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Hobbyathlet vor erstem Wettkampf – wann fängt sinnvolle Ergänzung an?

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@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

Ich bring das beim nächsten Kontakt nach

mach das net. Sag's ihm auf der Tour wenn du merkst dass du kämpfst - net vorher als Vorgespräch, net per Nachricht, sondern einfach wenn's relevant wird. "Ich bin das erste Mal so lang gefahren" ist kein Roman, das sind acht Wörter. Auf Kilometer 70 weißt du schon ob du das brauchst oder net. Was mich bei dem Clipless-Pedale-Kommentar aber gerade wirklich aufhält: der meint damit wahrscheinlich net Technik. Der meint Kraftübertragung auf den letzten 30 wenn die Beine leer sind. Mit Clipless zieht du noch hoch wenn du net mehr drücken kannst. Das ist kein Tipp für Anfänger, das ist Erfahrungswissen über Ermüdung. Der Typ weiß genau was auf dich zukommt, auch wenn er's net so sagt. Ich hab das selbst erlebt - erste richtig lange Tour, Kilometer 100, und ich hab gemerkt dass ich nur noch drücke, kein Zug mehr von oben. Das kostet dich auf den letzten 20 Kilometern mehr als du denkst. Das hat null mit Rote Beete zu tun. Halb sieben Abfahrt - das wird ein langer Tag. Ich bin gespannt wie das wird.

@rennradhorst [quote=rennradhorstDas hat null mit Rote Beete zu tun[/quote]

das stimmt - aber der Satz macht mir gerade mehr klar als er vielleicht soll. Ich fahr die Tour übernächstes Wochenende und die einzige konkrete Warnung die ich bekommen hab kommt über Clipless-Pedale und Kraftübertragung bei leeren Beinen. Net über Nitrat, net über Timing, net über Magenverträglichkeit. Was mich gerade wirklich beschäftigt: ich hab den ganzen Thread über gedacht das Thema ist Supplement - ja oder nein, wann, wie viel. Und jetzt merke ich dass die Tour mit dem Kollegen mich auf was vorbereitet das ich vorher noch nie gespürt hab. Ich weiß noch nicht mal wie sich Beine anfühlen die so leer sind dass man nicht mehr drücken kann. Das klingt offensichtlich aber ich hab das noch nie erlebt, nur gelesen. Ich frag mich ob ich Betanio überhaupt mitnehmen soll. Net weglassen weil es nicht wirkt - sondern weil ich an dem Tag so viel Neues auf einmal hab dass ich sowieso nix auswerten kann. Vielleicht ist das erste Mal über diese Distanz einfach kein Testtag für irgendwas außer fahren. Hab dem Kollegen grad noch eine kurze Nachricht geschickt wegen Treffpunkt. Der hat zurückgeschrieben: "Brötchen selber mitbringen." Mehr net. Ich glaub das sagt alles.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

Brötchen selber mitbringen

das ist ehrlich gesagt das beste Briefing das du für diese Tour kriegen konntest. Der Typ sagt dir damit: ich kümmer mich net um dich, du bist selbst verantwortlich was du mitnimmst. Das ist kein Desinteresse - das ist Respekt. Er behandelt dich wie jemanden der weiß was er tut, auch wenn du's noch net weißt. Was mich bei deiner Frage ob du Betanio überhaupt mitnehmen sollst gerade aufhält: ich würd das umdrehen. Net "nehm ich's mit oder net" - sondern wann hast du's zuletzt genommen und wie lang ist das her. Weil wenn du da übernächstes Wochenende zum ersten Mal seit Wochen wieder reingreifst ist das eine Variable die du wirklich net brauchst. Gewohntes Zeug das du kennst - okay. Zeug das du ne Weile net hattest und dessen Dosis du net mehr im Gefühl hast - eher net. Das Brötchen-Thema mein ich aber ernst. Ich hab auf langen Touren irgendwann gemerkt dass mir Gels nach Stunde drei anfangen zu schmecken wie Chemie und ich dann gar nix mehr essen will. Ein Brötchen mit irgendwas Normalem drauf hat mich da zweimal gerettet wo Riegel nix mehr gebracht haben. Klingt lächerlich aber das ist wirklich so. Frag den Kollegen was er draufpackt - da lernst du gerade mehr als in jedem Supplement-Thread.

@rennradhorst [quote=rennradhorstFrag den Kollegen was er draufpackt[/quote]

ich hab da grad kurz gelacht weil ich weiß genau was der sagt. Käse. Der ist so ein Käse-Typ, das kenn ich von der Kantine. Immer dasselbe, nie drüber nachdenken. Was mich aber wirklich gerade beschäftigt ist was du über das Betanio sagst - wann hab ich's zuletzt genommen. Ehrlich gesagt: vor gut zwei Wochen. Hab's dann irgendwie vergessen weil die Schicht zuletzt ziemlich hart war, vier Tage am Stück Nachtumstellung. Das heißt übernächstes Wochenende wäre tatsächlich so eine Art Wiedereinstieg unter Vollbelastung. Das ist mir zu riskant wenn ich das so direkt höre. Ich glaub ich nehm's nicht mit. Nicht für immer weglassen - aber für diesen Tag. Der Tag hat eh genug Unbekannte. Was mich dabei aber gerade aufhält ist was du über die Gels sagst, dass die nach Stunde drei wie Chemie schmecken. Ich hab das noch nie erlebt weil ich noch nie in Stunde drei war mit Gel. Aber ich kenn das Phänomen von der Arbeit - wenn du acht Stunden auf den Beinen warst und jemand stellt dir Fastfood hin, den Geruch kannst du dann irgendwann net mehr. Körper dreht ab auch wenn er was braucht. Ich pack also Brötchen ein. Wahrscheinlich mit Käse, damit ich auch zum Typ werde der einfach ne Banane rausieht.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

damit ich auch zum Typ werde der einfach ne Banane rausieht

das ist net dasselbe wie Käse. Ich mein das ernst. Banane hat Zucker der schnell geht Käse hat Fett und Protein das ewig braucht bis es irgendwo ankommt. Nach Stunde drei auf dem Rad ist Käse eigentlich das letzte was du willst wenn du schnell was brauchst. Ich sag das net um den Kollegen schlechtzumachen - der hat seinen Körper trainiert das zu verarbeiten, der fährt das seit Jahren so. Du noch net. Was mich bei deinem Post aber wirklich aufhält: du packst Brötchen mit Käse ein weil du denkst das ist das was funktioniert. Aber du weißt net ob dein Magen nach vier Stunden Vollbelastung überhaupt noch Käse will. Manche Leute können das, manche stellen fest dass sie dann nur noch süß essen können, manche gar nix mehr. Das ist wirklich individuell, das kann dir kein Forum sagen. Ich hab das bei mir so gelöst: ich pack immer beides mit. Was Süßes, was Herzhaftes, und dann schau ich auf Kilometer 70 was mich mehr anmacht. Meistens weiß der Körper das selbst wenn man aufhört zu planen was man essen "sollte". Und noch was - wenn du nächste Woche irgendwann die Möglichkeit hast eine normale 60er-Runde zu fahren, nimm die Brötchen mit und iss eins davon unterwegs. Net wegen dem Magen, sondern damit du weißt wie sich das überhaupt anfühlt - essen während man fährt, einpacken, auspacken, Lenkrad loslassen kurz. Das klingt blöd aber beim ersten Mal ist das ungewohnter als man denkt.

@rennradhorst [quote=rennradhorstdamit du weißt wie sich das überhaupt anfühlt - essen während man fährt[/quote]

das klingt wirklich blöd und ich hab trotzdem grad kurz innegehalten weil ich ehrlich gesagt nicht weiß ob ich das kann. Ich hab auf meinen bisherigen Runden nie gegessen während ich gefahren bin. Immer angehalten. Kurz absteigen, essen, weiterfahren. Das ist mir nie als Problem aufgefallen weil die Strecken kurz genug waren. Bei 5-6 Stunden ist das keine Option mehr, oder zumindest keine gute. Ich hab das jetzt kurz gedanklich durchgespielt und gemerkt dass ich noch nicht mal weiß wo ich das Brötchen überhaupt hinpack. Ich hab keine Lenkertasche, ich hab eine Trinkflasche links, Garmin vorne, und mein Trikot hinten hat drei Taschen die ich meist mit Schlüssel, Telefon und Pflaster vollstopfe. Kein Platz für ein Brötchen das ich auch noch mit einer Hand auswickeln will. Das ist so ein Detail das ich nie gedacht hätte dass es relevant ist. Ich plan gerade ernsthaft Ausrüstung für eine Tour bei der ich eigentlich nur schauen wollte wie ich mich anfühle. Schichtleiter-Gehirn lässt grüßen. Ich glaub ich besorg mir noch diese Woche eine kleine Rahmentasche. Nicht wegen dem Käse, sondern weil ich beim Nachdenken drüber gemerkt hab dass ich nie wirklich für längere Verpflegung ausgerüstet war.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

Ich plan gerade ernsthaft Ausrüstung

das ist net der Schichtleiter-Kopf, das ist einfach richtig. Eine Rahmentasche ist kein Overthinking, das ist Grundausstattung ab einer gewissen Distanz. Ich hab das auch zu spät kapiert - bin jahrelang mit vollgestopften Trikottaschen gefahren und hab mich gewundert warum ich auf langen Touren hinten immer so ein Ziehen hatte. Das Gewicht liegt da halt net gut wenn die Taschen voll sind und du vier Stunden drüber sitzt. Aber pass auf was du kaufst. Es gibt Rahmentaschen die klingen super und dann kriegst du die Wasserflasche unten net mehr raus weil die Tasche genau davor hängt. Ich hab da mal einen Fehlkauf gemacht - 35 Euro für was das ich nach zwei Fahrten wieder rausgeschmissen hab weil's mit meiner Flaschenkäfigsposition einfach net zusammengepasst hat. Kauf das wenn möglich irgendwo wo du's kurz anhalten und anprobieren kannst, net blind online. Was mich aber gerade noch beschäftigt: du hast jetzt innerhalb von einem Tag Attendorn bestätigt, Betanio für den Tag gestrichen und merkst dass du nie im Fahren gegessen hast. Das sind drei konkrete Dinge die du wirklich weißt jetzt. Das ist mehr als nach den meisten Threads übrig bleibt.

@rennradhorst [quote=rennradhorstDas sind drei konkrete Dinge die du wirklich weißt jetzt[/quote]

ja - und das ist eigentlich das erste Mal in diesem Thread dass ich das Gefühl hab irgendwas wirklich abgehakt zu haben statt nur drüber nachzudenken. Drei Dinge. Das klingt wenig aber für mich ist das gerade mehr wert als die ganze Nitrat-Diskussion davor. Was mich bei dem Rahmentaschen-Hinweis aber wirklich aufhält: du sagst kauf das nicht blind online Flaschenkäfig-Problem. Ich hab zuhause noch kurz nachgeschaut wie mein Rahmen überhaupt aussieht - da ist ein Wasserflaschenhalter unten am Unterrohr, einer am Sitzrohr. Wenn ich da eine Tasche reinpacke ist mindestens einer davon futsch. Das hab ich nie so gesehen weil ich nie eine Tasche gebraucht hab. Ich geh am Donnerstag nach der Frühschicht kurz in den Fahrradladen hier an der Castroper - die haben meistens Zeit wenn man vormittags kommt. Da kann ich das anhalten und schauen was passt. Das ist machbar. Was mich aber gerade noch mehr beschäftigt: du sagst du hast das zu spät kapiert mit den Trikottaschen und dem Ziehen. Ich frag mich ob ich das bei mir auch schon hab und einfach nicht zugeordnet hab. Ich hab nach langen Runden manchmal so ein Ziehen im unteren Rücken das ich immer aufs Rad geschoben hab - Sitzposition, zu weit vorne. Vielleicht war das aber einfach das Gewicht hinten. Keine Ahnung. Das ist jetzt noch eine Variable die ich erst auf Attendorn irgendwie einordnen kann.

@rote_socke_83

Zitat von rote_socke_83

Vielleicht war das aber einfach das Gewicht hinten

das würd ich net ausschließen - aber ich würd das erst nach Attendorn einordnen wollen. Weil Rücken auf 60 Kilometern und Rücken auf 130 ist schlicht net dasselbe, das ist wie zwei verschiedene Baustellen die zufällig gleich aussehen. Was mich bei deinem Post aber wirklich aufhält ist was anderes - du gehst Donnerstag in den Laden an der Castroper nach der Frühschicht. Das klingt gut, aber wenn du nach Frühschicht reingehst bist du unter Umständen so im Kopf noch bei der Arbeit dass du das erste nimmst was passt und nicht das beste. Ich kenn das von mir selbst, ich bin nach langen Arbeitstagen mal schnell im Baumarkt und hab zweimal das falsche Kabel mitgenommen weil ich net richtig hingeschaut hab. Nimm fünf Minuten bevor du rein gehst und schreib auf was dein Rahmen konkret hat - Rohrdurchmesser wenn du den kennst, wo genau die Käfige sitzen, ob da irgendwelche Kabelführungen am Unterrohr sind. Die Jungs im Laden können dir dann wirklich helfen statt dir einfach was Passendes hinzustellen. Und zum Rückenziehen - fahr Donnerstag nach dem Laden nochmal kurz 20, 30 Minuten ohne Trikottaschen. Einfach leer. Wenn das Ziehen dann net kommt weißt du schon mehr als jetzt.

@rennradhorst [quote=rennradhorstRohrdurchmesser wenn du den kennst, wo genau die Käfige sitzen[/quote]

das ist eigentlich der praktischste Hinweis den du heute noch rausgehauen hast. Ich hab grad kurz das Rad aus dem Keller geholt und nachgeschaut - Kabelführung läuft tatsächlich außen am Unterrohr entlang, also ist da weniger Platz als ich dachte. Und der untere Käfig sitzt ziemlich weit unten, fast am Tretlager. Das schränkt ein. Was mich bei deinem Tipp mit den 20-30 Minuten ohne Trikottaschen aufhält: ich hab das noch nie bewusst so gemacht. Ich pack die Taschen immer bevor ich raus geh, automatisch, wie Schuhe anziehen. Das ist mir nie als Variable aufgefallen. Ich probier das Donnerstag nach dem Laden - kurze Runde, nix hinten, schauen was der Rücken sagt. Was mich aber gerade noch beschäftigt und wirklich neu ist: ich merke dass ich heute in vier Stunden mehr konkrete Entscheidungen getroffen hab als in drei Wochen Recherche vorher. Betanio weg für Attendorn, Rahmentasche, essen während fahren üben. Das ist alles aus Gespräch entstanden nicht aus einem Produktvergleich oder Podcast. Ich bin immer noch der Meinung dass Betanio nicht grundsätzlich Humbug ist - aber ich merk gerade wie wenig das für die nächsten drei Wochen zählt. Mal schauen was der Ladentyp an der Castroper sagt. Der kennt mein Rad sogar, hab's da mal zur Inspektion gehabt.

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