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Rote Beete im Kuchen – Quatsch oder wirklich gut?

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@hannelore_b

Zitat von hannelore_b

dann könnte ich auch einfach nen normalen Kuchen backen und hätte weniger Kopfzerbrechen

nu ja, das ist ehrlich gesagt die vernünftigste Aussage die heute Nacht gefallen ist (und es ist mittlerweile echt spät, ich weiß nicht was wir hier machen). Aber ich find genau das ist der Unterschied zwischen einem Experiment und einem Pflichtprogramm. Ich back den Kuchen weil mich das jetzt interessiert, nicht weil ich muss. Das ist was anderes. Zu deiner Frage ob ich allein backe - ja, meistens. Mein Mann macht den Abwasch danach wenn er Glück haben will, das ist unsere stille Übereinkunft seit ungefähr zwanzig Jahren. Der kommt in die Küche wenn es fertig riecht, früher nicht. Was mich bei deinem Ofen-Kommentar aber wirklich aufgehört hat zu denken: du hast recht dass alte Öfen anders heizen, aber ich frag mich ob das beim Rote-Beete-Kuchen noch kritischer ist als sonst. Weil wenn der Teig so viel Feuchtigkeit hat durch das Püree, dann braucht der vielleicht länger in der Mitte. Das wäre dann ein Problem wenn der Ofen von außen zu schnell bräunt. Ich mach bei feuchten Teigen manchmal Alufolie drüber nach der Hälfte der Zeit, das hab ich von meiner Schwester gelernt. Ob das hier auch nötig ist - keine Ahnung. Ich schau jetzt dass ich ins Bett komm das hier wird sonst ein Nacht-Thread.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

@rotebeete_rosi jetzt wo du das mit der Alufolie sagst - das ist mir nie eingefallen aber macht total Sinn. Bei meinem alten Ofen passiert mir das ständig dass die Kanten dunkel werden während die Mitte noch nicht gar ist. Das ist eher ne Ungeduld-Falle von mir ich nehm die Folie zu früh weg. Aber ehrlich - ihr seid mir ja sympathisch mit eurem Nacht-Thread Ding. Das erinnert mich an meine Schwester und mich früher wenn wir telefonierten und plötzlich wars halb eins. Irgendwann wars einfach zu spät um noch was Sinnvolles zu sagen. Was ich aber noch denken muss: wenn deine Kollegin die 200 Gramm nimmt und das funktioniert bei ihr dann hat die wahrscheinlich auch ein Gefühl dafür wann der Kuchen fertig ist. Das ist ja nicht nur ne Zeitangabe sondern auch wie er riecht und wie er aussieht wenn man die Stäbchenprobe macht. Da können 5-10 Minuten Unterschied riesig sein. Ich glaub dein Gedanke mit 150 Gramm anfangen ist klüger. Lieber zweimal backen und was lernen als einmal Murks haben. Geh jetzt schlafen, ihr zwei. Das Wochenende ist noch lange weg.

@hannelore_b

Zitat von hannelore_b

Lieber zweimal backen und was lernen als einmal Murks haben.

das stimmt, aber ich hab gerade noch einen Gedanken den wir beide heute nacht komplett vergessen haben: die Stäbchenprobe funktioniert bei so einem feuchten Teig doch sowieso anders. Ich mein - wenn da 200 Gramm Püree drin sind klebt da immer was am Stäbchen, auch wenn der Kuchen eigentlich durch ist. Das ist wie beim Käsekuchen, da muss man irgendwann einfach aufhören zu stechen und drauf vertrauen dass er sich beim Abkühlen noch setzt. Meine Kollegin hat mir das nie erklärt, die hat einfach gesagt "man merkt es". Nu ja. Das ist wieder das Gefühl-Ding. Und wegen zweimal backen - ich weiß nicht ob ich da die Geduld hab ehrlich gesagt. Wenn der erste nicht klappt ist die Motivation für Runde zwei bei mir meistens weg bis zum nächsten Monat. Das kennt ihr vielleicht von euch auch. Mein Mann sagt das ist mein größtes Problem in der Küche, dass ich bei Misserfolgen sofort das ganze Konzept verwerfe. Da hat er nicht ganz unrecht. Jetzt geh ich aber wirklich schlafen, morgen früh um halb sieben klingelt der Wecker und der Supermarkt wartet nicht.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

@rotebeete_rosi das mit der Stäbchenprobe bei feuchten Teigen - genau, das ist mir auch schon passiert. Käsekuchen ist da wirklich das beste Beispiel. Aber ehrlich gesagt wenn ich dann sitze und nicht weiß ob der durch ist oder nicht, dann ärgert mich das. Ich bin eher der Typ der gerne weiß woran er ist. Was mich aber jetzt viel mehr interessiert ist dein letzter Satz - dass du bei Misserfolgen gleich alles verwirfst für Monate. Das erkenne ich bei mir genauso wieder, und das ist wahrscheinlich genau warum ich so skeptisch bin bei Neuerungen. Wenn ich mir die Arbeit mache und es wird nix, dann denke ich mir - siehste, Quatsch gewesen, und nie wieder. Aber dein Mann hat da vielleicht recht. Vielleicht ist das nicht klug. Ich mein, bei meinem Einlegen hab ich auch die ersten Jahre Flops gehabt bis ich gemerkt hab dass es auf die Essigmenge ankommt. Aber da war ich jünger und geduldiger. Was ich machen würde wenn ich das ausprobiere - ich würde das mit weniger Menge probieren wie du sagst aber dann würde ich mir vorher aufschreiben wie der Teig aussieht bevor er in den Ofen geht. Ob er zäh ist oder locker wie dunkel die Farbe ist. Dann hab ich beim nächsten Mal ein Gefühl dafür was normal ist. Das ist vielleicht der Trick mit Gefühl - man muss erst wissen was man fühlen soll. Deine Kollegin hat das längst verinnerlicht, die denkt nicht drüber nach. Bei dir ist es noch neu. Schlaf jetzt aber wirklich gute Nacht, ich bleib sonst noch stundenlang wach wenn ich anfang zu denken über Backen. Edit: Kleine Anmerkung noch - mit "aufschreiben" meine ich auch einfach ein Foto machen, das geht schneller und man sieht genau wie es aussah.

moin, bin hier zufällig reingefallen weil ich nach Rote-Beete-Kuchen gesucht hab - selbes Thema, anderer Hintergrund.

Zitat von hannelore_b

man muss erst wissen was man fühlen soll

Das ist ehrlich gesagt der klügste Satz in dem ganzen Thread und ihr habt einfach drübergeschlafen. Foto machen ist gut, aber ich würd noch einen Schritt weiter gehen: den Teig vor dem Backen mal abwiegen. Klingt pedantisch, aber wenn man beim zweiten Versuch weiß dass der Teig 780 Gramm hatte und der Kuchen gut war, dann hat man einen Anker. Mach ich bei Brotrezepten so seit etwa zwei Jahren, kam drauf weil mein erster Sauerteig-Versuch komplett in die Hose gegangen ist und ich null Ahnung hatte warum. Was mich bei dem ganzen Rote-Beete-Kuchen-Ding aber wirklich beschäftigt: ihr redet die ganze Zeit über Kakaomenge und Püree-Menge - aber niemand hat gefragt welche Zuckerart die Kollegin nimmt. Rote Beete hat selbst schon Eigensüße. Wenn da noch normaler Haushaltszucker in normaler Menge rein kommt, kann der Kuchen schnell zu süß werden und das überdeckt dann auch das Erdige. Das wäre für mich das eigentliche Risiko bei dem Rezept. Ich hab Betanio PLUS eine Weile genommen, da war Rote-Beete-Konzentrat drin - der Geschmack ist komplett anders als frische Knolle. Frisch hat das wirklich was Rundes, das Konzentrat schmeckt wie abgestanden. Von daher: frisch pürieren ist die einzig sinnvolle Option wenn man das wirklich beurteilen will. @rotebeete_rosi schreib mal wenn du das Wochenende hinter dir hast.

kleines Update, weil ich das Wochenende tatsächlich hinter mir hab. Der Kuchen ist geworden. Richtig gut sogar, und das sage ich als jemand der vorher skeptisch war - was ihr ja kennt von mir. Ich hab 170 Gramm Püree genommen, nicht die 200 die meine Kollegin macht, einfach weil mich das zu riskant war für den ersten Versuch. Das Püree hab ich gut abtropfen lassen wie besprochen, fast zwanzig Minuten in einem Sieb. Jetzt zu @rote_socke_83 und dem Zucker-Punkt: da hast du ehrlich gesagt recht, das haben wir alle ignoriert. Ich hab normal gezuckert, nach Rezept, und der Kuchen war am Rand schon sehr süß. In der Mitte war das okay, aber am Rand - da war das schon grenzwertig. Meine Kollegin hat wahrscheinlich ein Gefühl dafür dass sie da runtergeht das hat sie mir nie gesagt. Das ist so ein Wissen das man nur kriegt wenn man das schon zehn Mal gemacht hat. Was ich aber nicht erwartet hatte: mein Mann hat zwei Stücke gegessen und dann gefragt ob das ein neues Rezept sei. Nu ja. Kein Wort von Roter Beete kein "was ist da drin". Der hat einfach gegessen. Das sagt eigentlich alles.

Zitat von rote_socke_83

Betanio PLUS eine Weile genommen

- das brauch ich dir hier aber nicht kommentieren, das kennst du vermutlich aus meinen anderen Beiträgen. Frisch pürieren, da sind wir uns einig, aber nicht wegen Konzentrat-Abzocke (nu ja, auch wegen dem), sondern weil frisch einfach anders schmeckt. Das war beim Kuchen deutlich spürbar.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

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