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Blutdruck senken ohne Tabletten – reicht Ernährung wirklich aus?

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@brigitte_f ey das mit dem "ich frag ihn einfach ob ich mitkomme" - das ist ehrlich gesagt die reifste sache die du bisher gesagt hast digga. weil genau das ist es. nicht organisieren nicht lenken, sondern ihm die wahl geben. das wird bei ihm auch anders ankommen, weil er merkt dass du ihm vertraust dass ers hinbekommst. aber eins noch - wenn er die messwerte nicht selbst mitbringt, dann lass es. wirklich. weil wenn du die für ihn aufschreibst oder ausdruckst, dann hat der arzt zwar die daten, aber dein mann fühlt sich immer noch nicht verantwortlich dafür. das is dann wieder so "die brigitte hat das organisiert" statt "ich hab das gemacht". das klingt blöd aber das macht psychologisch echt nen unterschied. wenn der doc dann sagt "bringen sie nächstes mal die werte mit", dann lernt dein mann das auch einfach selbst. und wenn er sie vergisst - naja, dann sieht der arzt eben dass dein mann es nicht ernst genug nimmt und kann das auch ansprechen. was mich gerade mehr interessiert - wie lange ist das denn schon so mit den hohen werten? hat dein mann das vor einem jahr schon gehabt oder ist das neu? weil wenn das neu ist könnte es auch sein dass es gar nicht primär an der ernährung liegt sondern an was ganz anderem - stress im job, schlaf, keine ahnung. eine woche rote beete bei blutdruck der vorher normal war ist was anderes als wenn der schon jahre so ist. das würde der arzt aber auch abfragen

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weniger reden mehr heben

@derbasti ja das mit den Messwerten - wenn er sie nicht mitbringt, dann lass ich das. Das sehe ich genauso. Mein Mann ist jemand, der muss die Dinge selbst in die Hand nehmen, sonst fühlt er sich nicht verantwortlich dafür. Das kenne ich von ihm. Was deine Frage angeht - wie lange das schon so ist: Das ist tatsächlich interessant. Der Hausarzt hat das vor zwei Jahren schon mal gemessen und meinte damals, er sollte drauf achten. Aber richtig ernst genommen hat mein Mann das nie. Jetzt, wo er selbst misst, denkt er, das ist neu. Aber wahrscheinlich war es das die ganze Zeit schon nur eben nicht so präsent. Ich glaube, das ist auch ein Teil des Problems - er denkt, eine Woche anders essen und dann ist gut. Aber wenn das schon zwei Jahre so läuft, dann ist das natürlich nicht einfach so weg mit Rote Beete. Das mit Stress und Schlaf - da hast du Recht. Bei meinem Mann ist es so dass er seit dieser Rente nicht richtig weiß, was er mit sich anfangen soll. Der war sein ganzes Leben angepasst auf Arbeit, und jetzt sitzt er nur herum oder putzt im Garten. Das macht ihn angespannt. Das könnte genauso eine Rolle spielen wie das, was er isst. Das habe ich ihm auch noch nicht wirklich klar gemacht. Ich frage ihn heute noch, ob er will dass ich mitkomme zum Arzt. Aber vorher sage ich ihm auch, dass der Doc wahrscheinlich fragen wird, wie lange das schon läuft. Nicht wie eine Belehrung, sondern einfach, damit er vorbereitet ist.

ey @brigitte_f das mit der rente - alter das ist ja ein ganz neuer blickwinkel digga. wenn dein mann sein ganzes leben struktur durch arbeit hatte und jetzt sitzt da und weiß nix mit sich anfangen dann is das für den körper natürlich krass. stress ist nicht immer aktiv, manchmal ist es auch die langeweile und das gefühl dass nix sinn macht. das kann den blutdruck genauso hochfahren wie wenn man im job gehetzt wird, nur dass man das selbst gar nicht so wahrnimmt. das mit dem garten - putzen ist was, aber das ist ja nicht das gleiche wie nen job mit regelmäßigkeit. vielleicht sollte der arzt auch so ne frage stellen wie "wie sieht dein alltag aus, wie viel bewegung hast du" und nicht nur auf ernährung gucken. weil wenn dein mann die ganze woche nix struktuiertes hat außer vielleicht freitag nachmittags garten, dann kann der beste salat der welt nix dran ändern. das ist aber auch warum das gespräch mit dem doc wichtig ist - nicht um zu sagen "aha, keine tabletten nötig" sondern um das ganze ding mal auseinander zu nehmen. vielleicht braucht dein mann weniger rote beete und mehr einen grund morgens aufzustehen, verstehst du. das klingt jetzt hart aber ich glaub das ist ehrlich gemeint. bei meinem opa wars ähnlich, der hat nach der rente auch angefangen rumzusitzen und die werte sind hochgegangen. dann hat er angefangen mit seinem kumpel zum wandern zu gehen und plötzlich war das ganz anders. natürlich nicht ohne tabletten, aber das strukturelle ding hat ihm auch geholfen.

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Zitat von derbasti

vielleicht braucht dein mann weniger rote beete und mehr einen grund morgens aufzustehen

Ja, das sitzt. Das hast du genau getroffen. Ich merke das ja täglich bei ihm - er läuft morgens rum wie jemand der gar nicht weiß wofür. Garten ist halt nur Freitag und wenn das Wetter passt. Den Rest der Woche sitzt er vor dem Fernseher oder liest Nachrichten im Internet und ärgert sich über Politik. Das ist keine Struktur, das ist eher Stillstand. Mein Bruder hat mir gerade erzählt, dass sein Mann jetzt in der Rente zu einem Sportverein gegangen ist - nicht mal was Wildes, nur Tischtennis einmal die Woche mit anderen Rentnern. Und mein Bruder sagt, seit dem geht's ihm psychisch viel besser. Das wäre vielleicht auch was für meinen Mann. Nicht weil ich es sage, sondern weil er selbst merkt dass ihm langweilig ist. Das Problem ist nur - wie bring ich ihm das bei, ohne dass es klingt wie "komm, du brauchst was zu tun"? Das mag er nicht. Aber vielleicht kann der Arzt da auch was sagen. Wenn der beim Gespräch fragt wie sein Alltag aussieht und mein Mann erzählt dass er eigentlich nix Regelmäßiges hat, dann kann der Doc das vielleicht anders formulieren als ich. Das mit den Tabletten - das ist mir mittlerweile egal geworden, ehrlich gesagt. Wenn die helfen soll er sie nehmen. Aber du hast recht das Strukturelle ist wahrscheinlich genauso wichtig. Vielleicht sogar wichtiger als meine eingelegten Roten Beeten.

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