Mai 28, 2026

Rote Bete und Diabetes: Was Studien wirklich zeigen

Rote Bete gilt als gesunde, kalorienarme Knolle. Doch für Menschen mit Diabetes stellt sich eine andere Frage: Wie wirkt sie eigentlich auf den Blutzucker – und ist sie bedenkenlos zu empfehlen? Dieser Ratgeber fasst die aktuelle Studienlage zusammen und gibt praktische Hinweise für den Alltag.

Wie viel Zucker steckt in Roter Bete?

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Rote Bete enthält pro 100 g rund 7 g Kohlenhydrate, davon etwa 6 g natürlich vorkommender Zucker (überwiegend Saccharose). Das klingt zunächst nach viel, ist aber im Vergleich zu Wurzelgemüsen wie Karotten oder Pastinaken moderat. Wichtiger als der absolute Zuckergehalt ist die glykämische Last: Die liegt bei gekochter Roter Bete bei nur etwa 5 – das ist niedrig.

Was sagt die Studienlage zu Rote Bete und Blutzucker?

Mehrere kleinere klinische Studien haben den Effekt von Rote-Bete-Saft auf den postprandialen Blutzucker (Blutzucker nach dem Essen) untersucht. Eine Studie aus dem Journal of Human Nutrition and Dietetics (2014) fand, dass 225 ml Rote-Bete-Saft zusammen mit einer kohlenhydratreichen Mahlzeit den Blutzuckeranstieg moderat dämpfte. Verantwortlich sind vermutlich Nitrat und Polyphenole, die die Glukoseaufnahme verlangsamen können.

Für Menschen mit Typ-2-Diabetes ist auch die gefäßschützende Wirkung relevant: Diabetes erhöht das Risiko für Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen – und genau hier zeigt Rote Bete laut Metaanalysen einen kleinen, aber konsistenten blutdrucksenkenden Effekt.

Konkrete Empfehlungen für Diabetiker:innen

  • Frische oder gekochte Rote Bete in haushaltsüblichen Mengen (100–150 g) ist auch bei Diabetes problemlos in eine ausgewogene Ernährung integrierbar.
  • Bei Saft: lieber 100–200 ml als 500 ml am Stück – idealerweise zu einer Mahlzeit, nicht auf nüchternen Magen.
  • Süß eingelegte Rote Bete aus dem Glas enthält oft zugesetzten Zucker. Auf das Etikett schauen oder zu „pur eingelegt“ / „naturbelassen“ greifen.
  • Wer Insulin oder blutzuckersenkende Medikamente nimmt: Blutzuckerverlauf in der ersten Woche genauer beobachten und bei Auffälligkeiten mit der behandelnden Praxis sprechen.

Sind Rote-Bete-Kapseln eine Alternative?

Rote-Bete-Kapseln und Konzentrate liefern primär Nitrat ohne nennenswerten Zuckergehalt. Für Menschen, die wegen des Zuckers zögern, sind sie eine Option – allerdings ersetzen sie nicht die ballaststoff- und vitaminreiche frische Knolle. Wer sich für Supplemente interessiert, findet im Beitrag Rote Beete Kapseln und Tabletten einen Überblick.

Wann ist Vorsicht geboten?

Bei diabetischer Nephropathie (Nierenkomplikationen) ist die Oxalsäure in Roter Bete ein Thema. Wer von der Hausärztin oder Nephrologin eine oxalatarme Ernährung empfohlen bekommen hat, sollte Rote Bete reduzieren und mit der Praxis abklären. Auch bei stark schwankendem Blutzucker mit Hypoglykämie-Neigung ist eher die feste Knolle zur Mahlzeit angesagt als ein Saft auf nüchternen Magen.

FAQ zu Rote Bete und Diabetes

Erhöht Rote Bete den Blutzucker stark?
Nein. Trotz natürlichem Zuckergehalt ist die glykämische Last niedrig. Bei moderaten Portionen ist der Effekt auf den Blutzucker gering.

Darf ich als Typ-2-Diabetiker Rote-Bete-Saft trinken?
Ja, idealerweise zu einer Mahlzeit und in Mengen von 100–200 ml. Beobachte deinen Blutzuckerverlauf in den ersten Tagen.

Senkt Rote Bete den HbA1c?
Direkte Langzeit-Effekte auf den HbA1c sind bislang nicht belegt. Indirekt kann Rote Bete als Teil einer ballaststoffreichen, blutdruckfreundlichen Ernährung positiv wirken.

Quellen

  • Wootton-Beard PC et al. (2014): „Effects of beetroot juice on postprandial blood pressure and blood glucose“, Journal of Human Nutrition and Dietetics.
  • Siervo M et al. (2013): „Inorganic Nitrate and Beetroot Juice Supplementation Reduces Blood Pressure in Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis“, Journal of Nutrition.
  • Deutsche Diabetes Gesellschaft – Praxisempfehlungen Ernährung.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Wer Medikamente nimmt, bespricht Ernährungsumstellungen am besten mit der behandelnden Praxis.

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