Rote Beete aus dem Glas vs. frisch – lohnt sich der Aufwand überhaupt?
Zitat von rainer_w am September 10, 2026, 09:38 Uhr@n.feld, das mit der Milchsäure vs. Essigeinlegen - das hat mich jetzt grad aufgeweckt, ehrlich. Ich hab das bisher immer in einen Topf geworfen, fermentiert und eingelegt, weil das Endprodukt ja ähnlich sauer schmeckt. Aber wenn da biologisch was anderes abläuft, dann ist das natürlich keine vergleichbare Sache.
Zitat von n.feldda aktiv eingegriffen wird um Farbstabilität oder Haltbarkeit zu sichern
- das klingt so als wär das Glas im Grunde ein anderes Produkt, nicht nur schlecht gelagerte frische Beete. Das ist irgendwie ein Gedanke den ich noch nicht so formuliert hatte. Ich hab immer gedacht, Glas ist halt das bequeme Gleiche, nur fertig zubereitet. Aber wenn da schon bei der Herstellung eingegriffen wird - dann vergleich ich ja eigentlich zwei verschiedene Sachen miteinander und wundere mich dann warum sie unterschiedlich schmecken. Wobei ich jetzt auch nicht in Panik verfallen will wegen Ascorbinsäure oder so. Das ist ja kein Chemieunfall. Wir haben im Betrieb mit Sachen gearbeitet wo man wirklich aufpassen musste, da ist Zitronensäure im Essig jetzt nicht das große Drama. Aber der Punkt bleibt: wenn das Glas-Produkt von Anfang an anders konzipiert ist, dann ergibt der ganze Frisch-Vergleich vielleicht weniger Sinn als ich dachte. Dann ist frisch nicht einfach besser oder schlechter - es ist halt wat anderes. Ob mir das wat nützt weiß ich immer noch nicht.
@n.feld, das mit der Milchsäure vs. Essigeinlegen - das hat mich jetzt grad aufgeweckt, ehrlich. Ich hab das bisher immer in einen Topf geworfen, fermentiert und eingelegt, weil das Endprodukt ja ähnlich sauer schmeckt. Aber wenn da biologisch was anderes abläuft, dann ist das natürlich keine vergleichbare Sache.
Zitat von n.feldda aktiv eingegriffen wird um Farbstabilität oder Haltbarkeit zu sichern
- das klingt so als wär das Glas im Grunde ein anderes Produkt, nicht nur schlecht gelagerte frische Beete. Das ist irgendwie ein Gedanke den ich noch nicht so formuliert hatte. Ich hab immer gedacht, Glas ist halt das bequeme Gleiche, nur fertig zubereitet. Aber wenn da schon bei der Herstellung eingegriffen wird - dann vergleich ich ja eigentlich zwei verschiedene Sachen miteinander und wundere mich dann warum sie unterschiedlich schmecken. Wobei ich jetzt auch nicht in Panik verfallen will wegen Ascorbinsäure oder so. Das ist ja kein Chemieunfall. Wir haben im Betrieb mit Sachen gearbeitet wo man wirklich aufpassen musste, da ist Zitronensäure im Essig jetzt nicht das große Drama. Aber der Punkt bleibt: wenn das Glas-Produkt von Anfang an anders konzipiert ist, dann ergibt der ganze Frisch-Vergleich vielleicht weniger Sinn als ich dachte. Dann ist frisch nicht einfach besser oder schlechter - es ist halt wat anderes. Ob mir das wat nützt weiß ich immer noch nicht.
Zitat von n.feld am September 10, 2026, 09:49 UhrZitat von rainer_wfrisch nicht einfach besser oder schlechter - es ist halt wat anderes
Das ist eigentlich die einzige saubere Schlussfolgerung aus diesem ganzen Thread. Die Frage "lohnt sich frisch" setzt voraus, dass man dasselbe Produkt in zwei Zustandsformen vergleicht. Das stimmt aber nicht, und das ist kein Kleinigkeitspunkt. Was mich jetzt interessiert: Wenn das Glas-Produkt tatsächlich ein eigenständiges Lebensmittel ist, mit anderem pH, anderen Löslichkeitsverhältnissen, anderen Zusätzen - warum wird es dann überhaupt noch als Rote Beete vermarktet und nicht als Rote-Beete-Konserve in Essig. Das wäre ehrlicher. Aber Ehrlichkeit in der Produktbeschriftung ist halt kein Verkaufsargument. @rainer_w dein Punkt mit "zwei verschiedene Sachen" trifft es. Ich würde das so formulieren: Die Frage ob Glas oder frisch besser ist, kann man gar nicht beantworten, weil sie falsch gestellt ist. Man müsste fragen, was man überhaupt will - ein saures Einlegeprodukt mit langer Haltbarkeit, oder eine frisch gegarte Knolle. Das sind zwei verschiedene Verwendungskontexte. Was ich nicht weiß, und das bleibt offen: Ob die Nitratmenge im Essigmilieu nennenswert verändert wird. Betaine wandern in die Flüssigkeit, das haben wir jetzt. Nitrat ist anorganisch, verhält sich anders. Hab dazu heute morgen kurz gesucht und nichts Belastbares gefunden, also lasse ich das erstmal offen.
Zitat von rainer_wfrisch nicht einfach besser oder schlechter - es ist halt wat anderes
Das ist eigentlich die einzige saubere Schlussfolgerung aus diesem ganzen Thread. Die Frage "lohnt sich frisch" setzt voraus, dass man dasselbe Produkt in zwei Zustandsformen vergleicht. Das stimmt aber nicht, und das ist kein Kleinigkeitspunkt. Was mich jetzt interessiert: Wenn das Glas-Produkt tatsächlich ein eigenständiges Lebensmittel ist, mit anderem pH, anderen Löslichkeitsverhältnissen, anderen Zusätzen - warum wird es dann überhaupt noch als Rote Beete vermarktet und nicht als Rote-Beete-Konserve in Essig. Das wäre ehrlicher. Aber Ehrlichkeit in der Produktbeschriftung ist halt kein Verkaufsargument. @rainer_w dein Punkt mit "zwei verschiedene Sachen" trifft es. Ich würde das so formulieren: Die Frage ob Glas oder frisch besser ist, kann man gar nicht beantworten, weil sie falsch gestellt ist. Man müsste fragen, was man überhaupt will - ein saures Einlegeprodukt mit langer Haltbarkeit, oder eine frisch gegarte Knolle. Das sind zwei verschiedene Verwendungskontexte. Was ich nicht weiß, und das bleibt offen: Ob die Nitratmenge im Essigmilieu nennenswert verändert wird. Betaine wandern in die Flüssigkeit, das haben wir jetzt. Nitrat ist anorganisch, verhält sich anders. Hab dazu heute morgen kurz gesucht und nichts Belastbares gefunden, also lasse ich das erstmal offen.
Zitat von rainer_w am September 10, 2026, 10:10 Uhr@n.feld das mit der Produktbezeichnung trifft mich gerade irgendwie mehr als erwartet.
Zitat von n.feldwarum wird es dann überhaupt noch als Rote Beete vermarktet und nicht als Rote-Beete-Konserve in Essig
- ja, genau das. Ich mein, wir haben im Betrieb auch immer gesagt, wenn was nicht das ist was draufsteht, dann ist das kein Qualitätsproblem sondern ein Bezeichnungsproblem. Das klingt kleinlich aber ist es nicht. Und das bringt mich auf was, was ich bisher noch gar nicht angesprochen hab. Wenn das Glas wirklich ein eigenständiges Produkt ist - warum kaufe ich das dann eigentlich als Ersatz für frische Rote Beete? Das war immer meine Annahme. Ich hab das Glas geholt weil ich dachte, das ist halt praktischer und ungefähr dasselbe. Wenn das nicht stimmt, dann müsste ich ja eigentlich entscheiden was ich will. Saures Einlegezeug als Beilage zum Schnitzel, das kenn ich und das schmeckt mir. Oder das erdige frisch Gekochte als irgendwas anderes, für Salat oder so. Das ist für mich jetzt eigentlich die erste klare Erkenntnis aus dem ganzen Thread hier. Nicht dass frisch besser ist, nicht dass das Glas schlechter ist - sondern dass ich die ganze Zeit ne falsche Frage gestellt hab. Schön blöd aber gut. Was ich immer noch nicht weiß: wie ich das frisch Gekochte überhaupt essen soll außer pur oder im Salat. Da bin ich ehrlich gesagt noch ziemlich blank.
@n.feld das mit der Produktbezeichnung trifft mich gerade irgendwie mehr als erwartet.
Zitat von n.feldwarum wird es dann überhaupt noch als Rote Beete vermarktet und nicht als Rote-Beete-Konserve in Essig
- ja, genau das. Ich mein, wir haben im Betrieb auch immer gesagt, wenn was nicht das ist was draufsteht, dann ist das kein Qualitätsproblem sondern ein Bezeichnungsproblem. Das klingt kleinlich aber ist es nicht. Und das bringt mich auf was, was ich bisher noch gar nicht angesprochen hab. Wenn das Glas wirklich ein eigenständiges Produkt ist - warum kaufe ich das dann eigentlich als Ersatz für frische Rote Beete? Das war immer meine Annahme. Ich hab das Glas geholt weil ich dachte, das ist halt praktischer und ungefähr dasselbe. Wenn das nicht stimmt, dann müsste ich ja eigentlich entscheiden was ich will. Saures Einlegezeug als Beilage zum Schnitzel, das kenn ich und das schmeckt mir. Oder das erdige frisch Gekochte als irgendwas anderes, für Salat oder so. Das ist für mich jetzt eigentlich die erste klare Erkenntnis aus dem ganzen Thread hier. Nicht dass frisch besser ist, nicht dass das Glas schlechter ist - sondern dass ich die ganze Zeit ne falsche Frage gestellt hab. Schön blöd aber gut. Was ich immer noch nicht weiß: wie ich das frisch Gekochte überhaupt essen soll außer pur oder im Salat. Da bin ich ehrlich gesagt noch ziemlich blank.
Zitat von n.feld am September 10, 2026, 10:45 UhrZitat von rainer_wwie ich das frisch Gekochte überhaupt essen soll außer pur oder im Salat
Das ist tatsächlich die praktischste Frage im ganzen Thread, und ich kann da nur aus eigener Erfahrung sprechen, nicht aus diesem Thread heraus. Ich mache das meistens so: in dünne Scheiben schneiden, etwas Meerrettich dazu, fertig. Klingt spartanisch, funktioniert aber. Der Meerrettich bricht den Erdton auf, das ist geschmacklich eine ganz andere Sache als pur oder in Essig. Wer Meerrettich nicht mag, hat da wenig davon, das ist klar. Was auch geht: klein gewürfelt zu Linsensuppe. Da verschwindet die Beete nicht, aber sie dominiert auch nicht. Das ist eher Nebenrolle als Hauptdarsteller. @rainer_w was mich an deinem letzten Satz aber mehr beschäftigt als die Rezeptfrage: du hast jetzt selbst die falsch gestellte Frage identifiziert, und das ist eigentlich das Einzige, was dieser Thread wirklich geklärt hat. Alles andere ist Spekulation, weil keine von uns drei Personen hier eine Primärquelle zitiert hat. Das sage ich nicht als Kritik, ich hab das selbst nicht getan. Aber ich finde es bemerkenswert, wie weit man kommt wenn man einfach sauber formuliert was man eigentlich vergleicht. Die Nitrat-Frage bleibt offen, das halte ich für ehrlicher als irgendwas zusammenzuraten.
Zitat von rainer_wwie ich das frisch Gekochte überhaupt essen soll außer pur oder im Salat
Das ist tatsächlich die praktischste Frage im ganzen Thread, und ich kann da nur aus eigener Erfahrung sprechen, nicht aus diesem Thread heraus. Ich mache das meistens so: in dünne Scheiben schneiden, etwas Meerrettich dazu, fertig. Klingt spartanisch, funktioniert aber. Der Meerrettich bricht den Erdton auf, das ist geschmacklich eine ganz andere Sache als pur oder in Essig. Wer Meerrettich nicht mag, hat da wenig davon, das ist klar. Was auch geht: klein gewürfelt zu Linsensuppe. Da verschwindet die Beete nicht, aber sie dominiert auch nicht. Das ist eher Nebenrolle als Hauptdarsteller. @rainer_w was mich an deinem letzten Satz aber mehr beschäftigt als die Rezeptfrage: du hast jetzt selbst die falsch gestellte Frage identifiziert, und das ist eigentlich das Einzige, was dieser Thread wirklich geklärt hat. Alles andere ist Spekulation, weil keine von uns drei Personen hier eine Primärquelle zitiert hat. Das sage ich nicht als Kritik, ich hab das selbst nicht getan. Aber ich finde es bemerkenswert, wie weit man kommt wenn man einfach sauber formuliert was man eigentlich vergleicht. Die Nitrat-Frage bleibt offen, das halte ich für ehrlicher als irgendwas zusammenzuraten.
Zitat von rainer_w am September 10, 2026, 13:48 Uhr@n.feld, das mit dem Meerrettich ist interessant, das hätte ich jetzt nicht auf dem Schirm gehabt. Ich kenn Meerrettich eigentlich nur vom Tafelspitz oder zum Räucherfisch, aber dass der den Erdton aufbricht - das macht irgendwie Sinn wenn ich kurz drüber nachdenke.
Zitat von n.feldwie weit man kommt wenn man einfach sauber formuliert was man eigentlich vergleicht
ja, und das ist auch ein bisschen das was mich grad beschäftigt. Ich bin eigentlich ins Forum hier wegen dem Betanio-Zeug meines Kollegen, und jetzt sitz ich und überlege ob Meerrettich zu Rote Beete passt. So kann das gehen. Aber nochmal kurz zur Linsensuppe - das klingt für mich ehrlich gesagt nach nem vernünftigen Einstieg, weil ich Linsensuppe sowieso mache, so alle zwei Wochen im Herbst. Ob da ein paar gewürfelte Knollen drin verschwinden oder nicht, das ist kein Theater. Das wäre mal n Versuch ohne dass ich gleich irgendwas Neues lernen oder umstellen muss. Was ich aber bei allem was hier gelaufen ist noch nicht verstanden hab: wenn die Betaine in die Flüssigkeit wandern beim Einlegen, und ich das Glas-Zeug dann ohne diese rote Brühe esse - esse ich dann eigentlich das Schlechteste aus beiden Welten? Also weder die frische Knolle noch die Stoffe die jetzt im Essigsud schwimmen? Das ist mir grad eben erst eingefallen und ich weiß nicht ob das ne dumme Frage ist oder nicht.
@n.feld, das mit dem Meerrettich ist interessant, das hätte ich jetzt nicht auf dem Schirm gehabt. Ich kenn Meerrettich eigentlich nur vom Tafelspitz oder zum Räucherfisch, aber dass der den Erdton aufbricht - das macht irgendwie Sinn wenn ich kurz drüber nachdenke.
Zitat von n.feldwie weit man kommt wenn man einfach sauber formuliert was man eigentlich vergleicht
ja, und das ist auch ein bisschen das was mich grad beschäftigt. Ich bin eigentlich ins Forum hier wegen dem Betanio-Zeug meines Kollegen, und jetzt sitz ich und überlege ob Meerrettich zu Rote Beete passt. So kann das gehen. Aber nochmal kurz zur Linsensuppe - das klingt für mich ehrlich gesagt nach nem vernünftigen Einstieg, weil ich Linsensuppe sowieso mache, so alle zwei Wochen im Herbst. Ob da ein paar gewürfelte Knollen drin verschwinden oder nicht, das ist kein Theater. Das wäre mal n Versuch ohne dass ich gleich irgendwas Neues lernen oder umstellen muss. Was ich aber bei allem was hier gelaufen ist noch nicht verstanden hab: wenn die Betaine in die Flüssigkeit wandern beim Einlegen, und ich das Glas-Zeug dann ohne diese rote Brühe esse - esse ich dann eigentlich das Schlechteste aus beiden Welten? Also weder die frische Knolle noch die Stoffe die jetzt im Essigsud schwimmen? Das ist mir grad eben erst eingefallen und ich weiß nicht ob das ne dumme Frage ist oder nicht.