Absetzen und merken – oder doch nichts? Wer hat das ehrlich getestet?
Zitat von rennradwolf am Juni 9, 2026, 07:43 UhrIch hab das jetzt selbst durchgezogen. Drei Monate Betanio PLUS, dann einfach aufgehört, vier Wochen nichts. Wollte wissen ob ich wirklich was merke oder ob ich mir das nur einrede. Ergebnis: schwer zu sagen. Die ersten zwei Wochen nach dem Absetzen waren meine Trainingseinheiten nicht schlechter. Dann kam eine längere Ausfahrt, 180 km mit nem Kumpel, und ich hab deutlich früher gezogen als sonst. Aber war auch heißer als erwartet und ich hab schlechter geschlafen die Woche davor. Also was war jetzt der Grund. Das Ding ist, ich glaube nicht dass das Zeug selbst so viel bringt. Aber der Nitrat-Effekt von Rote Beete ist für mich trotzdem real, das hab ich an reinen Rote-Beete-Saft-Phasen gemerkt, deutlicher als mit dem Konzentrat. Und der kostet einen Bruchteil. Trotzdem hab ich das Betanio damals weiterempfohlen weil ich dachte, lieber so als gar nichts für Leute die keine Beete essen wollen. Was mich aber wirklich interessiert: hat hier irgendwer konsequent abgesetzt und dabei Buch geführt? Also wirklich aufgeschrieben, Leistung, Gefühl, Schlaf, nicht nur grob im Kopf behalten. Weil ich glaube der Fehler den die meisten machen, auch ich, ist dass man nur dann aufmerksam ist wenn man glaubt da kommt was. Placebo läuft halt nicht linear. Mein Hausarzt hat mir vor zwei Jahren gesagt ich soll erstmal Lebensstil anpassen bevor er mit Tabletten anfängt. Das hab ich respektiert. Aber er hat auch nie nachgefragt was ich eigentlich schlucke neben dem normalen Essen. Das fand ich komisch. Irgendwie landet das Thema Supplemente immer im Niemandsland zwischen Ernährungsberatung und Medizin.
Ich hab das jetzt selbst durchgezogen. Drei Monate Betanio PLUS, dann einfach aufgehört, vier Wochen nichts. Wollte wissen ob ich wirklich was merke oder ob ich mir das nur einrede. Ergebnis: schwer zu sagen. Die ersten zwei Wochen nach dem Absetzen waren meine Trainingseinheiten nicht schlechter. Dann kam eine längere Ausfahrt, 180 km mit nem Kumpel, und ich hab deutlich früher gezogen als sonst. Aber war auch heißer als erwartet und ich hab schlechter geschlafen die Woche davor. Also was war jetzt der Grund. Das Ding ist, ich glaube nicht dass das Zeug selbst so viel bringt. Aber der Nitrat-Effekt von Rote Beete ist für mich trotzdem real, das hab ich an reinen Rote-Beete-Saft-Phasen gemerkt, deutlicher als mit dem Konzentrat. Und der kostet einen Bruchteil. Trotzdem hab ich das Betanio damals weiterempfohlen weil ich dachte, lieber so als gar nichts für Leute die keine Beete essen wollen. Was mich aber wirklich interessiert: hat hier irgendwer konsequent abgesetzt und dabei Buch geführt? Also wirklich aufgeschrieben, Leistung, Gefühl, Schlaf, nicht nur grob im Kopf behalten. Weil ich glaube der Fehler den die meisten machen, auch ich, ist dass man nur dann aufmerksam ist wenn man glaubt da kommt was. Placebo läuft halt nicht linear. Mein Hausarzt hat mir vor zwei Jahren gesagt ich soll erstmal Lebensstil anpassen bevor er mit Tabletten anfängt. Das hab ich respektiert. Aber er hat auch nie nachgefragt was ich eigentlich schlucke neben dem normalen Essen. Das fand ich komisch. Irgendwie landet das Thema Supplemente immer im Niemandsland zwischen Ernährungsberatung und Medizin.
Zitat von rennradbernd am Juni 9, 2026, 07:50 Uhr@rennradwolf das mit dem Buch führen klingt gut in der Theorie. Aber mal ehrlich, wer macht das wirklich durch? Ich kenn das von mir selbst - fang ich an aufzuschreiben hör ich nach ner Woche wieder auf. Ist wie mit dem Trainingstagebuch.
Zitat von rennradwolfhat hier irgendwer konsequent abgesetzt und dabei Buch geführt
Ich hab das nie so systematisch gemacht. Aber was ich interessant find an deinem Bericht: du schiebst die schlechte Ausfahrt sofort auf drei verschiedene Faktoren gleichzeitig. Hitze, Schlaf, Absetzen. Und genau da liegt doch das Problem. Wenn man sich schon beim Aufschreiben die Hintertür offen hält, taugt das Ergebnis nix. Da brauchst du dann wirklich kontrollierte Bedingungen und die hat kein Hobbyfahrer. Was mich bei dem ganzen Thema mehr stört: dein Hausarzt fragt nicht nach was du schluckst. Das ist kein Zufall. Der hat keine Zeit und kein Studium dafür. Zwischen Ernährungsberater und Arzt fällt das Thema einfach durch - und die Supplement-Industrie freuts, weil da keiner regulierend reinschaut. Ich hab meiner Hausärztin mal gezeigt was ich so dabeigehabt hab bei einem Check-up, Magnesiumpräparat und Vitamin D im Winter. Die hat kurz draufgeschaut und gesagt "schadet nicht". Mehr kam nicht. Das is halt so.
@rennradwolf das mit dem Buch führen klingt gut in der Theorie. Aber mal ehrlich, wer macht das wirklich durch? Ich kenn das von mir selbst - fang ich an aufzuschreiben hör ich nach ner Woche wieder auf. Ist wie mit dem Trainingstagebuch.
Zitat von rennradwolfhat hier irgendwer konsequent abgesetzt und dabei Buch geführt
Ich hab das nie so systematisch gemacht. Aber was ich interessant find an deinem Bericht: du schiebst die schlechte Ausfahrt sofort auf drei verschiedene Faktoren gleichzeitig. Hitze, Schlaf, Absetzen. Und genau da liegt doch das Problem. Wenn man sich schon beim Aufschreiben die Hintertür offen hält, taugt das Ergebnis nix. Da brauchst du dann wirklich kontrollierte Bedingungen und die hat kein Hobbyfahrer. Was mich bei dem ganzen Thema mehr stört: dein Hausarzt fragt nicht nach was du schluckst. Das ist kein Zufall. Der hat keine Zeit und kein Studium dafür. Zwischen Ernährungsberater und Arzt fällt das Thema einfach durch - und die Supplement-Industrie freuts, weil da keiner regulierend reinschaut. Ich hab meiner Hausärztin mal gezeigt was ich so dabeigehabt hab bei einem Check-up, Magnesiumpräparat und Vitamin D im Winter. Die hat kurz draufgeschaut und gesagt "schadet nicht". Mehr kam nicht. Das is halt so.
Zitat von rennradwolf am Juni 9, 2026, 07:57 UhrZitat von rennradberndDie hat kurz draufgeschaut und gesagt "schadet nicht"
@rennradbernd ja das kenn ich. "Schadet nicht" ist mittlerweile die häufigste Aussage die ich zu dem Thema höre. Von Ärzten, von Apothekern, von Kumpels. Keiner sagt "bringt was", aber alle sagen "schadet nicht". Das ist eigentlich keine Aussage. Das ist nur Schulterzucken mit medizinischer Verpackung. Was mich bei deinem Post aber mehr beschäftigt ist der Punkt mit der Hintertür. Du hast recht dass ich mir beim Analysieren schon mehrere Auswege offengelassen hab. Aber ich glaub das ist nicht nur Selbstbetrug - das ist halt realistisch. Weil die Faktoren wirklich alle gleichzeitig da waren. Das Problem ist eher, dass wir erwarten aus sowas eine saubere Antwort rauszuholen. Kann man nicht. Ich hab jetzt grad überlegt ob ich das nächste Mal wirklich nur eine Variable verändere. Also komplett identische Trainingswoche, gleiche Strecke, gleiche Uhrzeit, dann einmal mit Betanio einmal ohne. Klingt simpel. Ist es aber nicht, weil ich selbständig bin und mein Dienstag nie wie der Dienstag vorher aussieht. Letzte Woche war ich bis 19 Uhr auf ner Baustelle, dann noch 80 km gefahren. Sowas lässt sich nicht replizieren. Das macht mich ehrlich gesagt skeptischer gegenüber allem was irgendwer hier im Forum "getestet" hat. Auch meine eigenen Berichte.
Zitat von rennradberndDie hat kurz draufgeschaut und gesagt "schadet nicht"
@rennradbernd ja das kenn ich. "Schadet nicht" ist mittlerweile die häufigste Aussage die ich zu dem Thema höre. Von Ärzten, von Apothekern, von Kumpels. Keiner sagt "bringt was", aber alle sagen "schadet nicht". Das ist eigentlich keine Aussage. Das ist nur Schulterzucken mit medizinischer Verpackung. Was mich bei deinem Post aber mehr beschäftigt ist der Punkt mit der Hintertür. Du hast recht dass ich mir beim Analysieren schon mehrere Auswege offengelassen hab. Aber ich glaub das ist nicht nur Selbstbetrug - das ist halt realistisch. Weil die Faktoren wirklich alle gleichzeitig da waren. Das Problem ist eher, dass wir erwarten aus sowas eine saubere Antwort rauszuholen. Kann man nicht. Ich hab jetzt grad überlegt ob ich das nächste Mal wirklich nur eine Variable verändere. Also komplett identische Trainingswoche, gleiche Strecke, gleiche Uhrzeit, dann einmal mit Betanio einmal ohne. Klingt simpel. Ist es aber nicht, weil ich selbständig bin und mein Dienstag nie wie der Dienstag vorher aussieht. Letzte Woche war ich bis 19 Uhr auf ner Baustelle, dann noch 80 km gefahren. Sowas lässt sich nicht replizieren. Das macht mich ehrlich gesagt skeptischer gegenüber allem was irgendwer hier im Forum "getestet" hat. Auch meine eigenen Berichte.
Zitat von rennradbernd am Juni 9, 2026, 08:11 Uhr@rennradwolf das mit dem Dienstag der nie wie der Dienstag vorher aussieht - genau das. Ich bin Schreiner kein Profi mit Trainingsplan und Schlaftracker. Manche Wochen bin ich mittwochs so fertig von der Werkstatt dass ich schon die Hauseinfahrt als Achievement zähle. Aber was du am Ende sagst find ich ehrlicher als alles vorher im Thread: du bist skeptisch gegenüber deinen eigenen Berichten. Das sagen die wenigsten. Meistens kommt einer rein, erzählt seine Erfahrung und stellt die als Beweis hin. Du machst das Gegenteil. Trotzdem - und jetzt widerspreche ich dir ein bisschen - ich glaub der Fehler ist nicht nur die fehlende Kontrolle. Der Fehler ist dass wir überhaupt erwarten, der eigene Körper müsste das irgendwie "melden" wenn man was absetzt. Wie ein Warnlämpchen. Funzt nicht so. Ich hab vor drei Jahren mal Magnesium für zwei Monate komplett weggelassen, einfach vergessen nachzubestellen. Hab nix gemerkt. Gar nix. Erst als ich bei der Hausärztin war und sie sagte mein Wert ist okay - da dachte ich, wozu hab ich das dann überhaupt genommen. Vielleicht ist "schadet nicht" vom Arzt ja die ehrlichste Antwort die man kriegen kann. Weil "bringt was" müssten die erstmal belegen können.
@rennradwolf das mit dem Dienstag der nie wie der Dienstag vorher aussieht - genau das. Ich bin Schreiner kein Profi mit Trainingsplan und Schlaftracker. Manche Wochen bin ich mittwochs so fertig von der Werkstatt dass ich schon die Hauseinfahrt als Achievement zähle. Aber was du am Ende sagst find ich ehrlicher als alles vorher im Thread: du bist skeptisch gegenüber deinen eigenen Berichten. Das sagen die wenigsten. Meistens kommt einer rein, erzählt seine Erfahrung und stellt die als Beweis hin. Du machst das Gegenteil. Trotzdem - und jetzt widerspreche ich dir ein bisschen - ich glaub der Fehler ist nicht nur die fehlende Kontrolle. Der Fehler ist dass wir überhaupt erwarten, der eigene Körper müsste das irgendwie "melden" wenn man was absetzt. Wie ein Warnlämpchen. Funzt nicht so. Ich hab vor drei Jahren mal Magnesium für zwei Monate komplett weggelassen, einfach vergessen nachzubestellen. Hab nix gemerkt. Gar nix. Erst als ich bei der Hausärztin war und sie sagte mein Wert ist okay - da dachte ich, wozu hab ich das dann überhaupt genommen. Vielleicht ist "schadet nicht" vom Arzt ja die ehrlichste Antwort die man kriegen kann. Weil "bringt was" müssten die erstmal belegen können.
Zitat von rennradwolf am Juni 9, 2026, 08:24 Uhr@rennradbernd der Punkt mit dem Warnlämpchen trifft mich gerade. Weil ich glaube da ist was dran, das ich bisher so nicht gedacht hab. Das Problem ist vielleicht nicht dass wir schlecht beobachten. Das Problem ist dass wir nur auf Leistungseinbrüche warten. Aber was wenn das Zeug einfach im Hintergrund was stabilisiert, ohne dass du es merkst solange es läuft? Dann ist "ich hab beim Absetzen nix gemerkt" kein Beweis gegen die Wirkung. Könnte auch heißen dein Ausgangsniveau war schon okay und der Puffer war das was wegfällt. Das klingt jetzt nach einer Ausrede für die Supplement-Industrie, ich weiß. Aber ich mein das anders. Beim Rote-Beete-Saft hab ich wirklich was gespürt, messbar in dem Sinne dass meine Durchschnittsgeschwindigkeit auf bekannten Strecken höher war. Nicht riesig, aber konstant. Beim Konzentrat-Zeug wie Betanio war das diffuser. Hab ich trotzdem empfohlen, das ist halt so, aber im Nachhinein frag ich mich ob ich da nicht einfach den Nitrat-Effekt auf ein Produkt projiziert hab das ihn schlechter liefert als ein Glas Saft für 1,50.
Zitat von rennradbernd"bringt was" müssten die erstmal belegen können
Da hast du recht. Nur die Apothekerin hier im Ort hat mir letztens gesagt zu Vitamin D, die wenigsten die sie im Winter testen liegen im optimalen Bereich. Das ist halt kein Supplement-Pitch, das ist ein Mangelproblem. Und da ist "bringt was" belegbar. Der Unterschied zu allem anderen was hier diskutiert wird ist gewaltig.
@rennradbernd der Punkt mit dem Warnlämpchen trifft mich gerade. Weil ich glaube da ist was dran, das ich bisher so nicht gedacht hab. Das Problem ist vielleicht nicht dass wir schlecht beobachten. Das Problem ist dass wir nur auf Leistungseinbrüche warten. Aber was wenn das Zeug einfach im Hintergrund was stabilisiert, ohne dass du es merkst solange es läuft? Dann ist "ich hab beim Absetzen nix gemerkt" kein Beweis gegen die Wirkung. Könnte auch heißen dein Ausgangsniveau war schon okay und der Puffer war das was wegfällt. Das klingt jetzt nach einer Ausrede für die Supplement-Industrie, ich weiß. Aber ich mein das anders. Beim Rote-Beete-Saft hab ich wirklich was gespürt, messbar in dem Sinne dass meine Durchschnittsgeschwindigkeit auf bekannten Strecken höher war. Nicht riesig, aber konstant. Beim Konzentrat-Zeug wie Betanio war das diffuser. Hab ich trotzdem empfohlen, das ist halt so, aber im Nachhinein frag ich mich ob ich da nicht einfach den Nitrat-Effekt auf ein Produkt projiziert hab das ihn schlechter liefert als ein Glas Saft für 1,50.
Zitat von rennradbernd"bringt was" müssten die erstmal belegen können
Da hast du recht. Nur die Apothekerin hier im Ort hat mir letztens gesagt zu Vitamin D, die wenigsten die sie im Winter testen liegen im optimalen Bereich. Das ist halt kein Supplement-Pitch, das ist ein Mangelproblem. Und da ist "bringt was" belegbar. Der Unterschied zu allem anderen was hier diskutiert wird ist gewaltig.
Zitat von rennradbernd am Juni 9, 2026, 08:54 Uhr@rennradwolf der Vitamin D Punkt ist das einzige in diesem ganzen Thread wo ich dir ohne Wenn und Aber zustimme. Das ist kein Hype, das ist Geografie. Wir wohnen halt nicht in Spanien. Meine Hausärztin hat mich vor zwei Jahren auch getestet, war tatsächlich zu niedrig, und danach hat sie mir Vitamin D verschrieben - nicht empfohlen, verschrieben. Das ist ein Unterschied. Aber jetzt zum anderen Teil von deinem Post. Die Idee dass was im Hintergrund stabilisiert ohne dass mans merkt - das ist eine Theorie die sich nicht falsifizieren lässt. Du kannst sie weder bestätigen noch widerlegen. Und genau sowas lieben die Hersteller. Ich kenn das aus dem Handwerk: wenn ein Werkzeug nichts bringt und der Verkäufer sagt "aber es schadet ja nicht und hält vielleicht was zusammen was du nicht siehst" - dann lach ich den aus. Beim Körper machen wir plötzlich Ausnahmen. Was ich noch nicht gehört hab in diesem Thread: redet hier eigentlich irgendwer mit Vereinskollegen drüber? Bei uns im Verein wird das kaum offen diskutiert. Jeder schluckt irgendwas, keiner fragt nach. Einer hat letztes Jahr auf einer Ausfahrt seinen Beutel rausgezogen und drei Leute haben gefragt wo er das her hat - nicht ob das was bringt. Das sagt mir mehr als jeder Selbsttest.
@rennradwolf der Vitamin D Punkt ist das einzige in diesem ganzen Thread wo ich dir ohne Wenn und Aber zustimme. Das ist kein Hype, das ist Geografie. Wir wohnen halt nicht in Spanien. Meine Hausärztin hat mich vor zwei Jahren auch getestet, war tatsächlich zu niedrig, und danach hat sie mir Vitamin D verschrieben - nicht empfohlen, verschrieben. Das ist ein Unterschied. Aber jetzt zum anderen Teil von deinem Post. Die Idee dass was im Hintergrund stabilisiert ohne dass mans merkt - das ist eine Theorie die sich nicht falsifizieren lässt. Du kannst sie weder bestätigen noch widerlegen. Und genau sowas lieben die Hersteller. Ich kenn das aus dem Handwerk: wenn ein Werkzeug nichts bringt und der Verkäufer sagt "aber es schadet ja nicht und hält vielleicht was zusammen was du nicht siehst" - dann lach ich den aus. Beim Körper machen wir plötzlich Ausnahmen. Was ich noch nicht gehört hab in diesem Thread: redet hier eigentlich irgendwer mit Vereinskollegen drüber? Bei uns im Verein wird das kaum offen diskutiert. Jeder schluckt irgendwas, keiner fragt nach. Einer hat letztes Jahr auf einer Ausfahrt seinen Beutel rausgezogen und drei Leute haben gefragt wo er das her hat - nicht ob das was bringt. Das sagt mir mehr als jeder Selbsttest.
Zitat von rennradrenate am Juni 9, 2026, 09:10 Uhr@rennradbernd der Vergleich mit dem Werkzeug ist gut, aber er hinkt an einer Stelle. Beim Werkzeug siehst du sofort ob die Schraube sitzt. Beim Körper hast du keine Kontrollgruppe - du bist immer nur du, zu einem bestimmten Zeitpunkt, mit allem was gerade dranhängt. Aber das ist nicht der Punkt der mich bei deinem letzten Beitrag wirklich beschäftigt. Sondern das mit dem Verein.
Zitat von rennradberndJeder schluckt irgendwas, keiner fragt nach.
Das kenne ich aus meinem Umfeld auch so. Und ich frage mich ob das nicht damit zusammenhängt, dass das Fragen sich komisch anfühlt. Fast wie Misstrauen. Als würde man sagen: du weißt nicht was du da machst. Bei uns fährt auch eine mit, die vor jeder langen Tour drei verschiedene Sachen schluckt - ich hab sie einmal gefragt was das ist und sie hat so getan als wäre das eine ziemlich persönliche Frage. Was ich damit sagen will: die Norm ist nicht "ich nehm das weil ich weiß dass es hilft". Die Norm ist einfach Einnahme ohne viel Reflexion. Und das ist das eigentliche Problem, nicht Placebo oder nicht. Rennradwolfs Punkt mit dem Puffer der im Hintergrund stabilisiert - ich versteh was er meint, auch wenn ich die Logik für gefährlich halte. Bei Vitamin D ist es tatsächlich so. Aber den Gedanken auf jedes Produkt anzuwenden, das sich nicht widerlegen lässt, da würde ich wirklich aufpassen.
--
Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
@rennradbernd der Vergleich mit dem Werkzeug ist gut, aber er hinkt an einer Stelle. Beim Werkzeug siehst du sofort ob die Schraube sitzt. Beim Körper hast du keine Kontrollgruppe - du bist immer nur du, zu einem bestimmten Zeitpunkt, mit allem was gerade dranhängt. Aber das ist nicht der Punkt der mich bei deinem letzten Beitrag wirklich beschäftigt. Sondern das mit dem Verein.
Zitat von rennradberndJeder schluckt irgendwas, keiner fragt nach.
Das kenne ich aus meinem Umfeld auch so. Und ich frage mich ob das nicht damit zusammenhängt, dass das Fragen sich komisch anfühlt. Fast wie Misstrauen. Als würde man sagen: du weißt nicht was du da machst. Bei uns fährt auch eine mit, die vor jeder langen Tour drei verschiedene Sachen schluckt - ich hab sie einmal gefragt was das ist und sie hat so getan als wäre das eine ziemlich persönliche Frage. Was ich damit sagen will: die Norm ist nicht "ich nehm das weil ich weiß dass es hilft". Die Norm ist einfach Einnahme ohne viel Reflexion. Und das ist das eigentliche Problem, nicht Placebo oder nicht. Rennradwolfs Punkt mit dem Puffer der im Hintergrund stabilisiert - ich versteh was er meint, auch wenn ich die Logik für gefährlich halte. Bei Vitamin D ist es tatsächlich so. Aber den Gedanken auf jedes Produkt anzuwenden, das sich nicht widerlegen lässt, da würde ich wirklich aufpassen.
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Rennrad ist kein Hobby, das ist Therapie.
Zitat von rennradbernd am Juni 9, 2026, 09:23 UhrZitat von rennradrenatedas Fragen sich komisch anfühlt
ja, das triffts eigentlich ziemlich gut. Bei uns im Verein ist das genauso. Aber ich frag mich ob das nicht auch umgekehrt funktioniert - also nicht nur dass Fragen komisch ist sondern dass Nichtschlucken komisch ist. Ich hab mal auf einer Ausfahrt einfach nichts rausgezogen an der Pause und ein Typ hat mich gefragt ob ich vergessen hab was einzupacken. Als wäre das ein Defizit. Das ist der Punkt der mich bei der ganzen Diskussion mehr stört als Placebo oder Nitrat oder was auch immer. Wann ist das zur stillen Norm geworden. Ich fahr seit zwanzig Jahren, die ersten fünfzehn davon hat keiner auf langen Touren irgendwelche Beutel rausgezogen. Da gabs Banane und Wasser. Hat jemand schlechter performt? Ich weiß es nicht mehr ehrlich gesagt. @rennradrenate dein Punkt mit der gefährlichen Logik beim Puffer-Gedanken - da stimm ich dir zu, aber ich würd noch weiter gehen. Das Problem ist nicht nur die Logik. Das Problem ist dass diese Unbeweisbarkeit kein Bug ist, das ist ein Feature. Kein Hersteller der Welt baut ein Produkt das sich leicht falsifizieren lässt wenn er das verhindern kann. Das ist kein Verschwörungsdenken, das ist Verkaufsstrategie. Was mich jetzt aber wirklich interessiert: hat von euch schonmal jemand einen Vereinskollegen direkt gefragt warum er was nimmt - und eine ehrliche Antwort bekommen? Nicht "weil es hilft", sondern wirklich eine Antwort mit Begründung.
Zitat von rennradrenatedas Fragen sich komisch anfühlt
ja, das triffts eigentlich ziemlich gut. Bei uns im Verein ist das genauso. Aber ich frag mich ob das nicht auch umgekehrt funktioniert - also nicht nur dass Fragen komisch ist sondern dass Nichtschlucken komisch ist. Ich hab mal auf einer Ausfahrt einfach nichts rausgezogen an der Pause und ein Typ hat mich gefragt ob ich vergessen hab was einzupacken. Als wäre das ein Defizit. Das ist der Punkt der mich bei der ganzen Diskussion mehr stört als Placebo oder Nitrat oder was auch immer. Wann ist das zur stillen Norm geworden. Ich fahr seit zwanzig Jahren, die ersten fünfzehn davon hat keiner auf langen Touren irgendwelche Beutel rausgezogen. Da gabs Banane und Wasser. Hat jemand schlechter performt? Ich weiß es nicht mehr ehrlich gesagt. @rennradrenate dein Punkt mit der gefährlichen Logik beim Puffer-Gedanken - da stimm ich dir zu, aber ich würd noch weiter gehen. Das Problem ist nicht nur die Logik. Das Problem ist dass diese Unbeweisbarkeit kein Bug ist, das ist ein Feature. Kein Hersteller der Welt baut ein Produkt das sich leicht falsifizieren lässt wenn er das verhindern kann. Das ist kein Verschwörungsdenken, das ist Verkaufsstrategie. Was mich jetzt aber wirklich interessiert: hat von euch schonmal jemand einen Vereinskollegen direkt gefragt warum er was nimmt - und eine ehrliche Antwort bekommen? Nicht "weil es hilft", sondern wirklich eine Antwort mit Begründung.