Rote Beete einlegen – Essig oder Lake, was dominiert am Ende wirklich?
Zitat von markus_hh88 am August 12, 2026, 23:32 UhrIch habe das Wochenende genutzt und zum ersten Mal selbst Rote Beete eingelegt, also klassisch, mit Essigmarinade. Rezept war simpel: Apfelessig, etwas Zucker, Salz, Lorbeer, Piment. Die Knollen vorher gekocht, abgezogen, in Scheiben, Gläser sterilisiert - der ganze Ablauf hat gut funktioniert. Jetzt nach drei Tagen im Kühlschrank habe ich eines der Gläser geöffnet und war ehrlich gesagt zwiegespalten. Der Essig übernimmt ziemlich komplett, das Eigenartige der Roten Beete - dieser leicht erdige Unterton, den ich bei roh oder nur gekocht noch gut rausschmecke - ist fast weg. Was bleibt, ist eher eine süßsaure Scheibe mit Roter-Beete-Farbe. Ich frage mich jetzt, ob das Absicht ist. Ich meine: traditionell eingelegt ist das halt so, das kennt man aus dem Supermarktregal. Aber wenn ich das selbst mache und dabei den Geschmack des Gemüses behalten will, ist Essig dann das falsche Mittel? Ich habe gelesen, dass manche Leute eine reine Salzlake nehmen, also ohne Essig, eher in Richtung Fermentation - aber das ist dann ja schon ein anderes Verfahren. Jemand hier im Thread hatte das mal erwähnt. Ergebnisse von fermentierten Ansätzen scheinen deutlich komplexer zu schmecken, aber auch unberechenbarer in der Textur. Mich würde interessieren, ob jemand beides wirklich nebeneinander ausprobiert hat - Essigmarinade vs. Salzlake - und einen klaren Eindruck hat, welches Verfahren mehr vom Gemüse selbst übrig lässt. Ich vermute, die Antwort ist: Salzlake, aber ich will das nicht einfach annehmen ohne Gegencheck von jemandem der das öfter macht. Und ja, die Küche sieht aus wie ein Tatort. Das Handschuhproblem ist gelöst, das Schneidebrett leider nicht.
Ich habe das Wochenende genutzt und zum ersten Mal selbst Rote Beete eingelegt, also klassisch, mit Essigmarinade. Rezept war simpel: Apfelessig, etwas Zucker, Salz, Lorbeer, Piment. Die Knollen vorher gekocht, abgezogen, in Scheiben, Gläser sterilisiert - der ganze Ablauf hat gut funktioniert. Jetzt nach drei Tagen im Kühlschrank habe ich eines der Gläser geöffnet und war ehrlich gesagt zwiegespalten. Der Essig übernimmt ziemlich komplett, das Eigenartige der Roten Beete - dieser leicht erdige Unterton, den ich bei roh oder nur gekocht noch gut rausschmecke - ist fast weg. Was bleibt, ist eher eine süßsaure Scheibe mit Roter-Beete-Farbe. Ich frage mich jetzt, ob das Absicht ist. Ich meine: traditionell eingelegt ist das halt so, das kennt man aus dem Supermarktregal. Aber wenn ich das selbst mache und dabei den Geschmack des Gemüses behalten will, ist Essig dann das falsche Mittel? Ich habe gelesen, dass manche Leute eine reine Salzlake nehmen, also ohne Essig, eher in Richtung Fermentation - aber das ist dann ja schon ein anderes Verfahren. Jemand hier im Thread hatte das mal erwähnt. Ergebnisse von fermentierten Ansätzen scheinen deutlich komplexer zu schmecken, aber auch unberechenbarer in der Textur. Mich würde interessieren, ob jemand beides wirklich nebeneinander ausprobiert hat - Essigmarinade vs. Salzlake - und einen klaren Eindruck hat, welches Verfahren mehr vom Gemüse selbst übrig lässt. Ich vermute, die Antwort ist: Salzlake, aber ich will das nicht einfach annehmen ohne Gegencheck von jemandem der das öfter macht. Und ja, die Küche sieht aus wie ein Tatort. Das Handschuhproblem ist gelöst, das Schneidebrett leider nicht.
Zitat von leni_k am August 14, 2026, 02:55 UhrZitat von markus_hh88das Eigenartige der Roten Beete - dieser leicht erdige Unterton
genau das ist eigentlich der Punkt wo ich ins Grübeln komme. ich frag mich nämlich ob das nicht auch eine Frage ist, was man überhaupt will vom Einlegen. also - willst du das Gemüse konservieren und gleichzeitig den Charakter behalten, oder ist das Einlegen eh bewusst eine Transformation? weil beim Essig ist es ja fast so als würde man ein neues Produkt herstellen, das halt zufällig Rote Beete als Basis hat. was ich noch nicht gesehen hab in dem Thread: hat wer mal mit deutlich weniger Essig gearbeitet, also ein niedrigeres Verhältnis Essig zu Wasser, und geschaut ob da mehr von dem Eigengeschmack bleibt? ich könnte mir vorstellen dass man da einen Mittelweg findet, ohne gleich komplett auf Fermentation umzusteigen. meine Hausarztin hat mal erwähnt dass bei fermentierten Sachen die Bekömmlichkeit für manche besser ist aber das ist ein anderes Kapitel. @markus_hh88 das mit dem Schneidebrett - ich hab irgendwann angefangen immer zuerst das Brett mit einem Schuss Speiseöl einzureiben bevor ich Rote Beete drauflege, das hilft tatsächlich ein bisschen. ob es das komplett verhindert, nein. aber besser als vorher. ich komm grad vom Laufen zurück und denk eigentlich schon die ganze Runde drüber nach ob ich das Wochenende auch mal ausprobier - einen Ansatz mit wenig Essig und einen parallel mit Lake, nur so zum direkten Vergleich.
Zitat von markus_hh88das Eigenartige der Roten Beete - dieser leicht erdige Unterton
genau das ist eigentlich der Punkt wo ich ins Grübeln komme. ich frag mich nämlich ob das nicht auch eine Frage ist, was man überhaupt will vom Einlegen. also - willst du das Gemüse konservieren und gleichzeitig den Charakter behalten, oder ist das Einlegen eh bewusst eine Transformation? weil beim Essig ist es ja fast so als würde man ein neues Produkt herstellen, das halt zufällig Rote Beete als Basis hat. was ich noch nicht gesehen hab in dem Thread: hat wer mal mit deutlich weniger Essig gearbeitet, also ein niedrigeres Verhältnis Essig zu Wasser, und geschaut ob da mehr von dem Eigengeschmack bleibt? ich könnte mir vorstellen dass man da einen Mittelweg findet, ohne gleich komplett auf Fermentation umzusteigen. meine Hausarztin hat mal erwähnt dass bei fermentierten Sachen die Bekömmlichkeit für manche besser ist aber das ist ein anderes Kapitel. @markus_hh88 das mit dem Schneidebrett - ich hab irgendwann angefangen immer zuerst das Brett mit einem Schuss Speiseöl einzureiben bevor ich Rote Beete drauflege, das hilft tatsächlich ein bisschen. ob es das komplett verhindert, nein. aber besser als vorher. ich komm grad vom Laufen zurück und denk eigentlich schon die ganze Runde drüber nach ob ich das Wochenende auch mal ausprobier - einen Ansatz mit wenig Essig und einen parallel mit Lake, nur so zum direkten Vergleich.
Zitat von markus_hh88 am August 14, 2026, 10:33 UhrZitat von leni_keinen Ansatz mit wenig Essig und einen parallel mit Lake
Das wäre tatsächlich der sauberste Vergleich, den man machen kann - und ich mein das ernst, nicht ironisch. Der Gedanke mit dem reduzierten Essiganteil ist mir ehrlich gesagt noch nicht so klar durchdacht vorgekommen, obwohl er naheliegend ist. Ich hab bisher immer Rezepte gesehen, die entweder klassisch Essig-lastig sind oder eben komplett auf Fermentation setzen, dieser Zwischenraum wird selten beschrieben. Was mich dabei beschäftigt: der pH-Wert entscheidet ja auch darüber, was mikrobiologisch passiert. Ab einem bestimmten Säuregehalt bist du im sicheren Konservierungsbereich, darunter musst du genauer aufpassen. Ich würd bei einem Niedrig-Essig-Ansatz nicht einfach die Menge halbieren und hoffen - da wäre ich etwas vorsichtiger, weil man dann in einem Bereich landet, der weder richtig konserviert noch wirklich fermentiert. @leni_k der Öl-Tipp fürs Brett klingt plausibel, ich hätte da eher an Salz als Abrasivum gedacht nachher, aber das ist vielleicht auch Geschmackssache beim Putzen. Mein Brett ist schon leicht rosa und ich hab akzeptiert dass das jetzt so ist. Was mich wirklich interessieren würde beim Parallelansatz: ob die Textur nach zwei Wochen noch vergleichbar ist. Salzlake-Fermente werden oft weicher als man denkt, Essigmarinade hält die Scheiben meistens fester. Das ist auch ein Faktor, wenn man das z.B. auf einem Salat will und keine matschige Scheibe.
Zitat von leni_keinen Ansatz mit wenig Essig und einen parallel mit Lake
Das wäre tatsächlich der sauberste Vergleich, den man machen kann - und ich mein das ernst, nicht ironisch. Der Gedanke mit dem reduzierten Essiganteil ist mir ehrlich gesagt noch nicht so klar durchdacht vorgekommen, obwohl er naheliegend ist. Ich hab bisher immer Rezepte gesehen, die entweder klassisch Essig-lastig sind oder eben komplett auf Fermentation setzen, dieser Zwischenraum wird selten beschrieben. Was mich dabei beschäftigt: der pH-Wert entscheidet ja auch darüber, was mikrobiologisch passiert. Ab einem bestimmten Säuregehalt bist du im sicheren Konservierungsbereich, darunter musst du genauer aufpassen. Ich würd bei einem Niedrig-Essig-Ansatz nicht einfach die Menge halbieren und hoffen - da wäre ich etwas vorsichtiger, weil man dann in einem Bereich landet, der weder richtig konserviert noch wirklich fermentiert. @leni_k der Öl-Tipp fürs Brett klingt plausibel, ich hätte da eher an Salz als Abrasivum gedacht nachher, aber das ist vielleicht auch Geschmackssache beim Putzen. Mein Brett ist schon leicht rosa und ich hab akzeptiert dass das jetzt so ist. Was mich wirklich interessieren würde beim Parallelansatz: ob die Textur nach zwei Wochen noch vergleichbar ist. Salzlake-Fermente werden oft weicher als man denkt, Essigmarinade hält die Scheiben meistens fester. Das ist auch ein Faktor, wenn man das z.B. auf einem Salat will und keine matschige Scheibe.
Zitat von leni_k am August 16, 2026, 20:38 UhrZitat von markus_hh88Salzlake-Fermente werden oft weicher als man denkt
das stimmt, und das ist eigentlich der Punkt der mich grad mehr beschäftigt als der Geschmack. ich hab neulich bei einer Kollegin fermentierte Rote Beete probiert, die sie selbst gemacht hat - nach ungefähr zehn Tagen angesetzt - und die Textur war wirklich an der Grenze. noch essbar aber halt nicht mehr das was ich mir auf einem Salat vorstelle. eher was für eine Suppe oder pürriert. @markus_hh88 der pH-Einwand ist berechtigt, das hab ich mir ehrlich gesagt nicht so genau überlegt. also der Zwischenbereich mit halbiertem Essig klingt dann doch riskanter als ich dachte. ich bin kein Chemielabor, ich will eigentlich einfach zwei Gläser machen und schauen was passiert - aber nicht auf Kosten von irgendwas das dann drei Wochen steht und fragwürdig wird. vielleicht ist die realistischere Frage: wie lange hält ein Fermentierter Ansatz bei dir im Kühlschrank wirklich, wenn du ihn einmal öffnest? weil das wäre für mich der entscheidende Faktor. ich mach nicht zehn Gläser auf einmal, ich brauch was das ich auch allein wegbringe ohne dass die Hälfte schimmelt bevor ich dazukomm.
Zitat von markus_hh88Salzlake-Fermente werden oft weicher als man denkt
das stimmt, und das ist eigentlich der Punkt der mich grad mehr beschäftigt als der Geschmack. ich hab neulich bei einer Kollegin fermentierte Rote Beete probiert, die sie selbst gemacht hat - nach ungefähr zehn Tagen angesetzt - und die Textur war wirklich an der Grenze. noch essbar aber halt nicht mehr das was ich mir auf einem Salat vorstelle. eher was für eine Suppe oder pürriert. @markus_hh88 der pH-Einwand ist berechtigt, das hab ich mir ehrlich gesagt nicht so genau überlegt. also der Zwischenbereich mit halbiertem Essig klingt dann doch riskanter als ich dachte. ich bin kein Chemielabor, ich will eigentlich einfach zwei Gläser machen und schauen was passiert - aber nicht auf Kosten von irgendwas das dann drei Wochen steht und fragwürdig wird. vielleicht ist die realistischere Frage: wie lange hält ein Fermentierter Ansatz bei dir im Kühlschrank wirklich, wenn du ihn einmal öffnest? weil das wäre für mich der entscheidende Faktor. ich mach nicht zehn Gläser auf einmal, ich brauch was das ich auch allein wegbringe ohne dass die Hälfte schimmelt bevor ich dazukomm.
Zitat von elvira_k am August 18, 2026, 09:16 UhrZitat von leni_kwie lange hält ein Fermentierter Ansatz bei dir im Kühlschrank wirklich, wenn du ihn einmal öffnest
. Das ist tatsächlich die entscheidende Frage, die ich mir selbst auch stelle. Bei mir im Garten habe ich diesen Sommer das erste Mal fermentierte Beete gemacht, ganz experimentell, und ehrlich gesagt war ich überrascht wie lange die halten. Ich hab ein kleineres Glas, vielleicht 400ml, und das steht jetzt seit drei Wochen bei mir im Kühlschrank. Immer wenn ich einen Löffel voll rausnehme mach ich es sofort wieder zu. Bisher kein Schimmel, keine Verfärbung oben, das Zeug sieht immer noch gut aus. Aber. Und da gebe ich dir recht. Die Textur verändert sich mit der Zeit, je länger es steht. Nach zwei Wochen waren mir die Scheiben schon zu weich geworden, da habe ich angefangen sie eher zu den Suppen zu geben oder klein zu hacken. Was mich aber verwundert: mein Hausarzt hat mir ja zur Roten Beete geraten, und die fermentierte Version soll ja noch besser für die Verdauung sein, wie ich gelesen habe. Also könnte ich mir vorstellen, dass die etwas weichere Konsistenz am Ende gar nicht das Problem ist, sondern eher egal. Wenn ich sie sowieso in die Suppe gebe oder püriere, dann spielt das ja keine Rolle. Die Frage ist eher, ob du überhaupt Lust hast auf diesen Umweg. Einmal öffnen pro Woche, immer schön sauber arbeiten. Das ist schon eine andere Hausnummer als ein Glas Essigmarinade, wo du einfach zugreifst.
Zitat von leni_kwie lange hält ein Fermentierter Ansatz bei dir im Kühlschrank wirklich, wenn du ihn einmal öffnest
. Das ist tatsächlich die entscheidende Frage, die ich mir selbst auch stelle. Bei mir im Garten habe ich diesen Sommer das erste Mal fermentierte Beete gemacht, ganz experimentell, und ehrlich gesagt war ich überrascht wie lange die halten. Ich hab ein kleineres Glas, vielleicht 400ml, und das steht jetzt seit drei Wochen bei mir im Kühlschrank. Immer wenn ich einen Löffel voll rausnehme mach ich es sofort wieder zu. Bisher kein Schimmel, keine Verfärbung oben, das Zeug sieht immer noch gut aus. Aber. Und da gebe ich dir recht. Die Textur verändert sich mit der Zeit, je länger es steht. Nach zwei Wochen waren mir die Scheiben schon zu weich geworden, da habe ich angefangen sie eher zu den Suppen zu geben oder klein zu hacken. Was mich aber verwundert: mein Hausarzt hat mir ja zur Roten Beete geraten, und die fermentierte Version soll ja noch besser für die Verdauung sein, wie ich gelesen habe. Also könnte ich mir vorstellen, dass die etwas weichere Konsistenz am Ende gar nicht das Problem ist, sondern eher egal. Wenn ich sie sowieso in die Suppe gebe oder püriere, dann spielt das ja keine Rolle. Die Frage ist eher, ob du überhaupt Lust hast auf diesen Umweg. Einmal öffnen pro Woche, immer schön sauber arbeiten. Das ist schon eine andere Hausnummer als ein Glas Essigmarinade, wo du einfach zugreifst.
Zitat von markus_hh88 am September 1, 2026, 02:21 Uhrkleines Update von mir, weil ich das Wochenende genutzt hab um tatsächlich einen Fermentansatz anzusetzen - parallel zur Essigvariante vom letzten Mal, wie @leni_k es vorgeschlagen hatte.
Zitat von elvira_kimmer schön sauber arbeiten
Das ist der Punkt, den ich unterschätzt hatte. Nicht im Sinne von Hygiene, das ist klar. Sondern im Sinne von: bei der Essigvariante greifst du rein, nimmst was du brauchst, machst zu. Beim Ferment hat man plötzlich dieses Ritual - sauberes Besteck, Lake prüfen, Deckel schnell wieder drauf. Das ist ein anderer mentaler Aufwand. Für mich persönlich kein Problem, aber ich kann mir vorstellen dass das für die meisten Leute der eigentliche Abbruchpunkt ist, nicht der Geschmack. Was mich nach den ersten vier Tagen meines Ansatzes mehr beschäftigt als erwartet: die Menge Flüssigkeit, die sich bildet. Ich hab die Scheiben mit Salz eingerieben, etwas Wasser dazu, und nach zwei Tagen war deutlich mehr Lake im Glas als vorher. Das kenne ich vom Sauerkraut, hab ich aber bei Roter Beete nicht so ausgeprägt erwartet. Die Scheiben sehen noch fest aus - mal schauen ob das in Woche zwei noch so ist. @elvira_k deine Einschätzung mit dem Pürieren oder der Suppe als Ausweg klingt pragmatisch. Ich hab das heute Morgen auf dem Weg zur Praxis kurz weitergedacht - vielleicht ist das Ferment einfach kein Salat-Zulieferer, sondern eher eine Basis für was anderes. Das wäre dann aber schon eine andere Erwartungshaltung von Anfang an.
kleines Update von mir, weil ich das Wochenende genutzt hab um tatsächlich einen Fermentansatz anzusetzen - parallel zur Essigvariante vom letzten Mal, wie @leni_k es vorgeschlagen hatte.
Zitat von elvira_kimmer schön sauber arbeiten
Das ist der Punkt, den ich unterschätzt hatte. Nicht im Sinne von Hygiene, das ist klar. Sondern im Sinne von: bei der Essigvariante greifst du rein, nimmst was du brauchst, machst zu. Beim Ferment hat man plötzlich dieses Ritual - sauberes Besteck, Lake prüfen, Deckel schnell wieder drauf. Das ist ein anderer mentaler Aufwand. Für mich persönlich kein Problem, aber ich kann mir vorstellen dass das für die meisten Leute der eigentliche Abbruchpunkt ist, nicht der Geschmack. Was mich nach den ersten vier Tagen meines Ansatzes mehr beschäftigt als erwartet: die Menge Flüssigkeit, die sich bildet. Ich hab die Scheiben mit Salz eingerieben, etwas Wasser dazu, und nach zwei Tagen war deutlich mehr Lake im Glas als vorher. Das kenne ich vom Sauerkraut, hab ich aber bei Roter Beete nicht so ausgeprägt erwartet. Die Scheiben sehen noch fest aus - mal schauen ob das in Woche zwei noch so ist. @elvira_k deine Einschätzung mit dem Pürieren oder der Suppe als Ausweg klingt pragmatisch. Ich hab das heute Morgen auf dem Weg zur Praxis kurz weitergedacht - vielleicht ist das Ferment einfach kein Salat-Zulieferer, sondern eher eine Basis für was anderes. Das wäre dann aber schon eine andere Erwartungshaltung von Anfang an.
Zitat von leni_k am September 1, 2026, 02:50 Uhr@markus_hh88 das mit dem "anderen mentalen Aufwand" trifft eigentlich genau was mich daran schon die ganze Zeit leicht abschreckt. ich bin nicht der Typ der dann wirklich jedes Mal sauberes Besteck rausholt und die Lake checkt, das kenn ich von mir selbst. aber was mich bei deinem Update mehr beschäftigt: du sagst das Ferment ist "kein Salat-Zulieferer" - und ich glaub das ist eine ziemlich gute Neuausrichtung der Erwartung. wenn man das von Anfang an als Zutat für Suppe oder als Pürierbasis einplant, dann ist auch die weicher werdende Textur kein Versagen sondern einfach der Plan. das hab ich mir ehrlich gesagt so noch nicht überlegt. was mich jetzt noch interessiert: hast du beim Fermentansatz irgendwas dazugegeben - Knoblauch, Lorbeer, sonst was - oder wirklich nur Salz und Wasser? weil ich hab das Gefühl dass das Geschmacksprofil davon nochmal ganz anders wird als bei der Essigvariante mit Piment und Lorbeer. und dann wäre der Vergleich eigentlich nicht ganz fair, weil du nicht nur die Methode vergleichst sondern auch die Würzung. ich frag mich grad ob man nicht mal wirklich identisch würzen sollte - also beide Varianten mit denselben Gewürzen - und dann erst schauen was die Methode allein macht. schauen wir mal ob du das noch testest bevor die Saison rum ist
@markus_hh88 das mit dem "anderen mentalen Aufwand" trifft eigentlich genau was mich daran schon die ganze Zeit leicht abschreckt. ich bin nicht der Typ der dann wirklich jedes Mal sauberes Besteck rausholt und die Lake checkt, das kenn ich von mir selbst. aber was mich bei deinem Update mehr beschäftigt: du sagst das Ferment ist "kein Salat-Zulieferer" - und ich glaub das ist eine ziemlich gute Neuausrichtung der Erwartung. wenn man das von Anfang an als Zutat für Suppe oder als Pürierbasis einplant, dann ist auch die weicher werdende Textur kein Versagen sondern einfach der Plan. das hab ich mir ehrlich gesagt so noch nicht überlegt. was mich jetzt noch interessiert: hast du beim Fermentansatz irgendwas dazugegeben - Knoblauch, Lorbeer, sonst was - oder wirklich nur Salz und Wasser? weil ich hab das Gefühl dass das Geschmacksprofil davon nochmal ganz anders wird als bei der Essigvariante mit Piment und Lorbeer. und dann wäre der Vergleich eigentlich nicht ganz fair, weil du nicht nur die Methode vergleichst sondern auch die Würzung. ich frag mich grad ob man nicht mal wirklich identisch würzen sollte - also beide Varianten mit denselben Gewürzen - und dann erst schauen was die Methode allein macht. schauen wir mal ob du das noch testest bevor die Saison rum ist
Zitat von elvira_k am September 1, 2026, 05:05 Uhr@leni_k das ist eine sehr gute Beobachtung mit der Würzung, und ehrlich gesagt habe ich das bei meinem eigenen Fermentansatz auch nicht so durchdacht gemacht. Ich habe einfach Salz und Wasser genommen, weil ich das irgendwo so gelesen hatte, aber ob das wirklich die beste Methode ist, weiß ich nicht. Bei mir im Garten mache ich das eher intuitiv und das funktioniert - aber das ist wahrscheinlich nicht dasselbe wie hier wissenschaftlich vorzugehen. Was mich aber bei @markus_hh88s Beobachtung interessiert - diese Flüssigkeitsmenge, die sich bildet. Das habe ich auch, aber ich habe mich da ehrlich gesagt weniger drum gekümmert. Mein Hausarzt hat mir geraten, regelmäßig zu schauen ob alles noch unter der Lake ist, sonst kann oben was schimmeln. Das ist das einzige, worauf ich wirklich achte. Die Menge selbst, die wächst oder schrumpft, habe ich eigentlich als normal angenommen. Was mich viel mehr beschäftigt als die Würzung ist eigentlich: wie lange dauert es bis so ein Ferment überhaupt anfängt zu arbeiten? Ich meine, bei mir sind es jetzt drei Wochen und ich merke geschmacklich schon einen Unterschied zur frischen Beete - es ist säuerlicher geworden, ohne dass ich Essig reingetan habe. Das passiert ja durch die Gärung. Aber wie lange muss man warten, bis man das wirklich deutlich merkt? Eine Woche? Zwei Wochen? Und - kann man da auch falsch machen dass es gar nicht gärt?
@leni_k das ist eine sehr gute Beobachtung mit der Würzung, und ehrlich gesagt habe ich das bei meinem eigenen Fermentansatz auch nicht so durchdacht gemacht. Ich habe einfach Salz und Wasser genommen, weil ich das irgendwo so gelesen hatte, aber ob das wirklich die beste Methode ist, weiß ich nicht. Bei mir im Garten mache ich das eher intuitiv und das funktioniert - aber das ist wahrscheinlich nicht dasselbe wie hier wissenschaftlich vorzugehen. Was mich aber bei @markus_hh88s Beobachtung interessiert - diese Flüssigkeitsmenge, die sich bildet. Das habe ich auch, aber ich habe mich da ehrlich gesagt weniger drum gekümmert. Mein Hausarzt hat mir geraten, regelmäßig zu schauen ob alles noch unter der Lake ist, sonst kann oben was schimmeln. Das ist das einzige, worauf ich wirklich achte. Die Menge selbst, die wächst oder schrumpft, habe ich eigentlich als normal angenommen. Was mich viel mehr beschäftigt als die Würzung ist eigentlich: wie lange dauert es bis so ein Ferment überhaupt anfängt zu arbeiten? Ich meine, bei mir sind es jetzt drei Wochen und ich merke geschmacklich schon einen Unterschied zur frischen Beete - es ist säuerlicher geworden, ohne dass ich Essig reingetan habe. Das passiert ja durch die Gärung. Aber wie lange muss man warten, bis man das wirklich deutlich merkt? Eine Woche? Zwei Wochen? Und - kann man da auch falsch machen dass es gar nicht gärt?
Zitat von leni_k am September 1, 2026, 07:33 Uhr@elvira_k die Frage ob man es falsch machen kann dass es gar nicht gärt - das ist eigentlich das was mich bei dem Thema am meisten nervös macht. weil ich null Erfahrung damit hab und keine Ahnung ob ich das merken würd wenn was schiefläuft. bei Essig ist das irgendwie klarer: riecht komisch, schimmelt, weg damit. aber beim Ferment? ich stell mir vor dass man da auch einfach glauben kann alles ist gut und es ist halt einfach... nichts passiert. ich hab grad kurz nachgelesen und anscheinend ist die Temperatur ein wesentlicher Faktor - zu kalt und die Bakterien tun sich schwer, zu warm und andere Sachen können wachsen. wobei "zu kalt" und Wien im September grad nicht wirklich zusammenpassen bei meiner schlecht isolierten Wohnung. also das sollte eigentlich kein Problem sein.
Zitat von elvira_kwie lange dauert es bis so ein Ferment überhaupt anfängt zu arbeiten
das würd mich auch interessieren, aber ich hab das Gefühl dass das stark von der Salzkonzentration abhängt. zu wenig Salz und irgendwas anderes übernimmt, zu viel und es tut sich gar nichts. und da gibt's anscheinend schon einen ziemlich engen Bereich der funktioniert. hat wer das mal wirklich mit einer Küchenwaage gemacht statt nach Gefühl? weil "eine gute Prise" ist halt kein Rezept das ich reproduzieren kann.
@elvira_k die Frage ob man es falsch machen kann dass es gar nicht gärt - das ist eigentlich das was mich bei dem Thema am meisten nervös macht. weil ich null Erfahrung damit hab und keine Ahnung ob ich das merken würd wenn was schiefläuft. bei Essig ist das irgendwie klarer: riecht komisch, schimmelt, weg damit. aber beim Ferment? ich stell mir vor dass man da auch einfach glauben kann alles ist gut und es ist halt einfach... nichts passiert. ich hab grad kurz nachgelesen und anscheinend ist die Temperatur ein wesentlicher Faktor - zu kalt und die Bakterien tun sich schwer, zu warm und andere Sachen können wachsen. wobei "zu kalt" und Wien im September grad nicht wirklich zusammenpassen bei meiner schlecht isolierten Wohnung. also das sollte eigentlich kein Problem sein.
Zitat von elvira_kwie lange dauert es bis so ein Ferment überhaupt anfängt zu arbeiten
das würd mich auch interessieren, aber ich hab das Gefühl dass das stark von der Salzkonzentration abhängt. zu wenig Salz und irgendwas anderes übernimmt, zu viel und es tut sich gar nichts. und da gibt's anscheinend schon einen ziemlich engen Bereich der funktioniert. hat wer das mal wirklich mit einer Küchenwaage gemacht statt nach Gefühl? weil "eine gute Prise" ist halt kein Rezept das ich reproduzieren kann.
Zitat von elvira_k am September 1, 2026, 08:09 Uhr@leni_k
Zitat von leni_khat wer das mal wirklich mit einer Küchenwaage gemacht statt nach Gefühl
- ja, das ist tatsächlich ein gutes Punkt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das auch eher nach Gefühl mache, aber mein Hausarzt hat mir mal erwähnt, dass bei fermentierten Sachen die Konsistenz der Lake tatsächlich wichtig ist - und da hilft Gefühl wahrscheinlich nicht wirklich weiter. Was mich aber gerade mehr beschäftigt als die exakte Salzkonzentration ist eine andere Frage: ich bin jetzt drei Wochen rein mit meinem Glas, und ich frage mich ob ich das überhaupt noch essen sollte oder ob ich das längst hätte öffnen und probieren sollen. Ich meine, ich warte wahrscheinlich zu lange. Bei mir im Garten mache ich ja auch nicht endlos lange Experimente - ich schau nach ein zwei Wochen ob mir schmeckt und wenn ja, dann ess ich es. Aber bei Fermentation hat man immer diesen Gedanken im Kopf, dass es noch besser wird wenn man länger wartet. Und dann wartet man doch wieder. Vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig, ob man es wissenschaftlich korrekt mit Waage macht. Vielleicht reicht es einfach, einen Ansatz zu machen, zwei Wochen zu warten, probieren - und wenn es gut schmeckt und nicht schimmelt, dann gut. Wenn nicht, dann wars ein Lernprozess. @markus_hh88 deine Idee mit dem Ferment als Suppen-Basis statt Salat finde ich eigentlich ganz naheliegend jetzt wo du das sagst.
Zitat von leni_khat wer das mal wirklich mit einer Küchenwaage gemacht statt nach Gefühl
- ja, das ist tatsächlich ein gutes Punkt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich das auch eher nach Gefühl mache, aber mein Hausarzt hat mir mal erwähnt, dass bei fermentierten Sachen die Konsistenz der Lake tatsächlich wichtig ist - und da hilft Gefühl wahrscheinlich nicht wirklich weiter. Was mich aber gerade mehr beschäftigt als die exakte Salzkonzentration ist eine andere Frage: ich bin jetzt drei Wochen rein mit meinem Glas, und ich frage mich ob ich das überhaupt noch essen sollte oder ob ich das längst hätte öffnen und probieren sollen. Ich meine, ich warte wahrscheinlich zu lange. Bei mir im Garten mache ich ja auch nicht endlos lange Experimente - ich schau nach ein zwei Wochen ob mir schmeckt und wenn ja, dann ess ich es. Aber bei Fermentation hat man immer diesen Gedanken im Kopf, dass es noch besser wird wenn man länger wartet. Und dann wartet man doch wieder. Vielleicht ist das auch gar nicht so wichtig, ob man es wissenschaftlich korrekt mit Waage macht. Vielleicht reicht es einfach, einen Ansatz zu machen, zwei Wochen zu warten, probieren - und wenn es gut schmeckt und nicht schimmelt, dann gut. Wenn nicht, dann wars ein Lernprozess. @markus_hh88 deine Idee mit dem Ferment als Suppen-Basis statt Salat finde ich eigentlich ganz naheliegend jetzt wo du das sagst.