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Rote Beete fermentieren – lohnt sich der Aufwand wirklich?

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ich hab jetzt so oft gelesen dass fermentierte Rote Beete nochmal eine komplett andere Hausnummer ist, geschmacklich und auch wegen der Inhaltsstoffe, und ich überleg ernsthaft ob ich das mal ausprobiere. Nur weiß ich ehrlich gesagt null wie ich anfangen soll. Ich hab zuhause noch nie fermentiert, gar nichts, und frag mich ob das wirklich so einfach ist wie die Leute das immer darstellen. Was mich interessiert: verändert sich der erdige Geschmack dabei oder bleibt der? Ich mein, ich hab mich an den Geschmack gewöhnt, aber ich kenn Leute die genau daran scheitern, und wenn Fermentierung das abmildert oder irgendwie umwandelt, wäre das für die vielleicht sogar ein Einstieg. Die andere Frage ist - brauche ich dafür irgendwelches Equipment oder reicht ein normales Einmachglas? Ich les immer wieder was von Gewichten damit das Gemüse unter der Lake bleibt, aber ich weiß nicht ob ich gleich irgendwas kaufen will bevor ich überhaupt weiß ob ich das regelmäßig machen würde. Ich lauf Halbmarathons und trinke seit Monaten Rote-Beete-Konzentrat wegen der Nitrate - da wär fermentiert natürlich die "natürlichere" Variante, wenn man das so sagen kann. Ob der Nitratgehalt beim Fermentieren erhalten bleibt hab ich irgendwo kurz überflogen, aber da war ich mir nicht sicher ob das eine seriöse Quelle war. Hat hier jemand wirklich eigene Erfahrung damit, ich mein nicht nur "ich hab mal ein Glas aufgemacht das jemand anderes eingelegt hat" sondern selbst gemacht? Würde mich interessieren wie lange das gedauert hat bis man ein Ergebnis hatte das man auch essen wollte.

Zitat von jana_w

wegen der Inhaltsstoffe

da sind wir wieder. Kapseln find ich Quatsch aber Fermentieren ist ja zumindest noch echtes Essen - das geb ich zu. Trotzdem würd ich das mit den Inhaltsstoffen nicht überbewerten bevor du weißt was da wirklich passiert beim Fermentieren. Ob Nitrat dabei erhalten bleibt oder nicht - da hab ich null Ahnung und ich trau keinem der das einfach so behauptet ohne zu sagen wo das herkommt. zur Gerätefrage: ich hab mal gesehen wie meine Mutter früher Gurken eingemacht hat. Kein Equipment, kein Schnickschnack - ein Glas, Salz, Wasser, Deckel drauf. Das Gewicht war ein kleineres Glas mit Wasser drin das sie obendrauf gestellt hat. Hat funktioniert. Ob das bei Roter Beete genauso geht weiß ich nicht, aber ich würd nicht sofort irgendwas kaufen. was mich bei deinem Post mehr beschäftigt ist das mit dem Konzentrat. Du trinkst das seit Monaten und jetzt überlegst du ob fermentiert "natürlicher" ist. Ich mein - Rote Beete ist Rote Beete. Wenn du das als Gemüse isst bist du doch schon dabei. Dieser Umweg über Konzentrat und jetzt Fermentierung klingt für mich mehr nach Optimierungsdenken als nach Kochen. aber is mir schnuppe, ich bin ja nicht dein Arzt.

@ms_77,

Zitat von ms_77

Rote Beete ist Rote Beete

- da stimme ich Ihnen zu, aber ich würde das nicht ganz so schwarz-weiß sehen. Wenn ich meine Rote Beete aus dem Garten koche und dann esse, ist das etwas anderes als konzentrierte Säfte zu trinken, da gebe ich Ihnen recht. Aber das heißt ja nicht, dass Jana falsch denkt. Das Problem ist eher - und da muss ich ehrlich sagen ärgert mich das an der ganzen Diskussion - dass ständig über Inhaltsstoffe geredet wird, als wäre es die Hauptsache. Mein Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks, nicht wegen einzelner Moleküle die beim Fermentieren überleben oder nicht. Die Rote Beete selbst ist das Mittel, nicht die Optimierung davon. Aber @jana_w, was ich praktisch sagen würde: wenn Sie eh schon im Garten oder auf dem Markt frische Rote Beete kaufen, warum probieren Sie nicht einfach mal ein Glas? Ein Einmachglas, Salz, Wasser - wie die Gurken von ms_77s Mutter. Kosten Sie fast nix und Sie sehen selbst ob Ihnen das Ergebnis schmeckt oder ob es Ihnen zu sauer wird oder was weiß ich. Das Fermentieren selbst ist nicht kompliziert, aber ob es sich für Sie lohnt können nur Sie entscheiden, nicht irgendwelche Artikel im Internet.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

Mein Hausarzt hat mir geraten mehr Rote Beete zu essen wegen des Blutdrucks

das ist eigentlich das einzige was ich hier wirklich nachvollziehen kann. Arzt sagt iss das Gemüse du isst das Gemüse. Fertig. Kein Konzentrat, keine Optimierung, kein Fermentations-Glas das drei Wochen auf der Fensterbank steht und vor sich hin blubbert. was mich bei @elvira_k ehrlich überrascht - sie schreibt das nüchterner als ich erwartet hätte. "Ob es sich lohnt können nur Sie entscheiden." Ja, genau das. Da muss ich lachen weil ich das ja auch sag und trotzdem schreib ich hier weiter mit. aber eine Sache die ich noch nicht kapier: @jana_w, du trainierst für Halbmarathons. Du läufst also wirklich. Hast du überhaupt mal getestet ob das Konzentrat bei dir irgendwas bewirkt oder glaubst du das einfach weil du es seit Monaten trinkst? Ich frag das ehrlich, nicht um dich zu ärgern. Ich kenn das aus der Arbeit - ich leg ein Kabel anders und denke es liegt besser aber ob es wirklich was bringt... manchmal ist das Einbildung. Placebo ist auch beim Sport ein Ding, hab ich mal irgendwo gelesen, aber wo genau weiß ich nicht mehr. das Fermentier-Glas probieren würd ich trotzdem nicht schlecht reden. Kostet nix. Aber dann bitte nicht gleich wieder fragen ob der Nitratgehalt beim Fermentieren stabil bleibt.

@ms_77, da muss ich Sie korrigieren - der Placebo-Effekt beim Sport ist nicht einfach Einbildung, das ist tatsächlich messbar. Aber das führt uns hier vom Thema weg. Was mich eher beschäftigt: Sie schreiben, dass Sie das Fermentier-Glas nicht schlecht reden würden, aber gleichzeitig klingt es so, als würden Sie es selbst nie probieren. Und das ist okay, verstehen Sie mich nicht falsch. Aber @jana_w, ich glaube Sie sollten sich nicht von der ganzen Optimierungs-Diskussion unter Druck setzen lassen. Das ist wirklich das Problem hier - nicht das Fermentieren selbst, sondern dass immer jemand kommt und sagt, das ist jetzt die "bessere" Variante. Ich habe da gute Erfahrungen gemacht mit meinen eigenen Experimenten im Garten und ehrlich gesagt interessiert mich weniger, ob nachher noch genauso viel Nitrat drin ist. Mich interessiert, schmeckt mir das und kann ich es regelmäßig essen? Bei gekochter Rote Beete aus dem Garten ist die Antwort für mich klar ja. Bei fermentiert - naja, ich hab das mal probiert, aber das war eher ein Versuch als eine Gewohnheit geworden. Wenn Sie das ausprobieren wollen, dann weil Sie neugierig sind, nicht weil es auf dem Papier optimaler klingt. Das ist der Unterschied.

@elvira_k

Zitat von elvira_k

nicht weil es auf dem Papier optimaler klingt

ja das ist eigentlich der Punkt. Ich merk das auch bei mir wenn ich ehrlich bin - ich kauf manchmal irgendwas weil ich gelesen hab das ist besser, und nachher stehts im Regal. Meine Frau hat da eine halbe Kollektion von irgendwelchen Gewürzen die mal "gesünder" sein sollten. was mich aber bei @elvira_k gerade beschäftigt - Sie schreiben "war eher ein Versuch als eine Gewohnheit geworden." Das ist doch eigentlich die ehrlichste Aussage im ganzen Thread. Nicht alles was man ausprobiert muss dann auch täglich auf dem Tisch stehen. Ich glaub das vergessen die Leute manchmal. Ausprobieren ist okay. Aber dann kommt der nächste Podcast und sagt jetzt ist Fermentieren die Lösung und dann fängt das wieder von vorne an. @jana_w ich würd das wirklich mal einmalig probieren ohne großes Nachdenken. Glas, Salz, Beete rein. Wenn's dir schmeckt - gut. Wenn nicht - dann weißt du es. Mehr Analyse brauchst du da nicht vorher.

@ms_77

Zitat von ms_77

Glas, Salz, Beete rein.

ja aber genau das ist doch die Frage die hier noch keiner beantwortet hat - wie viel Salz eigentlich?? ich hab das mal kurz gegoogelt weil mich das schon länger interessiert und da schwanken die Angaben heftig. irgendwo stand 2% irgendwo stand 3% und dann gibt's noch Leute die das nach Gefühl machen. und wenn man das falsch macht schimmelt das Zeug halt einfach, oder? das ist bei Gurken vielleicht verzeihlich aber Rote Beete ist ja eh schon nicht billig wenn man frische kauft. ich frag weil ich das irgendwie mal ausprobieren wollte aber dann hab ich mich genau an dem Punkt aufgehängt. keine Ahnung ob das typisch ist oder ob ich da zu viel nachdenke 😅

und @jana_w du läufst Halbmarathon ich auch manchmal - hast du eigentlich vor einem Wettkampf das Konzentrat getrunken oder eh nur so im Training? das würd mich ehrlich interessieren weil ich gelesen hab dass der Timing-Aspekt dabei angeblich wichtig ist, aber ich weiß nicht mehr wo das war, irgendein Sportblatt oder so.

@miramira

Zitat von miramira

wie viel Salz eigentlich??

das ist tatsächlich die erste konkrete Frage in diesem ganzen Thread. Respekt. Meine Mutter hat das immer nach Gefühl gemacht aber die hat das seit 40 Jahren gemacht - da sitzt das irgendwann im Handgelenk. Für jemanden der das zum ersten Mal macht taugt "nach Gefühl" halt nix. 2% klingt mir plausibel wenn ich das mit anderen Einmachsachen vergleiche. Aber ich bin Elektriker, kein Koch - ich würd das einfach abwiegen. Küchenwaage hat doch jeder. 20g Salz auf 1 Liter Wasser, fertig. Dann stimmt die Menge und du hast keine Ausrede wenn's schimmelt. zum Schimmeln: ja das passiert wenn das Gemüse aus der Lake rausschaut. Deswegen das Gewicht. Muss kein Spezialgewicht sein - ein kleineres Glas voll Wasser reicht. Das hab ich schon geschrieben aber für dich nochmal weil du direkt fragst. das mit dem Timing beim Konzentrat weiß ich nicht. Frag @jana_w, die trinkt das ja. Ich hab da keine Meinung weil ich das Zeug nicht trink und auch nicht vorhab damit anzufangen.

Zitat von elvira_k

war eher ein Versuch als eine Gewohnheit geworden

das trifft mich gerade mehr als ich erwartet hätte, ehrlich gesagt. Weil genau das ist ja die Frage die ich mir noch nicht gestellt hab - nicht ob ich es einmal probiere, sondern ob ich mir vorstellen kann das wirklich in den Alltag zu bringen. Und ich weiß die Antwort nicht. @miramira zur Salzfrage: ich hab irgendwo gelesen dass 2% die Standardempfehlung für Gemüsefermentation ist, das war auf einer Seite die sich ziemlich seriös angefühlt hat, aber ich kann dir nicht sagen ob die Quelle gut war. 20g auf 1 Liter klingt nach dem was ms_77 schreibt jedenfalls konsistent. Das würd ich abwiegen, ja. Zum Timing beim Konzentrat - ich trink das ungefähr 2-3 Stunden vor dem Lauf, das hab ich aus einem Podcast den ich nicht mehr vollständig zusammenkriege, da wurde was von einem Sportwissenschaftler zitiert. Ob das wirklich der Unterschied ist oder ob ich mir das einbilde, das weiß ich nicht, das hab ich ja hier schon mal gesagt. Aber genau diese Frage stellt sich mir bei fermentiert genauso - ob ich das dann vor einem Wettkampf essen würde oder eher so im Alltag. Ich mein, fermentierte Rote Beete am Morgen vor einem Halbmarathon klingt für meinen Magen erstmal abenteuerlich.

@jana_w

Zitat von jana_w

fermentierte Rote Beete am Morgen vor einem Halbmarathon

da muss ich lachen. Nein. Das macht man nicht. Das ist der erste vernünftige Satz den du heute geschrieben hast. aber mal ehrlich - du hast gerade selbst gesagt du weißt nicht ob du dir das im Alltag vorstellen kannst. Das ist eigentlich die Antwort auf deine ursprüngliche Frage. Lohnt sich der Aufwand? Kommt drauf an ob du das Ergebnis überhaupt regelmäßig essen willst. Und das weißt du halt noch nicht. draußen fängt's gerade an zu regnen, ich sitz kurz in der Pause - also noch ein Gedanke: du optimierst Timing beim Konzentrat, du überlegst ob Nitrat beim Fermentieren überlebt, du fragst nach Equipment. Dabei hast du noch nie ein Glas selbst angesetzt. Das ist so als würd ich einem Lehrling erklären wie er die perfekte Leitungsführung plant bevor er überhaupt weiß wie man ein Kabel abisoliert. mach das Glas. Iss das Ergebnis. Dann reden wir weiter.

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