Rote Beete morgens nüchtern oder lieber vor der Ausfahrt?
Zitat von miramira am Juli 1, 2026, 22:44 Uhrja tatsächlich, kurz mal in der Forschungsmethodik. Aber so rudimentär dass ich's kaum noch zusammenkrieg. Irgendwas mit Washout-Phasen zwischen Bedingungen damit sich Effekte nicht überlappen... und genau da fällt mir auf warum das für sowas wie Rote Beete schon rein praktisch kaum funktioniert. Du müsstest ja Wochen lang komplett drauf verzichten zwischen den Phasen keine Ahnung ob das bei Nitrat überhaupt reicht. Und dann noch Ernährung halbwegs konstant halten in der Zeit. Im Studium klingt das machbar, in der Realität wenn man nebenbei drei Prüfungen hat eher nicht. Was mich an deinem letzten Beitrag aber ehrlich mehr beschäftigt ist der Apfel-Vergleich. Weil - ich kauf mir ja auch nicht ein Apfel-Konzentrat für 30 Euro im Monat und frag mich ob's was bringt. Bei Rote Beete ist der Einstieg irgendwie anders, das kommt mit einem impliziten Versprechen. Und das erzeugt dann doch diesen Erwartungsdruck den wir eigentlich schon abgehakt hatten. Ich glaub das ist der Unterschied den ich noch nicht richtig benannt hab. Edit: Kleine Klarstellung. Mit "implizites Versprechen" meine ich eher die Marketing-Narrative, die beim Kauf mitkommt. Beim Apfel fragst du dich nicht, ob er "wirkt", bei Rote-Beete-Saft irgendwie schon.
ja tatsächlich, kurz mal in der Forschungsmethodik. Aber so rudimentär dass ich's kaum noch zusammenkrieg. Irgendwas mit Washout-Phasen zwischen Bedingungen damit sich Effekte nicht überlappen... und genau da fällt mir auf warum das für sowas wie Rote Beete schon rein praktisch kaum funktioniert. Du müsstest ja Wochen lang komplett drauf verzichten zwischen den Phasen keine Ahnung ob das bei Nitrat überhaupt reicht. Und dann noch Ernährung halbwegs konstant halten in der Zeit. Im Studium klingt das machbar, in der Realität wenn man nebenbei drei Prüfungen hat eher nicht. Was mich an deinem letzten Beitrag aber ehrlich mehr beschäftigt ist der Apfel-Vergleich. Weil - ich kauf mir ja auch nicht ein Apfel-Konzentrat für 30 Euro im Monat und frag mich ob's was bringt. Bei Rote Beete ist der Einstieg irgendwie anders, das kommt mit einem impliziten Versprechen. Und das erzeugt dann doch diesen Erwartungsdruck den wir eigentlich schon abgehakt hatten. Ich glaub das ist der Unterschied den ich noch nicht richtig benannt hab. Edit: Kleine Klarstellung. Mit "implizites Versprechen" meine ich eher die Marketing-Narrative, die beim Kauf mitkommt. Beim Apfel fragst du dich nicht, ob er "wirkt", bei Rote-Beete-Saft irgendwie schon.
Zitat von mh_82 am Juli 1, 2026, 23:10 UhrZitat von miramiradas kommt mit einem impliziten Versprechen
Das ist der Punkt der mich gerade beschäftigt. Und du hast recht, das ist ein echter Unterschied zum Apfel-Vergleich. Ein normales Lebensmittel kauft man und denkt nichts dabei. Ein Konzentrat in einer kleinen dunklen Flasche mit Dosierungsempfehlung auf dem Etikett - das hat von Anfang an einen anderen Frame. Der Kaufakt selbst erzeugt schon eine Erwartung, bevor man auch nur einen Schluck getrunken hat. Konkret gefragt: weißt du noch wie du das erste Mal auf Rote-Beete-Konzentrat gestoßen bist? Werbung, Laufartikel, Freundin, Studium? Das interessiert mich weil der Einstiegskanal wahrscheinlich mitbestimmt mit welchem Versprechen man reingeht. Wer's aus einem Sporternährungs-Artikel kennt hat andere Erwartungen als jemand dem's jemand als "lecker im Smoothie" empfohlen hat. Ich hab bei Betanio PLUS zum Beispiel - das war mein ursprünglicher Anlass hier - gemerkt dass allein das Wort "PLUS" im Namen was macht. Klingt nach mehr. Mehr als was auch immer. Das ist reines Marketing aber es sitzt. Zum Washout-Thema kurz: bei Nitrat sind zwei Wochen eigentlich das Minimum um wirklich sauber zu sein, hab das mal in einer Methodensektion bei Hord et al. gesehen. Im Alltag mit Prüfungsphase - vergiss es.
Zitat von miramiradas kommt mit einem impliziten Versprechen
Das ist der Punkt der mich gerade beschäftigt. Und du hast recht, das ist ein echter Unterschied zum Apfel-Vergleich. Ein normales Lebensmittel kauft man und denkt nichts dabei. Ein Konzentrat in einer kleinen dunklen Flasche mit Dosierungsempfehlung auf dem Etikett - das hat von Anfang an einen anderen Frame. Der Kaufakt selbst erzeugt schon eine Erwartung, bevor man auch nur einen Schluck getrunken hat. Konkret gefragt: weißt du noch wie du das erste Mal auf Rote-Beete-Konzentrat gestoßen bist? Werbung, Laufartikel, Freundin, Studium? Das interessiert mich weil der Einstiegskanal wahrscheinlich mitbestimmt mit welchem Versprechen man reingeht. Wer's aus einem Sporternährungs-Artikel kennt hat andere Erwartungen als jemand dem's jemand als "lecker im Smoothie" empfohlen hat. Ich hab bei Betanio PLUS zum Beispiel - das war mein ursprünglicher Anlass hier - gemerkt dass allein das Wort "PLUS" im Namen was macht. Klingt nach mehr. Mehr als was auch immer. Das ist reines Marketing aber es sitzt. Zum Washout-Thema kurz: bei Nitrat sind zwei Wochen eigentlich das Minimum um wirklich sauber zu sein, hab das mal in einer Methodensektion bei Hord et al. gesehen. Im Alltag mit Prüfungsphase - vergiss es.
Zitat von miramira am Juli 2, 2026, 00:03 Uhr@mh_82 der Einstiegskanal-Punkt ist interessant. Bei mir war's tatsächlich ein Artikel über Nitrat-Supplements für Ausdauer, irgendwo auf so einer Laufsport-Seite. Also schon mit dem kompletten Performance-Frame drin. Nicht "lecker im Smoothie" sondern "verbessert deine VO2max" oder so ähnlich. Ich hab das dann eh kritisch gelesen aber irgendwas bleibt halt hängen. Was mich bei deinem Betanio PLUS Beispiel beschäftigt - das "PLUS" sitzt tatsächlich. Und ich frag mich jetzt ob das nicht sogar rückwirkend die Wahrnehmung verändert. Also nicht nur die Erwartung vor dem ersten Schluck sondern auch wie man jeden einzelnen Lauf danach bewertet. Wenn auf der Flasche steht dass es was bringt... sucht man dann unbewusst nach Bestätigung? Das ist irgendwie unangenehm weil ich das Zeug kaufen würde und mir gleichzeitig einreden würde ich bin da neutral drauf. Bin ich aber vermutlich nicht. Was ich mich grad frag - gilt das auch wenn man's als normalen Rote-Beete-Saft aus dem Supermarkt kauft, ohne den ganzen Supplement-Anstrich? Keine Dosierungsempfehlung, keine kleine dunkle Flasche, einfach 0,5l Pfanner oder was auch immer. Ich hab das Gefühl da geht man anders ran. Ob der Effekt dann derselbe wäre - mein ich jetzt gar nicht mal physiologisch sondern rein von der Erwartungshaltung her.
@mh_82 der Einstiegskanal-Punkt ist interessant. Bei mir war's tatsächlich ein Artikel über Nitrat-Supplements für Ausdauer, irgendwo auf so einer Laufsport-Seite. Also schon mit dem kompletten Performance-Frame drin. Nicht "lecker im Smoothie" sondern "verbessert deine VO2max" oder so ähnlich. Ich hab das dann eh kritisch gelesen aber irgendwas bleibt halt hängen. Was mich bei deinem Betanio PLUS Beispiel beschäftigt - das "PLUS" sitzt tatsächlich. Und ich frag mich jetzt ob das nicht sogar rückwirkend die Wahrnehmung verändert. Also nicht nur die Erwartung vor dem ersten Schluck sondern auch wie man jeden einzelnen Lauf danach bewertet. Wenn auf der Flasche steht dass es was bringt... sucht man dann unbewusst nach Bestätigung? Das ist irgendwie unangenehm weil ich das Zeug kaufen würde und mir gleichzeitig einreden würde ich bin da neutral drauf. Bin ich aber vermutlich nicht. Was ich mich grad frag - gilt das auch wenn man's als normalen Rote-Beete-Saft aus dem Supermarkt kauft, ohne den ganzen Supplement-Anstrich? Keine Dosierungsempfehlung, keine kleine dunkle Flasche, einfach 0,5l Pfanner oder was auch immer. Ich hab das Gefühl da geht man anders ran. Ob der Effekt dann derselbe wäre - mein ich jetzt gar nicht mal physiologisch sondern rein von der Erwartungshaltung her.
Zitat von leni_do am Juli 2, 2026, 01:58 Uhr@mh_82 das mit dem Supermarkt-Saft vs. Marketing-Flasche ist mir gerade auch in den Kopf gekommen, aber ich glaub das sieht bei mir anders aus. Ich hab mir vor ein paar Wochen ne normale 0,5l Flasche Rote-Beete-Saft gekauft, einfach weil meine Kollegin mir's empfohlen hat - nicht wegen irgendwelcher Versprechen sondern weil sie's halt trinkt. Und ehrlich gesagt - ich denk da gar nicht drüber nach wenn ich einen Schluck trink. Ist einfach da wie Orangensaft auch. Keine Dosierungsempfehlung, kein Performance-Frame, nix. Das Betanio PLUS Ding das ich anfangs probiert hab - das war anders, da war ich die ganze Zeit am Grübeln ob's jetzt was bringt. Und die kleine dunkle Flasche, genau wie du sagst. Das hat sich angefühlt wie eine Medikation, nicht wie ein Lebensmittel. Ich bin mir nicht sicher ob das mit meiner Wahrnehmung was gemacht hat oder ob ich mir das nur einbilde, aber der Frame war definitiv anders. Was ich mich jetzt frag ist - wenn der psychologische Effekt so groß ist, lohnt sich dann nicht einfach die billigere Variante? Ich mein wenn ich aus dem Supermarkt-Saft denselben "Effekt" (oder eben gar keinen, je nachdem wie man's sieht) kriege für ein Drittel des Preises, warum sollte ich dann für das Supplement-Marketing zahlen. Das ist vielleicht pragmatisch gedacht aber ich find's irgendwie logisch
@mh_82 das mit dem Supermarkt-Saft vs. Marketing-Flasche ist mir gerade auch in den Kopf gekommen, aber ich glaub das sieht bei mir anders aus. Ich hab mir vor ein paar Wochen ne normale 0,5l Flasche Rote-Beete-Saft gekauft, einfach weil meine Kollegin mir's empfohlen hat - nicht wegen irgendwelcher Versprechen sondern weil sie's halt trinkt. Und ehrlich gesagt - ich denk da gar nicht drüber nach wenn ich einen Schluck trink. Ist einfach da wie Orangensaft auch. Keine Dosierungsempfehlung, kein Performance-Frame, nix. Das Betanio PLUS Ding das ich anfangs probiert hab - das war anders, da war ich die ganze Zeit am Grübeln ob's jetzt was bringt. Und die kleine dunkle Flasche, genau wie du sagst. Das hat sich angefühlt wie eine Medikation, nicht wie ein Lebensmittel. Ich bin mir nicht sicher ob das mit meiner Wahrnehmung was gemacht hat oder ob ich mir das nur einbilde, aber der Frame war definitiv anders. Was ich mich jetzt frag ist - wenn der psychologische Effekt so groß ist, lohnt sich dann nicht einfach die billigere Variante? Ich mein wenn ich aus dem Supermarkt-Saft denselben "Effekt" (oder eben gar keinen, je nachdem wie man's sieht) kriege für ein Drittel des Preises, warum sollte ich dann für das Supplement-Marketing zahlen. Das ist vielleicht pragmatisch gedacht aber ich find's irgendwie logisch
Zitat von leni_do am Juli 9, 2026, 09:44 Uhrkleines Update - ich hab das jetzt ne Weile mitverfolgt und muss sagen der Thread hat mich mehr zum Nachdenken gebracht als ich erwartet hab. Vor allem das mit dem psychologischen Frame sitzt mir im Kopf. Ich hab inzwischen ein paar Läufe mit dem Supermarkt-Saft gemacht und @mh_82 hat mich jetzt neugierig gemacht - ob ich da unbewusst nach Bestätigung such oder nicht. Ehrlich gesagt weiß ich's echt nicht. Was ich aber beobachtet hab ist dass ich viel weniger dran denk wenn ich den normalen Saft trinke. Letzte Woche Freitag nach der Arbeit ne schnelle Runde gedreht, hab vorher einen Schluck genommen - und während des Laufens bin ich nicht ein Mal auf die Idee gekommen "ach stimmt das sollte ja was bringen". Das war anders als mit dem Betanio damals, da war ich die ganze Zeit am Überprüfen ob ich mich besser fühl. Aber jetzt frag ich mich halt - ist das gut oder schlecht? Wenn ich gar nicht mehr drüber nachdenk, heißt das ich bin endlich neutral drauf? Oder heißt das einfach dass ich's vergessen hab weil's billiger war und weniger Aufhebens darum gemacht hab, und das ist einfach nur praktisch? Ich glaub das ist für mich eigentlich die bessere Variante - weniger Grübeln, weniger Erwartungsdruck. Aber ich wunder mich ob @mh_82 da nicht auch irgendwas sehen würde was ich selbst gar nicht mitbekommen hab. Weil unbewusst kann ja trotzdem noch was laufen auch wenn ich nicht aktiv drüber nachdenk
kleines Update - ich hab das jetzt ne Weile mitverfolgt und muss sagen der Thread hat mich mehr zum Nachdenken gebracht als ich erwartet hab. Vor allem das mit dem psychologischen Frame sitzt mir im Kopf. Ich hab inzwischen ein paar Läufe mit dem Supermarkt-Saft gemacht und @mh_82 hat mich jetzt neugierig gemacht - ob ich da unbewusst nach Bestätigung such oder nicht. Ehrlich gesagt weiß ich's echt nicht. Was ich aber beobachtet hab ist dass ich viel weniger dran denk wenn ich den normalen Saft trinke. Letzte Woche Freitag nach der Arbeit ne schnelle Runde gedreht, hab vorher einen Schluck genommen - und während des Laufens bin ich nicht ein Mal auf die Idee gekommen "ach stimmt das sollte ja was bringen". Das war anders als mit dem Betanio damals, da war ich die ganze Zeit am Überprüfen ob ich mich besser fühl. Aber jetzt frag ich mich halt - ist das gut oder schlecht? Wenn ich gar nicht mehr drüber nachdenk, heißt das ich bin endlich neutral drauf? Oder heißt das einfach dass ich's vergessen hab weil's billiger war und weniger Aufhebens darum gemacht hab, und das ist einfach nur praktisch? Ich glaub das ist für mich eigentlich die bessere Variante - weniger Grübeln, weniger Erwartungsdruck. Aber ich wunder mich ob @mh_82 da nicht auch irgendwas sehen würde was ich selbst gar nicht mitbekommen hab. Weil unbewusst kann ja trotzdem noch was laufen auch wenn ich nicht aktiv drüber nachdenk