanke der mir gerade kommt: du hast gesagt die Lake bei deinen Essiggläsern wird mit der Zeit dunkler. Ich frag mich ob das bei der Salzlake-Variante genauso passiert oder ob die Farbe in der Lake da anders ist. Beim Fermentieren verändert sich ja die Flüssigkeit eh, die wird trüb durch die Milchsäurebakterien - ob man das dann von einem schlechten Zeichen noch unterscheiden kann.
--
Selbstgemacht schlägt Gekauft — immer.