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Moin, bin neu hier - Laufer aus Harburg mit Fragen zum Blutdruck

Moin zusammen, ich bin der Gregor, 37, aus Hamburg-Harburg. Laufe seit ein paar Jahren Halbmarathon und beschäftige mich langsam mehr mit so Ernährungskram weil ich merke dass es irgendwie doch eine Rolle spielt. Vor kurzem hat mir jemand im Lauftreff erzählt dass Rote-Beete-Konzentrat gut für den Blutdruck sein soll. Hab das dann ne Zeitlang probiert, war aber ehrlich gesagt nicht überzeugt vom Effekt - und auch nicht vom Preis. Jetzt interessiert mich aber trotzdem wie andere das sehen. Misst ihr das selbst nach? Und wie unterscheidet man da zwischen echtem Effekt und Placebo? Mein Arzt sagt einfach nur "ess gesund", hilft mir nicht so richtig weiter. Deswegen dachte ich vielleicht finde ich hier Leute die sich damit auskennen. Bin neu im Forum, also entschuldigt falls ich was falsches mache. Danke schonmal!

Zitat von gg1987

Misst ihr das selbst nach

- ja das ist die Frage die mich auch immer nervt. Bei mir funktioniert das nicht wirklich, ehrlich gesagt. Ich hab Bluthochdruck und nehme seit Jahren meine Tabletten. Punkt. Mein Hausarzt sagt dass das reicht und ich glaube ihm auch. Das Problem mit so Selbstmessungen ist dass man da viel zu viel reininterpretiert. Ich meine, wenn du morgens misst und abends nochmal und die Werte sind unterschiedlich - ist das dann die Beete schuld? Oder hast du schlecht geschlafen? Oder es ist zu warm draußen? Bei meiner Mutter war es genauso. Die hat immer alles gegessen was sie wollte und ist davon ausgegangen dass ein grüner Salat das wieder ausgleicht. Das funktioniert so nicht. Wenn dein Arzt dir nur "ess gesund" sagt dann frag ihn konkret nach. Ich meine, ist es die Menge Salz? Weniger Fleisch? Mehr Bewegung? Da gibt es ja verschiedene Ecken. Dieses Konzentrat-Zeug - na ja. Ich koche meine Rote Beete selbst, mach mir davon auch was ein. Aber als Medizin? Glaube ich nicht dran. Das ist mir zu kompliziert und am Ende zahlst du für sowas mehr als für echtes Gemüse. Wenn es dir schmeckt dann gut. Aber nicht weil es dein Blutdruck wird.

@hannelore_b das mit der Selbstmessung - ja, genau das nervt mich auch. Ich hab mir vor nem halben Jahr so ein Blutdruckmessgerät gekauft, billig Teil von dm. Nach ner Woche dachte ich mir schon - ok das bringt mir nix außer Stress. Wert morgens anders als abends manchmal komplett verschieden obwohl ich nix besonderes gemacht hab. Aber eine Sache interessiert mich trotzdem: du sagst dein Arzt sagt dir einfach "ess gesund" - hat der dir jemals konkret gesagt was du ändern sollst? Also bei meinem Hausarzt ist es ähnlich. Der schaut auf die Waage sagt "könnte etwas weniger sein" und dann ist die Visite vorbei. Ich laufe aber regelmäßig, das zählt doch auch was? Manchmal denke ich mir - der Arzt hat auch nur ne halbe Stunde Zeit für zehn Patienten, der interessiert sich doch nicht wirklich. Mit der Beete geb ich dir Recht. Das Konzentrat ist einfach teuer für das was es ist. Aber frische Beete selbst kochen - mach ich ab und zu auch. Geht schneller als ich dachte am Anfang. Schmeckt einfach besser und kostet nix. Die Frage die ich aber noch hab: wenn man seinen Blutdruck nicht messen soll weil die Werte schwanken - wie merkt man dann überhaupt ob was hilft oder nicht? Oder ist das einfach was zwischen dir und deinem Arzt und fertig?

@gg1987 na ja, das ist ja die Sache. Dein Arzt wird dir wahrscheinlich nicht mehr sagen als "weniger Salz, mehr bewegen". Das ist nicht sein Job so detailliert zu werden, finde ich. Der hat hundert andere Patienten. Aber das mit der Messung - ich sag ja nicht dass du gar nicht messen sollst. Sondern dass es bei mir persönlich keinen Sinn macht weil ich ohnehin meine Tabletten nehme und der Arzt sagt die funktionieren. Fertig. Wenn dein Arzt dir aber sagt du sollst kontrollieren - dann eben zum Arzt gehen und dort messen lassen. Nicht zuhause jeden Tag wie verrückt. Das Problem ist - und das habe ich bei meiner Mutter gesehen - dass Menschen dann anfangen ihre ganze Ernährung umzustellen weil eine Messung schlecht war. Und am nächsten Tag ist es wieder besser und sie denken die Beete hat geholfen. Aber wahrscheinlich war es nur Zufall oder Stress der weniger war. Man kann das nicht isolieren wie in einem Labor. Bei dir ist es anders - du läufst ja regelmäßig, das ist schon was. Vielleicht reduzierst du einfach mal bewusst Salz für zwei Wochen und schaust wie dich das fühlt. Nicht messen, nur fühlen. Oft merkt man sowas. Weniger Kopfschmerzen vielleicht oder nicht so müde. Das ist manchmal aussagekräftiger als irgendwelche Zahlen.

@hannelore_b das mit dem "nur fühlen" statt messen macht Sinn, aber ehrlich gesagt bin ich da auch Skeptiker. Ich laufe regelmäßig, und wenn ich nach nem guten Lauf nach Hause komme - klar fühle ich mich besser. Aber ob das was mit dem Blutdruck zu tun hat oder nur damit dass ich gerade Endorphine habe, keine Ahnung. Was mich aber neugierig macht: du sagst dein Arzt sagt die Tabletten funktionieren. Wie weiß er das? Hat der dich regelmäßig gemessen oder war das auch nur einmal und dann Ruhe? Weil wenn selbermessen problematisch ist wegen der Schwankungen - dann müsste der Arzt doch auch regelmäßig kontrollieren um zu sehen ob die Medikation anschlägt oder? Bei mir ist das anders weil ich ja keine Tabletten nehme und mein Arzt auch nix gesagt hat dass ich müsste. Der hat einfach nur gemeint "Gewicht runter mehr bewegen" - was ich ja bereits mache. Manchmal denke ich mir dass ich vielleicht einfach zu jung bin oder es nicht schlimm genug ist damit sich jemand Zeit für mich nimmt. Aber dann frag ich mich auch - wann wird es denn schlimm genug? Will ich erst warten bis der Arzt sagt ok jetzt brauchst du Pillen? Das ist wahrscheinlich ne dumme Frage aber mich interessiert halt wie du das bei dir selbst geregelt hast.

@gg1987 willkommen im Forum! Schön dass du direkt mit ner guten Frage reinkommst. Das mit dem Arzt und der regelmäßigen Kontrolle - da muss ich @hannelore_b mal ein bisschen widersprechen. Mein Mann hat seit nem Jahr die Bluthochdruck-Geschichte und sein Arzt hat ihm definitiv gesagt er soll regelmäßig selbst messen. Aber nicht täglich wie verrückt sondern so eine Art Protokoll - morgens vor dem Kaffee, abends zur gleichen Zeit, eine Woche lang. Dann bringt man das mit zum nächsten Termin. Der Arzt schaut sich das an und sieht ob die Werte insgesamt sinken oder nicht. Das hat Sinn gemacht für uns. Das Problem das du beschreibst - dass die Werte schwanken - ja klar tun sie das. Deswegen eben nicht einzelne Messungen bewerten sondern den Trend über Zeit. Mein Mann war anfangs auch total gestresst von jeder einzelnen Messung. Jetzt macht er einfach sein Protokoll und gut. Bei dir ist es aber anders weil dein Arzt dir nicht mal gesagt hat dass du kontrollieren sollst. Das würde ich konkret nachfragen beim nächsten Termin - "sollen sie mich regelmäßig selbst messen?" Wenn er nein sagt dann brauchst du auch nicht. Wenn ja dann mach es strukturiert nicht chaotisch. Und zu deiner Frage wann es "schlimm genug" wird - das ist ned dumm. Mit 37 und regelmäßig laufen bist du wahrscheinlich noch nicht im Hochrisikobereich. Aber checken kostet nix. Wenn du unsicher bist würde ich einen Termin nur dafür machen - nicht als Nebenthema in der Visite. Dann hat der Arzt auch Zeit für deine Fragen.

@rosi_k danke für die konkrete Info. Das mit dem Protokoll über eine Woche - das klingt tatsächlich sinnvoller als das täglich-Chaos das ich gemacht hab. Ich denk ich probier das mal beim nächsten Termin anzusprechen, ob der das von mir erwartet oder nicht. Was mich aber gerade triggert ist das Thema Arzt-Zeit. Klar hat der hundert Patienten, aber wenn ich einen extra Termin nur für die Blutdruck-Sache mache - wird der mich dann nicht einfach wieder abspeisen mit "bewegen Sie sich mehr"? Bei mir in der Arbeit im Lager ist es ähnlich. Der Chef sagt "mach das effizienter" aber wenn du konkret fragst wie, guckt er dich nur an. Manchmal denke ich mir - die wissen selbst nicht richtig was sie wollen. Bei dir mit dem Mann ist es ja so dass er schon "die Bluthochdruck-Geschichte" hat wie du sagst. Bei mir ist es noch vage. Mein Arzt hat nie gesagt ob ich jetzt Bluthochdruck habe oder nur "gefährdet" bin oder was. Deswegen weiß ich auch gar nicht ob ich das ernst nehmen soll oder ob das nur prophylaktischer Kleinkram ist. Das mit der Beete war ja auch nur weil mir jemand im Lauftreff was erzählt hat, nicht weil mein Arzt mich drauf hingewiesen hätte. Vielleicht bin ich auch nur paranoid weil ich älter werde. War das bei deinem Mann auch so am Anfang - dass keiner richtig klar gemacht hat was los ist?

@gg1987 willkommen erst mal:)

Das mit der Klarheit vom Arzt - ja das nervt mich auch. Bei mir war es ähnlich, nur dass ich mir irgendwann selbst gedacht hab: ok, wenn der mir nicht sagt ob ich jetzt Bluthochdruck hab oder nur erhöhte Werte, dann frag ich einfach konkret nach. "Habe ich Bluthochdruck oder nicht?" - nicht "sollte ich was machen", sondern die klare Frage. Bei meinem Hausarzt in Wien war die Antwort dann tatsächlich differenzierter als das "ess gesund"-Gelaber. Was ich aber noch sagen würde - und das unterscheidet sich von dem was @rosi_k sagt - ist dass ich selbst nicht viel von täglichen Messungen halte. Das ist meine persönliche Erfahrung. Aber ein strukturiertes Protokoll über eine Woche wie bei ihrem Mann das macht Sinn. Das ist nicht paranoid, das ist einfach Daten sammeln. Die Sache mit der Beete - @hannelore_b hat recht dass die Konzentrate teuer sind für das was drin ist. Aber frische Rote Beete selbst zu kochen dauert keine halbe Stunde, und dann weißt du auch was drin ist. Ob das dann dein Blutdruck sinkt oder nicht - tja, das wirst du mit deinen Messungen sehen. Falls du die machst. Was mich jetzt neugierig macht: wie alt bist du eigentlich und wie sind denn deine Werte insgesamt? Weil ob das jetzt "ernst nehmen" oder "prophylaktischer Kleinkram" ist - das hängt ja auch davon ab ob 140/90 oder eher 130/80 oder was ganz anderes.