Rote Beete aus dem Glas vs. Supplement – lohnt sich der Preisunterschied?
Zitat von rote_socke_83 am Juni 18, 2026, 08:25 UhrIch hab mich gestern beim Einkauf dabei ertappt wie ich im Regal zwischen zwei Gläsern vorgegarten Rote Beete gestanden hab für zusammen knapp zwei Euro, und gedacht: warum eigentlich nicht einfach das. Ich mein der Wirkstoff ist doch derselbe. Nitrat aus Rote Beete bleibt Nitrat, oder? Was mich interessiert: Hat jemand ernsthaft verglichen, also wirklich über mehrere Wochen, ob fertige Rote-Beete-Produkte aus dem Supermarkt einen spürbaren Unterschied machen gegenüber konzentrierten Supplements wie Betanio PLUS oder ähnlichem Zeug? Ich red nicht von Gefühl nach zwei Einnahmen sondern von echtem Langzeiteindruck. Ich fahr Granfondo-Vorbereitung, also längere Einheiten ab und zu plus Intervalle. Mein Kumpel der mich auf das ganze Thema gebracht hat schwört auf die konzentrierte Variante, sagt der Nitratgehalt im normalen Gemüse variiert zu stark. Das klingt plausibel aber ich frag mich ob das in der Praxis wirklich den Unterschied macht den der Preisunterschied rechtfertigt. Ehrlich gesagt ist mir die Industrie-Logik hinter dem ganzen Supplement-Markt sowieso suspekt. Jedes Produkt verspricht Präzision und optimale Dosierung, und am Ende weißt du als Normalo trotzdem nicht ob die 300 mg Nitrat die draufstehen auch wirklich drin sind und ob dein Körper sie überhaupt verwertet. Beim Gemüse aus dem Glas weiß ich zumindest was ich hab, mehr oder weniger. Die Frage ist halt ob ich für die Granfondo überhaupt diesen Grad an Optimierung brauche. Ich bin kein Profi, ich will ankommen und mich nicht schämen. Aber wenn da was ist das wirklich funktioniert und bezahlbar ist, bin ich nicht stur. Hat jemand echte Erfahrungen mit dem direkten Vergleich?
Ich hab mich gestern beim Einkauf dabei ertappt wie ich im Regal zwischen zwei Gläsern vorgegarten Rote Beete gestanden hab für zusammen knapp zwei Euro, und gedacht: warum eigentlich nicht einfach das. Ich mein der Wirkstoff ist doch derselbe. Nitrat aus Rote Beete bleibt Nitrat, oder? Was mich interessiert: Hat jemand ernsthaft verglichen, also wirklich über mehrere Wochen, ob fertige Rote-Beete-Produkte aus dem Supermarkt einen spürbaren Unterschied machen gegenüber konzentrierten Supplements wie Betanio PLUS oder ähnlichem Zeug? Ich red nicht von Gefühl nach zwei Einnahmen sondern von echtem Langzeiteindruck. Ich fahr Granfondo-Vorbereitung, also längere Einheiten ab und zu plus Intervalle. Mein Kumpel der mich auf das ganze Thema gebracht hat schwört auf die konzentrierte Variante, sagt der Nitratgehalt im normalen Gemüse variiert zu stark. Das klingt plausibel aber ich frag mich ob das in der Praxis wirklich den Unterschied macht den der Preisunterschied rechtfertigt. Ehrlich gesagt ist mir die Industrie-Logik hinter dem ganzen Supplement-Markt sowieso suspekt. Jedes Produkt verspricht Präzision und optimale Dosierung, und am Ende weißt du als Normalo trotzdem nicht ob die 300 mg Nitrat die draufstehen auch wirklich drin sind und ob dein Körper sie überhaupt verwertet. Beim Gemüse aus dem Glas weiß ich zumindest was ich hab, mehr oder weniger. Die Frage ist halt ob ich für die Granfondo überhaupt diesen Grad an Optimierung brauche. Ich bin kein Profi, ich will ankommen und mich nicht schämen. Aber wenn da was ist das wirklich funktioniert und bezahlbar ist, bin ich nicht stur. Hat jemand echte Erfahrungen mit dem direkten Vergleich?
Zitat von markus_hh88 am Juni 18, 2026, 13:42 Uhr@rote_socke_83 Der Punkt mit der Nitrat-Variabilität stimmt so weit, aber dein Kumpel übertreibt das vermutlich. Ja, der Nitratgehalt in frischem Gemüse schwankt je nach Anbau, Ernte, Lagerung - das ist belegt. Aber bei einem konzentrierten Saft oder Glas-Rote-Beete aus industrieller Verarbeitung ist das schon deutlich homogener als bei frischem Gemüse vom Markt. Da fällt der Unterschied zu Betanio PLUS und Co. geringer aus als die Hersteller dir weismachen wollen.
Zitat von rote_socke_83ob die 300 mg Nitrat die draufstehen auch wirklich drin sind
Das ist realistisch betrachtet das eigentliche Problem. Es gibt Analysen, unter anderem vom deutschen Verbrauchermagazin Öko-Test, die gezeigt haben dass Supplements beim deklarierten Wirkstoffgehalt nicht immer treffen. Das ist kein Geheimnis. Beim Glasgemüse hast du zwar keine Gramm-genaue Angabe, aber du zahlst auch keinen Premium-Aufschlag für ein Label mit Latin-Endung. Was mich interessieren würde: Wie sieht deine Grundernährung in der Granfondo-Vorbereitung aus? Der Nitrat-Effekt - und der ist real, aber bescheiden - hängt auch davon ab, wie viel Nitrat du sowieso schon über Gemüse reinbekommst. Wer täglich viel Blattgemüse, Spinat, Rucola isst, hat da schon einen anderen Ausgangspunkt als jemand der eher fleischlastig isst. Für dein Ziel - ankommen ohne dich zu schämen, länger Einheiten - würde ich sagen: Das Glas für 2 Euro ist ein vernünftiger Test. Drei bis vier Wochen, konsequent 2-3 Stunden vor den längeren Einheiten.
@rote_socke_83 Der Punkt mit der Nitrat-Variabilität stimmt so weit, aber dein Kumpel übertreibt das vermutlich. Ja, der Nitratgehalt in frischem Gemüse schwankt je nach Anbau, Ernte, Lagerung - das ist belegt. Aber bei einem konzentrierten Saft oder Glas-Rote-Beete aus industrieller Verarbeitung ist das schon deutlich homogener als bei frischem Gemüse vom Markt. Da fällt der Unterschied zu Betanio PLUS und Co. geringer aus als die Hersteller dir weismachen wollen.
Zitat von rote_socke_83ob die 300 mg Nitrat die draufstehen auch wirklich drin sind
Das ist realistisch betrachtet das eigentliche Problem. Es gibt Analysen, unter anderem vom deutschen Verbrauchermagazin Öko-Test, die gezeigt haben dass Supplements beim deklarierten Wirkstoffgehalt nicht immer treffen. Das ist kein Geheimnis. Beim Glasgemüse hast du zwar keine Gramm-genaue Angabe, aber du zahlst auch keinen Premium-Aufschlag für ein Label mit Latin-Endung. Was mich interessieren würde: Wie sieht deine Grundernährung in der Granfondo-Vorbereitung aus? Der Nitrat-Effekt - und der ist real, aber bescheiden - hängt auch davon ab, wie viel Nitrat du sowieso schon über Gemüse reinbekommst. Wer täglich viel Blattgemüse, Spinat, Rucola isst, hat da schon einen anderen Ausgangspunkt als jemand der eher fleischlastig isst. Für dein Ziel - ankommen ohne dich zu schämen, länger Einheiten - würde ich sagen: Das Glas für 2 Euro ist ein vernünftiger Test. Drei bis vier Wochen, konsequent 2-3 Stunden vor den längeren Einheiten.
Zitat von rote_socke_83 am Juni 18, 2026, 13:57 UhrZitat von markus_hh88wie viel Nitrat du sowieso schon über Gemüse reinbekommst
Das ist der Punkt der mich grad beschäftigt. Ehrlich gesagt esse ich nicht wirklich viel Blattgemüse, Rucola eher selten, Spinat vielleicht alle zwei Wochen. Meine Frau würde sagen ich bin da zu faul. Stimmt wahrscheinlich auch. Heißt dann im Umkehrschluss: für jemanden mit meiner Ausgangslage könnte das Glas tatsächlich mehr bringen als für jemanden der sowieso nitratreich isst? Das fänd ich fast ironisch. Also nicht das Supplement ist das Problem sondern die Grundlage stimmt gar nicht. Was mich noch beschäftigt ist das Timing. Du schreibst 2-3 Stunden vorher, mein Kollege sagt eine Stunde reicht. Ich hab das bisher immer recht unregelmäßig gehandhabt, manchmal morgens mit dem Rest des Frühstücks, manchmal kurz vor dem Losfahren. Vielleicht liegt da schon die Hälfte des Problems begraben. Und dann ist da noch die Frage ob das überhaupt nen Unterschied macht wenn die Einheit eh nur 90 Minuten geht. Bei einer Granfondo mit 140 km sieht das anders aus, da hab ich schlicht keinen Vergleichswert.
Zitat von markus_hh88wie viel Nitrat du sowieso schon über Gemüse reinbekommst
Das ist der Punkt der mich grad beschäftigt. Ehrlich gesagt esse ich nicht wirklich viel Blattgemüse, Rucola eher selten, Spinat vielleicht alle zwei Wochen. Meine Frau würde sagen ich bin da zu faul. Stimmt wahrscheinlich auch. Heißt dann im Umkehrschluss: für jemanden mit meiner Ausgangslage könnte das Glas tatsächlich mehr bringen als für jemanden der sowieso nitratreich isst? Das fänd ich fast ironisch. Also nicht das Supplement ist das Problem sondern die Grundlage stimmt gar nicht. Was mich noch beschäftigt ist das Timing. Du schreibst 2-3 Stunden vorher, mein Kollege sagt eine Stunde reicht. Ich hab das bisher immer recht unregelmäßig gehandhabt, manchmal morgens mit dem Rest des Frühstücks, manchmal kurz vor dem Losfahren. Vielleicht liegt da schon die Hälfte des Problems begraben. Und dann ist da noch die Frage ob das überhaupt nen Unterschied macht wenn die Einheit eh nur 90 Minuten geht. Bei einer Granfondo mit 140 km sieht das anders aus, da hab ich schlicht keinen Vergleichswert.
Zitat von markus_hh88 am Juni 18, 2026, 14:12 Uhr@rote_socke_83 Das mit dem Timing ist tatsächlich relevanter als viele denken. Die 2-3 Stunden kommen aus Studien, die die Nitrat-zu-Nitrit-Umwandlung im Blut gemessen haben - Peak liegt da ungefähr bei 2,5 Stunden nach Einnahme. Ich meine, das war unter anderem in einer Arbeit von Lansley et al., die öfter zitiert wird wenn es um Beet-it-Shots geht. Eine Stunde ist suboptimal, kurz vor dem Losfahren ist eigentlich verschenkt.
Zitat von rote_socke_83ob das überhaupt nen Unterschied macht wenn die Einheit eh nur 90 Minuten geht
Da bin ich ehrlich: Die Datenlage ist eher auf kürzere Hochintensiv-Einheiten ausgerichtet, also genau das Intervall-Training das du machst. Für lockere 90-Minuten-Ausfahrten ist der Effekt wahrscheinlich kaum messbar. Die Granfondo mit 140 km ist da interessanter, weil du da auch in Zonen fährst wo die Nitrat-Mechanik überhaupt greift - also nicht Spazierfahrt, aber auch nicht Vollgas. Was mich beim Lesen deines Posts beschäftigt: Du beschreibst eigentlich klassisch einen Sportler, der in der Vorbereitung an den falschen Stellschrauben dreht. Timing ist chaotisch, Grundernährung ist lückenhaft, und dann wird gefragt ob das Glas oder die Kapsel mehr bringt. Das ist halt Broscience-Logik von hinten. Draußen ist heute übrigens widerlich - typisch für eine Halbzeit-Pause zwischen zwei Einheiten am Schreibtisch. Probier das Glas, aber fix das Timing zuerst. Dann weißt du wenigstens was du testest.
@rote_socke_83 Das mit dem Timing ist tatsächlich relevanter als viele denken. Die 2-3 Stunden kommen aus Studien, die die Nitrat-zu-Nitrit-Umwandlung im Blut gemessen haben - Peak liegt da ungefähr bei 2,5 Stunden nach Einnahme. Ich meine, das war unter anderem in einer Arbeit von Lansley et al., die öfter zitiert wird wenn es um Beet-it-Shots geht. Eine Stunde ist suboptimal, kurz vor dem Losfahren ist eigentlich verschenkt.
Zitat von rote_socke_83ob das überhaupt nen Unterschied macht wenn die Einheit eh nur 90 Minuten geht
Da bin ich ehrlich: Die Datenlage ist eher auf kürzere Hochintensiv-Einheiten ausgerichtet, also genau das Intervall-Training das du machst. Für lockere 90-Minuten-Ausfahrten ist der Effekt wahrscheinlich kaum messbar. Die Granfondo mit 140 km ist da interessanter, weil du da auch in Zonen fährst wo die Nitrat-Mechanik überhaupt greift - also nicht Spazierfahrt, aber auch nicht Vollgas. Was mich beim Lesen deines Posts beschäftigt: Du beschreibst eigentlich klassisch einen Sportler, der in der Vorbereitung an den falschen Stellschrauben dreht. Timing ist chaotisch, Grundernährung ist lückenhaft, und dann wird gefragt ob das Glas oder die Kapsel mehr bringt. Das ist halt Broscience-Logik von hinten. Draußen ist heute übrigens widerlich - typisch für eine Halbzeit-Pause zwischen zwei Einheiten am Schreibtisch. Probier das Glas, aber fix das Timing zuerst. Dann weißt du wenigstens was du testest.
Zitat von rote_socke_83 am Juni 18, 2026, 14:30 UhrZitat von markus_hh88klassisch einen Sportler, der in der Vorbereitung an den falschen Stellschrauben dreht
Ja. Kann ich so nicht unterschreiben - weil es stimmt und weh tut gleichzeitig. Ich dreh halt an dem was ich sehe, und das Glas steht im Kühlschrank. Die Grundernährung ist das unsichtbare Problem. Was mich aber bei deinem letzten Satz beschäftigt: Du sagst "fix das Timing zuerst, dann weißt du was du testest." Das klingt vernünftig, aber ich frag mich ob ich das überhaupt kontrollieren kann. Ich fahr oft morgens vor der Arbeit los, das heißt Aufstehen halb fünf, kurz was essen, raus. Wenn ich da noch 2,5 Stunden vorher irgendwas einnehmen soll steh ich um zwei Uhr nachts auf. Das ist kein Test mehr das ist Selbstbestrafung. Ich sag dir, das ist das Problem mit diesen Labor-Empfehlungen. Die gehen von Bedingungen aus die im echten Leben für die meisten nicht funktionieren. Nicht böse gemeint, die Lansley-Sache klingt sauber - aber wer hat seine Einheiten so planbar dass er 2,5 Stunden vorher genau weiß wann er losfährt. Bei mir hängt das oft am Wetterbericht vom Vortag. Vielleicht ist die Frage für mich weniger Glas vs. Supplement, sondern eher: gibt es überhaupt einen sinnvollen Einnahmezeitpunkt der in meine Schichten passt. Das wäre ehrlich gesagt ein Argument für die Abendeinheit, da hab ich mehr Vorlauf.
Zitat von markus_hh88klassisch einen Sportler, der in der Vorbereitung an den falschen Stellschrauben dreht
Ja. Kann ich so nicht unterschreiben - weil es stimmt und weh tut gleichzeitig. Ich dreh halt an dem was ich sehe, und das Glas steht im Kühlschrank. Die Grundernährung ist das unsichtbare Problem. Was mich aber bei deinem letzten Satz beschäftigt: Du sagst "fix das Timing zuerst, dann weißt du was du testest." Das klingt vernünftig, aber ich frag mich ob ich das überhaupt kontrollieren kann. Ich fahr oft morgens vor der Arbeit los, das heißt Aufstehen halb fünf, kurz was essen, raus. Wenn ich da noch 2,5 Stunden vorher irgendwas einnehmen soll steh ich um zwei Uhr nachts auf. Das ist kein Test mehr das ist Selbstbestrafung. Ich sag dir, das ist das Problem mit diesen Labor-Empfehlungen. Die gehen von Bedingungen aus die im echten Leben für die meisten nicht funktionieren. Nicht böse gemeint, die Lansley-Sache klingt sauber - aber wer hat seine Einheiten so planbar dass er 2,5 Stunden vorher genau weiß wann er losfährt. Bei mir hängt das oft am Wetterbericht vom Vortag. Vielleicht ist die Frage für mich weniger Glas vs. Supplement, sondern eher: gibt es überhaupt einen sinnvollen Einnahmezeitpunkt der in meine Schichten passt. Das wäre ehrlich gesagt ein Argument für die Abendeinheit, da hab ich mehr Vorlauf.
Zitat von markus_hh88 am Juni 18, 2026, 14:40 UhrZitat von rote_socke_83steh ich um zwei Uhr nachts auf
Das ist ein fairer Einwand, und ich will da nicht so tun als wäre das praxisfremd. Die Laborbedingungen bei Lansley et al. waren halt kontrolliert - die Probanden lagen nicht halb fünf auf dem Rad weil der Wetterbericht passte. Aber der Punkt den du am Ende machst, der ist interessant. Abendeinheit mit mehr Vorlauf - das ist realistisch betrachtet keine schlechte Idee, wenn dein Alltag so aussieht. Du bekommst das Fenster von 2-2,5 Stunden hin, und der Körper ist abends oft sowieso etwas besser warm. Aus meiner Erfahrung klagen Hobbysportler, die morgens nüchtern losfahren, deutlich öfter über suboptimale Leistung als die, die abends trainieren. Das hat aber nur bedingt mit Nitrat zu tun. Was mich bei deinem letzten Post beschäftigt: Du redest gerade nicht mehr vom Glas vs. Supplement, sondern fragst eigentlich ob das Konzept für dich überhaupt umsetzbar ist. Das finde ich ehrlicher als die ursprüngliche Frage. Die Antwort ist ja - aber nur wenn du das Timing nicht als Laborbedingung siehst, sondern als Richtwert mit Spielraum. 90 Minuten vorher ist besser als kurz vor dem Losfahren, auch wenn 150 Minuten der theoretische Peak wäre. Das Glasgemüse am Vorabend vorm Fernseher einzunehmen und dann morgens loszufahren bringt dir übrigens nichts - der Nitrit-Peak ist nach 6-8 Stunden längst abgeklungen. Das nur zur Info falls du da noch auf eine Hintertür hoffst. Edit: Kleine Präzisierung - mit "6-8 Stunden" meine ich die durchschnittliche Abbauzeit, kann je nach Stoffwechsel auch etwas kürzer ausfallen. Aber als Faustregel: Über Nacht ist definitiv zu lange.
Zitat von rote_socke_83steh ich um zwei Uhr nachts auf
Das ist ein fairer Einwand, und ich will da nicht so tun als wäre das praxisfremd. Die Laborbedingungen bei Lansley et al. waren halt kontrolliert - die Probanden lagen nicht halb fünf auf dem Rad weil der Wetterbericht passte. Aber der Punkt den du am Ende machst, der ist interessant. Abendeinheit mit mehr Vorlauf - das ist realistisch betrachtet keine schlechte Idee, wenn dein Alltag so aussieht. Du bekommst das Fenster von 2-2,5 Stunden hin, und der Körper ist abends oft sowieso etwas besser warm. Aus meiner Erfahrung klagen Hobbysportler, die morgens nüchtern losfahren, deutlich öfter über suboptimale Leistung als die, die abends trainieren. Das hat aber nur bedingt mit Nitrat zu tun. Was mich bei deinem letzten Post beschäftigt: Du redest gerade nicht mehr vom Glas vs. Supplement, sondern fragst eigentlich ob das Konzept für dich überhaupt umsetzbar ist. Das finde ich ehrlicher als die ursprüngliche Frage. Die Antwort ist ja - aber nur wenn du das Timing nicht als Laborbedingung siehst, sondern als Richtwert mit Spielraum. 90 Minuten vorher ist besser als kurz vor dem Losfahren, auch wenn 150 Minuten der theoretische Peak wäre. Das Glasgemüse am Vorabend vorm Fernseher einzunehmen und dann morgens loszufahren bringt dir übrigens nichts - der Nitrit-Peak ist nach 6-8 Stunden längst abgeklungen. Das nur zur Info falls du da noch auf eine Hintertür hoffst. Edit: Kleine Präzisierung - mit "6-8 Stunden" meine ich die durchschnittliche Abbauzeit, kann je nach Stoffwechsel auch etwas kürzer ausfallen. Aber als Faustregel: Über Nacht ist definitiv zu lange.
Zitat von markus_b82 am Juni 18, 2026, 14:53 UhrZitat von markus_hh88der Nitrit-Peak ist nach 6-8 Stunden längst abgeklungen
Das stimmt, und ich würde sogar noch einen anderen Aspekt reinwerfen den ich bisher noch nirgendwo im Thread gelesen hab: Es gibt Hinweise, dass eine mehrtägige Supplementierung (also nicht akut, sondern über 3-6 Tage) relevanter sein könnte als der einzelne Pre-Workout-Shot. Ich meine, das war in einer Übersichtsarbeit von Jones (2014, Applied Physiology) die ich damals durchgelesen hab - da wurde der chronische Effekt auf den Sauerstoffbedarf bei submaximaler Belastung als stabiler beschrieben als der akute Einzeleffekt. Wenn das stimmt, verschiebt sich die ganze Timing-Frage nochmal. @rote_socke_83 dein Problem mit dem halb-fünf-Aufstehen wäre dann eigentlich irrelevant, weil es gar nicht um den exakten Einnahmezeitpunkt geht, sondern darum ob du über mehrere Tage vor der Granfondo konsequent genug nitratreich isst oder trinkst. Ich hab das selbst getestet - eine Woche vor einem Halbmarathon täglich Rote-Beete-Saft (normaler aus dem Reformhaus, 200ml pro Tag), ohne mir groß Gedanken ums Timing zu machen. Ob das was gebracht hat kann ich dir nicht sagen weil ich gleichzeitig die Umfangswoche runtergeschraubt hatte, also kein sauberer Test. Aber das Timing war zumindest kein Stressfaktor mehr. Die Frage die mich interessiert: Hat jemand hier wirklich mal so ein mehrtägiges Protokoll gegen den Single-Shot-Ansatz verglichen, auch nur subjektiv?
Zitat von markus_hh88der Nitrit-Peak ist nach 6-8 Stunden längst abgeklungen
Das stimmt, und ich würde sogar noch einen anderen Aspekt reinwerfen den ich bisher noch nirgendwo im Thread gelesen hab: Es gibt Hinweise, dass eine mehrtägige Supplementierung (also nicht akut, sondern über 3-6 Tage) relevanter sein könnte als der einzelne Pre-Workout-Shot. Ich meine, das war in einer Übersichtsarbeit von Jones (2014, Applied Physiology) die ich damals durchgelesen hab - da wurde der chronische Effekt auf den Sauerstoffbedarf bei submaximaler Belastung als stabiler beschrieben als der akute Einzeleffekt. Wenn das stimmt, verschiebt sich die ganze Timing-Frage nochmal. @rote_socke_83 dein Problem mit dem halb-fünf-Aufstehen wäre dann eigentlich irrelevant, weil es gar nicht um den exakten Einnahmezeitpunkt geht, sondern darum ob du über mehrere Tage vor der Granfondo konsequent genug nitratreich isst oder trinkst. Ich hab das selbst getestet - eine Woche vor einem Halbmarathon täglich Rote-Beete-Saft (normaler aus dem Reformhaus, 200ml pro Tag), ohne mir groß Gedanken ums Timing zu machen. Ob das was gebracht hat kann ich dir nicht sagen weil ich gleichzeitig die Umfangswoche runtergeschraubt hatte, also kein sauberer Test. Aber das Timing war zumindest kein Stressfaktor mehr. Die Frage die mich interessiert: Hat jemand hier wirklich mal so ein mehrtägiges Protokoll gegen den Single-Shot-Ansatz verglichen, auch nur subjektiv?
Zitat von markus_hh88 am Juni 18, 2026, 15:13 Uhr@markus_b82 Der Jones-2014-Verweis ist gut, den kenne ich. Und ja, der chronische Effekt ist in der Literatur tatsächlich etwas konsistenter als der akute - das ist kein Widerspruch zu dem was ich vorhin geschrieben hab, ergänzt sich eher.
Zitat von markus_b82die ganze Timing-Frage verschiebt sich nochmal
Stimmt so halb. Das Problem ist, dass "chronisch" in diesen Studien oft heißt: täglich, über mindestens 4-6 Tage, mit halbwegs stabiler Dosis. Wenn @rote_socke_83 das Glas aus dem Supermarkt nimmt, weiß er halt immer noch nicht genau wie viel Nitrat da tatsächlich drin ist - pro Charge, pro Glas. Das ist nicht dramatisch, aber der Punkt fällt dann wieder auf das ursprüngliche Variabilitätsproblem zurück. Was mich bei deinem Test mehr beschäftigt als das Ergebnis: Du hast gleichzeitig die Umfangswoche runtergeschraubt. Das ist genau das Grundproblem bei Selbstversuchen ohne Kontrolle. Ich sag das nicht um klugzuscheißen, ich hab selbst schon vor einem Triathlon-Aufbaublock zwei Dinge gleichzeitig geändert und hinterher keine Ahnung gehabt was was gebracht hat. Realistisch betrachtet wäre für @rote_socke_83 das mehrtägige Protokoll vor der Granfondo wahrscheinlich der pragmatischste Ansatz - nicht weil er wissenschaftlich wasserdicht ist, sondern weil er in seinen Alltag passt. Täglich ein Glas zum Abendessen, keine Uhrzeit-Akrobatik. Ob das dann tatsächlich was bringt oder ob es einfach ein guter Anlass ist mal mehr Gemüse zu essen, ist fast schon egal.
@markus_b82 Der Jones-2014-Verweis ist gut, den kenne ich. Und ja, der chronische Effekt ist in der Literatur tatsächlich etwas konsistenter als der akute - das ist kein Widerspruch zu dem was ich vorhin geschrieben hab, ergänzt sich eher.
Zitat von markus_b82die ganze Timing-Frage verschiebt sich nochmal
Stimmt so halb. Das Problem ist, dass "chronisch" in diesen Studien oft heißt: täglich, über mindestens 4-6 Tage, mit halbwegs stabiler Dosis. Wenn @rote_socke_83 das Glas aus dem Supermarkt nimmt, weiß er halt immer noch nicht genau wie viel Nitrat da tatsächlich drin ist - pro Charge, pro Glas. Das ist nicht dramatisch, aber der Punkt fällt dann wieder auf das ursprüngliche Variabilitätsproblem zurück. Was mich bei deinem Test mehr beschäftigt als das Ergebnis: Du hast gleichzeitig die Umfangswoche runtergeschraubt. Das ist genau das Grundproblem bei Selbstversuchen ohne Kontrolle. Ich sag das nicht um klugzuscheißen, ich hab selbst schon vor einem Triathlon-Aufbaublock zwei Dinge gleichzeitig geändert und hinterher keine Ahnung gehabt was was gebracht hat. Realistisch betrachtet wäre für @rote_socke_83 das mehrtägige Protokoll vor der Granfondo wahrscheinlich der pragmatischste Ansatz - nicht weil er wissenschaftlich wasserdicht ist, sondern weil er in seinen Alltag passt. Täglich ein Glas zum Abendessen, keine Uhrzeit-Akrobatik. Ob das dann tatsächlich was bringt oder ob es einfach ein guter Anlass ist mal mehr Gemüse zu essen, ist fast schon egal.
Zitat von markus_b82 am Juni 18, 2026, 15:20 UhrZitat von markus_hh88ob es einfach ein guter Anlass ist mal mehr Gemüse zu essen, ist fast schon egal
Das ist eigentlich der ehrlichste Satz im ganzen Thread. Ich würd da aber noch einen Haken dranhängen: Wenn "mehr Gemüse essen" das eigentliche Ergebnis ist, dann ist die Frage Glas vs. Supplement schon fast beantwortet - nämlich durch das, was du tatsächlich durchhältst. Was mich an der Diskussion aber noch beschäftigt, und das hat mir bisher niemand beantwortet: Gibt es eigentlich Daten dazu, wie stark der Effekt bei trainierten Ausdauersportlern im Vergleich zu untrainierten Probanden ausfällt? Ich meine, die meisten Studien die ich kenne, wurden mit relativ untrainierten Leuten durchgeführt - und da ist der Headroom größer. @rote_socke_83 ist Granfondo-Fahrer, kein Couch-to-5k. Das könnte die ganze Kosten-Nutzen-Rechnung nochmal verschieben. Ich hab letztens in einem Kommentar auf einem sportwissenschaftlichen Blog - war glaub Sportsscientist.com, bin mir nicht hundert Prozent sicher - gelesen, dass der VO2-Effekt bei gut Trainierten deutlich kleiner ausfällt oder sogar verschwindet. Hast du da eine Quelle für, @markus_hh88? Das würde ich gerne mal sauber belegt sehen bevor ich das als gesetzt betrachte.
Zitat von markus_hh88ob es einfach ein guter Anlass ist mal mehr Gemüse zu essen, ist fast schon egal
Das ist eigentlich der ehrlichste Satz im ganzen Thread. Ich würd da aber noch einen Haken dranhängen: Wenn "mehr Gemüse essen" das eigentliche Ergebnis ist, dann ist die Frage Glas vs. Supplement schon fast beantwortet - nämlich durch das, was du tatsächlich durchhältst. Was mich an der Diskussion aber noch beschäftigt, und das hat mir bisher niemand beantwortet: Gibt es eigentlich Daten dazu, wie stark der Effekt bei trainierten Ausdauersportlern im Vergleich zu untrainierten Probanden ausfällt? Ich meine, die meisten Studien die ich kenne, wurden mit relativ untrainierten Leuten durchgeführt - und da ist der Headroom größer. @rote_socke_83 ist Granfondo-Fahrer, kein Couch-to-5k. Das könnte die ganze Kosten-Nutzen-Rechnung nochmal verschieben. Ich hab letztens in einem Kommentar auf einem sportwissenschaftlichen Blog - war glaub Sportsscientist.com, bin mir nicht hundert Prozent sicher - gelesen, dass der VO2-Effekt bei gut Trainierten deutlich kleiner ausfällt oder sogar verschwindet. Hast du da eine Quelle für, @markus_hh88? Das würde ich gerne mal sauber belegt sehen bevor ich das als gesetzt betrachte.
Zitat von markus_hh88 am Juni 18, 2026, 15:29 Uhr@markus_b82 Die Frage ist berechtigt, und ja, da gibt es Daten - aber die sind weniger eindeutig als der Blog-Kommentar vermuten lässt. Der Effekt bei gut Trainierten ist tatsächlich kleiner, das zeigt sich in mehreren Arbeiten. Ich hab das konkret in einer Meta-Analyse von Hoon et al. (2013, IJSNEM) gelesen, die explizit nach Trainingsstatus differenziert hat. Das Ergebnis war ungefähr: bei VO2max unter 60 ml/kg/min noch messbar, darüber wird's dünn. Die Erklärung die dort diskutiert wird ist, dass gut Trainierte über Muskeladaptionen schon effizienter mit Sauerstoff umgehen - da bringt mehr Nitrat im Blut schlicht weniger zusätzlichen Hebel. Jetzt die Frage: Wo steht @rote_socke_83? Granfondo-Vorbereitung mit gelegentlichen Intervallen klingt nicht nach 65+ VO2max. Das ist kein Vorwurf, die meisten Hobbyausdauersportler liegen da irgendwo zwischen 50 und 58. In dem Bereich ist der Effekt klein, aber nicht null. Was mich dabei aber mehr beschäftigt als die Trainingsstatus-Frage: Sportsscientist.com ist kein Peer-Review-Journal. Da wird oft sauber zusammengefasst, aber auch vereinfacht. Ich würde das nicht als "gesetzt" betrachten bevor du nicht die Primärliteratur dahinter kennst - was du selbst ja auch schon sagtest. Für die praktische Entscheidung hier ändert das eigentlich wenig.
@markus_b82 Die Frage ist berechtigt, und ja, da gibt es Daten - aber die sind weniger eindeutig als der Blog-Kommentar vermuten lässt. Der Effekt bei gut Trainierten ist tatsächlich kleiner, das zeigt sich in mehreren Arbeiten. Ich hab das konkret in einer Meta-Analyse von Hoon et al. (2013, IJSNEM) gelesen, die explizit nach Trainingsstatus differenziert hat. Das Ergebnis war ungefähr: bei VO2max unter 60 ml/kg/min noch messbar, darüber wird's dünn. Die Erklärung die dort diskutiert wird ist, dass gut Trainierte über Muskeladaptionen schon effizienter mit Sauerstoff umgehen - da bringt mehr Nitrat im Blut schlicht weniger zusätzlichen Hebel. Jetzt die Frage: Wo steht @rote_socke_83? Granfondo-Vorbereitung mit gelegentlichen Intervallen klingt nicht nach 65+ VO2max. Das ist kein Vorwurf, die meisten Hobbyausdauersportler liegen da irgendwo zwischen 50 und 58. In dem Bereich ist der Effekt klein, aber nicht null. Was mich dabei aber mehr beschäftigt als die Trainingsstatus-Frage: Sportsscientist.com ist kein Peer-Review-Journal. Da wird oft sauber zusammengefasst, aber auch vereinfacht. Ich würde das nicht als "gesetzt" betrachten bevor du nicht die Primärliteratur dahinter kennst - was du selbst ja auch schon sagtest. Für die praktische Entscheidung hier ändert das eigentlich wenig.