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Blutdruckmessung zu Hause - wer macht das regelmäßig und wie verlässlich ist das?

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@fk_1988

Zitat von fk_1988

Das ist nicht fehlende Frage von rainer, das ist fehlende Antwort vom Arzt

ja, genau das. Danke dass du das so klar sagst, weil ich mir da manchmal selbst nicht sicher bin ob ich einfach zu blöd frag oder ob da wirklich was nicht stimmt andererseits gesehen. @elvira_k deine Garten-Analogie ist eigentlich ganz gut, auch wenn fk sie gleich auseinander genommen hat. Nur - beim Garten weißt du wenigstens was du erreichen willst. Entweder die Tomate wächst oder nicht. Bei mir weiß ich nach zwei Jahren immer noch nicht was genau der Zielwert sein soll bei dem ich sagen kann: ok, Tabletten kommen rein. Oder umgekehrt: ok, kein Bedarf. Das hat mir nie jemand gesagt. Weder Zahl noch Zeitraum. Ich glaub das ist mein eigentliches Problem und ich hab's bisher gar nicht so formuliert. Es gibt kein klares Ziel. Nur "messen Sie mal" und irgendwann kommt dann halt irgendwas. Das ist so als würd ich im Betrieb ne Maschine überwachen ohne zu wissen welcher Druckwert der Grenzwert ist. Da kann ich auch schreiben bis mir die Hand abfällt - nützt nix wenn keiner festgelegt hat ab wann ich den Schalter umlege. Das DMP-Ding liegt übrigens noch auf dem Küchentisch. Meine Frau fragt nicht mehr danach, glaub sie hat aufgehört.

@rainer_w64 Zitat von rainer_w64Es gibt kein klares Ziel. Nur "messen Sie mal" und irgendwann kommt dann halt irgendwas. da hast du was angesprochen das mich ehrlich gesagt mehr ärgert als das ganze Messgerät-Drama. Weil du hast recht - ohne Zielwert ist messen einfach nur Datensammeln ins Leere. Aber das ist auch kein Arzt-Problem allein, das ist auch ne Kommunikations-Falle wo beide Seiten reinfallen. Der Arzt denkt wahrscheinlich "ok der Typ hat leicht erhöhte Werte, ich sag ihm er soll messen, wenn's kritisch wird sag ich ihm Bescheid". Und du denkst "ok der sagt messen, also muss es irgendwann ne Entscheidung geben". Aber die wird nie explizit benannt. Das DMP-Ding auf deinem Küchentisch - das ist genau für so Situationen gedacht. Da gibt's Ziele, da gibt's nen Plan, und da wird auch tatsächlich regelmäßig drüber geredet. Nicht nebenbei sondern als Termin-Kernpunkt. Ich weiß das klingt blöd aber ich würd das trotzdem mal ausfüllen und einreichen. Nicht weil ich glaub dass dein Arzt plötzlich zum super-Kommunikator wird, sondern weil du dann wenigstens ne Struktur hast wo die Frage "ab wann ist's kritisch" geklärt wird oder eben nicht - dann weißt du wenigstens dass er sich das nicht erklären will. Und dann kannst du immer noch gucken ob du nen anderen Arzt brauchst. Aber so im Niemandsland ist einfach nur anstrengend für dich und bringt nix.

moin, ich lese das hier jetzt schon ne Weile mit und muss ehrlich sagen - das mit dem DMP-Ding ist ne gute Sache @fk_1988 aber das Problem löst sich dadurch auch nicht wirklich auf. @rainer_w64 hat recht dass keiner ihm sagt ab wann's kritisch wird. Nur - selbst wenn der Arzt das im DMP-Programm aufschreibt, ändert das an der Grundfrage nix. Es geht ja nicht um ne schönere Struktur es geht darum dass der Typ zwei Jahre misst und keiner hat ihm gesagt wofür eigentlich. Was mich aber bei dem ganzen Thread nervt ist dass immer wieder diese Idee hochkommt dass der Patient selbst was "steuern" kann durch Rote Beete oder weniger Kaffee oder sonst was. Und dann muss man wieder aufpassen dass man nicht in Selbsttherapie-Land abdriftet. Ich bin bei meinem Training genau da - mache meine Kilometer, schlaf genug, ess halbwegs vernünftig. Aber ob mein Blutdruck deshalb besser ist oder nicht, kann ich nicht isolieren. Und ehrlich, mir ist das auch schnuppe. Wenn der Arzt sagt die Werte sind ok dann sind sie ok. Wenn nicht dann nicht. Das eigentliche Problem das @rainer_w64 beschreibt - dass da keiner mit ihm denkt - das ist aber auch nicht mit DMP gelöst. Das ist einfach ne andere Frage. Das ist die Frage ob dein Arzt Zeit für dich hat oder nicht. Und darauf hat kein Formular ne Antwort.

@gg1987

Zitat von gg1987

Das ist einfach ne andere Frage. Das ist die Frage ob dein Arzt Zeit für dich hat oder nicht.

ja. und das ist das erste Mal in diesem ganzen Thread dass das jemand so direkt sagt ohne gleich nen Lösungsvorschlag hinterherzuschicken. DMP direkter Fragen, Arzt wechseln - alles gut gemeint. Aber am Ende ist es halt so: manche Ärzte haben diese Zeit einfach nicht. Oder wollen nicht. Ich weiß nicht was schlimmer wär. Was mich bei deinem Beitrag aber wirklich beschäftigt ist das mit dem Isolieren. Du sagst du machst deine Kilometer und schläfst genug und dir ist es schnuppe ob das den Blutdruck beeinflusst. Das find ich ehrlich gesagt fast ein bisschen beneidenswert. Ich komm da nicht hin. Vielleicht weil ich nicht Sport mache sondern einfach nur nicht krank werden will - das fühlt sich anders an, irgendwie dringlicher. Und das Zwei-Jahre-messen-ohne-Ziel das ich letztens beschrieben hab - ich merk jetzt grad erst dass ich das nie so gedacht hab wie eine Maschine im Betrieb ohne Grenzwert. Aber genau so läuft das. Ich überwach was ohne zu wissen was der Alarm auslöst. Das wäre bei uns im Betrieb ein Kündigungsgrund, echt jetzt.

Zitat von rainer_w64

ich komm da nicht hin. Vielleicht weil ich nicht Sport mache sondern einfach nur nicht krank werden will

@rainer_w64 da sitzt du aber genau im Problem. Weil "nicht krank werden" ist ja kein Ziel, das ist ne Angst. Und mit Angst fängst du automatisch an zu kontrollieren. Bei mir ist das anders - wenn ich meine 10 km laufe und die Ruheherzfrequenz passt, dann weiß ich wo ich stehe. Aber das funktioniert nur weil Sport messbar ist. Blutdruck ist halt diffuser, der kommt aus allen möglichen Ecken und keiner kann dir sagen wie viel dein Körper davon selbst regelt und wie viel ist einfach genetisch. Das ist frustrierend, verstehe ich. Nur - und das ist nicht böse gemeint - zwei Jahre messen weil du nicht krank werden willst und dann immer noch nicht wissen wofür... da hilft auch kein besserer Arzt. Da hilft nur wenn du selbst klar machst: ok, messe ich oder nicht. Und wenn ja - wozu. Nicht "der Arzt soll mir sagen wozu", sondern du fragst dich selbst. Weil wenn du diese Frage nicht selbst klären kannst, dann wird die kein Formular und kein Programm für dich beantworten. Ich kenne das auch, dieses Gefühl von "ich muss was tun damit's nicht schlimmer wird". Aber das ist ein Mühlenrad das sich immer weiter dreht, je mehr du misst. Irgendwann fragst du dich nur noch warum 🤷

@gg1987

Zitat von gg1987

da hilft nur wenn du selbst klar machst: ok, messe ich oder nicht

ne, warte mal. Das klingt vernünftig aber ich glaub das ist zu einfach. Weil die Frage "messe ich oder nicht" kann ich mir selbst gar nicht richtig beantworten solange ich nicht weiß was der Arzt mit den Werten macht. Das ist kein Kreisdenken das ist einfach wie das zusammenhängt. Ich kann ja nicht einfach aufhören und sagen - egal, ich spür schon wenn's schlimmer wird. Das wäre blöd. Was mich an deinem Beitrag aber wirklich trifft ist das mit der Angst. Du sagst "nicht krank werden" ist keine Ziel, das ist eine Angst. Stimmt wahrscheinlich. Aber was soll ich denn machen, mir ein konkretes Ziel basteln das ich selbst erfunden hab? 130 zu 85 und dann bin ich glücklich - wo kommt die Zahl her? Von mir? Das ist doch auch keine Lösung. Beim Schlosser-Job weiß ich genau was ich prüfe und warum. Die Toleranzen stehen im Plan. Hier hab ich keinen Plan. Nur ein Gerät und die leise Hoffnung dass irgendjemand irgendwann mal sagt ob das reicht. Draußen ist's heute den dritten Tag in Folge grau. Passt irgendwie.

Zitat von rainer_w64

die Frage "messe ich oder nicht" kann ich mir selbst gar nicht richtig beantworten solange ich nicht weiß was der Arzt mit den Werten macht

naja, da muss ich widersprechen @rainer_w64. Weil du stellst das so hin als ob die Antwort nur der Arzt geben kann. Aber die Frage ist ja auch - brauchst DU das Gerät für dich selbst oder brauchst du es um dem Arzt was zu geben. Das sind zwei verschiedene Sachen. Wenn du nur misst weil der Arzt's gesagt hat, dann bist du im falschen Film. Dann packst du das Ding weg und machst Termin und fragst konkret - soll ich weiter messen oder nicht. Fertig. Aber wenn du das misst weil du selbst wissen willst ob dein Blutdruck stabil läuft - ja, dann ist das ne andere Motivation. Dann ist es für dich nicht für den Arzt. Was ich aber sehe bei dir - und das mein ich nicht böse - du willst eigentlich beides gleichzeitig. Du willst dem Arzt was mitbringen UND du willst selbst ne Kontrolle haben. Das geht aber nicht wenn der Arzt nicht mitspielt. Dann musst du dich entscheiden. Entweder du machst das für dich selbst dann ist dir egal was der denkt. Oder du machst das für ihn, dann fragst du ihn was er braucht und gut ist. Das mit der Angst - das bleibt bestehen egal welchen Weg du nimmst. Aber das ist dann dein Problem, nicht das vom Gerät.

Zitat von ms_77

du willst eigentlich beides gleichzeitig

@gg1987 das ist das - ja stimmt. Aber ich find das auch nicht so falsch wie du's klingen lässt. Weil diese "entscheid dich für eine Motivation"-Logik, die klingt sauber aber so läuft das im echten Leben halt nicht. Wenn ich im Betrieb ne Maschine überwache mach ich das auch für mich und für den Schichtleiter gleichzeitig. Das ist kein Widerspruch, das ist einfach wie Verantwortung aussieht. Was mich aber grad wirklich beschäftigt ist was anderes. Du sagst "dann ist dir egal was der denkt". Aber das kann ich gar nicht. Weil wenn mein Blutdruck irgendwann über die Grenze geht, dann ist der Arzt derjenige der entscheidet ob ich Tabletten krieg oder nicht. Das ist keine Frage von Motivation. Der hat die Entscheidungshoheit, ich nicht. Also bin ich automatisch auf den angewiesen, ob mir das passt oder nicht. Ich glaub das ist der Punkt der mich am meisten nervt und den ich vorher nie so klar gedacht hab. Ich messe nicht freiwillig für mich. Ich messe weil ich auf ne Entscheidung warte die ich selbst nicht treffen darf. Das ist was anderes.

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