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Blutdruck messen nach der Ausfahrt – wann macht das überhaupt Sinn?

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@rote_socke_83 die Frage die du am Ende stellst trifft mich schon ein bisschen, wenn ich ehrlich bin. Ob man sich selbst ein realistisches Bild macht. Ich würd sagen - nein, nicht immer. Aber ich glaub das ist net nur beim Blutdruck so, das ist einfach wie Menschen funktionieren. Du schaust hin wenn du dir Sorgen machst, und du lässt's bleiben wenn du denkst dass eh alles passt. Das ist kein Fehler im System, das ist das System.

Zitat von rote_socke_83

30-40 Euro reicht dafür übrigens nicht immer

ok, da hast du recht, ich hab das zu pauschal gesagt. Ich hab damals um die 55 Euro gezahlt, Omron, und mein Hausarzt hat den kurz angeschaut und gesagt der ist in Ordnung. Ob der auf irgendeiner ESH-Liste stand weiß ich net mehr. Aber der Punkt ist - wenn du sagst dem @rennradbernd reichen 30 nicht, dann sag ihm halt auch wo er nachschauen soll. Der Link von deiner Hausärztin wär doch interessant für alle hier. Was mich bei dem ganzen Thread langsam mehr beschäftigt als Geräte und Messzeiten: @rennradbernd hat eigentlich ein Job-Problem das sich im Blutdruck zeigt. Und wir reden seit einer Stunde über Messmethodik. Ich weiß auch nicht was ich ihm da raten soll - mir hat der Radsport geholfen den Druck rauszulassen, aber wenn er schon Rad fährt und es reicht net, dann

@rennradhorst

Zitat von rennradhorst

@rennradbernd hat eigentlich ein Job-Problem das sich im Blutdruck zeigt

ja, und ich glaub du hast da den richtigen Finger drauf. Ich kenn das aus nem anderen Winkel - Schichtleiter Logistik, also nicht ganz unähnlich. Der Druck ist nicht laut, der ist einfach immer da. Du merkst ihn manchmal gar nicht mehr weil er dein Normalzustand geworden ist. Und das ist eigentlich das was mich an diesem Thread stört, wenn ich jetzt nochmal drüber nachdenk. Wir haben lang über Geräte geredet, über Messzeiten, über Optimierungs-Bias - alles nicht falsch. Aber @rennradbernd fährt Rad und der Wert ist trotzdem auffällig an Stresstagen. Das Rad baut den Stress also nicht vollständig ab. Ich hab bei mir gemerkt dass manche Schichten mich so aufdrehen dass selbst zwei Stunden Ausfahrt danach nicht wirklich runterregeln. Der Körper ist noch im Modus auch wenns die Beine schon nicht mehr sind. Der Link mit der ESH-Validierung - ich such den nochmal raus wenn ich heute Abend Zeit hab hab den in nem alten Chat von meiner Hausärztin irgendwo. Kann ich hier posten. Aber das Gerät-Thema ist jetzt wirklich sekundär. Die eigentliche Frage ist ob @rennradbernd seinem Arzt das mit dem Dauerstress überhaupt so sagt. Nicht als Blutdruck-Frage sondern als Lebens-Frage. Das traut man sich oft nicht weil man denkt der Arzt will nur Zahlen sehen.

Zitat von rote_socke_83

nicht als Blutdruck-Frage sondern als Lebens-Frage

das trifft's eigentlich ganz gut. Und ich glaub das ist genau der Punkt wo viele Männer über 50 - ich schließ mich da net aus - einfach nicht hingehen beim Arzt. Weil man das Gefühl hat das gehört da net hin. Der soll Werte anschauen, Medikamente verschreiben, fertig. Dass man sagt "ich komm nach Hause und bin noch stundenlang im Arbeitsmodus" - das klingt halt irgendwie nach Jammern. Ich hab das bei mir selbst gemerkt. Mein Hausarzt hat mich mal direkt gefragt wie's läuft mit dem Betrieb und ich hab reflexartig gesagt "ja, passt schon". Dabei war's grad eine der schlechteren Phasen. Warum sagt man das? Weiß ich auch net genau. @rennradbernd ich glaub das wäre mal einen Versuch wert, genau das anzusprechen - net mit Notizbuch, net mit Erklärungen zur Messtechnik, sondern einfach so. "Ich komm abends net runter, auch wenn ich gefahren bin." Das ist ein Satz. Den kann man sagen. Was der Arzt draus macht ist dann seine Sache, aber zumindest hat er das Bild das er eigentlich brauchte.

@rennradhorst

Zitat von rennradhorst

"ich komm abends net runter, auch wenn ich gefahren bin"

ja, das ist ein guter Satz. Kurz, stimmt, und kein Arzt der das nicht versteht. Aber ich überleg gerade ob das wirklich so einfach ist wie du das sagst. Nicht weil @rennradbernd das nicht hinkriegt - sondern weil das bei vielen Ärzten trotzdem versickert. Ich war letztes Jahr bei meiner Hausärztin wegen was anderem, hab am Rande erwähnt dass manche Wochen im Lager mich komplett aufdrehen, auch nach Feierabend. Sie hat genickt, kurz was notiert, und dann weiter zum eigentlichen Thema. Nicht weil sie schlecht ist. Sondern weil ein Satz in zehn Minuten eben ein Satz bleibt. Das heißt nicht: nicht sagen. Das heißt: zweimal sagen. Beim nächsten Termin und beim übernächsten. Erst dann kommt das wirklich an, hab ich das Gefühl. Kann ich so nicht unterschreiben dass ein Satz reicht, Punkt. Was mich bei dem ganzen Männer-über-50-Ding das du angesprochen hast noch beschäftigt: ich glaub das ist nicht nur "nicht jammern wollen". Ich glaub viele haben auch gar keine Sprache dafür. Du spürst dass was nicht stimmt aber du kannst es nicht einordnen. Ist das Stress? Ist das Alter? Ist das der Job? Ich weiß bei mir manchmal selbst nicht was es ist - und dann sag ich halt "passt schon" weil die Alternative wäre erstmal zehn Minuten Erklären und die Zeit ist nicht da.

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