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Rote Beete einlegen – Essig oder Lake, was macht ihr so?

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@jana_w das mit den Notizen ist wirklich ein guter Punkt, sowas Praktisches hätte ich dir selbst raten sollen. Ich muss ehrlich sagen, ich schreibe da gar nichts auf, aber das liegt auch daran dass ich meine Beeten immer zur gleichen Zeit anlege - irgendwann im September wenn die Ernte reinkommt. Da kenne ich meine Bedingungen im Keller schon in- und auswendig. Aber was mich bei deinem letzten Satz wirklich zum Nachdenken bringt: diese Idee mit der Temperatur als absichtliches Werkzeug nutzen. Das habe ich noch nie so gedacht. Bei mir ist es bisher einfach so gelaufen - Keller ist kühl, fertig. Aber wenn ich das mal umgekehrt sehe, also: im Winter könnte ich die Gläser vielleicht auch oben in der warmen Stube stehen lassen wenn ich schneller zu einem Ergebnis kommen will? Das wäre interessant. Obwohl ich mich fragen würde ob das nicht auch schneller kippt wenn es zu warm wird, aber das ist jetzt reine Spekulation von mir. @rotebeete_fan für dich würde ich sagen: fang wirklich einfach an, und mach es so wie es sich für dich anfühlt. Ob Keller oder Küche, ob du täglich reinschaust oder nicht - das Wichtigste bleibt dass die Beete unter Wasser bleiben. Alles andere lernt man dann beim Machen. Und ehrlich gesagt, wenn dein erstes Glas nicht perfekt wird, ist das kein Drama. Das zweite wird besser weil du dann weißt wie es sich anfühlt und riecht.

@elvira_k die Sache mit "zu warm und kippt schneller" - ich glaub da ist was dran aber ich hab mal irgendwo gelesen dass ab etwa 28 Grad aufwärts die Milchsäurebakterien wirklich unter Stress geraten. Meine Küche im August war manchmal schon grenzwertig, und mein zweiter Ansatz, der mit dem Kahmpilz, war tatsächlich mein wärmster. Ob das der Grund war, weiß ich nicht sicher, aber der Zusammenhang liegt nah. Was mich aber gerade bei deinem letzten Beitrag mehr beschäftigt: du sagst "anfühlen" und "wie es sich anfühlt und riecht" - und ich glaub das ist eigentlich das, was man Anfängern am schwersten vermitteln kann. Das ist kein Wissen das man lesen kann, das ist echt Erfahrungswissen. Ich hab das ehrlich gesagt erst beim dritten Mal wirklich verstanden nicht beim Lesen von irgendwelchen Blogs. draußen wird's schon wieder grauer, September halt. @rotebeete_fan ich würde dir noch einen Tipp geben den ich selbst gerne früher gehabt hätte: mach für den ersten Versuch wirklich kleine Mengen. Nicht gleich das ganze Glas vollmachen und dann drei Wochen warten. Ein halbes Glas reicht komplett, und wenn es nix wird, ist der Verlust überschaubar. Das klingt offensichtlich aber ich hab beim ersten Mal irgendwie gedacht mehr ist sicherer, keine Ahnung warum.

Zitat von jana_w

mach für den ersten Versuch wirklich kleine Mengen

- da stimme ich dir hundertprozentig zu, wobei ich zugeben muss dass ich das selbst aus purer Faulheit so mache und nicht aus pädagogischen Gründen. Bei mir landet einfach immer nur das übrig, was ich nicht sofort verarbeitet habe. Aber was mich bei deinem ganzen letzten Beitrag eigentlich mehr beschäftigt ist diese Geschichte mit 28 Grad und den Bakterien unter Stress. Das klingt plausibel, aber ehrlich gesagt - das ist genau der Punkt wo ich dann wieder skeptisch werde. Weil wenn ich anfange mir solche Grenzen zu merken und zu berechnen, dann bin ich wieder im gleichen Kopfkino wie am Anfang, dass alles wissenschaftlich perfekt sein muss. Und das war ja gerade das Problem das mich abhielt. Der Hausarzt hat mir mal gesagt, Menschen haben Jahrtausende fermentiert ohne Thermometer, und es funktioniert einfach. Natürlich, nicht immer perfekt, aber robust genug. @rotebeete_fan ich wollte dir nur noch mitgeben - lass dich von all diesen Details nicht abschrecken. Mach dein erstes Glas, stell es irgendwo hin wo du es nicht ständig im Weg hast, und schau in zwei Wochen nach. Das reicht völlig. Jana hat Recht dass die Erfahrung nicht aus Lesen kommt, aber das heißt auch: du musst da gar nicht alles vorher wissen. Der Fehler ist der beste Lehrer und bei Salzlake passiert wirklich nicht viel Schlimmes wenn es danebengehen sollte.

@elvira_k ich versteh deinen Punkt mit dem Kopfkino, ehrlich gesagt. Aber ich glaub da ist ein Unterschied zwischen "ich rechne Prozente und messe Temperaturen weil ich Angst hab" und "ich hab mal mitbekommen dass 28 Grad grenzwertig sind und behalte das irgendwo im Hinterkopf". Das zweite ist kein Stress, das ist einfach ein Datenpunkt mehr. Was mich bei deinem letzten Satz aber wirklich packt - "lass es irgendwo stehen wo es nicht ständig im Weg ist". Das klingt entspannt, und ich versteh das, aber ich glaub genau da liegt der Unterschied zwischen Fermentieren als reiner Konservierungsmethode und Fermentieren als Sache die man wirklich verstehen will. Das eine ist Ziel, das andere ist Prozess. Beides ist okay, ich mein ich will niemandem vorschreiben wie intensiv man sich damit beschäftigen soll. Und für @rotebeete_fan noch ein Gedanke den ich hier noch gar nicht gelesen hab: überleg mal ob du die Rote Beete vor dem Einlegen roh lässt oder kurz blanchierst. Ich hab beides probiert - roh fermentiert braucht länger und bleibt länger bissfest, vorgekochtes wird schneller weich in der Lake. Das ist kein Qualitätsunterschied, nur ein anderes Ergebnis. Wenn dein Mann also sowieso Biss mag wäre roh fermentieren vielleicht der interessantere Versuch als der Klassiker.

Zitat von jana_w

überleg mal ob du die Rote Beete vor dem Einlegen roh lässt oder kurz blanchierst

Das ist tatsächlich ein guter Punkt den ich noch gar nicht erwähnt habe. Bei mir im Garten mache ich das immer roh, einfach weil ich die Beeten direkt nach der Ernte verarbeite und mir das Vorkoche-Schritt spart. Aber jetzt wo du das sagst, frage ich mich ob das vielleicht auch ein Grund ist warum meine Fermente manchmal länger brauchen bis sie mir geschmacklich "reif" genug sind. Wenn die Beete noch hart ist, muss sich da einfach mehr tun in der Lake. @rotebeete_fan was ich noch sagen wollte zu deinem eigentlichen Problem mit dem eingefrorenen Gemüse - ich glaube da bist du mit deinem Mann nicht allein. Bei mir früher war das auch so, ich habe das dann irgendwann einfach akzeptiert dass eingefrorene Beete anders sind als frische. Mein Mann aß die dann halt nur in Suppe oder als Zutat wo die Textur weniger auffällt, nicht pur. Das mit dem anrösten klingt Jana zwar interessant, aber ich bin da ehrlich skeptisch ob das bei Rote Beete genauso gut funktioniert wie bei anderen Sachen. Das Gemüse ist ja nach dem Auftauen schon ziemlich geschwächt. Aber wenn deine Ernte dieses Jahr so üppig ausfällt wie du sagst - vielleicht versuchst du einfach mehr einzulegen statt einzufrieren? Die fermentierte Variante hält sich im Keller monatelang und hat nachher noch Biss. Das wäre doch auch eine Lösung für deinen Mann.

Zitat von elvira_k

fermentierte Variante hält sich im Keller monatelang und hat nachher noch Biss

ja das stimmt, aber ich würd das nicht so pauschal sagen - "monatelang" hängt wirklich stark davon ab wie sauer das Ferment am Ende ist und wie kühl der Keller. Meins vom letzten September hat bis Februar gehalten danach war es mir zu intensiv. Nicht schlecht, nur sehr. Aber das ist ein Geschmacksding, keine Verderbnis. Was mich an elvira_ks letztem Beitrag aber eigentlich mehr beschäftigt als die Haltbarkeitsfrage: dieser Tipp an @rotebeete_fan, die aufgetaute Beete einfach nur noch in Suppe zu verwenden. Ich versteh die Pragmatik dahinter, ehrlich gesagt - aber das ist doch irgendwie die Niederlage-Variante? Ich mein wenn der Mann Biss mag und man das Einfrieren trotzdem machen will, dann finde ich es interessanter das Problem anzugehen statt drum rumzuarbeiten. Was ich noch nicht erwähnt hab und was mir gerade einfällt: hat @rotebeete_fan eigentlich geschrieben was für eine Sorte sie anbaut? Weil ich hab irgendwann in nem Gartenforum gelesen dass die Chioggia-Variante nach dem Einfrieren deutlich besser Textur hält als die klassische dunkelrote. Ich hab das nie selbst verglichen weil ich immer nur die klassische bekomme, aber das wäre für jemanden mit Garten ja eigentlich der erste Hebel bevor man überhaupt anfängt mit Techniken rumzuprobieren.

@jana_w das mit der Chioggia-Sorte, das hat mich jetzt wirklich erwischt. Ich kenn die von den Gläsern die meine Nachbarin mal mitgebracht hat, diese hübschen mit den Ringen - aber ich hätt nie gedacht dass die sich auch beim Einfrieren anders verhält. Hast du dazu noch irgendwas gefunden in dem Gartenforum, oder war das nur so ein einzelner Kommentar? Weil wenn das wirklich was dran ist wäre das für @rotebeete_fan ja tatsächlich der einfachste Hebel überhaupt, noch bevor man anfängt mit Technik. Und was mich bei dem ganzen Thread hier gerade beschäftigt: ihr redet viel über Fermentieren und Einfrieren, aber das klassische Einlegen mit Essig ist ja fast schon untergegangen. Mei, ich will das jetzt nicht schlechtreden, ich find die fermentierten Varianten auch interessant. Aber ich denk mir - gerade wenn man zum ersten Mal anfängt - der Essig verzeiht einfach mehr Fehler. Den Geschmack kennt man, man weiß wie es aussehen soll, und wenn was komisch ist merkt man das sofort. Das ist kein Rückschritt, das ist ein guter Einstieg bevor man dann mit Salzlake experimentiert. Ich hab meinen ersten Fermentier-Versuch übrigens auch nicht mit Rote Beete gemacht sondern mit Karotten, weil mir das weniger schade vorkam wenn was schiefgeht. Vielleicht wäre das für @rotebeete_fan auch ne Überlegung wert, erst mal mit was Günstigerem üben bevor die selbst gezogene Ernte dran glauben muss.

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Wer gut isst lebt besser – meine Oma hatte immer recht.

Zitat von jana_w

die Chioggia-Variante nach dem Einfrieren deutlich besser Textur hält

das interessiert mich wirklich weil ich die Chioggia tatsächlich schon mal im Garten hatte - vor drei Jahren, als Versuch. Ich hab die aber damals nur frisch gegessen wegen der schönen Ringe, und nie auf die Idee gekommen die einzufrieren oder einzulegen. Wenn da wirklich ein Unterschied ist, wäre das ein Grund die nächste Saison mal gezielt umzuplanen. @marianne_hf den Punkt mit den Karotten als Übungsgemüse finde ich eigentlich gar nicht schlecht. Ich hätt das jetzt nicht so gesehen, weil ich ja mit Rote Beete aufgewachsen bin und sie gut kenne - aber du hast recht, wenn was schiefgeht mit der selbst gezogenen Ernte, dann ärgert man sich doppelt. Karotten hab ich hier immer im Keller, das wäre kein Verlust. Was mich aber gerade noch durch den Kopf geht: @jana_w du hast erwähnt dass dein Ferment vom letzten September bis Februar gehalten hat und danach zu intensiv war. Mein Mann ist ehrlich gesagt kein Freund von sehr intensiven Sachen, der mag lieber mild. Würde das heißen ich sollte das Glas einfach früher aufmachen und verbrauchen, bevor es zu weit geht? Oder kann man das irgendwie bremsen, zum Beispiel indem man es dann doch in den Kühlschrank stellt?

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Selbstgemacht schmeckt's immer besser 🥰

@rotebeete_fan ja, Kühlschrank bremst das wirklich - das ist eigentlich der einfachste Hebel den es gibt. Die Fermentation läuft bei 4-6 Grad fast komplett zum Stillstand, also wenn dir der Geschmack an Tag 8 oder so passt, einfach rein damit. Das hab ich bei meinem dritten Ansatz jetzt auch so geplant, weil ich letztes Jahr eben gemerkt hab dass mir das Januarferment schon zu heftig war. Aber was ich bei deiner Frage interessanter finde als die Kühlschranksache: du sagst dein Mann mag lieber mild. Ich mein, dann wäre Fermentieren für euch vielleicht sowieso nicht das Hauptprojekt - weil selbst ein junges Ferment hat diese Säurenote die man entweder mag oder nicht. Das ist kein Fehler, das ist einfach was es ist. Der Essigansatz deiner Mutter, den du am Anfang beschrieben hast, ist für jemanden der mild mag eigentlich die ehrlichere Wahl. Man kann mit Apfelessig statt Weißweinessig arbeiten, das gibt nochmal eine weichere Säure - das hab ich mal bei ner Freundin probiert die auch kein Fan von scharfem Essiggeschmack ist, fand ich überraschend gut. Was mich beim Chioggia-Punkt nochmal interessiert - @marianne_hf hat gefragt ob das nur ein einzelner Kommentar war, und ehrlich gesagt: ja, ich glaub schon. Ich hab das nicht nochmal verifiziert, das muss ich zugeben. Also das würd ich jetzt nicht als gesichert behandeln sondern eher als Ansatz zum selbst ausprobieren wenn du die Sorte sowieso schon im Garten hattest.

@jana_w okay, das mit dem Apfelessig hat mich jetzt wirklich erwischt. Das hab ich so noch nie probiert, immer nur den normalen Weißweinessig genommen wie meine Mutter. Mein Mann mag ja tatsächlich lieber milde Sachen - der trinkt auch seinen Kaffee immer mit viel Milch, der ist generell kein Freund von scharf oder intensiv. Vielleicht ist das wirklich der einfachere Weg für uns als das ganze Fermentier-Experiment.

Zitat von jana_w

das würd ich jetzt nicht als gesichert behandeln sondern eher als Ansatz zum selbst ausprobieren

das ist fair, danke dass du das nochmal klargestellt hast. Ich hab kurz überlegt ob ich die Chioggia nächstes Jahr gezielt für einen Vergleich anbaue - also ein Beet klassische dunkelrote, ein Beet Chioggia, und dann wirklich beide einfrieren und testen. Mein Mann würde das wahrscheinlich gut finden, der mag solche Versuche. Aber erst mal muss ich diese Saison hier irgendwie sinnvoll verarbeiten. Was mich gerade noch beschäftigt und was ich hier noch gar nicht gefragt hab: wenn ich mit Apfelessig einlege statt Weißweinessig - verändert sich dann auch die Haltbarkeit? Oder bleibt das gleich weil der Säuregehalt ähnlich ist? Das weiß ich nämlich wirklich nicht, und ich will nicht riskieren dass die Gläser nicht bis zum Winter halten.

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Selbstgemacht schmeckt's immer besser 🥰

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