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Rote Beete einlegen – lohnt sich das oder ist das auch nur Trend?

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meine Frau hat jetzt also die Tiefkühltruhe mit dem Zeug voll und ich hab mich gefragt was eigentlich mit einlegen ist. klassisch, im Glas, mit Essig. meine Oma hat das früher gemacht, die hatte immer so ein paar Gläser im Keller stehen. das war halt normal, kein Aufsehen, kein Rezept aus dem Internet. jetzt lese ich hier im Forum dauernd von fermentieren. nicht einlegen - fermentieren. mit Salzlake und irgendwelchen Bakterien und man muss auf den richtigen Zeitpunkt achten und so weiter. klingt für mich nach mehr Aufwand als nötig. meine Oma hat das nie fermentiert und die ist 84 und kerngesund. ich will meiner Frau jetzt nicht schon wieder einen neuen Quatsch empfehlen aber ich frag mich ob das klassische Einlegen mit Essig nicht einfach die vernünftige Lösung wäre. Glas sterilisieren Rote Beete rein, Essig drüber, fertig. hält ewig schmeckt man kennt das, kein Hokuspokus. hat hier jemand beides gemacht - also das klassische Einlegen und das Fermentieren? und ist der Unterschied wirklich so groß dass man sich die ganze Fermentier-Sache antut? ich frag weil mein Schwager natürlich sofort sagen wird das fermentierte ist gesünder wegen Probiotika und keine Ahnung was noch. der sagt sowas immer. und dann kauft er irgendwelche Kapseln dazu, da muss ich lachen. mich interessiert das wirklich nur wegen dem Geschmack und weil ich meiner Frau eine praktische Option zeigen will. nicht wegen irgendwelchen Gesundheitsversprechen. das Gemüse selbst ist okay, das hab ich nie bestritten.

@ms_77 ich find das mit deiner Oma eigentlich das stärkste Argument in deinem Post. nicht weil "früher war alles besser" oder sowas, sondern weil das Einlegen mit Essig einfach funktioniert und man weiß was man hat. das Fermentieren klingt für mich auch eher nach was für Leute die gerne basteln - ich mein das nicht abwertend, ich kenn selbst jemanden der da wirklich Spaß dran hat, aber für deine Frau die gerade die Tiefkühltruhe voll hat... schauen wir mal, ob das der richtige Moment ist um noch ein neues Projekt anzufangen. was mich bei deinem Post aber wirklich interessiert: schmeckt das eingelegte Zeug deiner Oma nach irgendwas Bestimmtem? weil ich mir vorstellen kann dass da viel Spielraum ist - ob man Lorbeer reintut, ob der Essig milder oder schärfer ist, ob man Zucker hinzugibt. das ist nämlich was ich nie gecheckt hab, ob das klassische Einlegen überhaupt standardisiert ist oder ob da jede Familie ihr eigenes Ding macht.

Zitat von ms_77

mich interessiert das wirklich nur wegen dem Geschmack

das find ich ehrlich gesagt sympathisch. dein Schwager mit den Kapseln - das kenn ich, da lach ich auch mit. wenn man schon ein echtes Lebensmittel essen kann warum dann noch was dazu schlucken, das erschließt sich mir nie so ganz.

@leni_k ja genau, das mit den Familienrezepten - ich glaub da liegt der Hund begraben. meine Nachbarin macht eingelegte Rote Beete und nimmt Dill rein, bei meiner Mutter war das nie der Fall. beide sagen sie machen es "klassisch" aber es schmeckt total unterschiedlich. hab mich da auch immer gefragt ob ich was falsch mach oder ob das normal ist. was mich aber gerade interessiert: @ms_77 wie lange hält denn das eingelegte Zeug bei deiner Oma? also wirklich, praktisch gesehen. weil wenn man ehrlich ist - Tiefkühltruhe voll bedeutet ja auch dass die Frau das Zeug tatsächlich isst und nicht nur herstellt. und da würde ich wetten dass Einlegen im Glas einfach... länger dauert? vom Ansetzen bis man es essen kann. beim Fermentieren weiß ich auch nicht genau wie lang das geht, aber irgendwie hab ich im Kopf dass man da schneller was hat. könnte aber auch Blödsinn sein. für mich persönlich wäre der entscheidende Punkt: was nerv ich weniger mit anfangen. bei mir daheim ist Rote Beete eher so ein "ab und zu"-Ding, nicht regelmäßig. Saft kauf ich manchmal, aber dass ich jetzt selber was einlegen würde... das sehe ich eher nicht 😅

@leni_bk die Frage mit der Zeit find ich gut, daran hab ich gar nicht gedacht. ich glaub beim klassischen Einlegen mit Essig muss man gar nicht lang warten, oder? also ich hab mal irgendwo gelesen dass das nach ein paar Tagen schon passt, weil der Essig sofort "arbeitet" - beim Fermentieren brauchst du eher eine bis zwei Wochen je nachdem wie warm's ist. aber ich bin da wirklich kein Experte das ist nur so ein halbgares Wissen das ich irgendwo aufgeschnappt hab. was mich bei deinem Kommentar aber mehr triggert: das "ab und zu"-Ding. ich glaub genau da liegt der Unterschied ob sich Einlegen überhaupt lohnt. wenn ich Rote Beete nur alle zwei Wochen mal anrühre, dann ist ein Glas im Keller vielleicht sogar praktischer als Tiefkühlen - weil ich nicht extra auftauen muss sondern einfach aufmach und nehm was ich brauch. @ms_77 das wäre vielleicht auch für deine Frau ein Argument, je nachdem wie sie das Gemüse eigentlich verwendet. ich muss ehrlich sagen ich hab selbst noch nie was eingelegt. gar nichts, nicht nur Rote Beete. das ist irgendwie so eine Schwelle die ich noch nicht überschritten hab, keine Ahnung warum.

@leni_k haha ja, genau das ist auch mein Problem. ich hab auch noch nie was eingeleget und ich glaub der Grund ist dass ich mir selbst zu faul dafür bin 😅 aber deine Logik mit dem Glas im Keller macht mir gerade Sinn. also wenn man wirklich nur alle paar Wochen mal ne Portion braucht statt einfach die ganze Packung aufzutauen... das könnte tatsächlich praktischer sein. aber ehrlich gesagt frag ich mich gerade ob das nicht auch total davon abhängt wie die Frau von ms_77 das Zeug überhaupt nutzt. isst sie das als Beilage, als Salat, im Smoothie? weil beim Saft zum Beispiel - den kauf ich mir ja auch gelegentlich und da würde Einlegen im Glas null Sinn machen. aber wenn sie Rote Beete zB regelmäßig ins Essen schnippelt dann ja, warum nicht. was mich gerade aber wirklich beschäftigt ist -

Zitat von leni_k

beim klassischen Einlegen mit Essig muss man gar nicht lang warten

- stimmt das wirklich? also dass man da schon nach paar Tagen zugreifen kann? weil wenn das so ist dann hätte das Einlegen ja sogar nen Vorteil gegenüber Fermentieren. weniger Geduld nötig. das würde zumindest erklären warum die Omas das gemacht haben - kein Hokuspokus, schnell verfügbar. kann das einer bestätigen oder spreche ich jetzt auch Quatsch?

@leni_bk zur Frage ob das wirklich so schnell geht - ich hab meine Frau vorhin gefragt. sie sagt bei ihrer Mutter war das immer mindestens eine Woche im Glas bevor mans angerührt hat. also nicht paar Tage. aber sie meinte auch das kommt drauf an wie dick man die Scheiben schneidet. dünner geschnitten zieht schneller durch. klingt logisch ist halt wie bei allem - mehr Oberfläche, schneller fertig. das würd ich auch als Elektriker so unterschreiben. was mich aber an dem ganzen Thread-Verlauf grad mehr beschäftigt: niemand hat eigentlich gesagt ob das Einlegen den Geschmack grundsätzlich verändert oder ob man noch was rausschmeckt von dem Gemüse selbst. weil wenn das am Ende nur nach Essig schmeckt dann kann ich das auch lassen. meine Frau mag das Erdige an der Roten Beete, die will das nicht wegmarinieren. und ich glaub genau da entscheidet sich ob Einlegen für uns Sinn macht oder nicht. nicht die Haltbarkeit, nicht ob man zwei oder zehn Tage wartet. was ich meiner Frau auf keinen Fall sage ist dass sie jetzt auch noch anfangen soll zu fermentieren. die Tiefkühltruhe ist schon voll, das reicht erstmal.

@ms_77 der Punkt mit dem Erdigen ist eigentlich der interessanteste den hier jemand gemacht hat. weil das stimmt - ich kenn Rote Beete aus dem Glas vom Supermarkt und die schmeckt halt nach Essig und wenig sonst. ob das dann noch das gleiche Gemüse ist, naja.

Zitat von ms_77

ob das Einlegen den Geschmack grundsätzlich verändert

ich glaub das hängt wirklich stark vom Essig ab. also milder Apfelessig vs. scharfer Weinessig - das ist wahrscheinlich nicht dasselbe Ergebnis. und wie viel Zucker man dazu gibt. wenn deine Frau das Erdige mag, vielleicht wäre das die Frage für sie: was will sie eigentlich konservieren - den Geschmack oder das Gemüse. weil Tiefkühlen erhält ja den ursprünglichen Geschmack eher, Einlegen verändert ihn halt. ich hab das letztens mit Kürbis so erlebt, also nicht einlegen aber anders zubereitet und plötzlich war das was komplett anderes. manchmal ist das gut, manchmal nicht. was ich ehrlich nicht weiß - ob man beim Einlegen irgendwie steuern kann wie stark der Essig durchzieht. also ob man das nach einer Woche noch milder hinbekommt als nach drei Wochen oder ob das irgendwann ein Plateau erreicht.

@leni_k

Zitat von leni_k

ob man das nach einer Woche noch milder hinbekommt als nach drei Wochen

das ist eigentlich ne gute Frage. ich würde sagen ja, irgendwann zieht das durch und dann ist fertig. wie wenn du Kabel in Harzkleber einbettest - nach nem Tag noch weich, nach nem Monat ist das Ding steinhart und da änderst du nix mehr. ob das bei Essig genau so ist weiß ich nicht aber der Gedanke macht Sinn. was mich jetzt aber eigentlich mehr beschäftigt: wenn meine Frau das Erdige mag, wäre Milchsäuregärung vielleicht sogar näher dran als Essig. weil das verändert den Geschmack ja anders - nicht so säuerlich-scharf sondern eher... runder? hab ich irgendwo im Thread aufgeschnappt. das würd ich ihr nie laut sagen weil das dann automatisch bedeutet sie fängt mit Fermentieren an und dann brauchen wir wieder irgendein neues Gärtopf-Set-Wunderteil aus dem Internet das dreißig Euro kostet. das ist das Problem mit solchen Gesprächen. du fragst einmal nach und bist plötzlich Mitschuldiger wenn der Amazon-Karton kommt.

@ms_77 haha das mit dem Amazon-Karton hat mich gerade zum Lachen gebracht, weil ich das kenne. man fragt einmal "wie macht man das eigentlich" und plötzlich hat man eine komplette Fermentier-Ausrüstung im Regal stehen die man kein zweites Mal nutzt. aber zu deinem Punkt mit der Milchsäuregärung -

Zitat von ms_77

das verändert den Geschmack ja anders - nicht so säuerlich-scharf sondern eher... runder

- das ist interessant. also wenn das wirklich weniger aggressiv ist als Essig könnte ich mir vorstellen dass deine Frau das lieber mag. nur... braucht man da auch so spezielle Gläser oder kann man das in normalen Marmeladengläsern machen? weil das ist für mich immer so eine Hürde, wenn ich erst noch Equipment kaufen muss. beim klassischen Einlegen brauchst du ja quasi nix außer dem Glas das du eh im Haushalt hast. was mich gerade aber auch beschäftigt - wenn das Tiefgefrorene bei ihr eh funktioniert und sie zufrieden ist... warum überhaupt umstellen? ich mein das nicht böse gemeint, aber manchmal liest man im Forum so viel über "bessere" Methoden dass man vergisst dass das alte Ding auch einfach... okay ist. bei mir daheim ist das ähnlich - ich kauf den Saft trink ihn, fertig. meine Kolleginnen reden andauernd vom Fermentieren und ich nicke immer brav mit aber ehrlich gesagt... 😅

Zitat von leni_bkwarum überhaupt umstellen

ja genau das. das frag ich mich auch. die Truhe ist voll das läuft, warum fang ich hier im Forum an und frage nach Alternativen. keine Ahnung. wahrscheinlich weil mein Schwager wieder mal was gesagt hat und ich dann grübel. was mich an deinem Beitrag aber wirklich interessiert ist die Frage mit den Gläsern. ich mein - wir haben hier bestimmt zwanzig alte Marmeladengläser im Keller. Schraubverschlüsse, die rosten nicht, die halten dicht. wenn man da kein Spezialgerät braucht dann ist das ja eigentlich kein Aufwand. beim Einlegen mit Essig sowieso nicht, das ist ja wirklich nur: kochen, abfüllen, Deckel zu. das kann meine Frau im Halbschlaf. ob sie's will ist ne andere Frage. was mich gerade aufgeht: das Problem ist gar nicht die Methode. das Problem ist dass die Truhe schon voll ist und irgendwann muss das Zeug ja auch mal aufgegessen werden. ob eingelegt oder nicht - die Menge bleibt dieselbe. irgendwie hab ich das Gefühl wir diskutieren hier übers Verpacken während das eigentliche Thema ist ob meine Frau überhaupt so viel Rote Beete braucht dass sie die Truhe damit zupflastert. aber das sag ich ihr nicht. das sag ich hier. Edit: und ja, bevor das wieder kommt - ich weiß dass ich das Problem auch einfach mit meiner Frau absprechen könnte statt hier rumzufragen. aber manchmal ist es einfacher erst mal mit Fremden zu reden.

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