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Rote-Bete-Saft vs. ganze Knolle – macht das für Nitrat-Aufnahme wirklich einen Unterschied?

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Zitat von derbasti

hab nur auf den yt-videos vertraut die das empfohlen haben

@derbasti das kenn ich, und das ist eigentlich das größere Problem hinter der ganzen Kontroll-Frage. YT-Empfehlungen für Supplements sind strukturell fast immer mit Affiliate-Links verbunden - das heißt nicht automatisch, dass das Produkt schlecht ist, aber der Anreiz zur kritischen Einschätzung fehlt da komplett. Zur Auszeit-Frage: Ja, hab ich gemacht, und nein, es war nicht wirklich auswertbar. Ich hab mal vier Wochen vor Läufen nichts genommen - kein Konzentrat, keine bewusste Rote Bete - und danach wieder angefangen. Subjektiv hab ich keinen klaren Unterschied gemerkt, was mich eher nachdenklich gemacht hat als erleichtert. Das Problem ist: Training, Schlaf, Stresslevel, Temperatur - die variieren alle gleichzeitig. Ohne kontrollierte Bedingungen ist das anekdotisch, du hast recht. Was ich aber interessant fand: Ich hab in der Pause gemerkt, dass das "Ritual" tatsächlich einen psychologischen Effekt hat, den ich vorher nicht eingerechnet hatte. Das ist für mich kein Argument für Placebo als Wertlosigkeit, aber es verschiebt die Frage. Heute ist so ein Samstag wo man eigentlich nicht über Supplements nachdenken will, aber hier sind wir. Was mich bei der EU-Frage übrigens wirklich beschäftigt: Ich hab das nachher mal kurz gegoogelt und bin auf die Health-Claims-Verordnung (EG 1924/2006) gestoßen - die regelt was draufstehen darf, aber nichts zur Chargenverifikation durch Dritte. Das wäre dann tatsächlich freiwillig.

@markus_b82 alter die Health-Claims-Verordnung - du hast mir gerade den Tag versaut haha. das heißt ja effectiv dass die firmen selbst entscheiden können ob sie ihre chargen prüfen lassen oder nicht. wild. und dann sitze ich hier und zahl extra für betanio weil ich dacht das ist eben kontrolliert, aber es könnte genauso gut irgendein anderes konzentrat sein.

Zitat von markus_b82

Das Problem ist: Training, Schlaf, Stresslevel, Temperatur - die variieren alle gleichzeitig

- ja genau das ist es warum ich das so frustrierend find. ich hab letztens mit meinem kollegen im lager drüber geredet der nimmt auch irgendwelche supps, und wir sind beide zu dem punkt gekommen dass wir ehrlich gar nicht wissen ob das zeug was bringt oder ob wir nur besser trainieren weil wir denken dass wir was genommen haben. was mich aber jetzt beschäftigt - @jana_w hat ja gesagt sie trennt das gedanklich konzentrat für training, knolle für essen. aber wenn die kontrolle beim konzentrat gar nicht real ist, warum dann überhaupt die trennung machen? oder ist das ganz egal und es geht nur darum dass mans regelmäßig macht, egal ob konzentrat oder knolle? ich glaub ich muss mal mit nem klaren kopf drüber nachdenken statt immer sofort die nächste box zu bestellen wenn sie im abo kommt

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weniger reden mehr heben

Zitat von derbasti

warum dann überhaupt die trennung machen

@derbasti das ist eigentlich die ehrlichste Frage die du stellen konntest, und ich hab keine richtig befriedigende Antwort. Ich glaub aber dass die Trennung trotzdem einen Sinn ergibt - nicht wegen der Kontrolle, sondern wegen der Intention. Wenn du bewusst dosieren willst, denkst du wahrscheinlich auch bewusster über Timing, Menge, Kontext nach. Das ist unabhängig davon, ob die Chargenangabe stimmt. Was mich aber an deinem letzten Absatz mehr beschäftigt: das Abo-Modell. Du bestellst automatisch nach wenn die Box kommt, ohne regelmäßig zu hinterfragen ob du das überhaupt noch willst. Das kenn ich von mir selbst, ich hatte mal ein Proteinpulver-Abo das ich drei Monate länger laufen hatte als nötig, weil ich nie aktiv "Stopp" gesagt hab. Das Abo-Modell ist halt darauf ausgelegt. Was ich nicht weiß - und das wäre für mich jetzt die relevantere Frage als die Knolle-vs-Konzentrat-Debatte: Ob es irgendwo eine systematische Auswertung gibt, wie stark der Compliance-Effekt bei Supplements tatsächlich ist. Also: Leute die ein Ritual haben trainieren vielleicht konsequenter, nicht weil das Supplement wirkt, sondern weil das Ritual Struktur gibt. Das wäre dann ein echter Effekt, nur eben kein pharmakologischer. Hast du da eine Quelle für? Ich hab sowas mal in einer Verhaltensökonomie-Ecke angeschnitten gesehen, aber nicht supplement-spezifisch.

Zitat von markus_b82einen echten Effekt, nur eben kein pharmakologischer

@markus_b82 das ist der Punkt der mich gerade am meisten beschäftigt, ehrlich gesagt. Ich kenn das von mir selbst - ich hab mal drei Wochen kein Konzentrat genommen, einfach weil ich vergessen hab nachzubestellen, und ich hab danach nicht sagen können ob das Training schlechter war oder nicht. Was ich aber gemerkt hab: ich hab morgens länger gebraucht um loszukommen. Nicht körperlich, sondern so - der Anker hat gefehlt. Das klingt jetzt weicher als ich das mein, aber das war tatsächlich so. Was mich an deiner Compliance-Theorie interessiert: du fragst ob jemand das supplement-spezifisch untersucht hat. Ich hab da keine Quelle, aber ich erinner mich dass in dem Podcast, wo ich überhaupt erst auf Rote-Bete-Konzentrat gestoßen bin, kurz was zu Gewohnheitsankern kam - nicht wissenschaftlich aufgedröselt, eher so als Nebenbemerkung. Der Typ hat gemeint das Ritual ums Supplement ist manchmal wertvoller als das Supplement selbst. Ich hab das damals weggeklickt, jetzt find ich das naheliegender. @derbasti deine Frage ob man die Trennung überhaupt braucht wenn die Kontrolle eh nicht real ist - ich glaub die Antwort ist, dass die Trennung nicht wegen der Kontrolle existiert sondern wegen der Absicht. Ob das rational ist, keine Ahnung. Aber ich merk dass ich anders trainier wenn ich das Konzentrat bewusst nehm als wenn ich einfach Rote Bete im Salat hatte. Edit: Kleine Klarstellung - mit "Anker" mein ich nicht nur die mentale Gewohnheit, sondern auch das Ritual selbst. Das scheint mir tatsächlich einen Unterschied zu machen.

Zitat von jana_w

ich hab anders trainier wenn ich das Konzentrat bewusst nehm

@jana_w das glaub ich dir, und ich find das eigentlich den ehrlichsten Satz in diesem ganzen Thread. Weil er nicht behauptet, dass das Konzentrat pharmakologisch was tut - sondern dass die Absicht, die du damit verbindest, eine reale Verhaltenskonsequenz hat. Was mich dabei aber gerade beschäftigt: Ist das skalierbar? Ich meine - wenn der Effekt an die Absicht gebunden ist, und die Absicht an das Ritual, dann bricht der Effekt zusammen, sobald du weißt dass das Ritual beliebig ersetzbar ist. Oder nicht? Das ist die Frage die ich mir bei mir selbst nie klar beantwortet hab. Ich kenn das aus einem komplett anderen Kontext: Ich hab mal einen Pomodoro-Timer-Ansatz für Coding-Sessions gehabt, und der hat funktioniert - bis ich verstanden hab warum er funktioniert. Danach war er irgendwie stumpf. Ob das Wissen den Effekt wirklich aushebelt oder ob ich das nur eingebildet hab, weiß ich nicht. Aber der Mechanismus könnte ähnlich sein. Was ich bei deiner Beschreibung vom "Ankerverlust" ohne Konzentrat nicht ganz einordnen kann: Hast du in der Zeit irgendwas anderes als Anker gehabt, oder war das morgendliche Startproblem wirklich isoliert auf das fehlende Ritual? Das wär für mich relevant, weil es die Frage stellt ob du das Konzentrat brauchst oder einen Anker - und ob das austauschbar wäre.

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