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Rote Beete im Kuchen – Quatsch oder wirklich gut?

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also ich muss das jetzt mal fragen weil mich das seit gestern abend nicht loslässt. Meine Kollegin (die backt viel, die weiß was sie tut) hat mir ein Stück Schokoladenkuchen mitgebracht, und erst hinterher verraten dass da Rote Beete drin war. Ich hab das natürlich sofort skeptisch kommentiert, nu ja das kennt ihr ja von mir. Aber - und das ist das ehrliche Eingeständnis - der Kuchen war wirklich saftig. Richtig saftig. Das hat mich dann doch gewundert. Jetzt hab ich das natürlich zuhause nachgeforscht, und anscheinend macht die Rote Beete den Teig feucht ohne dass man den Geschmack wirklich rausschmeckt, zumindest wenn genug Kakao drin ist. Meine Kollegin hat frische Knollen genommen, gekocht und püriert, das hat sie extra betont. Was mich aber beschäftigt: ich frag mich ob das wirklich Sinn macht, oder ob das so ein Ding ist das man einmal macht weil es interessant klingt und dann doch wieder Butter nimmt. 25 Jahre im Einzelhandel, da sehe ich jedes Jahr neue Trends die nach drei Monaten wieder weg sind. Rote-Beete-Kuchen gibt es als Fertigmischung mittlerweile auch schon - das macht mich dann wieder misstrauisch, weil das immer das Zeichen ist dass irgendjemand Geld damit verdienen will. Aber das Rezept von meiner Kollegin hat keine Fertigmischung, das ist wirklich von Grund auf selbst gemacht. Und die Rote Beete dafür kostet im Discounter fast nichts. Ich überlege das jetzt am Wochenende auszuprobieren, mein Mann mag Schokoladenkuchen. Hat das hier jemand schon ernsthaft gemacht, also nicht einmal als Experiment sondernöfter? Was nehmt ihr - frische Knolle oder die vakuumverpackte aus dem Regal?

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

Na ja, @rotebeete_rosi das ist ja interessant. Ich muss sagen, deine Kollegin hat mich mit dem Beispiel neugierig gemacht. Bei mir im Dorf gibt es so Trends auch - letztes Jahr war plötzlich überall Zucchini-Kuchen, jetzt ist es wohl Rote Beete. Aber das mit der Feuchtigkeit das leuchtet mir ein. Meine Mutter hat damals manchmal geriebene Äpfel in den Teig gemacht für die gleiche Wirkung. Und wenn ich ehrlich bin - eingelegt essen ist die eine Sache, aber püriert und mit viel Kakao vermischt, da könnte ich mir vorstellen dass das funktioniert. Das ist ja nicht wie Rote-Beete-Saft trinken oder so. Was mich nur wundert ist warum man sich die Arbeit antut wenn es auch mit anderen Sachen geht. Aber gut, bei mir im Keller liegen gerade noch Rote Beeten vom letzten Herbst. Und frisch kochen ist nicht komplizierter als aus der Dose. Mein Mann, der isst auch jeden Kuchen, da könnte ich tatsächlich versuchen es mal. Wenn es schiefgeht ist nicht viel Geld weg. Komisch nur - früher hätte ich das als Quatsch abgetan. Aber wenn's schmeckt, schmeckt's. Die vakuumverpackten nehme ich da eher nicht, die schmecken mir zu mehlig. Frische Knollen kochen ist immer besser.

@hannelore_b

Zitat von hannelore_b

warum man sich die Arbeit antut wenn es auch mit anderen Sachen geht

- das frag ich mich bei vielem in der Küche, ehrlich gesagt. Aber ich glaub der Punkt ist nicht nur die Feuchtigkeit, sondern dass die Rote Beete da irgendwie noch was anderes macht, so eine leichte Tiefe im Geschmack. Meine Kollegin hat das so beschrieben dass der Kuchen "voller" schmeckt, auch wenn man nicht sagen kann woran. Ob das nun die Beete ist oder weil sie insgesamt ein gutes Rezept hat - das kann ich natürlich nicht trennen. Was mich bei deinem Kommentar aber wirklich beschäftigt: du hast noch Knollen vom Herbst im Keller. Das finde ich irgendwie beruhigend, dass die sich so halten. Ich hab das mit dem Einlagern nie richtig ausprobiert weil bei uns kein kühler Keller mehr da ist, nur so ein halbwarmes Abteil das taugt nicht wirklich. Da nehm ich dann meistens was ich auf dem Markt kriege oder eben die vakuumverpackten - die mehlige Sache kenn ich aber auch das stimmt. Wobei ich mich frage ob das an der Sorte liegt oder wirklich nur an der Verarbeitung. Die frischen auf dem Markt sind ja auch nicht alle gleich. Nu ja, ich werd das Wochenende sehen. Mein Mann war heute morgen schon skeptisch als ich das erwähnt hab - "Beete im Kuchen, Rosi, bist du sicher?" - das kenn ich von ihm. Aber der hat damals auch gesagt Zucchini-Brot klingt komisch und dann noch ein zweites Stück gegessen.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

@rotebeete_rosi das mit der "Tiefe" im Geschmack interessiert mich jetzt aber doch. Weil das ist ja nicht nur Feuchtigkeit das klingt nach was anderem. Ob das die Rote Beete selbst ist oder einfach die erdige Note die da mitkommt - keine Ahnung. Aber ich hab gerade gedacht wenn man die frische Knolle selbst kocht und püriert, dann hat die ja auch noch ihren eigenständigen Geschmack, der sich dann im Kuchen abzeichnet. Bei den vakuumverpackten ist das wahrscheinlich anders, die sind ja schon so lange gekocht dass sie vielleicht nur noch süßlich schmecken. Dein Mann und sein "Bist du sicher" - das kenn ich. Mein Mann war auch immer skeptisch wenn ich was Neues ausprobiert hab, aber dann hat er trotzdem gegessen. Das ist bei Männern oft so denk ich. Was mich aber wirklich neugierig macht: wie lange brauchst du denn zum Kochen und Pürieren? Ich stell mir das zeitaufwändig vor wenn man die Knollen vorher schälen muss. Und ob der Geschmack wirklich so dezent bleibt wenn es nicht genug Kakao im Teig gibt - daran würde ich mir dann doch Gedanken machen. Meine Mutter hat immer gesagt, wer sein Gemüse verstecken muss, nimmt das falsche Rezept.

@hannelore_b

Zitat von hannelore_b

wer sein Gemüse verstecken muss, nimmt das falsche Rezept

- da muss ich kurz lachen, das klingt nach einer Oma die weiß was sie sagt. Aber ich finde den Gedanken eigentlich falsch für diesen Fall, und zwar weil das ja kein Verstecken ist. Das ist eher wie wenn man Buttermilch in den Teig gibt - die schmeckt man auch nicht raus, die macht was mit der Konsistenz. Die Beete hat da eine technische Funktion, nicht eine Geschmacks-Funktion. Das ist nochmal was anderes. Was du zur Zeit fragst - das Kochen und Pürieren - ich schätze das dauert mit allem zusammen so dreißig bis vierzig Minuten wenn man die Knollen schon hat. Das schälen ist bei frischer Roter Beete das Lästigste, aber ich mach das immer mit Handschuhen weil ich sonst zwei Tage rote Hände hab. Im Laden sehe ich übrigens öfter Leute die die vakuumverpackten nehmen und ich denk mir immer - nu ja, Bequemlichkeit hat ihren Preis, aber für einen Kuchen der sowieso alles übertüncht... ich weiß nicht ob das so ein Unterschied macht wie beim direkten Essen. Grau draußen heute, da hat man eh mehr Lust auf Backen. Mein Mann hat heute abend noch mal gefragt obs das wirklich am Wochenende wird mit dem Kuchen. Der erinnert sich also. Das finde ich schon mal ein gutes Zeichen.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

@rotebeete_rosi ja genau, mit der Buttermilch - das ist ein gutes Bild. Ich muss da ehrlich sagen dass mich deine Erklärung mehr überzeugt als all das Gerede von wegen Superfood und so. Wenn es einfach nur um die Konsistenz geht, dann ist das praktisch und nicht dieses esoterische Zeug das mir zu suspekt ist. Aber was mich jetzt wirklich interessiert - und das ist ne ehrliche Frage - wie sieht es denn mit den Flecken aus wenn man die frische Knolle püriert? Ich meine, beim Einlegen ist mir das egal, die Flecken sind schnell weg. Aber wenn ich im Kuchen arbeite und überall was von der Roten Beete auf der Arbeitsplatte landet, dann ärgert mich das. Meine Hände sind ja eh schnell rot gefärbt und das geht mir auf die Nerven. Hast du da nen Trick? Oder ist das einfach so dass man damit leben muss. Und noch was - du schreibst dass dein Mann sich erinnert hat. Das ist schon witzig, weil das zeigt dass es ihm nicht egal ist auch wenn er skeptisch tut. Bei meinem ist es ähnlich. Der fragt auch immer nach wenn ich was Neues plane. Manchmal denk ich er will einfach vorgewarnt sein damit er sich mental drauf einstellen kann. Kommt drauf an wie das Wochenende läuft bei dir, würd mich interessieren ob der Kuchen wirklich so anders schmeckt wie deine Kollegin das beschrieben hat.

@hannelore_b die Flecken-Frage, das ist nu wirklich ein Thema für sich. Also mein Trick: ich püriere das direkt im hohen Mixbecher, nicht auf einem Brett, und stell den auf ein altes Küchentuch das ich sowieso nicht mehr mag. Die Arbeitsfläche kriegt dann kaum was ab. Die Hände - da hilft nur konsequent Handschuhe, das weißt du ja. Aber ich hab festgestellt dass man die Flecken auf der Arbeitsplatte wenn man schnell genug mit einem feuchten Tuch drüber geht, die gehen noch weg. Wenn die antrocknen ist es natürlich eine andere Geschichte. Was mich aber gerade bei deinem Beitrag mehr beschäftigt als die Flecken: du schreibst dein Mann will "vorgewarnt" sein. Das kenne ich vom meinen auch, nur dass der inzwischen gelernt hat dass er einfach essen soll und dann urteilen. Das hat bei uns Jahre gedauert. Zum Kuchen selbst - ich hab das Rezept meiner Kollegin heute nochmal angeschaut und gemerkt dass da gar nicht so viel Kakao drin ist wie ich dachte. Das ist kein überwältigender Schokokuchen, eher so ein dunkler, saftiger Rührkuchen. Ich frag mich ob das dann wirklich so funktioniert wenn der Kakaoanteil nicht so dominant ist. Bei weniger Kakao könnte die Beete ja doch durchkommen im Geschmack. Das ist das einzige wo ich noch nicht sicher bin.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

@rotebeete_rosi das mit dem Kakaoanteil ist interessant weil du da nen Punkt hast den ich vorher nicht so gesehen habe. Ich meine wenn weniger Kakao drin ist dann wird die Beete natürlich lauter im Geschmack. Das ist dann eher wie Rote-Beete-Kuchen statt wie Schokoladenkuchen mit ner versteckten Zutat. Und das ist dann wieder was anderes. Aber ich frag mich - hat deine Kollegin dir denn gesagt wie viel Rote Beete sie rein macht? Also in welchem Verhältnis zum Mehl oder so. Weil das müsste ja auch nen Unterschied machen. Wenn ich meine Knollen im Keller nehme, die sind ja auch unterschiedlich groß und saftig je nachdem wie alt sie schon sind. Das kann doch auch beeinflussen wie feucht der Teig nachher wird. Ehrlich gesagt finde ich es immer blöd wenn Rezepte so vage sind. "Eine handvoll Rote Beete" ist ja keine Angabe für mich. Bei meiner Buchhaltung hätte das nicht geklappt, da brauchte ich genaue Zahlen. Beim Backen ist das aber genau so wichtig denk ich. Wenn du das Wochenende ausprobierst - schreib doch mal zurück wie es läuft. Nicht nur ob es gut schmeckt sondern auch wie flüssig oder fest der Teig war. Dann weiß ich ob ich das auch versuchen soll oder ob ich mir die Arbeit sparen kann.

@hannelore_b

Zitat von hannelore_b

Eine handvoll Rote Beete ist ja keine Angabe für mich

- da lach ich jetzt wirklich laut weil genau das ist das Problem mit vielen Rezepten die "von Oma" kommen. Die haben halt nach Gefühl gekocht und das funktioniert auch, aber nur wenn man das Gefühl schon hat. Ich hab meiner Kollegin heute mittag nochmal kurz geschrieben (wir arbeiten nicht zusammen, die kenn ich vom Sportverein) und sie hat gesagt sie nimmt ungefähr 200 Gramm Püree auf 250 Gramm Mehl. Das ist schon ne Menge, das ist fast gleich viel. Da wundert mich die Saftigkeit dann auch nicht mehr. Was mich bei deiner Buchhaltungs-Analogie aber beschäftigt: beim Backen stimmt das eigentlich, aber ich find dass Rote Beete da schwieriger zu greifen ist als zum Beispiel Äpfel oder Zucchini, weil die Knolle so unterschiedlich Wasser zieht beim Kochen. Meine Kollegin hat extra betont dass sie das Püree gut abtropfen lässt bevor sie es in den Teig gibt. Das hab ich vorher nicht bedacht, das ist vielleicht der entscheidende Schritt der in keinem Rezept steht das ich bisher gelesen hab. Ich schreib das am Wochenende auf jeden Fall - aber ich mach mir ehrlich gesagt noch Gedanken ob 200 Gramm nicht zu viel ist wenn der Kakao nicht so stark ist. Das ist so eine Bauchgefühl-Sache die ich noch nicht auflösen kann.

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Eingemachtes schlägt Konzentrat — jeden Tag.

@rotebeete_rosi

Zitat von rotebeete_rosi

das Püree gut abtropfen lässt bevor sie es in den Teig gibt

- ja, das ist der Punkt. Das hab ich auch erst gemerkt als ich Zucchini-Kuchen gemacht hab, die Frau aus dem Verein hat mir das geraten. Man kann das Gemüse sonst stundenlang auspressen und der Teig wird trotzdem zu nass. Aber jetzt zum ernsten Problem - 200 Gramm ist wirklich ne Menge. Das ist ja fast ein Drittel vom ganzen Teig wenn man das Mehl und alles rechnet. Ich bin da eher vorsichtig bei solchen Mengen, lieber mehrmals probieren als dass der ganze Kuchen in den Eimer muss. Deine Kollegin hat das vermutlich lange gemacht und weiß exakt wie ihr Ofen arbeitet. Bei mir zu Hause ist der Ofen auch ne Marke von 1987, der heizt ganz anders als moderne Dinger. Was ich machen würde - 150 Gramm versuchen und dann beim nächsten Mal hochfahren wenn's gut geht. Das Abtropfen ist auf jeden Fall wichtig, das schreib ich mir auch auf. Aber ehrlich gesagt - wenn ich das Wochenende Zeit für so ein Experiment habe, dann könnte ich auch einfach nen normalen Kuchen backen und hätte weniger Kopfzerbrechen. Aber das ist wahrscheinlich genau dieses Skeptiker-Ding das ich hab. Dein Mann und du - ihr macht das zusammen oder backt du allein.

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