Rote Bete vor dem Training – wann genau essen und wieviel?
Zitat von rote_socke_83 am Juli 18, 2026, 21:49 Uhr@fk_1988 das mit dem Stehen bleiben und einfach sagen "Beine müde, Punkt" - ich glaub das kann ich mir nicht vorstellen, ehrlich. Nicht weil ich's nicht will sondern weil ich's glaub noch nie wirklich gemacht hab. Ich erinnere mich an eine Ausfahrt im April, war irgendwo Richtung Hattingen, so 55 Kilometer, und ab Kilometer 45 war ich einfach durch. Ich hab dann tatsächlich überlegt ob ich zu früh gefrühstückt hab, ob ich zu wenig Wasser dabei hatte, ob der Wind gegen mich war. Alles gleichzeitig. Dabei war's vielleicht einfach so. War so. Das ist wahrscheinlich das was du meinst. Und ich merk gerade dass das Schichtleiter-Ding wirklich sitzt du hast das gut getroffen. Im Lager gibt's fast immer eine Ursache. Fehler im System haben Ursprünge, die man finden kann. Auf dem Rad funktioniert das nicht so, der Körper ist kein Prozess den ich optimieren kann wie eine Laderampe. Was mich bei dem Gedanken aber noch packt: ich frag mich ob das Training-Argument in beide Richtungen gilt. Klar, wer öfter 80 fährt kennt das Gefühl besser. Aber ich hab auch Kollegen die seit Jahren die gleiche Strecke fahren und trotzdem immer wieder überrascht werden wenn's mal nicht läuft. Gewöhnung ist nicht dasselbe wie Verstehen. Morgen früh werd ich das zumindest versuchen. Einfach fahren.
@fk_1988 das mit dem Stehen bleiben und einfach sagen "Beine müde, Punkt" - ich glaub das kann ich mir nicht vorstellen, ehrlich. Nicht weil ich's nicht will sondern weil ich's glaub noch nie wirklich gemacht hab. Ich erinnere mich an eine Ausfahrt im April, war irgendwo Richtung Hattingen, so 55 Kilometer, und ab Kilometer 45 war ich einfach durch. Ich hab dann tatsächlich überlegt ob ich zu früh gefrühstückt hab, ob ich zu wenig Wasser dabei hatte, ob der Wind gegen mich war. Alles gleichzeitig. Dabei war's vielleicht einfach so. War so. Das ist wahrscheinlich das was du meinst. Und ich merk gerade dass das Schichtleiter-Ding wirklich sitzt du hast das gut getroffen. Im Lager gibt's fast immer eine Ursache. Fehler im System haben Ursprünge, die man finden kann. Auf dem Rad funktioniert das nicht so, der Körper ist kein Prozess den ich optimieren kann wie eine Laderampe. Was mich bei dem Gedanken aber noch packt: ich frag mich ob das Training-Argument in beide Richtungen gilt. Klar, wer öfter 80 fährt kennt das Gefühl besser. Aber ich hab auch Kollegen die seit Jahren die gleiche Strecke fahren und trotzdem immer wieder überrascht werden wenn's mal nicht läuft. Gewöhnung ist nicht dasselbe wie Verstehen. Morgen früh werd ich das zumindest versuchen. Einfach fahren.
Zitat von fk_1988 am Juli 18, 2026, 22:02 Uhr@rote_socke_83 das mit Gewöhnung vs. Verstehen ist interessant, weil das stimmt. Meine Frau fährt jede Woche die gleiche Route zum Einkaufen, kennt jeden Stein, und trotzdem hat sie letzte Woche bei Kilometer drei plötzlich gemerkt dass ihr die Kraft fehlt. Sie hat das als Fehler behandelt, war sauer auf sich, hat überlegt ob die Kette zu straff ist oder sonst was. Ich hab sie dann einfach gefragt ob sie vielleicht nur schlecht geschlafen hat. War es. Punkt. Das Problem ist - und da merk ich selbst bei mir - dass dein Hirn das nicht als zufriedenstellende Antwort akzeptiert. Schlecht geschlafen klingt zu einfach, zu wenig in deiner Hand. Deswegen erfindest du lieber eine technische Ursache, weil die wenigstens etwas ist das du nächstes Mal "besser machen" kannst. Aber hier ist der Knackpunkt: morgen fährst du 80 Kilometer. Das ist für dich selten. Dein Körper wird irgendwann sagen okay reicht. Nicht weil Rote Bete fehlte, nicht weil das Frühstück falsch war. Sondern weil 80 halt anstrengend sind wenn man das nicht regelmäßig tut. Das ist keine Schwäche, das ist normal. Und wenn du das morgen einfach so zur Kenntnis nimmst - müde = müde - dann lernst du eigentlich mehr als wenn du hinterher eine Erklärung bastelst. Ich glaub ehrlich gesagt du wirst das nicht hinbekommen morgen, nicht beim ersten Mal. Aber versuch es. Und danach sag mir wie es war. Nicht ob's schnell war oder wie du dich gefühlt hast, sondern ob du es geschafft hast nicht zu interpretieren.
@rote_socke_83 das mit Gewöhnung vs. Verstehen ist interessant, weil das stimmt. Meine Frau fährt jede Woche die gleiche Route zum Einkaufen, kennt jeden Stein, und trotzdem hat sie letzte Woche bei Kilometer drei plötzlich gemerkt dass ihr die Kraft fehlt. Sie hat das als Fehler behandelt, war sauer auf sich, hat überlegt ob die Kette zu straff ist oder sonst was. Ich hab sie dann einfach gefragt ob sie vielleicht nur schlecht geschlafen hat. War es. Punkt. Das Problem ist - und da merk ich selbst bei mir - dass dein Hirn das nicht als zufriedenstellende Antwort akzeptiert. Schlecht geschlafen klingt zu einfach, zu wenig in deiner Hand. Deswegen erfindest du lieber eine technische Ursache, weil die wenigstens etwas ist das du nächstes Mal "besser machen" kannst. Aber hier ist der Knackpunkt: morgen fährst du 80 Kilometer. Das ist für dich selten. Dein Körper wird irgendwann sagen okay reicht. Nicht weil Rote Bete fehlte, nicht weil das Frühstück falsch war. Sondern weil 80 halt anstrengend sind wenn man das nicht regelmäßig tut. Das ist keine Schwäche, das ist normal. Und wenn du das morgen einfach so zur Kenntnis nimmst - müde = müde - dann lernst du eigentlich mehr als wenn du hinterher eine Erklärung bastelst. Ich glaub ehrlich gesagt du wirst das nicht hinbekommen morgen, nicht beim ersten Mal. Aber versuch es. Und danach sag mir wie es war. Nicht ob's schnell war oder wie du dich gefühlt hast, sondern ob du es geschafft hast nicht zu interpretieren.
Zitat von rote_socke_83 am Juli 18, 2026, 22:27 UhrZitat von fk_1988Ich glaub ehrlich gesagt du wirst das nicht hinbekommen morgen
@fk_1988 das ist wahrscheinlich das ehrlichste was heute abend jemand gesagt hat. Und ich kann's nicht mal widersprechen. Aber ich merk gerade dass mich das anders triggert als ich erwartet hätte. Nicht defensiv, eher so - ok, wenigstens weiß ich jetzt was die eigentliche Übung morgen ist. Nicht die 80 Kilometer, nicht die Knolle zum Frühstück. Sondern ob ich es auch nur einmal auf der Strecke schaffe, einen Moment lang einfach zu registrieren ohne sofort zu erklären. Das ist eigentlich eine eigene Fähigkeit die man trainieren kann, oder? Nicht Ausdauer, nicht Kraft. Einfach nur wahrnehmen ohne Bewertung. Ich kenn das aus dem Job überhaupt nicht - da ist Beobachten immer der erste Schritt zum Eingreifen. Beobachten ohne Eingreifen wäre bei mir auf der Arbeit ein Fehler. Auf dem Rad vielleicht nicht. Morgen früh ist es schon kurz nach halb sechs hell hier, das passt. Ich fahr einfach los. Und ich meld mich danach. Nicht mit Zeiten.
Zitat von fk_1988Ich glaub ehrlich gesagt du wirst das nicht hinbekommen morgen
@fk_1988 das ist wahrscheinlich das ehrlichste was heute abend jemand gesagt hat. Und ich kann's nicht mal widersprechen. Aber ich merk gerade dass mich das anders triggert als ich erwartet hätte. Nicht defensiv, eher so - ok, wenigstens weiß ich jetzt was die eigentliche Übung morgen ist. Nicht die 80 Kilometer, nicht die Knolle zum Frühstück. Sondern ob ich es auch nur einmal auf der Strecke schaffe, einen Moment lang einfach zu registrieren ohne sofort zu erklären. Das ist eigentlich eine eigene Fähigkeit die man trainieren kann, oder? Nicht Ausdauer, nicht Kraft. Einfach nur wahrnehmen ohne Bewertung. Ich kenn das aus dem Job überhaupt nicht - da ist Beobachten immer der erste Schritt zum Eingreifen. Beobachten ohne Eingreifen wäre bei mir auf der Arbeit ein Fehler. Auf dem Rad vielleicht nicht. Morgen früh ist es schon kurz nach halb sechs hell hier, das passt. Ich fahr einfach los. Und ich meld mich danach. Nicht mit Zeiten.
Zitat von markus_b82 am Juli 18, 2026, 22:43 Uhr@rote_socke_83
Zitat von rote_socke_83Beobachten ohne Eingreifen wäre bei mir auf der Arbeit ein Fehler
Das ist eigentlich der interessanteste Satz des ganzen Abends, weil ich das aus meiner Ecke fast identisch kenne. Wenn ein Build-Prozess hängt, ist passives Zuschauen keine Option. Das ist so eintrainiert, dass es schwer ist das bewusst abzuschalten - auch außerhalb der Arbeit. Was mich aber gerade beschäftigt: du beschreibst das "Beobachten ohne Eingreifen" als Fähigkeit die man trainieren kann. Das stimmt wahrscheinlich. Aber ich würde das nicht auf der Granfondo zum ersten Mal ernsthaft versuchen. Das ist ein bisschen wie wenn jemand sagt, er testet seine neue Ernährungsstrategie beim Wettkampf - Risiko unnötig erhöht. Ob das morgen klappt werden wir sehen. Ich bin da ähnlich skeptisch wie fk_1988, nicht weil du es nicht willst, sondern weil das Hirn da sehr hartnäckig ist. Ich hab das selbst gemerkt, beim Halbmarathon im letzten Jahr - irgendwo nach Kilometer 14 hab ich angefangen zu rechnen wie viel Zeit ich noch "verlieren darf". Mitten in der Bewegung. Komplett automatisch, ich hab's erst gemerkt als ich schon tief drin war in der Kalkulation. Meld dich danach tatsächlich. Nicht wegen der Rote-Bete-Frage - die ist für heute abend eh durch. Sondern weil mich interessiert ob das Schichtleiter-Muster auf dem Rad wirklich so sitzt wie du sagst.
Zitat von rote_socke_83Beobachten ohne Eingreifen wäre bei mir auf der Arbeit ein Fehler
Das ist eigentlich der interessanteste Satz des ganzen Abends, weil ich das aus meiner Ecke fast identisch kenne. Wenn ein Build-Prozess hängt, ist passives Zuschauen keine Option. Das ist so eintrainiert, dass es schwer ist das bewusst abzuschalten - auch außerhalb der Arbeit. Was mich aber gerade beschäftigt: du beschreibst das "Beobachten ohne Eingreifen" als Fähigkeit die man trainieren kann. Das stimmt wahrscheinlich. Aber ich würde das nicht auf der Granfondo zum ersten Mal ernsthaft versuchen. Das ist ein bisschen wie wenn jemand sagt, er testet seine neue Ernährungsstrategie beim Wettkampf - Risiko unnötig erhöht. Ob das morgen klappt werden wir sehen. Ich bin da ähnlich skeptisch wie fk_1988, nicht weil du es nicht willst, sondern weil das Hirn da sehr hartnäckig ist. Ich hab das selbst gemerkt, beim Halbmarathon im letzten Jahr - irgendwo nach Kilometer 14 hab ich angefangen zu rechnen wie viel Zeit ich noch "verlieren darf". Mitten in der Bewegung. Komplett automatisch, ich hab's erst gemerkt als ich schon tief drin war in der Kalkulation. Meld dich danach tatsächlich. Nicht wegen der Rote-Bete-Frage - die ist für heute abend eh durch. Sondern weil mich interessiert ob das Schichtleiter-Muster auf dem Rad wirklich so sitzt wie du sagst.