Blutdruckmessen zuhause – wie oft ist sinnvoll und wann wird es zur Belastung?
Zitat von elvira_k am Juli 23, 2026, 06:37 UhrIch habe da mal eine Frage, die mich in letzter Zeit beschäftigt. Mein Hausarzt hat mir geraten, meinen Blutdruck regelmäßig zu messen, seitdem der leicht erhöht war. Am Anfang habe ich das jeden Morgen gemacht, manchmal auch abends, und dann hing ich natürlich an den Werten. Letzte Woche habe ich mir gedacht ich messe einfach mal eine ganze Woche täglich, um zu sehen ob die Rote Beete aus meinem Garten einen Unterschied macht. Aber jetzt bin ich mir unsicher geworden. Meine Nachbarin, die auch so ein Blutdruckmessgerät hat, sagt dass sie gar nicht mehr messen möchte, weil sie süchtig danach wurde und sich ständig Sorgen gemacht hat. Das habe ich auch gemerkt, ehrlich gesagt. Wenn der Wert dann mal 5 Punkte höher ist, bin ich gleich wieder angespannt. Der Hausarzt hat mir nicht wirklich gesagt wie oft ich messen sollte. Einmal die Woche? Täglich? Nur wenn ich mich unwohl fühle? Und wie verlässlich sind diese Heimgeräte überhaupt. Neulich habe ich gelesen dass man das Gerät regelmäßig kalibrieren lassen sollte, aber das wusste ich gar nicht. Ich möchte das natürlich ernst nehmen und nicht fahrlässig sein, aber gleichzeitig soll das Messen ja nicht zur Obsession werden. Wie handhabt ihr das. Gibt es da so einen goldenen Mittelweg.
Ich habe da mal eine Frage, die mich in letzter Zeit beschäftigt. Mein Hausarzt hat mir geraten, meinen Blutdruck regelmäßig zu messen, seitdem der leicht erhöht war. Am Anfang habe ich das jeden Morgen gemacht, manchmal auch abends, und dann hing ich natürlich an den Werten. Letzte Woche habe ich mir gedacht ich messe einfach mal eine ganze Woche täglich, um zu sehen ob die Rote Beete aus meinem Garten einen Unterschied macht. Aber jetzt bin ich mir unsicher geworden. Meine Nachbarin, die auch so ein Blutdruckmessgerät hat, sagt dass sie gar nicht mehr messen möchte, weil sie süchtig danach wurde und sich ständig Sorgen gemacht hat. Das habe ich auch gemerkt, ehrlich gesagt. Wenn der Wert dann mal 5 Punkte höher ist, bin ich gleich wieder angespannt. Der Hausarzt hat mir nicht wirklich gesagt wie oft ich messen sollte. Einmal die Woche? Täglich? Nur wenn ich mich unwohl fühle? Und wie verlässlich sind diese Heimgeräte überhaupt. Neulich habe ich gelesen dass man das Gerät regelmäßig kalibrieren lassen sollte, aber das wusste ich gar nicht. Ich möchte das natürlich ernst nehmen und nicht fahrlässig sein, aber gleichzeitig soll das Messen ja nicht zur Obsession werden. Wie handhabt ihr das. Gibt es da so einen goldenen Mittelweg.
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 07:44 Uhrdas Problem ist halt auch dass du dich selbst reinsteigern kannst wenn du zu oft misst. meine Frau hatte das ähnlich, hat dann nach jeder Messung gegoogelt ob der Wert okay ist und war danach noch angespannter als vorher. Der Blutdruck ist halt kein fester Wert, der reagiert sofort auf deine Stimmung - wenn du vorher schon nervös bist weil du messen willst, ist das Ergebnis eh verfälscht. @elvira_k du fragst ob dein Gerät kalibriert werden muss - kommt drauf an wie alt es ist. mein Hausarzt hat mir mal gesagt dass die meisten Heimgeräte okay sind, solange man nicht alle zwei Wochen ein anderes benutzt. Aber wenn dich die Frage nervös macht, dann könntest du ja einmal beim Arzt direkt daneben messen lassen, einfach zum Vergleich. dann weißt du ob dein Gerät Unsinn zeigt oder nicht. Zu der Roten Beete - eine Woche messen bringt dir da eh nichts. Zu viele Variablen gleichzeitig. Du schläfst anders, isst anders, hast mehr Stress oder weniger, das Wetter spielt mit rein. Mein Tipp wäre eher: mess zweimal die Woche, immer morgens zur gleichen Zeit, schreib die Werte auf und vergiss sie dann wieder. Nach zwei drei Monaten kannst du dir einen Trend ansehen. Aber täglich? Das macht dich nur verrückt.
das Problem ist halt auch dass du dich selbst reinsteigern kannst wenn du zu oft misst. meine Frau hatte das ähnlich, hat dann nach jeder Messung gegoogelt ob der Wert okay ist und war danach noch angespannter als vorher. Der Blutdruck ist halt kein fester Wert, der reagiert sofort auf deine Stimmung - wenn du vorher schon nervös bist weil du messen willst, ist das Ergebnis eh verfälscht. @elvira_k du fragst ob dein Gerät kalibriert werden muss - kommt drauf an wie alt es ist. mein Hausarzt hat mir mal gesagt dass die meisten Heimgeräte okay sind, solange man nicht alle zwei Wochen ein anderes benutzt. Aber wenn dich die Frage nervös macht, dann könntest du ja einmal beim Arzt direkt daneben messen lassen, einfach zum Vergleich. dann weißt du ob dein Gerät Unsinn zeigt oder nicht. Zu der Roten Beete - eine Woche messen bringt dir da eh nichts. Zu viele Variablen gleichzeitig. Du schläfst anders, isst anders, hast mehr Stress oder weniger, das Wetter spielt mit rein. Mein Tipp wäre eher: mess zweimal die Woche, immer morgens zur gleichen Zeit, schreib die Werte auf und vergiss sie dann wieder. Nach zwei drei Monaten kannst du dir einen Trend ansehen. Aber täglich? Das macht dich nur verrückt.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 23, 2026, 09:55 Uhr@fk_1988
Zitat von fk_1988mess zweimal die Woche, immer morgens zur gleichen Zeit
Das ist vernünftig, aber ich frag mich ob das bei @elvira_k überhaupt ankommt solange sie noch im Rote-Beete-Experiment-Modus ist. Wenn du dir sagst "ich will sehen ob das Gemüse was macht", dann misst du automatisch mit einer anderen Erwartung. Das verfärbt die Wahrnehmung, Punkt. Was mich an dem Thread eigentlich mehr beschäftigt: der Hausarzt sagt "messen Sie regelmäßig" und dann ist Schluss. Kein Protokoll, kein Hinweis wie man die Werte einordnet, nix. @elvira_k das ist nicht deine Schuld dass du jetzt unsicher bist. Du hast ein Werkzeug bekommen ohne Bedienungsanleitung. Ich kenn das von meiner Hausärztin - die hat mir mal gesagt, drei Messungen hintereinander mit einer Minute Pause, Durchschnitt nehmen, nicht die erste Messung werten. Das wissen die meisten Leute gar nicht. Die messen einmal, sehen 145/90 und drehen durch. Dabei ist die erste Messung fast immer zu hoch weil der Körper noch auf Hab-Acht ist. Ehrlich gesagt glaube ich das ist das eigentliche Problem hier, nicht die Häufigkeit.
Zitat von fk_1988mess zweimal die Woche, immer morgens zur gleichen Zeit
Das ist vernünftig, aber ich frag mich ob das bei @elvira_k überhaupt ankommt solange sie noch im Rote-Beete-Experiment-Modus ist. Wenn du dir sagst "ich will sehen ob das Gemüse was macht", dann misst du automatisch mit einer anderen Erwartung. Das verfärbt die Wahrnehmung, Punkt. Was mich an dem Thread eigentlich mehr beschäftigt: der Hausarzt sagt "messen Sie regelmäßig" und dann ist Schluss. Kein Protokoll, kein Hinweis wie man die Werte einordnet, nix. @elvira_k das ist nicht deine Schuld dass du jetzt unsicher bist. Du hast ein Werkzeug bekommen ohne Bedienungsanleitung. Ich kenn das von meiner Hausärztin - die hat mir mal gesagt, drei Messungen hintereinander mit einer Minute Pause, Durchschnitt nehmen, nicht die erste Messung werten. Das wissen die meisten Leute gar nicht. Die messen einmal, sehen 145/90 und drehen durch. Dabei ist die erste Messung fast immer zu hoch weil der Körper noch auf Hab-Acht ist. Ehrlich gesagt glaube ich das ist das eigentliche Problem hier, nicht die Häufigkeit.
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 11:10 Uhr@rote_socke_83 ja aber das ist genau das Problem ne. Der Arzt sagt "messen Sie" und dann? Kein Plan wie mans richtig macht. Meine Hausärztin hat mir das auch nie erklärt, ich bin da nur zufällig drauf gestoßen weil mein Kumpel beim Sportmediziner war und der hat das erwähnt. Das mit den drei Messungen hintereinander - das machen vermutlich 90 Prozent der Leute nicht. Die messen einmal, sehen nen Wert und denken das ist die Wahrheit. Und dann verfälscht sich alles weil sie nervös werden. Aber @elvira_k - wenn ich ehrlich bin, glaub ich dein Hausarzt hätte dir sagen müssen: bring mir deine Messungen mit wenn du zweifel hast, dann schaun wir uns die zusammen an. Das ist eigentlich seine Job. Stattdessen lässt er dich alleine mit nem Gerät rumfummeln und du fragst dich ob du verrückt wirst. Das ist einfach nicht okay. Was mich jetzt interessiert - hast du denn überhaupt nen Ausgangswert gehabt bevor du angefangen hast zu messen? Also hat dein Arzt dir mal gesagt: dein Blutdruck liegt bei 145 oder war das einfach nur "leicht erhöht"? Weil wenn du nicht weißt wo du anfängst, dann kannst du auch später nicht sehen ob irgendwas funktioniert hat.
@rote_socke_83 ja aber das ist genau das Problem ne. Der Arzt sagt "messen Sie" und dann? Kein Plan wie mans richtig macht. Meine Hausärztin hat mir das auch nie erklärt, ich bin da nur zufällig drauf gestoßen weil mein Kumpel beim Sportmediziner war und der hat das erwähnt. Das mit den drei Messungen hintereinander - das machen vermutlich 90 Prozent der Leute nicht. Die messen einmal, sehen nen Wert und denken das ist die Wahrheit. Und dann verfälscht sich alles weil sie nervös werden. Aber @elvira_k - wenn ich ehrlich bin, glaub ich dein Hausarzt hätte dir sagen müssen: bring mir deine Messungen mit wenn du zweifel hast, dann schaun wir uns die zusammen an. Das ist eigentlich seine Job. Stattdessen lässt er dich alleine mit nem Gerät rumfummeln und du fragst dich ob du verrückt wirst. Das ist einfach nicht okay. Was mich jetzt interessiert - hast du denn überhaupt nen Ausgangswert gehabt bevor du angefangen hast zu messen? Also hat dein Arzt dir mal gesagt: dein Blutdruck liegt bei 145 oder war das einfach nur "leicht erhöht"? Weil wenn du nicht weißt wo du anfängst, dann kannst du auch später nicht sehen ob irgendwas funktioniert hat.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 23, 2026, 11:21 UhrZitat von fk_1988hat dein Arzt dir mal gesagt: dein Blutdruck liegt bei 145
Das ist eigentlich der Knackpunkt. Weil ohne konkreten Ausgangswert ist das ganze Messen doch nur Rauschen. @elvira_k wenn du nicht weißt ob du bei 138 oder bei 152 gestartet bist kannst du nach vier Wochen Rote Beete nichts sagen. Gar nichts. Ich kenn das aus der Arbeit - wir tracken Ladezeiten, Fehlerquoten, alles mögliche. Aber wenn du keinen Nullpunkt hast, ist die schönste Kurve wertlos. Gleiches Prinzip. Was mich bei @fk_1988 seinem letzten Satz aber noch mehr beschäftigt: "leicht erhöht" ist so eine Aussage die einem Arzt vermutlich reicht aber beim Patienten gar nichts bedeutet. Leicht erhöht im Vergleich zu was? Zu 120/80? Zu deinem Alter, deinem Gewicht, deiner Fitness? Ich sag dir, meine Hausärztin hat mir mal einen konkreten Zielwert genannt und das hat alles viel greifbarer gemacht. Ohne das hängt man im Nebel. Und ehrlich gesagt glaub ich das ist auch der Grund warum Leute anfangen sich reinzusteigern. Nicht weil sie zu oft messen - sondern weil sie nicht wissen was die Zahl eigentlich bedeutet. Da hilft auch kein Gemüse gegen.
Zitat von fk_1988hat dein Arzt dir mal gesagt: dein Blutdruck liegt bei 145
Das ist eigentlich der Knackpunkt. Weil ohne konkreten Ausgangswert ist das ganze Messen doch nur Rauschen. @elvira_k wenn du nicht weißt ob du bei 138 oder bei 152 gestartet bist kannst du nach vier Wochen Rote Beete nichts sagen. Gar nichts. Ich kenn das aus der Arbeit - wir tracken Ladezeiten, Fehlerquoten, alles mögliche. Aber wenn du keinen Nullpunkt hast, ist die schönste Kurve wertlos. Gleiches Prinzip. Was mich bei @fk_1988 seinem letzten Satz aber noch mehr beschäftigt: "leicht erhöht" ist so eine Aussage die einem Arzt vermutlich reicht aber beim Patienten gar nichts bedeutet. Leicht erhöht im Vergleich zu was? Zu 120/80? Zu deinem Alter, deinem Gewicht, deiner Fitness? Ich sag dir, meine Hausärztin hat mir mal einen konkreten Zielwert genannt und das hat alles viel greifbarer gemacht. Ohne das hängt man im Nebel. Und ehrlich gesagt glaub ich das ist auch der Grund warum Leute anfangen sich reinzusteigern. Nicht weil sie zu oft messen - sondern weil sie nicht wissen was die Zahl eigentlich bedeutet. Da hilft auch kein Gemüse gegen.
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 11:36 Uhr@rote_socke_83 das sehe ich genau wie du, aber ich glaube das Problem sitzt noch eine Ebene tiefer. Mein Hausarzt hat mir auch nie einen Zielwert genannt, aber als ich dann mal nachgefragt habe - nicht weil ich googeln wollte sondern weil ich wissen wollte wofür ich das überhaupt mache - ist mir erst klar geworden wie wichtig das ist. Der Arzt hat mir dann gesagt okay, bei dir wären 140 systolisch das Ziel und nicht unter 120 weil du fit bist und jünger, aber auch nicht älter und mit anderen Erkrankungen. Danach war die ganze Sache plötzlich weniger emotional. Das Problem ist nur: viele Ärzte nehmen sich die Zeit gar nicht. Die sagen "messen Sie mal" und dann is Schluss. Und der Patient sitzt zuhause und interpretiert jeden Wert wie ein Lotto-Schein. Was mich an @elvira_k ihrer Situation aber auch nervt - diese ganze Rote-Beete-Sache. Ich mein, die hat sowieso schon Stress mit den Werten und dann fängt sie auch noch an ein "Experiment" zu machen. Das ist wie wenn du schlecht schläfst und dann versuchst gleichzeitig deine Matratze zu wechseln, die Uhrzeit zu ändern und abends anders zu essen. Am Ende weißt du nicht was geholfen hat oder ob überhaupt was geholfen hat. Rote Beete ist okay, ich ess die auch, aber als Therapie gegen erhöhten Blutdruck? Da brauchts halt erstmal die Basics - Salz reduzieren, bewegen, Stress abbauen. Der Rest ist Spielerei.
@rote_socke_83 das sehe ich genau wie du, aber ich glaube das Problem sitzt noch eine Ebene tiefer. Mein Hausarzt hat mir auch nie einen Zielwert genannt, aber als ich dann mal nachgefragt habe - nicht weil ich googeln wollte sondern weil ich wissen wollte wofür ich das überhaupt mache - ist mir erst klar geworden wie wichtig das ist. Der Arzt hat mir dann gesagt okay, bei dir wären 140 systolisch das Ziel und nicht unter 120 weil du fit bist und jünger, aber auch nicht älter und mit anderen Erkrankungen. Danach war die ganze Sache plötzlich weniger emotional. Das Problem ist nur: viele Ärzte nehmen sich die Zeit gar nicht. Die sagen "messen Sie mal" und dann is Schluss. Und der Patient sitzt zuhause und interpretiert jeden Wert wie ein Lotto-Schein. Was mich an @elvira_k ihrer Situation aber auch nervt - diese ganze Rote-Beete-Sache. Ich mein, die hat sowieso schon Stress mit den Werten und dann fängt sie auch noch an ein "Experiment" zu machen. Das ist wie wenn du schlecht schläfst und dann versuchst gleichzeitig deine Matratze zu wechseln, die Uhrzeit zu ändern und abends anders zu essen. Am Ende weißt du nicht was geholfen hat oder ob überhaupt was geholfen hat. Rote Beete ist okay, ich ess die auch, aber als Therapie gegen erhöhten Blutdruck? Da brauchts halt erstmal die Basics - Salz reduzieren, bewegen, Stress abbauen. Der Rest ist Spielerei.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 23, 2026, 11:49 UhrZitat von fk_1988Rote Beete ist okay, ich ess die auch, aber als Therapie gegen erhöhten Blutdruck? Da brauchts halt erstmal die Basics
Ja da bin ich bei dir. Aber ich hak da mal kurz nach weil mich das gerade beschäftigt: was meinst du genau mit "Basics"? Salz reduzieren ist klar, bewegen auch. Aber "Stress abbauen" - das sagt sich so leicht. Ich arbeite in Schicht, drei Kinder im Haus von Nachbarn schlafen auch keiner, und dann kommt der Arzt mit "versuchen Sie Stress zu reduzieren". Kann ich so nicht unterschreiben als Ratschlag. Das ist mir zu abstrakt um damit irgendwas anzufangen. Was mich bei @fk_1988 seinem letzten Satz aber wirklich trifft: der Vergleich mit der Matratze ist gut. Ich glaub genau das passiert bei @elvira_k gerade. Sie hat ein Problem, fängt an zu schrauben, und weil sie gleichzeitig an drei Stellschrauben dreht, wird sie am Ende nicht schlauer sein als vorher. Ehrlich gesagt kenn ich das von mir selbst. Als ich mit dem Radfahren angefangen hab, hab ich gleichzeitig Ernährung umgestellt, Schlaf angepasst, Kaffee reduziert. Drei Wochen später fühlte ich mich besser, aber warum? Keine Ahnung. War halt alles auf einmal. Das macht einen verrückt wenn man eigentlich wissen will was wirkt. Vielleicht ist die eigentliche Frage für @elvira_k nicht wie oft messen, sondern: was will sie überhaupt rausfinden?
Zitat von fk_1988Rote Beete ist okay, ich ess die auch, aber als Therapie gegen erhöhten Blutdruck? Da brauchts halt erstmal die Basics
Ja da bin ich bei dir. Aber ich hak da mal kurz nach weil mich das gerade beschäftigt: was meinst du genau mit "Basics"? Salz reduzieren ist klar, bewegen auch. Aber "Stress abbauen" - das sagt sich so leicht. Ich arbeite in Schicht, drei Kinder im Haus von Nachbarn schlafen auch keiner, und dann kommt der Arzt mit "versuchen Sie Stress zu reduzieren". Kann ich so nicht unterschreiben als Ratschlag. Das ist mir zu abstrakt um damit irgendwas anzufangen. Was mich bei @fk_1988 seinem letzten Satz aber wirklich trifft: der Vergleich mit der Matratze ist gut. Ich glaub genau das passiert bei @elvira_k gerade. Sie hat ein Problem, fängt an zu schrauben, und weil sie gleichzeitig an drei Stellschrauben dreht, wird sie am Ende nicht schlauer sein als vorher. Ehrlich gesagt kenn ich das von mir selbst. Als ich mit dem Radfahren angefangen hab, hab ich gleichzeitig Ernährung umgestellt, Schlaf angepasst, Kaffee reduziert. Drei Wochen später fühlte ich mich besser, aber warum? Keine Ahnung. War halt alles auf einmal. Das macht einen verrückt wenn man eigentlich wissen will was wirkt. Vielleicht ist die eigentliche Frage für @elvira_k nicht wie oft messen, sondern: was will sie überhaupt rausfinden?
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 11:56 Uhr@rote_socke_83 da hast du einen Punkt. "Stress abbauen" ist halt so ein Arzt-Satz der im Alltag null hilft. Aber ich glaub das Problem ist eher dass die meisten Leute nicht unterscheiden zwischen Stress den man kontrollieren kann und Stress den man nicht kontrollieren kann. Du kannst deine Schicht nicht einfach kündigen, klar. Aber vielleicht kannst du deine Pausen anders nutzen oder dich ne halbe Stunde bewegen statt rumzusitzen - das ist dann konkret und nicht so abstrakt. Was mich aber mehr interessiert: @elvira_k hat ja eigentlich zwei verschiedene Probleme gleichzeitig. Das eine ist dass sie nervös wird von den Messungen selbst - das ist ein echtes Problem. Das andere ist dass sie jetzt ein Experiment starten will mit der Roten Beete. Und ich glaube @rote_socke_83 hat recht, die Frage sollte sein: was willst du überhaupt rausfinden. Aber ehrlich, ich glaub sie will einfach das Gefühl haben dass sie was tun kann. Dass sie nicht nur rum sitzt und wartet bis der Arzt sagt okay jetzt nehmen wir Tabletten. Das versteh ich sogar. Aber dann sollte sie sich vielleicht erst mal ne Woche gar nicht messen, den Kopf frei bekommen, und dann später mit dem Experiment starten wenn sie wieder klarer denkt. Sonst ist das wie bei dir mit dem Radfahren - alles durcheinander und am Ende weiß keiner was was war.
@rote_socke_83 da hast du einen Punkt. "Stress abbauen" ist halt so ein Arzt-Satz der im Alltag null hilft. Aber ich glaub das Problem ist eher dass die meisten Leute nicht unterscheiden zwischen Stress den man kontrollieren kann und Stress den man nicht kontrollieren kann. Du kannst deine Schicht nicht einfach kündigen, klar. Aber vielleicht kannst du deine Pausen anders nutzen oder dich ne halbe Stunde bewegen statt rumzusitzen - das ist dann konkret und nicht so abstrakt. Was mich aber mehr interessiert: @elvira_k hat ja eigentlich zwei verschiedene Probleme gleichzeitig. Das eine ist dass sie nervös wird von den Messungen selbst - das ist ein echtes Problem. Das andere ist dass sie jetzt ein Experiment starten will mit der Roten Beete. Und ich glaube @rote_socke_83 hat recht, die Frage sollte sein: was willst du überhaupt rausfinden. Aber ehrlich, ich glaub sie will einfach das Gefühl haben dass sie was tun kann. Dass sie nicht nur rum sitzt und wartet bis der Arzt sagt okay jetzt nehmen wir Tabletten. Das versteh ich sogar. Aber dann sollte sie sich vielleicht erst mal ne Woche gar nicht messen, den Kopf frei bekommen, und dann später mit dem Experiment starten wenn sie wieder klarer denkt. Sonst ist das wie bei dir mit dem Radfahren - alles durcheinander und am Ende weiß keiner was was war.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 23, 2026, 12:29 UhrZitat von fk_1988sie will einfach das Gefühl haben dass sie was tun kann
Ja. Und das ist eigentlich der menschlichste Impuls der Welt das kann ich @fk_1988 nicht schlecht reden. Aber genau da liegt das Problem: wenn das Messen selbst schon Stress macht, dann ist eine Messpause nicht Aufgeben - das ist Vernunft. Was mich an deinem letzten Satz aber noch beschäftigt: du sagst sie soll erst mal klarer denken und dann mit dem Experiment starten. Aber ich glaub das funktioniert so nicht. Wer erstmal im Kopf drin ist, kommt da nicht raus nur weil er eine Woche die Klappe drauf macht. Der guckt dann nach sieben Tagen aufs Gerät und der Kreislauf fängt wieder an. @elvira_k ich kenn das von mir - nicht mit Blutdruck, aber mit Leistungswerten beim Radfahren. Irgendwann hab ich aufgehört jeden Anstieg zu tracken weil ich gemerkt hab dass die Zahlen meine Motivation kaputt machen statt sie zu stützen. Ich hab dann einfach für drei Wochen ohne Daten trainiert. War komisch. Hat geholfen. Nicht weil ich nichts mehr wusste, sondern weil ich aufgehört hab die Daten als Urteil zu lesen. Das ist vielleicht die eigentliche Frage: misst du um zu wissen, oder misst du um dich abzusichern. Das sind zwei sehr verschiedene Dinge.
Zitat von fk_1988sie will einfach das Gefühl haben dass sie was tun kann
Ja. Und das ist eigentlich der menschlichste Impuls der Welt das kann ich @fk_1988 nicht schlecht reden. Aber genau da liegt das Problem: wenn das Messen selbst schon Stress macht, dann ist eine Messpause nicht Aufgeben - das ist Vernunft. Was mich an deinem letzten Satz aber noch beschäftigt: du sagst sie soll erst mal klarer denken und dann mit dem Experiment starten. Aber ich glaub das funktioniert so nicht. Wer erstmal im Kopf drin ist, kommt da nicht raus nur weil er eine Woche die Klappe drauf macht. Der guckt dann nach sieben Tagen aufs Gerät und der Kreislauf fängt wieder an. @elvira_k ich kenn das von mir - nicht mit Blutdruck, aber mit Leistungswerten beim Radfahren. Irgendwann hab ich aufgehört jeden Anstieg zu tracken weil ich gemerkt hab dass die Zahlen meine Motivation kaputt machen statt sie zu stützen. Ich hab dann einfach für drei Wochen ohne Daten trainiert. War komisch. Hat geholfen. Nicht weil ich nichts mehr wusste, sondern weil ich aufgehört hab die Daten als Urteil zu lesen. Das ist vielleicht die eigentliche Frage: misst du um zu wissen, oder misst du um dich abzusichern. Das sind zwei sehr verschiedene Dinge.
Zitat von fk_1988 am Juli 23, 2026, 12:57 Uhr@rote_socke_83 du sprichst da was an das ich selbst nicht so auf dem Radar hatte. "Misst du um zu wissen oder um dich abzusichern" - das ist eigentlich die zentrale Frage. Und ich glaub bei @elvira_k ist das Ding schon gekippt ins Absichern. Das Problem ist nur: wenn man das erkannt hat, hilft es nicht viel darüber zu reden. Weil die Person sitzt dann zuhause weiß genau dass es emotional ist und nicht rational, und kann trotzdem nicht aufhören damit. Meine Frau war genau da. Ich hab ihr mehrmals gesagt "du machst dich verrückt", sie hat mir recht gegeben, und eine Stunde später hat sie wieder gemessen weil sie sich unsicher gefühlt hat. Das war ein richtiger Kreislauf. Bei ihr hat am Ende geholfen dass sie das Gerät aus dem Badezimmer raus ins Wohnzimmer gestellt hat - einfach weniger Routine, weniger "automatisch". Und dass sie sich mit ihrem Arzt einen konkreten Plan gemacht hat: Messwerte mitbringen, wir schauen sie uns zusammen an in zwei Monaten, nicht zwischendurch. Seitdem ist es besser. Aber das funktioniert nur wenn der Arzt mitspielt. Und ehrlich gesagt glaub ich @elvira_k sollte vorher klären ob ihr Arzt überhaupt daran interessiert ist ihre Werte zu besprechen oder ob das nur so ein "messen Sie mal" Sache ist wo er am Ende eh sagt "ja dann nehmen wir Tabletten".
@rote_socke_83 du sprichst da was an das ich selbst nicht so auf dem Radar hatte. "Misst du um zu wissen oder um dich abzusichern" - das ist eigentlich die zentrale Frage. Und ich glaub bei @elvira_k ist das Ding schon gekippt ins Absichern. Das Problem ist nur: wenn man das erkannt hat, hilft es nicht viel darüber zu reden. Weil die Person sitzt dann zuhause weiß genau dass es emotional ist und nicht rational, und kann trotzdem nicht aufhören damit. Meine Frau war genau da. Ich hab ihr mehrmals gesagt "du machst dich verrückt", sie hat mir recht gegeben, und eine Stunde später hat sie wieder gemessen weil sie sich unsicher gefühlt hat. Das war ein richtiger Kreislauf. Bei ihr hat am Ende geholfen dass sie das Gerät aus dem Badezimmer raus ins Wohnzimmer gestellt hat - einfach weniger Routine, weniger "automatisch". Und dass sie sich mit ihrem Arzt einen konkreten Plan gemacht hat: Messwerte mitbringen, wir schauen sie uns zusammen an in zwei Monaten, nicht zwischendurch. Seitdem ist es besser. Aber das funktioniert nur wenn der Arzt mitspielt. Und ehrlich gesagt glaub ich @elvira_k sollte vorher klären ob ihr Arzt überhaupt daran interessiert ist ihre Werte zu besprechen oder ob das nur so ein "messen Sie mal" Sache ist wo er am Ende eh sagt "ja dann nehmen wir Tabletten".