Rote Bete vor dem Training – wann genau esst ihr das?
Zitat von rote_socke_83 am Juli 22, 2026, 04:00 Uhrich komm grad aus der Frühschicht und hab beim Aufwärmen vor meiner Abendrunde mal wieder gedacht: ich hab das eigentlich nie wirklich systematisch ausprobiert. Ich mein den Zeitpunkt. Ich esse die Rote Bete meistens wann sie fertig ist, also so 1-2 Stunden vor der Ausfahrt, aber ob das überhaupt Sinn ergibt weiß ich nicht. Hab letztens irgendwo aufgeschnappt dass der Nitratpeak im Blut irgendwas um die 2-3 Stunden nach dem Essen liegt. Weiß aber nicht mehr wo das herkam, war glaub ich ein Podcast den mein Kollege mir geschickt hat. Kann ich also nicht drauf schwören. Konkret: ich hab zweimal eine gekochte Knolle gut 90 Minuten vorher gegessen und hatte das Gefühl dass die Beine ok waren. Hab das dann auch mal mit 3 Stunden Abstand probiert - subjektiv irgendwie flüssiger? Kann aber auch der Schlaf gewesen sein oder dass ich vorher besser gegessen hatte insgesamt. Das ist das Blöde daran. Ich kann das nicht sauber trennen. Was mich interessiert: macht ihr das bewusst oder esst ihr das einfach wann es passt? Gibt es jemanden der das mal über mehrere Wochen gleich gehalten hat - also wirklich selber nicht irgendwelche Testpersonen in einer Studie? Ich frag das weil ich für die Granfondo im September irgendwann anfangen muss das etwas strukturierter anzugehen. Nicht wissenschaftlich, das kann ich nicht leisten. Aber wenigstens dass ich nicht jedes Mal was anderes mache und dann gar nichts lerne davon. Die Knollen vom Markt nebenan hab ich jedenfalls schon eingeplant für die nächsten Wochen.
ich komm grad aus der Frühschicht und hab beim Aufwärmen vor meiner Abendrunde mal wieder gedacht: ich hab das eigentlich nie wirklich systematisch ausprobiert. Ich mein den Zeitpunkt. Ich esse die Rote Bete meistens wann sie fertig ist, also so 1-2 Stunden vor der Ausfahrt, aber ob das überhaupt Sinn ergibt weiß ich nicht. Hab letztens irgendwo aufgeschnappt dass der Nitratpeak im Blut irgendwas um die 2-3 Stunden nach dem Essen liegt. Weiß aber nicht mehr wo das herkam, war glaub ich ein Podcast den mein Kollege mir geschickt hat. Kann ich also nicht drauf schwören. Konkret: ich hab zweimal eine gekochte Knolle gut 90 Minuten vorher gegessen und hatte das Gefühl dass die Beine ok waren. Hab das dann auch mal mit 3 Stunden Abstand probiert - subjektiv irgendwie flüssiger? Kann aber auch der Schlaf gewesen sein oder dass ich vorher besser gegessen hatte insgesamt. Das ist das Blöde daran. Ich kann das nicht sauber trennen. Was mich interessiert: macht ihr das bewusst oder esst ihr das einfach wann es passt? Gibt es jemanden der das mal über mehrere Wochen gleich gehalten hat - also wirklich selber nicht irgendwelche Testpersonen in einer Studie? Ich frag das weil ich für die Granfondo im September irgendwann anfangen muss das etwas strukturierter anzugehen. Nicht wissenschaftlich, das kann ich nicht leisten. Aber wenigstens dass ich nicht jedes Mal was anderes mache und dann gar nichts lerne davon. Die Knollen vom Markt nebenan hab ich jedenfalls schon eingeplant für die nächsten Wochen.
Zitat von markus_b82 am Juli 22, 2026, 16:21 Uhr@rote_socke_83
Zitat von rote_socke_83ich hab das eigentlich nie wirklich systematisch ausprobiert
Geht mir ähnlich, wobei ich da einen konkreten Punkt ergänzen würde, der mir bei deiner Beschreibung fehlt: du vergleichst 90 Minuten gegen 3 Stunden, aber hast du dabei auch auf die Form geachtet? Gekochte Knolle vs. Saft hat nach allem was ich bisher gelesen habe (u.a. ein Paper von Lansley et al. 2011, das war in der Fachzeitschrift Medicine & Science in Sports & Exercise) unterschiedliche Resorptionskinetik, zumindest bei konzentriertem Saft geht das wohl schneller. Das würde bedeuten, dein Timing-Experiment vergleicht eigentlich zwei verschiedene Variablen gleichzeitig, wenn du zwischendrin die Zubereitung wechselst. Ich hab das selbst getestet - über etwa vier Wochen, immer dieselbe Menge Saft (200ml, nicht das konzentrierte Zeug, sondern normaler Direktsaft aus dem Bioladen), immer 2,5 Stunden vor dem Lauf. Mein Eindruck war, dass die Konsistenz da wirklich was bringt - nicht die Rote Bete an sich, sondern das Weglassen der Störvariablen. Ob die Leistung besser war, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Draußen ist es gerade zu warm für sinnvolle Vergleiche jedenfalls. Was mich bei deinem Vorhaben für September aber wirklich interessiert: hast du einen Referenzpunkt? Also irgendeinen Trainingslauf, den du regelmäßig wiederholst - selbe Strecke, selbe Uhrzeit - mit dem du dann überhaupt vergleichen kannst? Ohne den machst du dir das unnötig schwer.
Zitat von rote_socke_83ich hab das eigentlich nie wirklich systematisch ausprobiert
Geht mir ähnlich, wobei ich da einen konkreten Punkt ergänzen würde, der mir bei deiner Beschreibung fehlt: du vergleichst 90 Minuten gegen 3 Stunden, aber hast du dabei auch auf die Form geachtet? Gekochte Knolle vs. Saft hat nach allem was ich bisher gelesen habe (u.a. ein Paper von Lansley et al. 2011, das war in der Fachzeitschrift Medicine & Science in Sports & Exercise) unterschiedliche Resorptionskinetik, zumindest bei konzentriertem Saft geht das wohl schneller. Das würde bedeuten, dein Timing-Experiment vergleicht eigentlich zwei verschiedene Variablen gleichzeitig, wenn du zwischendrin die Zubereitung wechselst. Ich hab das selbst getestet - über etwa vier Wochen, immer dieselbe Menge Saft (200ml, nicht das konzentrierte Zeug, sondern normaler Direktsaft aus dem Bioladen), immer 2,5 Stunden vor dem Lauf. Mein Eindruck war, dass die Konsistenz da wirklich was bringt - nicht die Rote Bete an sich, sondern das Weglassen der Störvariablen. Ob die Leistung besser war, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen. Draußen ist es gerade zu warm für sinnvolle Vergleiche jedenfalls. Was mich bei deinem Vorhaben für September aber wirklich interessiert: hast du einen Referenzpunkt? Also irgendeinen Trainingslauf, den du regelmäßig wiederholst - selbe Strecke, selbe Uhrzeit - mit dem du dann überhaupt vergleichen kannst? Ohne den machst du dir das unnötig schwer.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 22, 2026, 16:37 Uhr@markus_b82 ok Lansley et al., fair - du bist einer von denen die mit Studien kommen. Ich sag dir aber: ich bilde mir nicht ein dass ich ein Paper aus 2011 im Kopf behalten muss um zu wissen wann ich essen soll. Trotzdem, der Punkt mit den Störvariablen trifft. Ich hab tatsächlich beide Male eine gekochte Knolle genommen, da hat sich die Form nicht geändert. Also der Vergleich war zumindest in dem Punkt sauber.
Zitat von markus_b82hast du einen Referenzpunkt?
Ehrlich gesagt nein. Und das ist das eigentliche Problem. Ich hab eine Hausstrecke die ich öfter fahre, so 35 Kilometer raus aus Bochum Richtung Hattingen, aber ich starte die nie zur selben Uhrzeit und manchmal ist da mehr Verkehr oder Wind oder ich hab vorher eine Spätschicht. Da kannst du deine Zeiten vergessen. Ich überleg ob ich die Hausstrecke für den Rest Juli einfach komplett rauslasse und stattdessen auf dem Ergometer im Keller anfange - immer gleiche Uhrzeit, immer gleiche Leistungsstufe. Das ist öde aber wenigstens vergleichbar. Meine Frau schaut mich eh schon komisch an wenn ich um 6 Uhr morgens die Rote Bete aus dem Topf fische, ein bisschen mehr Kontrolle über den Ablauf würde da auch dem Hausfrieden helfen. Was ich aber noch nicht verstehe: du sagst 2,5 Stunden, ich hatte den Podcast-Hinweis mit 2-3 Stunden im Kopf. Der Unterschied klingt marginal. Hast du das 2,5-Stunden-Timing irgendwo her oder ist das einfach was das dir praktisch gepasst hat?
@markus_b82 ok Lansley et al., fair - du bist einer von denen die mit Studien kommen. Ich sag dir aber: ich bilde mir nicht ein dass ich ein Paper aus 2011 im Kopf behalten muss um zu wissen wann ich essen soll. Trotzdem, der Punkt mit den Störvariablen trifft. Ich hab tatsächlich beide Male eine gekochte Knolle genommen, da hat sich die Form nicht geändert. Also der Vergleich war zumindest in dem Punkt sauber.
Zitat von markus_b82hast du einen Referenzpunkt?
Ehrlich gesagt nein. Und das ist das eigentliche Problem. Ich hab eine Hausstrecke die ich öfter fahre, so 35 Kilometer raus aus Bochum Richtung Hattingen, aber ich starte die nie zur selben Uhrzeit und manchmal ist da mehr Verkehr oder Wind oder ich hab vorher eine Spätschicht. Da kannst du deine Zeiten vergessen. Ich überleg ob ich die Hausstrecke für den Rest Juli einfach komplett rauslasse und stattdessen auf dem Ergometer im Keller anfange - immer gleiche Uhrzeit, immer gleiche Leistungsstufe. Das ist öde aber wenigstens vergleichbar. Meine Frau schaut mich eh schon komisch an wenn ich um 6 Uhr morgens die Rote Bete aus dem Topf fische, ein bisschen mehr Kontrolle über den Ablauf würde da auch dem Hausfrieden helfen. Was ich aber noch nicht verstehe: du sagst 2,5 Stunden, ich hatte den Podcast-Hinweis mit 2-3 Stunden im Kopf. Der Unterschied klingt marginal. Hast du das 2,5-Stunden-Timing irgendwo her oder ist das einfach was das dir praktisch gepasst hat?
Zitat von markus_b82 am Juli 22, 2026, 16:46 Uhr@rote_socke_83
Zitat von rote_socke_83Hast du das 2,5-Stunden-Timing irgendwo her oder ist das einfach was das dir praktisch gepasst hat?
Ehrlich gesagt beides, aber nicht ganz zufällig. Ich hab damals in einem Review von Wylie et al. (2013, Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism) gelesen, dass der Nitratpeak im Plasma typischerweise zwischen 2 und 3 Stunden nach Einnahme liegt, mit einer gewissen individuellen Streuung. Die 2,5 Stunden waren dann mein Kompromiss - praktisch genug für meinen Laufrhythmus am Morgen, und irgendwo im Mittelpunkt des beschriebenen Fensters. Kein Hexenwerk. Was mich an deinem Ergometer-Plan aber tatsächlich interessiert: Wattleistung oder Herzfrequenz als Zielgröße? Das macht bei der Auswertung einen Unterschied, weil Herzfrequenz viel mehr von Tagesform und Koffein und sowas abhängt als Watt. Wenn du eh schon anfängst das sauber zu halten, würde ich da direkt von Anfang an auf Watt gehen, sonst vergleichst du wieder Äpfel mit Birnen. Das mit dem 6-Uhr-Topf-Fischen hab ich übrigens auch - meine Freundin hat irgendwann aufgehört zu fragen warum da immer eine rote Knolle im Kühlschrank liegt.
Zitat von rote_socke_83Hast du das 2,5-Stunden-Timing irgendwo her oder ist das einfach was das dir praktisch gepasst hat?
Ehrlich gesagt beides, aber nicht ganz zufällig. Ich hab damals in einem Review von Wylie et al. (2013, Applied Physiology, Nutrition, and Metabolism) gelesen, dass der Nitratpeak im Plasma typischerweise zwischen 2 und 3 Stunden nach Einnahme liegt, mit einer gewissen individuellen Streuung. Die 2,5 Stunden waren dann mein Kompromiss - praktisch genug für meinen Laufrhythmus am Morgen, und irgendwo im Mittelpunkt des beschriebenen Fensters. Kein Hexenwerk. Was mich an deinem Ergometer-Plan aber tatsächlich interessiert: Wattleistung oder Herzfrequenz als Zielgröße? Das macht bei der Auswertung einen Unterschied, weil Herzfrequenz viel mehr von Tagesform und Koffein und sowas abhängt als Watt. Wenn du eh schon anfängst das sauber zu halten, würde ich da direkt von Anfang an auf Watt gehen, sonst vergleichst du wieder Äpfel mit Birnen. Das mit dem 6-Uhr-Topf-Fischen hab ich übrigens auch - meine Freundin hat irgendwann aufgehört zu fragen warum da immer eine rote Knolle im Kühlschrank liegt.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 22, 2026, 16:59 UhrZitat von markus_b82würde ich da direkt von Anfang an auf Watt gehen
ja, Watt ist klar. Hab ich auch so gedacht, ich bin kein kompletter Anfänger was Ergometer angeht. Das mit der Herzfrequenz und Koffein kenn ich aus eigener Erfahrung - nach einer Spätschicht bin ich manchmal so drauf dass der Puls schon beim Anziehen Überstunden macht. Aber ich steck grad bei was anderem fest. Wenn der Nitratpeak so individuell streut wie du schreibst - und das klingt plausibel - dann ist das 2,5-Stunden-Fenster für mich vielleicht komplett falsch. Ich weiß ja nicht wo ich in dieser Streuung lieg. Und das kann ich mit einem Ergometer im Keller auch nicht rausfinden, da fehlt mir die Messtechnik. Ich hab kein Blutlabor unter der Treppe stehen. Ich frag mich ob das überhaupt der sinnvolle Ansatz ist - also dieses Timing-Optimieren. Ich mein, die Basis ist doch: regelmäßig essen, gleiche Form, halbwegs gleiche Menge. Dann schau mer mal. Der Rest ist Feintuning für Leute die wirklich messen können was im Körper passiert. Ich fahr im September 160 Kilometer, da will ich ankommen und nicht aussteigen müssen. Ob ich jetzt 2,3 oder 2,7 Stunden vorher esse ist da wahrscheinlich das kleinste Problem. Was ich aber noch gar nicht auf dem Schirm hatte: hast du eigentlich irgendwas mit dem Magen gehabt in deinen vier Wochen? Ich vertrag das gut, aber 200ml Saft auf nüchternen Magen vor dem Laufen - das klingt für mich nach Risiko.
Zitat von markus_b82würde ich da direkt von Anfang an auf Watt gehen
ja, Watt ist klar. Hab ich auch so gedacht, ich bin kein kompletter Anfänger was Ergometer angeht. Das mit der Herzfrequenz und Koffein kenn ich aus eigener Erfahrung - nach einer Spätschicht bin ich manchmal so drauf dass der Puls schon beim Anziehen Überstunden macht. Aber ich steck grad bei was anderem fest. Wenn der Nitratpeak so individuell streut wie du schreibst - und das klingt plausibel - dann ist das 2,5-Stunden-Fenster für mich vielleicht komplett falsch. Ich weiß ja nicht wo ich in dieser Streuung lieg. Und das kann ich mit einem Ergometer im Keller auch nicht rausfinden, da fehlt mir die Messtechnik. Ich hab kein Blutlabor unter der Treppe stehen. Ich frag mich ob das überhaupt der sinnvolle Ansatz ist - also dieses Timing-Optimieren. Ich mein, die Basis ist doch: regelmäßig essen, gleiche Form, halbwegs gleiche Menge. Dann schau mer mal. Der Rest ist Feintuning für Leute die wirklich messen können was im Körper passiert. Ich fahr im September 160 Kilometer, da will ich ankommen und nicht aussteigen müssen. Ob ich jetzt 2,3 oder 2,7 Stunden vorher esse ist da wahrscheinlich das kleinste Problem. Was ich aber noch gar nicht auf dem Schirm hatte: hast du eigentlich irgendwas mit dem Magen gehabt in deinen vier Wochen? Ich vertrag das gut, aber 200ml Saft auf nüchternen Magen vor dem Laufen - das klingt für mich nach Risiko.
Zitat von markus_b82 am Juli 22, 2026, 17:04 Uhr@rote_socke_83
Zitat von rote_socke_83hast du eigentlich irgendwas mit dem Magen gehabt
Nein, aber ich hab den Saft auch nie nüchtern getrunken. Da war immer noch was vom Frühstück drin - meistens Haferflocken, 30-40 Minuten vorher. Ob das den Unterschied macht weiß ich nicht genau, aber ich würde das auf nüchternen Magen ehrlich gesagt nicht einfach ausprobieren, zumindest nicht kurz vor einem langen Lauf. Dein Punkt mit dem Timing-Optimieren trifft mich aber gerade mehr als ich zugeben will. Du hast recht dass das für 160 Kilometer Granfondo-Vorbereitung wahrscheinlich nicht die entscheidende Variable ist. Ich merke dass ich da manchmal in eine Detailversessenheit rutsche, die am eigentlichen Ziel vorbeigeht. Berufsbedingte Deformation vielleicht - als Entwickler will man halt jeden Parameter isolieren. Was ich aber noch nicht gesagt habe: die individuelle Streuung beim Nitratpeak ist nicht nur zeitlich, sondern hängt anscheinend auch von der oralen Bakterienflora ab. Ich hab das in einem Commentary zu einem Studie-Review gelesen (war irgendwo bei PubMed, ich such den Link nochmal raus wenn du willst). Antibiotika-Einnahme oder auch bestimmte Mundspülungen können den Effekt komplett kippen, weil die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit teilweise im Mund passiert. Das fand ich damals überraschend - hätte ich nicht erwartet. Ob das für dich relevant ist weiß ich natürlich nicht.
Zitat von rote_socke_83hast du eigentlich irgendwas mit dem Magen gehabt
Nein, aber ich hab den Saft auch nie nüchtern getrunken. Da war immer noch was vom Frühstück drin - meistens Haferflocken, 30-40 Minuten vorher. Ob das den Unterschied macht weiß ich nicht genau, aber ich würde das auf nüchternen Magen ehrlich gesagt nicht einfach ausprobieren, zumindest nicht kurz vor einem langen Lauf. Dein Punkt mit dem Timing-Optimieren trifft mich aber gerade mehr als ich zugeben will. Du hast recht dass das für 160 Kilometer Granfondo-Vorbereitung wahrscheinlich nicht die entscheidende Variable ist. Ich merke dass ich da manchmal in eine Detailversessenheit rutsche, die am eigentlichen Ziel vorbeigeht. Berufsbedingte Deformation vielleicht - als Entwickler will man halt jeden Parameter isolieren. Was ich aber noch nicht gesagt habe: die individuelle Streuung beim Nitratpeak ist nicht nur zeitlich, sondern hängt anscheinend auch von der oralen Bakterienflora ab. Ich hab das in einem Commentary zu einem Studie-Review gelesen (war irgendwo bei PubMed, ich such den Link nochmal raus wenn du willst). Antibiotika-Einnahme oder auch bestimmte Mundspülungen können den Effekt komplett kippen, weil die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit teilweise im Mund passiert. Das fand ich damals überraschend - hätte ich nicht erwartet. Ob das für dich relevant ist weiß ich natürlich nicht.
Zitat von markus_hh88 am Juli 22, 2026, 17:11 Uhr@markus_b82 der Punkt mit der oralen Bakterienflora ist tatsächlich nicht trivial, den würde ich nicht einfach als Fun Fact abhaken. In der Praxis sehe ich das gelegentlich bei Sportlern, die präventiv Mundspülungen mit Chlorhexidin nutzen - oft wegen Zahnfleischproblemen oder einfach weil sie glauben das sei hygienisch sinnvoll. Dass das den Nitrat-Nitrit-Weg stört, ist aus meiner Erfahrung ziemlich unterbewertet in der Diskussion. Ich glaub das war auch bei Wylie thematisiert, bin mir aber nicht sicher ob in dem Paper das du meinst oder in einem anderen aus dem gleichen Umfeld. @rote_socke_83 dein Resümee mit dem Timing finde ich realistisch betrachtet richtig. Für 160 Kilometer Ausdauerbelastung ist die Frage "ess ich das jetzt 2,2 oder 2,8 Stunden vorher" tatsächlich nachrangig. Was mich bei deiner Vorbereitung eher beschäftigen würde: hast du über die Wochen vor September eigentlich eine kontinuierliche Zufuhr geplant oder nur akut am Wettkampftag? Die Datenlage aus älteren Untersuchungen - ich mein da u.a. Cermak et al. 2012 - deutet darauf hin, dass chronische Einnahme über mehrere Tage relevanter sein kann als das akute Timing. Da wäre ich neugierig was du da vorhast, weil das die eigentlich interessantere Variable für dein Ziel wäre.
@markus_b82 der Punkt mit der oralen Bakterienflora ist tatsächlich nicht trivial, den würde ich nicht einfach als Fun Fact abhaken. In der Praxis sehe ich das gelegentlich bei Sportlern, die präventiv Mundspülungen mit Chlorhexidin nutzen - oft wegen Zahnfleischproblemen oder einfach weil sie glauben das sei hygienisch sinnvoll. Dass das den Nitrat-Nitrit-Weg stört, ist aus meiner Erfahrung ziemlich unterbewertet in der Diskussion. Ich glaub das war auch bei Wylie thematisiert, bin mir aber nicht sicher ob in dem Paper das du meinst oder in einem anderen aus dem gleichen Umfeld. @rote_socke_83 dein Resümee mit dem Timing finde ich realistisch betrachtet richtig. Für 160 Kilometer Ausdauerbelastung ist die Frage "ess ich das jetzt 2,2 oder 2,8 Stunden vorher" tatsächlich nachrangig. Was mich bei deiner Vorbereitung eher beschäftigen würde: hast du über die Wochen vor September eigentlich eine kontinuierliche Zufuhr geplant oder nur akut am Wettkampftag? Die Datenlage aus älteren Untersuchungen - ich mein da u.a. Cermak et al. 2012 - deutet darauf hin, dass chronische Einnahme über mehrere Tage relevanter sein kann als das akute Timing. Da wäre ich neugierig was du da vorhast, weil das die eigentlich interessantere Variable für dein Ziel wäre.
Zitat von markus_b82 am Juli 22, 2026, 17:13 Uhr@markus_hh88
Zitat von markus_hh88chronische Einnahme über mehrere Tage relevanter sein kann als das akute Timing
Das ist der Punkt, den ich tatsächlich bisher ausgeblendet habe - und das ärgert mich ein bisschen, weil ich den Cermak et al. 2012 kenne (war in Journal of Applied Physiology, wenn ich mich richtig erinnere). Da ging es um Ausdauerleistung nach mehreren Tagen Nitrat-Supplementierung, und das Ergebnis war eben nicht trivial. Ich hab das damals gelesen und dann trotzdem hauptsächlich auf das akute Timing fokussiert, was im Rückblick ziemlich selektiv war. Was mich dabei aber interessiert: Cermak hat soweit ich weiß mit konzentriertem Beetroot-Saft gearbeitet, also deutlich höhere Nitratdosen als in einem normalen Direktsaft. Wenn rote_socke_83 das mit frischen Marktknollen machen will - weißt du ob der Nitratgehalt da überhaupt vergleichbar ist? Ich hab vor einem Wochenende mal gelesen, dass der Gehalt je nach Anbaubedingungen und Lagerdauer erheblich schwankt. Das würde bedeuten, dass man eigentlich gar nicht weiß was man schluckt, wenn man keine Standardware nimmt. Für die Granfondo-Vorbereitung klingt dein Ansatz jedenfalls plausibler als das Timing-Gefummel. @rote_socke_83 würde ich das ernstnehmen.
Zitat von markus_hh88chronische Einnahme über mehrere Tage relevanter sein kann als das akute Timing
Das ist der Punkt, den ich tatsächlich bisher ausgeblendet habe - und das ärgert mich ein bisschen, weil ich den Cermak et al. 2012 kenne (war in Journal of Applied Physiology, wenn ich mich richtig erinnere). Da ging es um Ausdauerleistung nach mehreren Tagen Nitrat-Supplementierung, und das Ergebnis war eben nicht trivial. Ich hab das damals gelesen und dann trotzdem hauptsächlich auf das akute Timing fokussiert, was im Rückblick ziemlich selektiv war. Was mich dabei aber interessiert: Cermak hat soweit ich weiß mit konzentriertem Beetroot-Saft gearbeitet, also deutlich höhere Nitratdosen als in einem normalen Direktsaft. Wenn rote_socke_83 das mit frischen Marktknollen machen will - weißt du ob der Nitratgehalt da überhaupt vergleichbar ist? Ich hab vor einem Wochenende mal gelesen, dass der Gehalt je nach Anbaubedingungen und Lagerdauer erheblich schwankt. Das würde bedeuten, dass man eigentlich gar nicht weiß was man schluckt, wenn man keine Standardware nimmt. Für die Granfondo-Vorbereitung klingt dein Ansatz jedenfalls plausibler als das Timing-Gefummel. @rote_socke_83 würde ich das ernstnehmen.
Zitat von markus_hh88 am Juli 22, 2026, 17:21 Uhr@markus_b82 der Punkt mit dem schwankenden Nitratgehalt ist real, aber ich würde das nicht so dramatisch einschätzen wie du das formulierst. Klar gibt es Schwankungen - Bodenstickstoff, Lagerung, Erntezeitpunkt. Das ist gut belegt. Aber frische Marktware liegt im Vergleich zu industriell verarbeitetem Saftkonzentrat trotzdem nicht in einer anderen Liga, sondern eher im unteren bis mittleren Bereich des Möglichen. Das Problem bei Cermak war weniger die Dosierung an sich, sondern dass das Protokoll auf konzentrierten Saft ausgelegt war, der eben standardisiert ist. Du weißt was drin ist, das macht die Studienlage sauberer - sagt aber nichts darüber aus, ob frische Knolle "schlechter" ist, nur dass sie weniger vorhersehbar ist.
Zitat von markus_b82eigentlich gar nicht weiß was man schluckt
Da muss ich widersprechen, ein bisschen zumindest. Das gilt für fast jedes Lebensmittel. Spinat, Rucola, Fenchel - alles mit erheblichen Nitrat-Schwankungen je nach Anbau. Wir machen da beim Rote Bete-Thema ein Sonderproblem draus, weil die Erwartungshaltung so hoch ist. Für rote_socke_83 und die Granfondo-Vorbereitung würde ich das pragmatisch halten: zwei bis drei Knollen pro Woche, kontinuierlich, kein Mundspülmittel in den Wochen vorher. Mehr braucht es aus meiner Erfahrung nicht als Ausgangsbasis. Was dann am Wettkampftag passiert ist eine andere Frage.
@markus_b82 der Punkt mit dem schwankenden Nitratgehalt ist real, aber ich würde das nicht so dramatisch einschätzen wie du das formulierst. Klar gibt es Schwankungen - Bodenstickstoff, Lagerung, Erntezeitpunkt. Das ist gut belegt. Aber frische Marktware liegt im Vergleich zu industriell verarbeitetem Saftkonzentrat trotzdem nicht in einer anderen Liga, sondern eher im unteren bis mittleren Bereich des Möglichen. Das Problem bei Cermak war weniger die Dosierung an sich, sondern dass das Protokoll auf konzentrierten Saft ausgelegt war, der eben standardisiert ist. Du weißt was drin ist, das macht die Studienlage sauberer - sagt aber nichts darüber aus, ob frische Knolle "schlechter" ist, nur dass sie weniger vorhersehbar ist.
Zitat von markus_b82eigentlich gar nicht weiß was man schluckt
Da muss ich widersprechen, ein bisschen zumindest. Das gilt für fast jedes Lebensmittel. Spinat, Rucola, Fenchel - alles mit erheblichen Nitrat-Schwankungen je nach Anbau. Wir machen da beim Rote Bete-Thema ein Sonderproblem draus, weil die Erwartungshaltung so hoch ist. Für rote_socke_83 und die Granfondo-Vorbereitung würde ich das pragmatisch halten: zwei bis drei Knollen pro Woche, kontinuierlich, kein Mundspülmittel in den Wochen vorher. Mehr braucht es aus meiner Erfahrung nicht als Ausgangsbasis. Was dann am Wettkampftag passiert ist eine andere Frage.
Zitat von markus_b82 am Juli 22, 2026, 17:31 Uhr@markus_hh88
Zitat von markus_hh88kein Mundspülmittel in den Wochen vorher
Das ist eigentlich der praktischste Hinweis im ganzen Thread - und gleichzeitig einer, den ich nie aktiv kommunizieren würde, wenn ich jemandem das Thema erklären würde. Ich hab das mit der Bakterienflora zwar schon erwähnt, aber die konkrete Handlungsempfehlung fehlte. Was mich bei deinem Fazit aber stört: du sagst "zwei bis drei Knollen pro Woche" als Ausgangsbasis, ohne irgendeine Quellenangabe dafür. Hast du da was Konkretes im Kopf oder ist das aus der Praxis abgeleitet? Ich frag das nicht um nervig zu sein, sondern weil "aus meiner Erfahrung" für mich nicht dasselbe Gewicht hat wie ein Protokoll. Gerade wenn rote_socke_83 das ernsthaft für September plant, wäre es gut zu wissen ob das eine Daumenregel ist oder ob da was dahinter steckt. Zum Thema Spinat und Rucola als Vergleich - das stimmt, du hast recht dass wir das bei Rote Bete zum Sonderproblem machen. Ich glaub das liegt daran dass die Erwartungshaltung eben so explizit ist. Wenn ich Rucola esse, erwarte ich keine messbare Leistungsverbesserung. Bei Rote Bete denkt man sich: das soll was tun, also will ich wissen wie viel davon. Die Logik dahinter ist vielleicht schon das Problem.
Zitat von markus_hh88kein Mundspülmittel in den Wochen vorher
Das ist eigentlich der praktischste Hinweis im ganzen Thread - und gleichzeitig einer, den ich nie aktiv kommunizieren würde, wenn ich jemandem das Thema erklären würde. Ich hab das mit der Bakterienflora zwar schon erwähnt, aber die konkrete Handlungsempfehlung fehlte. Was mich bei deinem Fazit aber stört: du sagst "zwei bis drei Knollen pro Woche" als Ausgangsbasis, ohne irgendeine Quellenangabe dafür. Hast du da was Konkretes im Kopf oder ist das aus der Praxis abgeleitet? Ich frag das nicht um nervig zu sein, sondern weil "aus meiner Erfahrung" für mich nicht dasselbe Gewicht hat wie ein Protokoll. Gerade wenn rote_socke_83 das ernsthaft für September plant, wäre es gut zu wissen ob das eine Daumenregel ist oder ob da was dahinter steckt. Zum Thema Spinat und Rucola als Vergleich - das stimmt, du hast recht dass wir das bei Rote Bete zum Sonderproblem machen. Ich glaub das liegt daran dass die Erwartungshaltung eben so explizit ist. Wenn ich Rucola esse, erwarte ich keine messbare Leistungsverbesserung. Bei Rote Bete denkt man sich: das soll was tun, also will ich wissen wie viel davon. Die Logik dahinter ist vielleicht schon das Problem.